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Punkteschema einer Klassenarbeit manipuliert

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Verfasst am: 27.06.2009 [10:20]
kajobiene
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 26.06.2009
Beiträge: 3
Hallo zusammmen,

ich stehe vor einer Entscheidung, was zu tun ist und hätte gerne ein paar Meinungen. Die letzte Deutscharbeit einer Klasse 5 Gymnasium ist wie die beiden vorhergehenden mit einem Schnitt deutlich schlechter als 3 abgeschlossen worden. Diese hier mit 3,4.

Bei der Durchsicht der Arbeit meines Kindes fiel mir zunächst auf, dass ich die Punkte den 3 Aufgaben nicht zuordnen konnte. Zudem fand ich für die dritte Aufgabe gar keine Punkte. Da die Arbeit bei meinem Kind schlecht ausfiel (5+) habe ich sofort um kurzfristigen Termin gebeten. Schließlich kann in der Hektik ja auch mal der ein oder andere Punkt vergessen werden. icon_razz.gif Gespräch hat noch nicht stattgefunden. Tatsächlich hat sich auch nach 2 Tagen noch keiner bei mir gemeldet.

Da die Arbeit eine Standardarbeit ist, hatte ich Gelegenheit bei einer Deutschlehrerin, die nicht auf der Schule ist, die Vorlage einzusehen. Dort waren für 1 und 2 Punkte vorgesehen (daran hat sie sich exakt gehalten). Der Teil 3 war von den Kindern frei zu schreiben. Hier waren in der Standardvorlage keine Punkte vorgesehen. Das sollten Lehrer frei entscheiden können, wie hoch der Anteil der Punkte an der Gesamtwertung haben soll.

Zusätzlich habe ich noch eine Vergleichsarbeit aus der Klasse einsehen können, um sicher in der Beurteilung zu sein. Die Lehrerin hat durchgehend keine Punkte für den Teil 3 vergeben, bezieht sich aber in den mir zwei vorliegenden schriftlichen Beurteilungen auf Minderleistung in der Aufgabe 3.

Weiß jemand, ob ein Lehrer im Nachgang entscheiden darf und kann, einen Teil einer Arbeit gar nicht in die Wertung hineinzunehmen? Es ist ein Zufall, dass meine Tochter die Aufgabe 3 sehr ausführlich und korrekt beantwortet hat. Hier fehlen ihr jetzt Punkte, die zwischen 20 und 30% Anteil an der Klassenarbeit gehabt haben müssen. Aber selbst bei nur 10% Anteil der Aufgabe 3 an Gesamt wird das Ergebnis aller Arbeiten verfälscht. Andere Kinder haben aus Zeitgründen die Aufgabe 3 gar nicht geschafft und stehen jetzt besser dar. Möglicherweise gibt es aber auch Kinder, die diese Aufgabe so wie meine vorgezogen haben, weil sie sie besonders gut/leicht fanden.

Persönlich bin ich der Meinung, dass hier alle betroffenen Eltern das Recht auf eine Info haben. Noch persönlicher denke ich, dass die Arbeit neu bewertet werden muß. Wer kennt hier geltendes Recht?

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 27.06.2009 um 10:37.]
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Verfasst am: 27.06.2009 [15:40]
AnnetteHoll
Quelle der Weisheit
Dabei seit: 26.06.2008
Beiträge: 52
Sehr geehrte Kajobiene,

es gibt leider nicht in allen Bundesländern verbindliche Regelungen zu Klassenarbeiten.

Offizielle Notenschlüssel und Bewertungsraster gibt es nur für zentrale Prüfungen (Vergleichsarbeiten, Abitur usw.). Für Klassenarbeiten oder Tests gibt es keine verbindlichen Notenskalen, sondern jeder Lehrer kann sich nach einer Notenskala seiner Wahl richten.

Allerdings halte ich das nachträgliche Nichtbewerten einer Aufgabe für eine unrechtmäßige Vorgehensweise, da das ja - wie in Ihrem Fall - für Kinder, die diese Aufgabe bewältigt haben, ungerecht ist.

Gibt es an Ihrerm Gymnasium die Regelung, dass Klassenarbeiten, die schlechter als 4,0 ausfallen, nachgeschrieben werden? Dann wollte der Lehrer das eventuell umgehen, indem er einen Teil der Arbeit nicht bewertet.

Ich würde Ihnen dringend raten, als Erstes das Gespräch mit dem Lehrer zu suchen. Es ist Ihr gutes Recht und seine Pflicht, ein Elterngespräch zu führen, wenn Sie dies einfordern.

Wenn es in diesem Gespräch zu keiner Lösung kommt, können Sie den Vertrauenslehrer kontaktieren und die Situation schildern.

Es ist sicherlich auch sinnvoll, die Elternvertreter der Klasse einzuschalten und sich weitere Elternmeinungen einzuholen. Vielleicht kann der gemeinsam vorgetragene Wunsch nach Neubewertung der Klassenarbeit den Lehrer umstimmen. Eventuell wäre es am besten, die Klassenarbeit erneut zu schreiben, damit es für alle Schüler fair ist.

Sollte das alles nichts nützen, können Sie in einem letzten Schritt selbstverständlich auch die Schulleitung einschalten und über diesen Vorfall berichten.

Ich wünsche Ihnen, dass eine einvernehmliche Lösung gefunden wird!

Mit freundlichem Gruß,
Annette Holl

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 27.06.2009 um 15:41.]

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Verfasst am: 27.06.2009 [15:57]
kajobiene
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 26.06.2009
Beiträge: 3
Vielen Dank für die Antwort!

Ich habe auch das Gefühl, dass hier der Schnitt angehoben wurde. Möglicherweise - ich hörte davon - haben viele Kinder die Aufgabe 3 nicht geschafft. Schließlich ist die Arbeit Anfang der Woche zurückgegeben worden und nächste Woche gibt es Zeugnisse. In den beiden ersten Arbeiten gab es keine 1 und nur ganz wenige 2er. Für diese Arbeit hatten die Kinder keine anderthalb Wochen Vorbereitungszeit.

Nachdem ich mir sicher war, dass für die Aufgabe 3 die Punkte in allen Arbeiten fehlten, habe ich die Klassenpflegschaftsvorsitzende informiert und die hat auch nochmal die Klassenlehrerin angerufen.

Die Klassenlehrerin hat der Klassepflegschaftsvorsitzenden mitgeteilt, dass die Arbeit meiner Tochter nochmals geprüft worden ist und dass wir ein Schreiben bekommen würden. Ein Gespräch könne aus Zeitgründen nicht mehr stattfinden! Schreiben habe ich (noch) nicht erhalten. Die Klassenpflegschaftsvorsitzende hat jetzt klar gestellt, dass dies ja nicht nur eine Arbeit, sondern alle Arbeiten beträfe.

Transparenz in der Note vor Hintergrund einer Vergleichbarkeit muß aber doch geschaffen werden, oder?
Und wenn sie eine Aufgabe aus der Punkteschematik herausnimmt, muß sie zumindest mit einer Note gewertet und verrechnet werden. Und darüber lassen die Arbeiten gar keinen Aufschluß zu.

Ich denke, ich werde am Montag über die Klassenpflegschaft die Aufschlüsselung der Wertung einfordern.

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Verfasst am: 28.06.2009 [11:39]
AnnetteHoll
Quelle der Weisheit
Dabei seit: 26.06.2008
Beiträge: 52
Sehr geehrte Kajobiene,

als Lehrerin kenne ich die Zeit vor dem Schuljahresende gut. Alles ist hektisch, viel muss noch erledigt werden, die Lehrer stehen unter Hochspannung. Vor diesem Hintergrund kann ich es verstehen, dass die Lehrerin kein Gespräch mehr mit Ihnen führt. Wobei es sicherlich netter gewesen wäre, von ihr direkt und nicht über die Elternvertererin informiert zu werden.

Bezüglich der Transparenz der Notenvergabe gebe ich Ihnen völlig Recht. Ich halte es auf jeden Fall für sinnvoll, wenn Sie die Elternvertreterin erneut kontaktieren. Auch wenn die Zeugnisnoten wahrscheinlich schon feststehen und an den Noten der Klassenarbeiten nichts mehr geändert wird, sollte hier doch noch Klarheit hergestellt werden.

Mit freundlichem Gruß,
Annette Holl

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Verfasst am: 28.06.2009 [17:06]
kajobiene
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 26.06.2009
Beiträge: 3
Danke nochmal!

Sicher ist es so, dass das erste Zeugnis noch nicht versetzungsrelevant ist und man darüber diskutieren könnte, in welchem Verhältnis jetzt stünde, die Arbeit komplett nicht werten zu können.

Hier haben aber eine ganze Reihe Kinder schlecht abgeschnitten. Für mich kommt erschwerend hinzu, dass die Klassenarbeiten bisher allein in der Komplexität der Formulierung von Fragen zu hoch angesetzt waren. Sicherlich höher als es die Vorbereitung zulassen konnte. Und auch höher als ich das Sprachverständnis von Kindern einer 5. Klasse einschätzen würde.

Jetzt wird bei einer Arbeit die Bemessungsgrundlage geändert, um den Schnitt nicht unter 4 sinken zu lassen. Das - finde ich - geht einfach zu weit.

Ich denke auch, dass die anderen Eltern zumindest zeitnah eine Information verdienen und dass man proforma auch die Schulleitung informieren sollte.

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