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Probleme mit dem Lehrer

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Verfasst am: 28.08.2008 [10:07]
cubis
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 01.07.2008
Beiträge: 4
Hallo,

unser Sohn besucht die 2. Klasse der Grundschule. Es hat von Anfang an Probleme gegeben und meiner Meinung nach liegen die hauptsächlich am Lehrer.

Dieser hat nach einer 4. Klasse wieder ein 1. Schuljahr übernommen und wird diese Klasse auch bis zur 4. Klasse begleiten. Zur Unterstützung hat er noch bis Jan. 09 eine Referendarin.

Eines Tages rief uns der Lehrer an und sagte, dass Tobias sehr unruhig sei, er immer dazwischen reden würde und die Klasse stören würde.

Da er leichte feinmotorische Schwierigkeiten hat, kam er in den Förderunterricht, welcher von einer externen Lehrerin, für 2 Std./Woche gegeben wurde.

Zu dieser Lehrerin hat er angebl. gesagt „Ich mache Kaka“ und „Männer und Frauen machen Sex“. Er war bei dieser Lehrerin sehr anhänglich und hatte lt. dem Klassenlehrer ein distanzloses Verhalten zu dieser Lehrerin. Daraufhin wurde er aus diesem Förderunterricht genommen und bekam von nun an den Förderunterricht von seinem Klassenlehrer.

Nach einiger Zeit wurde es immer schlimmer und der Lehrer rief bald bei jeder Kleinigkeit an.

Kurz danach kamen die Strafarbeiten. Wenn „Redeverbot“ war und unser Sohn hatte was gesagt, 5-10 Reihen Buchstaben schreiben. Um es unserem Sohn dann abwechselungsreicher zu machen, (ich denke Strafarbeiten sind ja auch zum Lernen da) musste er von mir aus alle Buchstaben in einer Reihe schreiben, die er bis dahin konnte. Das war natürlich falsch und er musste die Reihen noch mal schreiben (Meiner Meinung nach reine Schikane). Nach den Weihnachtsferien, Ende Januar/Anfang Februar, hat sich eine Dame von der Caritas eine Unterrichtsstunde angeguckt. (Der Lehrer hatte schon Angst dass alles gut läuft, weil unser Sohn im Januar sehr lieb war) Danach hatten wir ein Dreier-Gespräch (die Dame von der Caritas, der Lehrer und ich). Diese Dame meinte unser Sohn hätte einen sehr großen Bewegungsdrang, aber diesem könne man mit kleinen Botengängen entgegenwirken (z. B. Kreide für den Lehrer holen usw.) Außerdem könne man ihm mit einem Belohnungssystem einen Anreiz geben sich besser zu „benehmen“ und feste Regeln einführen. Auf dieses Belohnungssystem hat sich der Lehrer leider nicht eingelassen und von „Botengängen“ weiß ich auch nichts. Seine Antwort war: „Dann muss ich das für die ganze Klasse machen und nicht nur für ein Kind“.

Nach den Osterferien wurde es ganz schlimm und unser Sohn kam 1 Woche lang jeden Tag mit Strafarbeiten nach Hause. Nach einer Woche rief dann mal wieder der Lehrer an und beschwerte sich. Nachdem ich ihm dann gesagt habe, das das mit der Strafarbeit nichts bringen würde (Buchstaben schreiben wäre keine Strafe für unseren Sohn, da bräuchte er sich ja nicht anstrengen), ob es nicht besser wäre er solle einen Text abschreiben, da müsse er ja überlegen und aufpassen, sagte der Lehrer: O-Ton „Dann muss ich das mit den Strafarbeiten wieder zurückfahren“.

Das Abschlusszeugnis von der ersten Klasse war dann auch nicht gerade berauschend. Ein Satz darin war sinngemäß: Er bemühte sich zu rechnen. Obwohl er das relativ gut kann (auch Kopfrechnen). Ich habe das Gefühl, dass er darin regelrecht über unseren Sohn abgelästert hat. Es war so gut wie nichts positives darin.

Jetzt ist er in der 2. Klasse und nach einer Woche Schule rief mich der Lehrer an und sagte, dass unser Sohn zu langsam arbeitet. (4 Mathe-Aufgaben in 20 Min.)

Ich habe ihm wieder vorgeschlagen, ein Belohnungssystem als Anreiz einzuführen. Dieses hat er jedoch mit der Begründung abgelehnt, dass er ja schon einen „Lesepass“ eingeführt habe.

Doch jetzt kommt der Hammer. Im Förderunterricht hat unser Sohn bei der Referendarin dann ganze 31 Aufgaben gerechnet, wobei dabei noch 8 Minus-Aufgaben waren (die fallen unserem Sohn etwas schwerer).

Außerdem wollte er unseren Sohn aus dem Schreibschriftprogramm rausnehmen, weil er unsauber schreiben würde. Welches er auch schon mit dem Direktor und noch einer Lehrerin besprochen habe.

Nur kann man von einem Kind, welches Ergotherapie wegen der Feinmotorik bekommt, verlangen, dass es ein sauberes Schriftbild hat? Dazu kommt noch, dass unser Sohn die Schreibschrift sehr gerne macht und auch sonst für alles Schöne und Ordentliche zu haben ist.

Wie kann das denn sein? Hat vielleicht der Lehrer was damit zu tun?

Mittlerweile ist es nämlich so, dass unser Sohn jedes Mal, wenn er den Namen des Lehrers hört sagt, „Immer Herr …, ich kann den Namen nicht mehr hören. Ich hasse das. usw.“

Langsam habe ich das Gefühl, dass der Lehrer unseren Sohn auf dem Kieker hat.

Es ist noch einiges mehr vorgefallen u. a. behauptet er unser Sohn habe ADS (unsere große Tochter hat es, die ging auf die gleiche GS). ADS hat er aber nicht, ich habe es testen lassen, noch bevor er in die Schule kam. Nachdem ich dem Lehrer den Arztbericht nicht gegeben habe (was ich auch nicht muss), sagte dieser, ich würde ihn anlügen und ihm nicht alles erzählen.

Wie oft habe ich dem Lehrer schon gesagt, dass unser Sohn feste Regeln haben muss. Zu Hause läuft es, wieso in der Schule nicht?

Seit der ersten Klasse sitzt unser Sohn am Einzeltisch. Das will er jetzt natürlich nicht mehr, er sagt, dass die anderen Kinder ihn beim z. B. Fußball nicht drannehmen würden, obwohl da noch Kinder wären die schlechter Fußball spielen können. Er hat schon geweint deswegen.

Ich weiß mir langsam nicht mehr zu helfen. Wir werden jetzt nächsten Monat noch einen Lern- und Leistungstest machen und in 2 Monaten noch mal einen ADS-Test.

Es kann doch nicht alles nur am Kind liegen?

Wer kann mir Ratschläge geben?

Ich bin dankbar für jeden Ratschlag.

Vielen Dank.

Cubis

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Verfasst am: 28.08.2008 [13:52]
Robin
Newbie
Dabei seit: 28.08.2008
Beiträge: 1
Hallo Cubis,

hier die Geschichte eines Jungen dem es ähnlich ergangen ist:

http://www.emgs.de/forum-emgs/viewtopic.php?t=734

vielleicht solltest du deinen Beitrag auch in dem Forum der Elterninitiative gegen Mobbing und Gewalt an Schulen veröffentlichen.

VG Robin
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Verfasst am: 28.08.2008 [16:12]
AnnetteHoll
Quelle der Weisheit
Dabei seit: 26.06.2008
Beiträge: 52
Sehr geehrte Cubie!

Es ist wirklich erschreckend wie das erste Schuljahr im Leben Ihres Sohnes verlaufen ist. Die Summe der Strafmaßnahmen, die Sie aufzählen, lässt mir wirklich die Haare zu Berge stehen.

Ihre Situation scheint mir schon ziemlich verfahren zu sein und inzwischen Auswirkungen auf die Motivation und somit das Lern- und Leistungsverhalten Ihres Sohnes zu haben. Es sollte schleunigst etwas geschehen, damit er nicht völlig die Lust auf Schule verliert. Denn das hätte gravierende Folgen für sein gesamtes weiters Leben.

Allerdings bin ich etwas ratlos, was ich Ihnen in Ihrer derzeitigen Lage raten soll. Denn wie Sie beschreiben, verliefen sämtliche Gespräche zwischen Ihnen und dem Klassenlehrer von Tobias wenig ergiebig. Sicherlich muss es immer der erste Weg sein, mit dem Lehrer direkt zu sprechen. Leider führte dies in Ihrem Fall auf beiden Seiten zu keiner befriedigenden Lösung. Vielleicht sollten Sie sich mit Ihrem Anliegen einmal direkt an die Schulleitung wenden. Versuchen Sie dies möglichst neutral und schildern Sie zunächst Ihre Situation, ohne den Lehrer gleich mit Vorwürfen zu "belasten". Oder kennen Sie aus der Grundschulzeit Ihrer Tochter noch eine Lehrerin/einen Lehrer an der Schule, zu der/dem Sie Vertrauen haben? Vielleicht könnten Sie mit dieser Person Kontakt aufnehmen.

Haben Sie schon Gespräche mit anderen Eltern aus der Klasse geführt? Erzählen diese von ähnlichen Vorfällen in der Schule? Vielleicht könnten Sie gemeinsam beim nächsten Elternstammtisch (sofern es dies in dieser Klasse gibt) einmal über diese Themen sprechen und sich gemeinsam überlegen welche Vorgehensweisen möglich wären.

Ich finde es toll, dass Sie von sich aus Tests durchführen lassen und Ihrem Sohn eine Ergotherapie aufgrund seiner feinmotorischen Fähigkeiten machen lassen. Allerdings denke ich - genauso wie Sie auch - dass nicht alle "Fehler" bei Ihrem Sohn liegen. Sie selbst haben ja auch schon Ideen wie das Verhalten Ihres Sohnes positiv verändert werden könnte (durch das Belohnungssystem, das ich übrigens auch für sehr sinnvoll halte und in meinen Klassen mit solchen Systemen bislang immer gute Erfahrungen gemacht habe). Aber wenn die Mechanismen in der Schule und zu Hause unterschiedlich sind, ist es für Tobias schwierig, sich zu orientieren.

Ich halte es für sinnvoll, dass Sie sich an eine Schulpsychologische Beratungsstelle wenden, sofern es in Ihrem Schulamtsbezirk so etwas geben sollte.

Als letzten Ausweg sehe ich nur noch einen Schulwechsel.

Mit freundlichem Gruß,

Ihre Annette Faiss

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Verfasst am: 29.08.2008 [09:15]
cubis
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 01.07.2008
Beiträge: 4
Liebe Frau Faiss,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Ich bin in ständigem Kontakt mit der Dame von der Caritas (Erziehungsberatungsstelle). Dort machen wir am Dienstag einen Test bezüglich des Lern- und Leistungsverhaltens unseres Sohnes. Wenn dieser Test ausgewertet ist, wollen wir beide uns mit dem Klassenlehrer zusammensetzen und noch mal über die Situation unseres Sohnes sprechen.

Soweit ich weiß ist unser Sohn nicht das einzige Kind, welches Probleme mit dem Klassenlehrer hat. Insgesamt 4 Kinder aus dieser Klasse wechseln zurück in die 1. Klasse. 2 Kinder sind schon dort, auf Initiative der Eltern direkt nach den Sommerferien und 2 Kinder sollen nach den Herbstferien wechseln. Ein weiteres Kind welches Schwierigkeiten mit dem KL hat, bleibt in der Klasse. Dort war die Mutter soweit, dass sie Gespräche mit dem KL nur noch über den Direktor führt. Diesen Jungen scheint er jedoch weiter auf dem Kieker zu haben. Ein Beispiel: Letzte Woche beim Schwimmen haben 2 Kinder einen „Köpper“ gemacht, der besagte Junge musste sich umziehen und das andere Kind durfte im Wasser bleiben.

Außerdem findet kein Sportunterricht statt, wenn die Klasse zu laut ist. M.E. ist das Blödsinn, wenn Kinder laut sind, müssen sie sich austoben um wieder ruhiger zu werden, der Lehrer bestraft sich m. E. selber. Teilweise dürfen mein Sohn und, so wie ich weiß, dieser Junge nicht in die Pause, wenn sie noch etwas nachzuarbeiten haben oder auch Mist gemacht haben.

Gestern bekam ich ein Aufgabenblatt unseres Sohnes mit nach Hause, welches ich unterschreiben sollte. Er sollte dort Dinge aus einem Buch abschreiben, welche er gerne macht. Unser Sohn hat in 23 Min. 2 Wörter geschafft (er war aber in der Zwischenzeit auch auf Toilette). Ich frage mich jetzt, wie viele Wörter er wohl bei der Referendarin geschafft hätte. Den Zettel habe ich unterschrieben. Erst wollte ich noch einen Kommentar dabei schreiben, habe es aber „zum Wohle“ unseres Sohnes nicht gemacht.

Ein Gespräch mit dem Direktor bringt mit Sicherheit auch nicht viel. Er war der KL unserer Tochter. Diese wurde in der 4. Klasse von einigen Mädchen gemobbt. Wie ich von einer anderen Mutter dieser Klasse erfahren habe, hat dieser KL das mitbekommen, wusste aber nicht wie er sich verhalten soll.

Bezüglich des KL unseres Sohnes habe ich bei diesem KL, der gleichzeitig der Direktor ist, schon Vorarbeit geleistet. Beim Abschlussfrühstück habe ich ihn darauf hingewiesen, dass ich das Gefühl habe, dass der KL unseres Sohnes diesen auf dem Kieker habe. Vielleicht hatte der KL deshalb auch nicht den gewünschten Erfolg, als er unseren Sohn aus dem Schreibschriftprogramm rausnehmen wollte.

Wir haben selber schon einmal über einen Klassenwechsel nachgedacht. Dort bekäme er dann eine Lehrerin. Nur was bringt das? Ist die neue KL nicht schon voreingenommen?

Nun noch eine Frage. Kann die Schulpsychologische Beratungsstelle noch andere Sachen ausrichten, wie die Dame von der Caritas? Es kann doch nicht noch 3 Jahre so weiter gehen.

Mit freundlichen Grüßen

Cubis

P.S.: Im letzten Schuljahr meinte der KL, dass es noch kein Thema wäre, das unser Sohn die Klasse wiederholen müsse. Der will ihn ja nur loswerden.

Vielen Dank auch an Robin, ich werde mir die Seite mal anschauen.

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Verfasst am: 29.08.2008 [15:14]
AnnetteHoll
Quelle der Weisheit
Dabei seit: 26.06.2008
Beiträge: 52
Sehr geehrte Frau Cubis!

Die Situation scheint ja noch viel schlimmer zu sein als befürchtet! Mir fehlen wirklich die Worte, wenn ich solche Dinge lesen. Wie soll es den Kindern dieser Klasse möglich sein, angstfrei zu lernen, wenn unberechenbare Strafmaßnahmen folgen können? Auch meines Erachtens ist das Verbot des Sportunterrichts bei schlechtem Verhalten der Klasse eine wenig sinnvolles Mittel. Hier könnte es vielleicht helfen, wenn mehrere Eltern sich gezielt an den Lehrer wenden, um ihn darauf hinzuweisen wie wichtig die sportliche Betätigung für Grundschüler ist.

Das Nacharbeiten von nicht erledigten Aufgaben während der Pause habe ich auch schon praktiziert. So versuche ich zu verhindern, dass das zusätzliche Pensum für das häusliche Arbeiten nicht noch größer wird. Allerdings bin ich wieder davon abgekommen, weil auch langsamere Kinder (oder gerade diese) die Pause zur Erholung benötigen.

Wenn Sie in regelmäßigen Kontakt mit der Dame von der Caritas stehen, ist das Hinzuziehen einer Schlupsychologin wahrscheinlich wenig sinnvoll. Im Prinzip wäre mein Vorschlag auch in Richtung "Erziehungsberatungsstelle" gegangen, aber dort sind Sie ja schon aktiv.

Ich meinte nicht nur einen Klassen-, sondern einen Schulwechsel, um Ihrem Sohn einen neuen Start in einer komplett neuen Umgebung zu ermöglichen. Aber auch ein Klassenwechsel könnte schon positive Veränderungen bringen. Dabei wäre es wichtig, dass im Vorfeld so wenig wie möglich über die derzeitige Situation mit der neuen Klassenlehrerin zu sprechen, damit diese sich erst ein eigenes Bild von Ihrem Sohn machen kann. In den ersten Wochen können Sie dann das Gespräch mit ihr suchen.

Mit freundlichem Gruß,

Annette Faiss

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Verfasst am: 29.08.2008 [15:43]
cubis
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 01.07.2008
Beiträge: 4
Hallo, Frau Faiss,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Ich denke, dass das Problem bei einem Klassenwechsel der sein wird, dass die neue KL schon über die Probleme Bescheid weiß, da es nur eine kleine Grundschule mit insgesamt 7 Lehrern ist.

Ich werde jetzt erst einmal abwarten, was der Lern- und Leistungstest und das darauf folgende Dreier-Gespräch ergibt.

Nach einigen Recherchen habe ich eine Lösung für das Belohnungssystem für unseren Sohn in der Schule gefunden. Ich werde dem KL vorschlagen, dass er unserem Sohn in ein Heft Smileys o. ä. macht und die Belohnung für seine gute Leistung bekommt er von uns zu Hause.

Außerdem habe ich noch folgende Rückmeldung von einem Kind, welches jetzt in der 1. Klasse ist. O-Ton „Endlich schreit keiner mehr“

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Ich melde mich wieder, sobald ich ein Ergebnis bezgl. des Lern- und Leistungstests habe bzw. nach dem Gespräch mit dem Lehrer.

Bis bald

Cubis

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Verfasst am: 31.08.2008 [13:06]
Morina
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Dabei seit: 31.08.2008
Beiträge: 1
Hallo Frau Cubis,

vollkommen aufgewühlt habe ich gerade ihren Bericht gelesen, da wir uns mit unserem Sohn in genau dergleichen Situation befinden. Er ist ebenfalls gerade ins 2. Schuljahr gekommen und die Probleme fingen schon am 2. Schultag an!!!

Ich kann Ihnen leider keine wirklich guten Tipps geben, da wir selber in der Situation sind und nicht mehr wirklich weiter wissen.

Das einzige was ich ihnen raten kann ist keinen Klassenwechsel vorzunehmen. Wir haben nach Anraten unserer Direktorin unseren Sohn 2 Wochen nach den Herbstferien im 1.Schuljahr in die Parallelklasse versetzt. Er hatte zuerst einen Lehrer und nun eine Lehrerin. Die neue Lehrerin erklärte uns auch sie wolle sich ein eigenes Bild machen, um dem Kind einen Neustart zu ermöglichen und auch die Direktorin empfahl ihr dies. Doch noch am Tage des Wechsels, der für alle Beteiligten von heute auf morgen geschah, mischte der bisherige Klassenlehrer sich ganz dreist mit Negativ- Kommentaren über unseren Sohn in unser Gespräch ein. Unsere Schule hat ebenfalls nur 8 Lehrer und diese tauschen sich zwangsläufig aus. Außerdem unterrichtet der alte KL auch in der Parallelklasse und macht nun auch noch den Förderunterricht.

Wir hatten und haben zum Glück die Direktorin hinter uns stehen, aber leider die Erfahrung machen müssen, dass diese nicht wirklichen Einfluß auf ihre Lehrer nehmen kann/darf?!

Unser Sohn ist zum Außenseiter geworden und erhält keinerlei Unterstützung. Er gilt als Störenfried und weigert sich am Unterricht teilzunehmen. Das Ende vom Lied ist, dass ich mit ihm den kompletten Unterrichtsstoff zu Hause nacharbeiten muss. Man kann sich vielleicht vorstellen was das für unsere familiäre Situation bedeutet, nur noch Kampf, Stress und Streit.

Es wir gemobbt, soweit das es schon zu gravierenden körperlichen Verletzungen gekommen ist. Wir hatten sogar schon das Schulamt eingeschaltet, aber auch die konnten keinen wirklichen Einfluss nehmen. Es folgten wohl Gespräche mit der Direktorin und Lehrerin, aber geholfen hat es auch nicht. Sie geht halt jetzt den Weg des geringsten Widerstandes und überlässt unseren Sohn sich selbst. Zu Hause erbringt er sehr gute Leistungen und in der Schule null!

Wir versuchen seit ½ Jahr unseren Sohn auf eine andere Grundschule zu bekommen, aber es sind alle voll. Selbst die Schulamtsrätin kann hier nur fürsprechend eingreifen, was sie auch tun würde aber wo kein Platz ist kann auch sie nichts machen.

Ich kann Ihnen nur raten so schnell wie möglich einen Schulwechsel anzustreben. Ich wünsche Ihnen dabei ganz viel Glück.

Liebe Grüße Morina

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Verfasst am: 31.08.2008 [14:36]
cubis
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Themenersteller
Dabei seit: 01.07.2008
Beiträge: 4
Liebe Morina,

es ist schade, daß die Lehrer, obwohl sie es immer bestreiten, doch ihre Lieblinge in der Klasse haben.

Einen Schulwechsel sehen wir aber doch als allerletzte Möglichkeit, weil unser Sohn dann von allen anderen Kindern aus unserer Ortschaft getrennt würde. Ich habe immer noch die Hoffnung, daß ein weiteres Gespräch mit der Dame von der Erziehungsberatungsstelle, dem Lehrer und mir doch eine Besserung bringen wird. Ich habe mir auf jeden Fall vorgenommen, daß ich dem KL bei diesem Gespräch dann sagen werde, daß ich das Gefühl hätte, er hätte unseren Sohn auf dem Kieker. Er tut zwar immer so, als ob er nur das Beste für die Kinder möchte. Aber ob das stimmt?

Meiner Meinung nach möchte der KL nur perfekte Kinder. Aber wer ist denn schon perfekt? Perfekte Kinder gibt es nicht, das wäre ja schon unnormal.

Bei uns war es auch schon soweit, daß unser Sohn einfach "dicht" gemacht hat und die Arbeiten verweigert. Komischerweise passiert sowas nur bei KL und nicht bei der Referendarin.

Ich habe dem KL beim letzten und auch bei vorherigen Telefonaten schon gesagt, daß es bei uns zu Hause klappt und gefragt, wieso in der Schule nicht.

Ich bin nur froh, das ich mit der Erziehungsberatungsstelle in ständigem Kontakt stehe. Dort sind auch einige andere Eltern mit ihren Kindern, die auch bei besagtem KL Unterricht hatten. Ich glaube deren Bild von dem KL hat sich schon gewandelt.

Es ist zum vor die Wand laufen, da wünscht man sich für die Kinder eine schöne Schulzeit und dann geraten sie an solche Lehrer. banghead.gif

Irgendwie werden wir es schaffen.

Kopf hoch und viele Grüße

Cubis
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Verfasst am: 04.09.2008 [14:31]
Kiwi
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Dabei seit: 04.09.2008
Beiträge: 2
Hallo Cubis,

ich habe Ihren Bericht gelesen und erkenne unseren Sohn wieder. Auch er hatte in der 2. Klasse einen ähnlichen Leidensweg beschritten. Anfangs denkt man als Elternteil, es liegt am Lehrer.... und dass der Lehrer sich auf unser Kind "eingeshossen" hat, ganz ähnlich wie bei Ihnen.

Sie haben geschrieben, dass Sie ihnren Sohn schon auf ADHS haben testen lassen und er hätte es nicht. Viele Dinge die Sie beschreiben klingen aber auch für mich ADS typisch. Z.B. erwähnen Sie, dass er im regulären Unterricht wenig des geforderten Unterrichtspensums schafft, im Förderunterricht hingegen zügig und konzentriert arbeiten kann. Wie viele Kinder sind noch im Förderunterricht? Ich glaube nicht, dass es am Lehrer liegt, dass er im Förder mehr schafft, sondern an der Anzahl der Schüler und des vermutlich niedrigeren Lärmpegels.

Warum haben Sie die ärztlichen Untersuchungsergebnisse nicht dem Lehrer gezeigt? Wenn man mit den Lehren zusammen arbeiten möchte um seinem Kind die bestmöglichen Vorraussetzungen zum Lernen zu schaffen, dann ist kooperation und Transparenz gefragt - von beiden Seiten.

Man darf nie vergessen, dass die Lehrer nur helfen wollen. Es ist schwer, das weiß ich aus eigener leidvoller Erfahrung. Am Anfang habe ich mich ganz ähnlich verhalten wie Sie jetzt. Man wehrt sich als Elternteil gegen viele Statements der Lehrer, weil man es einfach nicht wahrhaben möchte. Ich habe dazu gelernt... auch wenn es einen bitteren Beigeschmack hatte. Ganz ehrlich? und bitte nicht böse sein oder falsch verstehen... ich würd Ihren Sohn nochmals auf ADHS testen lassen und die Ergebnisse - egal wie sie ausfllen - den lehrern unaufgefordert (!!!)vorlegen.

Noch was anderes : ich finde es unzumutbar den Schülern die Pause zu verweigern und sie "Nachsitzen zu lassen. Die Pause dient der Erholung und sollte nicht gestrichen werden. Das wäre für mich ein Grund einen riesen Zoff in der Schule zu verantstalten. Nachsitzen ist okay, wenn es gerechtfertigt ist. Aber dann bitte schön NACH dem regulären Unterricht.

LG

Kiwi

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Verfasst am: 09.09.2008 [20:15]
zorro-bollo
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Dabei seit: 09.09.2008
Beiträge: 1
Wir haben so Ähnliches auch erlebt. Allerdings ist bei unserem Sohn eine Lernbehinderung bekannt. Er kam in der 1. Klasse mit 24 Schülern überhaupt nicht zurecht, ging über Tisch und Bänke und was er gelernt hat, hat er von mir zuhause gelernt, in der Schule ging gar nichts. Zu Weihnachten haben wir eine Schulwechsel vorgenommen. 14 Kinder, eine engagierte Lehrerin und endlich keine nervenden Anrufe aus der Schule mehr. Wir hatten schlaflose Nächte, was wir unserem Sohn schon in der 1. Klasse antun, aber er ist in die neue Schule marschiert als sei es schon immer seine gewesen. Manchmal ist es besser man macht einen schnellen Schnitt, wenn es schlecht läuft. Es reicht schon ein Kind, das merkt, dass man Ihr Kind zu allem anstacheln kann und schon läuft gar nichts mehr. Ich kann nur zu einem schnellen Schulwechsel raten, am Besten eine Privatschule, wo engagierter gearbeitet wird und die Klassengrößen deutlich kleiner sind.
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