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Hochbegabung testen, ja oder nein ?

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Verfasst am: 25.01.2013 [10:24]
Angelika123
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 25.01.2013
Beiträge: 3
Hallo,

mich würde interessieren, ob es Sinn macht sein Kind auf Hochbegabt zu testen. Was ändert sich dadurch ? In der Grundschule kam mir der Gedanke auf Testen nie, da er dort keine Probleme hatte. Er hat so gut wie nie gelernt, hat im Unterricht genug mitbekommen und war daher meistens Klassenbester. Allerdings hat man im 4. Schuljahr bereits Unterforderung gemerkt. Er war öfters krank und hatte auch keine Lust auf die Schule, aber die Noten waren immer top. Im 5. Schuljahr hab ich mir auch noch keine Gedanken gemacht, da er ja nie gelernt hat zu lernen und er halt faul ist. So habe ich versucht mit ihm zu lernen. Mitlerweile sind wir an einem Punkt angekommen, der für die ganze Familie schwierig ist. Er sträubt sich zu lernen, bezeichnet die Lehrer als "dumm", sowie auch seine Geschwister. In der Schule ist er sehr auffällig geworden und ab und zu flattert ein Brief wegen "Auffälligkeiten ihres Kindes" in's Haus und er ist nach wie vor gerne krank. Nun gehen auch seine Noten langsam in den Keller. Desweitern ist er im Moment schon voll in der Pubertät. Er ist 12 Jahre und im 6. Schuljahr. Dass er intelligent ist, das wissen wir, aber sollte man ihn testen? Meine Überlegung für einen Test war diese: Bei uns an der Schule gibt es ab dem 7. Schuljahr eine bilinguale Klasse, ein Nebenfach (im 1.Jahr ist das Politik und Wirtschaft) wird auf Englisch unterrichtet. Da er bereits im 5. Schuljahr eine 3 in Englisch hatte, wird er keine Chance haben in diese Klasse zu kommen. Mit Hochbegabung haben wir vielleicht einen Anspruch auf diese Klasse ( das hängt allerdings von der Schule ab). Was gegen eine Test spricht: Er weiß dass er schlau ist, dann hätte er es schwarz auf weiß und würde vielleicht noch überheblicher.Ich weiß nicht, was ich tun soll.
Vielleicht gibt es ja Jemanden, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat und nun schon einen Schritt weiter ist.

Liebe Grüße

Angelika
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Verfasst am: 28.01.2013 [22:51]
Ankawi
Super-Nanny
Dabei seit: 16.04.2012
Beiträge: 61
Hallo Angelika,

warum nicht? Im Grunde ist der Test erst einmal nur eine Information.
Was ihr daraus macht, ist erst der nächste Schritt.

Außerdem ist Bescheid wissen grundsätzlich besser als Vermutungen anstellen, oder? icon_smile.gif

Ich drücke euch die Daumen.
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Verfasst am: 29.01.2013 [18:52]
frankreich
Newbie
Dabei seit: 29.01.2013
Beiträge: 1
Liebe Angelika,
durch Zufall habe ich deine Frage gelesen.
Eure Probleme und Fragestellung kann ich sehr gut nachvollziehen. Bei unserem Sohn lief es ähnlich. Allerdings ist er mittlerweile 17 und geht nicht mehr in die Schule. Um diesen Schritt zu gehen, gab es in der Regel morgens heftige Diskussionen, die er damit beendete: Ich gehe in die Schule wann ich möchte... Langeweile war sein Alltag, das Miteinander war (leider)äußerst schwierig geworden.
Kurzum: Dass dieses Kind anders ist als seine Geschwister, hatten wir früh bemerkt. Leider haben wir ihn erst in der 8.Klasse in Bezug auf Hochbegabung testen lassen. Zu diesem Zeitpunkt stand das Weiterkommen schon im ersten Halbjahr groß in Frage. Durch das Gespräch mit Freunden die zwei hochbegabte Kinder haben, entschlossen wir uns, unseren Sohn testen zu lassen. Es kam eine Hochbegabung in Form eines "Underachiever" zu Tage.
Das heißt, er war Jahrelang (in der Schule) nicht gefördert worden, innerhalb der Familie haben wir vieles versucht ihn zu unterstützen. Allerdings wussten wir nichts von der Hochbegabung. Gespräche in der 8. mit den Lehrern ergaben, dass unser Sohn, längere Zeit nachdem er die Schule zur 6.Klasse gewechselt hatte, tief greifende Fragen stellte die von den Lehrern aus Zeitgründen nicht "beantwortet werden konnten"....
So stellte er irgenwann das Fragen ein.Die Hausaufgaben wurden nicht mehr gemacht, ebenfalls kamen immer wieder Beschwerdebriefe aus der Schule.
Meiner Meinung nach solltet ihr euren Sohn auf alle Fälle auf Hochbegabung testen lassen.Selbst für das Kind/den Jugendlichen ist es sehr wichtig zu wissen was mit ihm los ist.Das war zumindest bei unserem Sohn der Fall. So kann er vielleicht verstehen, weshalb er "anders" ist als die anderen.
Die Hochbegabung betrifft alle Bereiche seines Lebens und damit auch das Zusammen-Leben in der Familie und dem Leben mit den Mitschülern etc.
Schaut im Internet nach, wo ihr ihn testen lassen könnt. In Baden-Württemberg gibt es Möglichkeiten in Ulm und Tübingen. Es gibt mittlerweile Schulen die spezielle Klassen für Hochbegabte anbieten, vielleicht auch in eurer Nähe. Für die betroffenen Eltern ist es evtl. hilfreich sich in einem Elternstammtisch gemeinsam mit anderen Eltern auszutauschen. Es gibt den Landesverband für Hochbegabung (Baden-Wü.) Macht euch bitte übers Internet schlau und lasst euren Sohn testen.
Euch alles Gute.
Herzliche Grüße
Annette

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Verfasst am: 29.01.2013 [19:53]
Angelika123
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 25.01.2013
Beiträge: 3
Danke schon mal für Eure Antworten. Ich denke schon, dass ich den nächsten Schritt gehen werde. Bei der Erziehungsberatung wurde ich gefragt, was im Moment wichtiger sei, sein Verhalten in den Griff zu bekommen oder zu wissen ob er hochbegabt ist. Da das Verhalten im Moment wichtiger ist, wurde erstmal kein Test gemacht. Ich denke aber schon dass das Eine mit dem Anderen zu tun hat und ich merke auch, dass mich der Gedanke im Moment nicht loslässt. Ich werde mich nun mal mit den Schulpsychologen in Verbindung setzen und schauen, was die so angeben. Deine Beschreibung, liebe Annette, passt auch auf meinen Sohn, denn das Zwischenmenschliche in der Familie leidet sehr.

Liebe Grüße

Angelika
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Verfasst am: 11.02.2013 [15:28]
Paulchen434
Alter Hase
Dabei seit: 11.02.2013
Beiträge: 20
Hey ^^
wäre mein Sohne in seinen jungen Jahren auch so helle gewesen, hätte ich auch alles gemacht um mein Kind zu fördern. Ich würde nichts außer Acht lassen, was ich später bereuen würde nicht gemacht zu haben.

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Verfasst am: 13.02.2013 [12:15]
Markus1975
Junior
Dabei seit: 08.02.2013
Beiträge: 9
Hallo Angelika,

ich denke auch, das Gespräch mit den Schulpsychologen wird dich am meisten vorran bringen, auch wenn das leichter gesagt als getan ist. Ihn auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen, ist wohl das schwierigste. Da wäre vielleicht sogar ein Schulwechsel angebracht, es muss ja nicht sofort eine Hochbegabtenklasse oder -schule sein, nur dass er einfach merkt, dass er nicht der Mittelpunkt der Welt ist und er definitiv noch nicht ausgelernt hat. Abgesehen von jedem Rat wünsche ich euch aber auf jeden Fall alles Gute!

LG,
Markus

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Verfasst am: 05.06.2013 [12:49]
steffi_friedlich
Fleißiger Helfer
Dabei seit: 31.05.2013
Beiträge: 11
Liebe Angelika,

ich verstehe dein Problem und auch deinen Lösungsansatz. Trotzdem würde ich wirklich, wie du es ja auch eigentlich geplant hast, den Test machen, denn die Gewissheit zu haben, schadet ja nicht. Ob du dich dann dafür entscheidest deinen Sohn in eine spezielle Einrichtung für Begabtenförderung zu geben oder andere Maßnahmen zu ergreifen, kannst du dir dann überlegen, aber der Test an sich tut ihm oder dir nicht weh..

Lg, Steffi
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Verfasst am: 26.06.2013 [09:46]
miesemuckel
Quelle der Weisheit
Dabei seit: 02.05.2008
Beiträge: 59
Hallo Angelika,

ich habe meine Tochter testen lassen, als sie 7 war. Schon im KiGa hatten wir den "Verdacht" auf Hochbegabung, aber da die Test frühestens ab 6 Jahren wirklich aussagekräftig sind, haben wir erstmal gewartet und gedacht, solange keine Verhaltensauffälligkeiten kommen, müssen wir das ja auch nicht wissen. Sie wurde mit 5 Jahren eingeschult, anfangs ging es ihr auch richtig gut in der Schule. Aber die Auffälligkeiten kamen leider schon gegen Ende der 1. Klasse. Langeweile bis hin zur totalen Schulverweigerung in der ersten Hälfte der Klasse 2 - da habe ich dann doch einen Experten zu Rate gezogen und den Test machen lassen. Wichtig hierbei ist, dass der Tester anerkannter Hochbegabtenspezi ist. Dann bekommt das Kind ein Gutachten, worin auf seine speziellen Begabungen sehr genau hingewiesen wird. Mit diesem Gutachten kann man dann weitersehen. Wir haben daraufhin sofort die Schule gewechselt, sogar mitten im Schuljahr und seitdem haben wir super Erfahrungen gemacht. Die Lehrer der neuen Grundschule sind alle auf das Thema Hochbegabung geschult, die Schule ist eine der wenigen, die in unserem Bundesland sowas abbildet. Meine Tochter nimmt auch an diversen Programmen teil, die individuell angeboten werden (z.B. in ihren starken Fächern sitzt sie in höheren Klassen, nimmt einen Tag in der Woche an einem außerschulischen Programm für hochbegabte Kinder teil etc.) Sie weiß (und wußte es schon lange), dass sie schlau ist und die Bestätigung durch den Test hat bei ihr nicht zu Hochmut geführt, sondern zu einer deutlichen Entspannung der Lage. Sie hat wieder ganz viel Spaß am Unterricht, hat in der neuen Schule endlich Freundinnen gefunden usw. Ich finde, in unserem Fall hat es sich ganz unbedingt gelohnt! Aber jedes Kind ist unterschiedlich, man kann sicherlich keine allgemein gültige Vorhersage geben.
In Deinem Fall würde ich aber wahrscheinlich auch testen lassen und mit dem Ergebnis dann in der Schule Gespräche führen über die Möglichkeiten einer gezielten Förderung. Wenn das nicht angeboten wird, müßt Ihr weiter überlegen - eventuell ist dann ein Schulwechsel angesagt. Aber das ist wahrscheinlich immer noch besser, als eine totale Schulverweigerung, die leider bei HB öfter mal vorkommen kann...
Gute Anregungen und Austausch mit anderen Betroffenen findest Du im Internet, z.B. (für Schleswig-Holstein!) www.hochbruecke.com oder direkt bei der DGhK (Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind - einfach mal in eine Internetsuchmaschine eingeben, dann bekommst Du vermutlich auch links zu Institutionen bei Dir in der Nähe)

Viel Erfolg und alles Gute für Euch!!!
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Verfasst am: 18.07.2013 [11:45]
supidupi
Fleißiger Helfer
Dabei seit: 30.04.2010
Beiträge: 15
Der Test kostet nichts außer etwas Zeit. Die Frage ist, was tust du, wenn er hochbegabt ist? Überspringen lassen? Mein Sohn wurde als fast hochbegabt eingestuft.Er ist auch lernfaul, macht im Unterricht schlecht mit, die Noten gehen auch immer weiter runter. Die Lehrerinnen meinen aber, er könne ja nicht hochbegabt sein, sonst wären seine schriftlichen Noten besser (er schreibt Einsen, Zweien und Dreien). Ich glaube eher, dass bei euch als auch bei uns, die Schule, bzw. die Lehrer nichts taugen. Ist er denn in allen Fächern so lernfaul? Oder kann er sich doch für irgendein Fach begeistern? LG
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Verfasst am: 19.07.2013 [09:25]
Angelika123
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 25.01.2013
Beiträge: 3
Vielen Dank schon mal für eure Antworten.
Wir sind nun einen ganzen Schritt weiter. Zumindest kann ich mittlerweile mit diesem kleinen "Tyrann" umgehen.
Anfang des Jahers hatte ich einen Termin bei einer Schulpsychologin und auch diese meinte, dass es bei meiner Beschreibung Sinn macht mein Kind auf Hochbegabung zu testen. Allerdings hatte ich mir zu diesem Zeitpunkt schon ein eigenes Ziel gesetzt, denn unabhängig vom Ergebnis war, dass er so ist wie er ist und diese Tatsache sich durch Hochbegabung nicht ändert. Nun gut, er wurde getestet und das Ergebnis war, dass er zwar sehr intelligent ist, aber nicht hochbegabt. Mein Resultat hieraus war, dass es wichtig ist, dass man sich um Probleme kümmert, denn obwohl eigentlich nun wenig Hilfe von außen kommt, bin ich viel weiter gekommen. Natürlich ist mein Ziel nach wie vor mein Kind aus der Reserve zu locken, aber wenn er nicht will, kann ich machen was ich will. Und auch bei uns spielen die Lehrer eine große Rolle, da sein Klassenlehrer, der Mathelehrer ist (in diesem Bereich ist er kurz vor der Hochbegabung), absolut kein Mathe erklären kann. Aber gerade mit so Leuten muss man im Leben klar kommen. Man begegnet nicht nur Personen, die einem in den Kram passen. Und das ist mein Hauptziel: Meinem Kind klar zu machen, dass man sich im Leben auch mal anpassen muss. Langsam kapiert er auch, dass ihm seine Intelligenz alleine nichts nutzt, nur mit der Umsetzung hat er noch Probleme. Für das neue Schuljahr wünsche ich mir, dass mein Kind endlich Hausaufgaben macht und in der Schule wieder mitmacht, das wäre ein guter Schritt in die richtige Richtung. Ob das gelingt, werden wir allerdings erst noch sehen. Es macht einen traurig, wenn man sehen muss, wie ein Kind sein Potential verschwendet. Mein Kind kommt nun in die 7. Klasse, hier werden wieder komplett neue Lehrer eingesetzt. Vielleicht können diese ihn besser motivieren. Und wenn nicht, ich bin ja auch noch da.

@supidupi, ich kann auch nicht verstehen, dass sich die Lehrer mit diesem Thema nicht beschäftigen wollen, denn mit Aussagen wie: "Hochbegabung bei den Noten kann nicht sein" müsste man doch eigentlich vorsichtig sein. Ich habe den Eindruck, dass viele Lehrer noch die Vorstellung haben, bei Hochbegabung darf man nur Einser haben.
Zur Frage, ob er sich für ein Fach begeistern kann:er kann sich immer nur kurz für ein Fach begeistern. Ich hoffe, dass er nächstes Jahr einen Mathelehrer bekommt, der ihn ein bischen besser motivieren kann, dann wäre das Fach schon mal einfacher, denn wie gesagt, Mathe ist eigentlich sein Ding. Wenn ich mit dem Großen, der 3 Jahre über ihm ist, Mathe durchgehe bekommt er riesige Ohren und möchte alles erklärt bekommen.

LG Angelika
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