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Schulphobie (eigentlich Störung mit Trennungsangst)

Autor Nachricht
Verfasst am: 16.02.2012 [23:48]
dickerchen
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 16.02.2012
Beiträge: 1
Bei unserem knapp 8-jährigen Sohn wurde die Diagnose "Schulphobie" festgestellt!

Unter Schulphobie versteht man ein Vermeidungsverhalten ohne direkten Bezug zur Schulsituation. Zentrale Rolle spielt eine extreme Trennungsangst von der Bezugsperson und die damit verbundene Angst, dass der Bezugspersonn etwas zustoßen könnte. Obwohl er ein guter Schüler ist, hat er z.B. morgens täglich mehr oder weniger heftige Beschwerden (Bauchschmerzen, Übelkeit), sodass er meint, das Haus nicht verlassen zu können. Bliebe er jedoch bei seiner Bezugsperson, so wären die Beschwerden umgehend wieder vorbei.

Vom Psychologen wurde uns geraten:
- auf die Beschwerden am Morgen nicht näher einzugehen
- ihn dann zur Schule zu begleiten, und sobald er in der Klasse ist, die Schule sofort zu verlassen
- nach Unterrichtsende wird er gelobt, auch wenn er vor/in der Schule gejammert und/oder geweint hat
- nachmittags wird der nächste Schultag nicht zum Thema gemacht

Nun meine Frage: Wer hat Erfahrungen, Tipps oder Ratschläge zum Thema Schulphobie/Trennungsangst???

Vielen Dank im Vorhinein für diverse Antworten!!!!!!!!!!!!!!


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Verfasst am: 24.02.2012 [10:04]
happy.mummy
Newbie
Dabei seit: 13.12.2011
Beiträge: 4
Hallo Dickerchen!

Ich habe leider noch keine Erfahrung.. meine Kleine ist noch nicht in der Schule ^^. Allerdings habe ich erst gestern mit einer Freundin gesprochen, die erzählte, dass ihre Stieftochter immer sehr viel Angst hätte und in der Schule nie etwas sagen würde, auch nicht, wenn sie drangenommen wird vom Lehrer. Nun muss sie zum Psychologen. Da bin ich mal gespannt, ob es vielleicht auch in die Richtung Schulphobie geht. Habe das vorher noch nie gehört, aber ich denke eigentlich, dass es eine andere Ursache bei ihr hat. Na hoffentlich bekommen wir später mal nicht solche Probleme.. hmm..
Wünsche euch trotzdem alles Gute und dass ihr das irgendwie hinbekommt, vielleicht in Zusammenarbeit mit einem Psychologen. Irgendwoher muss die Angst ja rühren!
VG!
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Verfasst am: 01.03.2012 [22:00]
Engelbiest
Quelle der Weisheit
Dabei seit: 09.09.2008
Beiträge: 58
Hallo "dickerchen",
leider beschreibst du kaum etwas davon, was ihr vor dem Gang zum Psychologen schon versucht habt um eurem Sohn zu helfen. Trotzdem möchte ich ein paar grundsätzliche Dinge zum Bedenken geben:
Kinder lieben ihre Eltern und in den ersten Lebensjahren hängt ihr eigenes Leben von ihnen ab. Daher ist es völlig normal, dass es zu den größten Ängsten für ein Kind zählt es könnte seine Eltern/Bezugspersonen verlieren. Diese Angst ist genauso groß wie die der Eltern ihr Kind zu verlieren. Trotzdem lernen beide Seiten mit der Zeit einander loszulassen und den jeweils anderen auch Wege allein gehen zu lassen. Manchmal klappt das "abnabeln" auf einer der beiden Seiten allerdings nicht, es ist gestört. Das kann so viele verschiedene Gründe haben wie es Familien gibt und trotzdem weiß ich aus Erfahrung, dass manchmal ähnliche Gründe dafür vorliegen können. Also frage ich: Hat das Kind in seinem Leben eine Bindungsperson plötzlich verloren? Haben sich die Eltern getrennt? Gab es Erlebnisse im Leben des Kindes die als traumatisch zu bezeichnen sind?
Ich gehe davon aus, dass der Psychologe ähnliche Fragen bereits gestellt hat, aber trotzdem kann ich seinen Rat eher schlecht nachvollziehen, bzw. frage ich mich: Ist das alles? Gibt es noch Wege außerhalb der Schule die beschritten werden? Die Angst ist bestimmt nicht grundlos da, also muss man sie ernst nehmen. Was könnt ihr als Eltern/Erziehungspersonen/Bezugspersonen also tun um eurem Sohn mehr Sicherheit zu bieten? Was kann ihm helfen sich zu trennen ohne die Angst zu haben nach der Trennung die Person nicht unversehrt wiedersehen zu können? Woraus kann er das Vertrauen schöpfen, dass seine Bezugsperson noch da ist wenn er wieder kommt? Die Antwort liegt in den Antworten der Fragen denke ich... Aber auf jeden Fall kann es ihm helfen mehr Selbstvertrauen aufzubauen, manchmal kann dabei eine Therapie, vllt gemeinsam mit der Bezugsperson helfen, manchmal hilft eine Spieltherapie um dem eigentlichen Problem auf die Spur zu kommen, manchmal hilft es auch sich mehr Zeit für das Kind zu nehmen...

Liebe Grüße

Jana.
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Verfasst am: 07.03.2012 [07:36]
NickyT
Alter Hase
Dabei seit: 11.01.2010
Beiträge: 20
Hallo!
Hattet ihr im Familien- oder Bekanntenkreis einen Todesfall? Oder ein Haustier gestorben? Da könnte unverarbeitete Trauer dahinter stecken. Ich würde es mal mit therapeutischer Hypnose probieren. Falls du in der GEgend von Frankfurt/Main wohnst könnte ich dir jemanden empfehlen.
LG
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Verfasst am: 07.03.2012 [08:07]
lilo
Newbie
Dabei seit: 07.03.2012
Beiträge: 1
Hallo,
mein Neffe hat auch solch massiven Probleme. Er ist in der 1, Klasse und die Mutter muß noch mit auf dem Schulflur sitzen, da er sonst in Panik ausbricht und wegrennt. Sie sind in psychologischer Behandlung und haben einen Schulhelfer beantragt. Desweiteren laden sie Klassenkameraden nach HAuse ein, lassen ihn bei Freunden übernachten und unterstützen jegliche Situationen, wo er sich von seiner Mama trennen muss, Mittlerweile sind sie schon soweit, dass die Mama auch schon mal die Schule verlassen kann. Es ist ein sehr langwieriges Problem, was sich nicht von heut auf morgen lösen lässt. Da hilft viel Geduld, Unterstützung von außen und viel Lob für jede Situation, die er allein bewältigt. Ich drücke Euch die Daumen, dass ihr das hinbekommticon_razz.gif
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Verfasst am: 12.03.2012 [17:00]
SeemaMedia
Newbie
Dabei seit: 12.03.2012
Beiträge: 1
Hallo liebe Forums-Mitglieder,

mein Name ist Samira Eisele und ich arbeite für die TV-Produktionsfirma Seema Media in Köln. Ich recherchiere gerade zum Thema "Schulangst" und bin dabei unter anderem auf dieses Forum gestoßen.
Wir möchten gerne in einer Reportage das Thema "Schulangst" thematisieren und sowohl mit Betroffenen als auch mit Experten sprechen, die erklären können, was bei Schulangst passiert und was dagegen getan werden kann/ welche Möglichkeiten es für Kinder mit Schulangst gibt.

Im ersten Eintrag dieser Diskussion war zwar von Schulphobie die Rede (also einer Trennungsangst, die nicht unbedingt auf die Schule selbst zurückgeführt werden kann), aber vielleicht lesen hier ja auch Menschen mit, die Kinder mit Schulangst (soziale Ängste in Bezug auf die Schule, auch körperliche Auswirkungen) kennen oder haben.

Ich würde mich sehr freuen, wenn sich der Eine oder die Andere bei mir meldet und wir über eine Begleitung eines Kindes mit Schulangst sprechen können. Selbstverständlich in einem Rahmen, der für das Kind und die Eltern in Ordnung ist und mit der Möglichkeit, an Therapeuten und Experten zu diesem Thema heranzutreten.
Der Beitrag soll für das Mittagsmagazin "Punkt 12" auf RTL gedreht werden. Unser Anliegen ist eine seriöse Begleitung und Darstellung des Themas.

Ich freue mich auf Ihre Nachricht!

Samira Eisele
Seema Media

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Verfasst am: 29.03.2012 [15:37]
sunnynati
Junior
Dabei seit: 25.03.2012
Beiträge: 5
Eine Freundin von mir hatte auch ein solches Problem mit ihrem Kind, mit dem Unterschied (?), dass es dem Kleinen am Anfang eigentlich wirklich dort gefallen hat. Irgendwann wollte er aber Partout nicht mehr hin, er hat sich geweigert, mit Händen und Füßen gewehrt und hatte auch einmal ganz böse Bauchschmerzen. Naja, langes Gerede ´, kurzes Ende: Nach kurzer Zeit sind sie ebenfalls zum Psychologen gegangen, weil dieses "in die Schule schleifen" ja kein Dauerzustand sein konnte. Und nach kurzem Nachforschen kam heraus, dass er einfach unglaubliche Angst vor einem Mitschüler hatte, weil der anscheinend ein recht aggressives Auftreten hatte. Es gab dann einige Gespräche und Diskussionen, im Endeffekt ist es zur Erleichterung der Umstände dazu gekommen, dass der Kleine "einfach" in die Nebenklasse gekommen ist. Von da an, gab es keine großen Probleme mehr. Vielleicht ist das ja bei deinem auch irgendwie der Fall, kann es sein, dass er vorort vor irgendwas Angst hat?
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Verfasst am: 08.10.2012 [08:50]
bagwitz123
Newbie
Dabei seit: 08.10.2012
Beiträge: 1
Hallo Du!

Wir haben genau das gleiche Problem mt unserem 8-Jährigen Sohn...

Es wäre toll wenn Du mir den Kontakt für die Hypnotherapie geben könntest!!
Wir suchen etwas im Raum Frankfurt...

Danke danke
icon_razz.gif !!!

Gruss!

bagwitz123

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Verfasst am: 22.10.2012 [10:31]
jesmanda
Newbie
Dabei seit: 22.10.2012
Beiträge: 1
Hallo,

auch wir haben das selbe Problem mit unserem Sohn (fast 8 ). Trennungsangst ist ein möglicher Grund, aber ich frage mich wieso er 7 1/2 jahre lang Kita und Hort fast ohne murren mitgemacht hat, und jetzt in der 3.Klasse die Schule total verweigert. Angst habe er,meint mein Sohn. Wohlmöglich vor einem Schüler. Nur sagt er nicht vor welchem. Die Möglichkeit, durch alle Klassen zu wandern und mit dem Finger auf denjenigen zu zeigen, nimmt er nicht wahr. Immer wieder sagt er, es wäre ein Geheimnis. Aber erzählen mag er es niemanden. Nicht mal seinem besten Freund vertraut er sich an. Mein Sohn ist Thema Nummer 1 auf der Schule. Seine Klassenkameraden trauen sich kaum ihn zu ärgern. Die Lehrer sind m.E. mit dieser Situation total überfordert und wissen nicht weiter. Wie wir auch! Die Kinder- und Jugendpsychologische Ambulanz hat ihm ein Therapieplatz zugesprochen und er steht auf der Warteliste. Nur für 2012 ist nichts frei ! In die Schule zu schleifen ist wahrlich kein Zuckerschlecken. Er wehrt sich mit aller Kraft und wenn wir´s es bis in den Klassenraum geschafft haben, dann klammert er und lässt nicht mehr los. Es fängt ja schon am Vorabend an! Erzählt 500x : "Ich kann morgen nicht in die Schule" und wird dann aggressiv. Sobald ich aus dem Klassenraum raus bin weint er, schaltet aber innerhalb kurzer Zeit urplötzlich um und nimmt am Unterricht teil. Wenn ich ihn von der Schule später abhole begrüßt er mich freudestrahlend und tut so als wäre nichts gewesen. Auf die Frage hin wie´s war sagt er: "gut". Die Lehrer bestätigen uns, das er sich in der Schule ganz normal benimmt und vom verhalten her sich nicht von den anderen unterscheidet. Es wird ein Gespräch mit der Rektorin,Klassenlehrin, Schulpsychologen, Jugendamt, der Psychologin von der Ambulanz und wir natürlich ( hoffe ich ) geben. Angekündigt wurde es bereits. Wann genau wissen wir noch nicht. Es zerrt unheimlich an unsere Nerven und fühlen uns hilflos. banghead.gif

In den Hort schicken wir ihn vorerst nicht. Zum glück kann ich auch von zu Hause aus arbeiten. Als Dauerlösung möchte ich das aber nicht haben.

Grüssse aus Berlin

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 22.10.2012 um 10:36.]
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Verfasst am: 29.09.2019 [18:59]
Jedale
Newbie
Dabei seit: 29.09.2019
Beiträge: 1
Hallo ich wollte mal fragen wie sich das ganze dann verhalten hatt? Wir befinden uns in einer sehr ähnlichen Situation wie ihr damals. Lg
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