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Mobbing - wie damit umgehen?

Autor Nachricht
Verfasst am: 11.06.2009 [20:29]
herbstchen
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 27.05.2008
Beiträge: 1
Hallo,

gestern ist meinem Sohn (8 Jahre) das peinlichste passiert, was überhaupt passieren kann: Er wurde durch seinen Bruder (7 Jahre) vor anderen Kindern (im Kinderhort beim Mittagessen) blosgestellt. Sein Bruder war auf ihn sauer, und hat daß deshalb gesagt a la "jetzt zeig ich´s Dir"
Er sagte lautstark: "Wisst ihr eigentlich, das mein Bruder jede Nacht ins Bett macht?" (Dies entspricht übrigens der Wahrheit und wir sind in urologischer und kinderpsychologischer Behandlung)
Daraufhin wollte Christopher sich noch rechtfertigen, aber dann fingen alle Kinder das Lachen an, und er flüchtete in die Toilette - ca. 3 Kinder folgten ihm, und lachten weiter und beschimpfen ihn als Baby. Außerdem ist ein Junge darunter, der ihn schon länger mobbt, und er darunter leidet (er ist auch in seiner Klasse!). Dieser Junge heizte natürlich noch mehr die anderen Kinder an, weil es ein gefundenes Fressen für ihn war.

Eine Erzieherin hat versucht den Schaden so gering wie möglich zu halten, und hat mit den Kindern gesprochen, einschließlich Verursacher.

Christopher möchte jetzt natürlich nicht mehr in den Hort, ganz zu schweigen in die Schule, weil er Angst, das dies die Runde in der Schule macht. Und ich persönlich gehe auch davon aus, das dies geschehen wird.

Er schämt sich ohnehin schon, das er nachts noch einnässt, aber dies wird ja schon behandelt und der Erfolg stellt sich auch langsam aber sicher ein.

Wie kann ich meinen Sohn jetzt stärken? Wie kann ich ihm Mut zusprechen? Und vorallem wie soll er sich dann Verhalten, wenn wieder Kinder lachen oder mobben?
Soll ich mit den Eltern der 2 - 3 Jungs sprechen (sie sind alle in Christophers Klasse), die ihn auf die Toilette gefolgt sind, und "eingeheizt" haben? Soll ich am Montag gleich mit dem Klassenlehrer sprechen, was vorgefallen ist, damit er Bescheid weiss - im Falle eines Falles? Soll ich erstmal abwarten?

Er ist sehr verzweifelt und hat grosse Angst in die Schule zu gehen. Er sagt, das war sein schlimmster Tag im Leben.

Auch ich bin sehr verzweifelt...

liebe Grüsse
herbstchen

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 11.06.2009 um 20:30.]
Antworten Profil
Verfasst am: 11.06.2009 [23:11]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1610
Liebe herbstchen,
das tut mir Leid für Ihren Sohn Christopher, denn was da passiert ist, ist für einen 8-Jährigen ja wirklich ein Super-GAU. Sie sollten Christopher auf alle Fälle jetzt öfter in den Arm nehmen und ihm sagen, dass Sie ihn sehr liebhaben, denn er fühlt sich nun natürlich erst recht "minderwertig". Erklären Sie ihm, dass fast jeder Mensch irgendwelche "Leichen im Keller" hat. Der eine hat panische Angst vor Spinnen, der andere hat Schwierigkeiten mit dem Lesen oder Rechnen, andere sind im Sport totale "Nieten" oder furchtbar ungeschickt und wieder andere - so wie er - sind eben nachts noch nicht trocken und das ist überhaupt kein Zeichen dafür, dass man ein "Versager" oder "dumm" wäre!

Und das ist außerdem viel häufiger als man denkt. Da spricht bloß keiner drüber! In der Tat ist es die häufigst anzutreffende Störung im Kindesalter. Nachts nässen 25 Prozent der Vierjährigen, 10 Prozent der Siebenjährigen und auch noch 1 bis 2 Prozent der Jugendlichen ein. Selbst 1 Prozent Erwachsene sind betroffen. Es würde mich überhaupt nicht wundern, wenn es in der Klasse Ihres Sohnes noch ein bis zwei weitere Kinder gäbe (statistisch jedes 10. bis 15. Kind!), die auch nachts noch nicht trocken sind. Vielleicht hilft Ihnen diese Seite hier weiter: www.initiative-trockene-nacht.de/bettnaessen/statistiken.html Auch manche berühmten Persönlichkeiten wie etwa Churchill haben länger gebraucht, bis sie nachts trocken waren.

Sie sollten den jüngeren Sohn, der seinen Bruder so böse bloßgestellt hat, auf alle Fälle zur Rede stellen und ihm auch ein Wiedergutmachung auferlegen, die dem großen Bruder zugute kommt und für den jüngeren ein wirkliches Opfer darstellt. So können Sie Christopher zeigen, dass Sie es absolut nicht billigen, was der Bruder getan hat, dass Sie hinter Christopher stehen und dadurch auch versuchen, neue Vorfälle in diese Richtung zu verhindern.

Wenn Christopher jetzt für ein paar Tage nicht in den Hort gehen möchte, kann ich das gut verstehen. Wenn es Ihnen möglich ist, können Sie ihn ja vorübergehend zu Hause lassen. In die Schule muss er jedoch in jedem Fall.

Ich würde mit dem Klassenlehrer sprechen, aber vorher Christopher fragen, ob es ihm recht ist! Erklären Sie Ihrem Sohn, dass der Lehrer besser hinter ihm stehen und bessser eingreifen kann, wenn er informiert ist, was los war.

Auch mit den Eltern der Jungen würde ich nur sprechen, wenn Christopher einverstanden ist. Ansonsten hat er möglicherweise das Gefühl, dass Sie das Problem noch weiter publik machen.

Trainieren Sie mit Christopher einen coolen Spruch, den er immer dann entgegnen kann, wenn die anderen ihn mit dem Einnässen aufziehen. Dabei könnte Ihnen dieses Buch helfen: "Schlagfertig auf dem Schulhof! Wie man Großmäulern clever Paroli bietet" von Matthias Pöhm (MVG 2008; 177 Seiten; 12,90 Euro).

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz



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