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Zeugnisgespräch

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Verfasst am: 21.06.2010 [11:23]
caprice73
Fleißiger Helfer
Themenersteller
Dabei seit: 29.08.2008
Beiträge: 13
Hallo!

Ich hatte Ende der letzten Woche ein Zeugnisgespräch mit der Klassenlehrerin meines Sohnes (er ist jetzt gerade acht geworden). Er ist jetzt Ende 2. Klasse.

Seine Klassenarbeiten, die er im Verlauf des Jahres geschrieben hat, lagen in allen Fächern zwischen 1, 2 und selten 3. Den Lernstoff lernt er zügig und ohne große Probleme. Trotzdem haben mich nun seine Noten, die er im Zeugnis bekommen wird, etwas verwundert. Er liegt in allen Fächern eine Note unter den schriftlichen Durchschnittsergebnissen (Deutsch und Mathe z. B. 3, Sachkunde 2). Sie begründete dies damit, daß mein Sohn sich tagesform abhängig sehr unterschiedlich im Unterricht beteiligt und sich bei Unlust z. T. auch verweigert. Allerdings meinte sie, daß sie hofft, daß sich das ganze mit zunehmendem Alter bessere, weil er ja doch noch verhältnismäßig jung sei (Juni geboren) und er noch sehr verspielt sei.

Nachdem ich mit meinem Sohn darüber gesprochen habe, bestätigte er das auch. Kann mir aber keine Gründe für seine teilweise große Unlust geben. Manchmal scheint es mir, als empfände er den Aufwand um manche Aufgaben zu erledigen so groß, daß es ihm schwerfällt anzufangen. Er selbst ist momentan auch sehr enttäuscht und hätte sich bessere Noten ausgerechnet.

Wie kann ich ihn im neuen Schuljahr motivieren seine Unlust zu überwinden, damit sich auch in den kommenden Zeugnissen sein eigentlicher Leistungsstand widerspiegelt?

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 21.06.2010 um 11:24.]

Liebe Grüße

Nicole
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Verfasst am: 29.06.2010 [11:58]
caprice73
Fleißiger Helfer
Themenersteller
Dabei seit: 29.08.2008
Beiträge: 13
Schade, daß mir hier noch niemand weiterhelfen konnte...

Liebe Grüße

Nicole
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Verfasst am: 29.06.2010 [15:03]
AnnetteHoll
Quelle der Weisheit
Dabei seit: 26.06.2008
Beiträge: 52
Liebe Nicole,

ich kann gut verstehen, dass Sie enttäuscht sind, weil Ihr Sohn sich durch sein Verhalten seine Noten verschlechtert.

Sie schreiben, dass er sehr leicht lernt und gute schriftliche Leistungen zeigt. Ist ihm vielleicht teilweise langweilig, weil die Aufgaben ihm zu leicht sind? Fragen Sie ihn einmal danach.

Sprechen Sie regelmäßig mit Ihrem Sohn über die Schule! Fragen Sie ihn nach Liedern, die dort gesungen werden. Schauen Sie sich seine Hefte an und fragen Sie ihn, was er z.B. in Sachkunde gelernt hat. So können Sie ihm zeigen, dass Sie Interesse daran haben, was er leistet und signalisieren ihm, dass die Schule etwas Wichtiges ist.

Möglicherweise können Sie durch ein Punktesystem etwas mehr Motivation für die Schule bei ihm hervorrufen.
Überlegen Sie sich gemeinsam ein paar Punkte, um die Ihr Sohn sich bemühen möchte. Etwa:
- sich täglich mindestens zwei Mal zu melden
- immer alle benötigten Unterlagen dabeizuhaben
- zum aktuellen Sachkundethema passende Bücher mitzubringen
- sofort mit dem Arbeiten zu beginnen

Notieren Sie die Punkte auf einem Blatt Papier und geben Sie Ihrem Kind bei Einhalten derselben einen Smiley (lachendes Gesicht). Bei einer von Ihnen beiden vereinbarten Zahl von Smileys bekommt er eine Beohnung (gemeinsamer Spaziergang, Zoobesuch, o.ä.)

Vielleicht können Sie die Lehrerin bitten, mit Ihnen zusammenzuarbeiten und Sie Ihren Eindruck zu notieren udn Ihrem Sohn Smileys zu geben.

Es ist gut möglich, dass Ihr Sohn keine wesentlichen Motivationshilfen von Ihnen benötigt. Denn wie Sie schreiben, ist er selbst betroffen von den Auswirkungen seines Verhaltens und ist enttäuscht von sich selbst. Aus Erfahrung als Grundschullehrerin weiß ich, dass es gut möglich ist, dass das Motivation genug für ihn ist. Vielleicht möchte er es Ihnen und der Lehrerin zeigen, dass er doch eigentlich mehr kann, als da auf dem Zeugnis steht. Denn wie Sie schreiben, ist er zwar noch verspielt, hat aber vom Kopf her verstanden, dass das für seine schulischen Leistungen nicht förderlich ist.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und dennoch schöne Sommerferien!

Herzliche Grüße,
Annette Holl



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Verfasst am: 01.07.2010 [10:19]
jessi1601
Newbie
Dabei seit: 01.07.2010
Beiträge: 1
Hallo Nicole,

habe mich gerade neu hier angemeldet und bin beim Lesen deines Textes sehr an meinen Sohn erinnert worden. Er ist eine Klasse weiter und jetzt 9 1/2 Jahre alt.
Er zeigte die gleichen Leistungen wie dein Sohn und hatte ebenfalls Motivationsprobleme.
Die Idee mit den Smileys hatte seine Klassenlehrerin in der 2.Klasse auch, hat aber nur ganz kurzfristig Erfolg gebracht, dann war das wieder langweilig.
Eine der Hausaufgabenbetreuerinnen vermutete, eine ADHS könnte bei ihm vorliegen, weil er sich bei den Hausaufgaben nicht konzentrieren könne. Zuhause erlebe ich ihn aber sehr konzentriert bei Sachen, die ihn interessieren. Ich habe ihn trotzdem testen lassen und es kam heraus, dass er keine ADHS hat, sondern ganz im Gegenteil die verschiedenen Tests super schnell, konzentriert und richtig erledigt hat. Nebenbei wurde ein Intelligenztest gemacht und dabei wurde festgestellt, dass sein IQ bei ca. 160 liegt (war außerhalb des messbaren Bereichs). Das erklärt natürlich seine Unlust: Er ist offensichtlich oft unterfordert und gelangweilt.
Ich kann natürlich nicht beurteilen, was bei deinem Sohn der Grund ist, aber vielleicht lässt du ihn einfach mal testen. Dann kann man ihm einfach auf seine Stärken/ Defizite zugeschnittene Angebote machen, die ihn mehr fordern und fördern. Das kann Schule natürlich nur im begrenzten Rahmen, aber man kann privat sehr viel machen, was die Motivation fördert. Wir haben meinen Sohn jetzt verstärkt zu sportlichen Aktivitäten angemeldet, wo er seine Stärken wie gute Koordination und Übersicht z.B. beim Basketball zeigen kann. Durch die viele Bewegung ist er ausgeglichener und durch den Erfolg insgesamt motivierter und selbstbewusster.
Die Noten trotz der guten schriftlichen Leistungen so stark herabzusetzen, finde ich in dem Alter sehr fragwürdig und eher demotivierend. Bei uns an der Schule wird die Mitarbeit im Unterricht noch nicht so stark bewertet, fließt eher in die Begleittexte ein.
Aber auch die Lehrer können ihm vielleicht interessante Zusatzaufgaben als Motivationshilfe geben. Wichtig ist, glaube ich, die Stärken und Defizite zu erkennen und mit den Lehrern gemeinsam zu überlegen, was man tun kann.
Uns hat das Wissen um die Ursachen jedenfalls sehr geholfen und ich kann so einen Intelligenztest sehr empfehlen (obwohl ich vorher nicht überzeugt davon war).

Ich drück´ euch die Daumen,
liebe Grüße

Jessi

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Verfasst am: 01.07.2010 [22:47]
caprice73
Fleißiger Helfer
Themenersteller
Dabei seit: 29.08.2008
Beiträge: 13
Vielen Dank für die Antworten!

Eigentlich "sperre" ich mich etwas gegen solche Tests und glaube auch nicht, daß bei ihm eine Hochbegabung vorliegen könnte. Schätze ihn als cleveren, "normalen" Jungen einicon_wink.gif

Allerdings wurde auch aus dem Bekanntenkreis schon öfter mal so eine Idee vorgebracht. Vielleicht sollte ich mich doch zumindest mal etwas näher damit beschäftigen...

Ein Smiley-System haben wir auch schon mal probiert, aber hier auch nur mit kurzfristigem Erfolg. Es läuft immer super an, aber nach einiger Zeit läßt die Motivation nach und nach "Absetzen" einer solchen Motivationshilfe verfällt er schnell wieder in alte Schemata.

Aber es "grummelt" in ihm. Gerade heute abend hatten wir wieder ein Gespräch und ihm gefällt die Situation gar nicht.

Aber jetzt geht es erstmal in die Ferien und dann gehen wir es weiter an icon_wink.gif
LG
Nicole

Liebe Grüße

Nicole
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Verfasst am: 13.07.2010 [17:12]
walira
Newbie
Dabei seit: 13.07.2010
Beiträge: 1
Ihre geschilderten Probleme decken sich fast 1zu1 mit denen unseres Kleinen. Den Ansatz einer Hochbegabung konnte ich bislang nicht feststellen, allerdings ist das sicherlich auch eine Sache für ausgebildete Experten.

Die Zahl der "unerkannt" bleibenden hochbegabten Schüler soll sich im deutschen Raum ja aufgrund der nicht immer besten Schulsituation in einem sehr hohen Bereich befinden...

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Verfasst am: 28.12.2016 [15:12]
AnnaXu
Newbie
Dabei seit: 23.11.2016
Beiträge: 2
Es ist eine Schande, weil es in dieser Phase, die mehr und mehr brauchen Unterstützung erfahren alles, was sie lernen, sich zu assimilieren und zu verarbeiten. Leider hat das Bildungssystem nicht für eine wirksame Antwort haben. Es liegt in den Händen der Lehrer und kann nur hoffen, dass der Lehrer ein guter Lehrer ist.

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