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Pfötchengriff abgewöhnen oder nicht?

Autor Nachricht
Verfasst am: 18.06.2008 [17:15]
Zaubermaus
Junior
Themenersteller
Dabei seit: 18.06.2008
Beiträge: 7
Hallo,

bin auf der Suche nach Informationen zum Pfötchengriff beim Schreiben und Malen. Soweit ich weiß, ist dieser Griff bei malenden Kleinkindern normal. Meine Tochter (10 Jahre) hält den normalen Schreibstift nach wie vor im „Pfötchengriff“ (Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger umfassen den Stift und dieser liegt dann auf dem Ringfinger auf). Nun kommt unsere zweite Tochter in die Schule, und ich stelle fest, die Stifthaltung ist dieselbe und es scheint schwierig, sie ihr abzugewöhnen. Jetzt bin ich unsicher, einerseits hat die große bisher keine Probleme. Die kleine ist aber jetzt schon eine kleine Bummel-Liese Hat Sie dadurch evt. Nachteile in der Schule? Welche Schreibgeräte sind für diese Stifthaltung sinnvoll? Kennt jemand welche? Für ein paar Tipps wäre ich dankbar.
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Verfasst am: 19.06.2008 [10:49]
UtaReimannHöhn
Profi
Dabei seit: 18.04.2008
Beiträge: 43
Liebe Zaubermaus,

der Pfötchengriff taucht in der Regel bei Vorschulkindern auf – als eine Stufe in der Entwicklung der Schreibhaltung. Hat er sich jedoch eingeschliffen, ist es schwer, ihn wieder abzugewöhnen. Die Folge dieser ungewöhnlichen Stifthaltung können Verkrampfungen sein, eine langsamere „Schreibe“ und möglicherweise (aber nicht immer) ein schlecht zu lesendes Schriftbild. Verkrampfungen im Handgelenk und Schulterbereich können in Verbindung mit Entspannungsübungen durch großflächige Schwungübungen mit Musik gelockert werden. Bei Kindern kann die Ergotherapie helfen. Wichtig ist, dass die Stifthaltung entkrampft wird.

Viel Erfolg,

Ihre

Uta Reimann-Höhn



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Verfasst am: 20.06.2008 [10:37]
Maerlin
Newbie
Dabei seit: 20.06.2008
Beiträge: 2
Hallo Zaubermaus,

Beim Lesen Deines Artikels habe ich gelernt, dass meine Schreibhaltung "Pfötchengriff" heißt! Zu Deiner Beruhigung (falls es sich bei Deiner Tochter nicht mehr einrenken lässt): Ich schreibe jetzt schon über 40 Jahre damit und ich habe damit bislang keine Einbußen an Lebensqualität erleiden müssen.

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 20.06.2008 um 10:40.]
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Verfasst am: 07.07.2008 [13:55]
Scheckerin
Alter Hase
Dabei seit: 07.07.2008
Beiträge: 24
Hallo!

Ich denke, dass Uta hier Recht hat. Es ist eher eine Verkrampfung, die auch emotionaler oder/und mentaler Natur ist. Das Kind leidet hier meist unter tieferen Spannungen, die sich durch diesen Pfötchengriff äußern.

Entspannst Du den Griff nach und nach, wird das Kind auch insgesamt entspannter!

Natürlich kann man sich an diese Schreibweise auch gewöhnen, so wie ich sehr schnell mit nur 3- bis 4 Fingern auf der Tastatur tippen kann. Ich muss dann nur diese wenige Finger kontrollieren und kann dann meinen schnellen Gedankenfluss schneller aufs Papier bringen.

Beim Pfötchengriff handelt es sich aber nicht um eine Vereinfachung, sondern um eine Verkrampfung.

Ich habe meinem Tagespflegekind dies ganz schnell abgewöhnt, indem ich seine Hand mit der richtigen Stifthaltung in meine Hand gelegt habe, dann sollte er ein paar mal tief ein- und ausatmen, um sich zu entspannen. Dann sagt man auch, er/sie solle ganz locker sein und die Hand vom Kind kann man immer wieder mal leicht locker schütteln, bis das Kind die Führung meiner Hand annimmt und dann lernt das Kind ein ganz neues Schreib- und Malgefühl!

Es geht ja plötzlich auch leicht und locker! Was für einen Erfahrung! Nun hat das Kind viel mehr Spaß am Schreiben und Malen, weil es nun gelernt hat, dabei zu entspannen! Malen und schreiben kann etwas entspanntes sein! Super!

Ich denke es kann für jeden Pfötchenhalter in egal welchem Alter gut sein, sich die normale, entspanntere Haltung anzugewöhnen oder zumindestens ab und zu auszuführen. Das regt auch das Gehirn an und lässt einen flexibler werden.

Hier: Das Kind wird sich mehr auf die Sache konzentrieren, anstatt sich darauf zu konzentieren, dass auch der Stift fest in der Hand liegt. Folglich wird das Kind lockerer und fröhlicher!

Soviel zu meiner Sicht dieser Sache. Ob dies auch für Dein Kind zutrifft, musst Du selber beobachten.

In jedem Fall sollte eine Umgewöhnung nur gemacht werden, wenn das Kind offen dafür ist, denn eine Zwangsumgewöhnung ist hier eher wieder nicht förderlich, sondern hinderlich. Und das Kind meint ja, es hällt den Stift so richtig und weiß aber erst, wieviel leichter es ist, mit der normalen Schreib- und Malhaltung, wenn Du es ihm zeigst! Sag also nicht, seine Haltung sei falsch, sondern die andere sei einfach nur besser und leichter!

Wichtig ist hier das Feingefühl, die Geduld von Deiner Seite aus, das Kind niemals deswegen rügen, wenn es in die alte Form zurückfällt, sondern liebevoll erinnern, den Stift wieder anders zu halten (sehr oft zeigen, bis es von alleine klappt!).

Euch alles Gute!

Scheckerin (Nickname)

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Verfasst am: 08.02.2009 [11:10]
Lehrerin
Newbie
Dabei seit: 08.02.2009
Beiträge: 1
Ich habe gerade mit Interesse die Beitraege zum Pfoetchengriff gelesen.
Ich meine, der Pfoetchengriff hat schon seine Berechtigung unabhaengig vom Alter. Er wird benutzt, wenn leicht brechbare Medien zum Schreiben und Zeichnen benutzt werden, z.B. Tafelkreide, Pflasterkreide, Crayons (Wachskreiden), etc. Mit dem Bleistiftgriff gehalten, zerbrechen sie leicht - dann hat man eine Schachtel voller Kreidestuempfe, die man nicht mehr anpacken kann.
Kinder sollten lernen, den richtigen Griff fuer das richtige Medium zu verwenden.
Der Pfoetchengriff stellt keine Verkrampfung dar. Wir ueben ihn auch mit unseren behinderten Kindern. Wenn sie ihn nicht lernen koennen, geben wir ihnen spezielle Crayons, z.B. die Wachs"birnen".
Bleistifte und "harte" Medien werden mit dem Bleistiftgriff gehalten.
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