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Hilfe, Nachbarn bestehen auf leises Spielen

Autor Nachricht
Verfasst am: 06.11.2009 [17:51]
J.Müller
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 26.06.2008
Beiträge: 3
Hallo,
wir haben gerade ein kleines Krach-Problem zu Hause, bei dem ich eure Tipps gebrauchen könnte. Jetzt, wo es wieder so schnell dunkel wird, können meine Söhne (7 und 8 Jahre) nicht mehr so lange draußen spielen. Da beide, es sind Zwillinge, eigentlich viel Bewegung brauchen, um nicht allen auf die Nerven zu gehen, fürchte ich mich fast schon etwas vor den langen Nachmittagen in der Wohnung.

Sobald Paul und Finn etwas wilder spielen, steht garantiert schon wieder ein Nachbar an der Haustür und beschwert sich. Ich möchte meine Kinder aber auch nicht schon um 15 Uhr vor den Fernseher oder Computer setzen, damit sie keinen Krach machen.

Ich frage mich langsam wie viel Lärm Kinder in einem Mietshaus eigentlich noch machen dürfen. Einerseits verstehe ich die Nachbarn...mich nervt es schließlich auch schon mal, andererseits fallen mir langsam keine "leisen" Beschäftigungen mehr ein - mit denen ich meine beiden Raufbolde nicht nur ruhigstellen sondern auch sinnvoll beschäftigen kann.

Könnt ihr mir Alternativen zum Bildschirm empfehlen? Vielleicht kennt ihr gute Spiele? Jetzt, wo Weihnachten vor der Tür steht wäre ich auch für eure Einkaufsberatung echt dankbar.

Grüße
Johanna
Antworten Profil
Verfasst am: 06.11.2009 [21:28]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1610
Liebe Johanna,
vielleicht sollten Sie Ihren Nachbarn einmal klarmachen, dass Kinder manchmal toben müssen und sogar - "höchstrichterlich" genehmigt - toben und lärmen dürfen. Hier eine kleine Zusammenfassung:

Kinder dürfen toben, Kleinkinder sogar in der Mittagszeit! Wer Kinderlärm als lästig empfindet, hat eine falsche Einstellung zu Kindern, urteilte das Oberlandesgericht Koblenz (AZ 11 A 1288/85). Kindern von Mietern stehen dieselben Rechte zu wie den Mietern selbst. Das heißt, dass sie selbstverständlich in der Wohnung spielen dürfen und dabei darf es auch lauter zugehen. Denn "das Erzeugen von Lärm durch spielende Kinder ist eine zwingend notwendige Ausdrucksform des Spielens, die nicht unterdrückt werden kann, ohne dass dies zu dauernden Schäden der Kinder führen kann," urteilte das Landesgericht Heidelberg. Üblicher Kinderlärm muss also in einem Mehrparteienhaus hingenommen werden, wenngleich das Spielen natürlich nicht zu einer unzumutbaren Störung der anderen Hausbewohner führen darf.

Größere Kinder (so wie Ihre Jungs) sollten sich an die üblichen Ruhezeiten halten: Mittagsruhe (meist 2 oder 3 Stunden zwischen 12 und 15 Uhr) und Nachtruhe (zwischen 22 und 7 Uhr). Weil man Kinder aber nicht mit Gewalt zwingen kann, mehrere Stunden mucksmäuschenstill mit Buchanschauen zu verbringen, müssen die Nachbarn den üblichen kindgemäßen Lärm wie Lachen, Weinen und Schreien auch während der Ruhezeiten hinnehmen.

Es gibt allerdings Ausnahmen, was das Krachmachen betrifft: Nicht zumutbar sind Fußballspielen und Rennen in der Wohnung oder häufiges wildes Toben mit Spielkameraden, die nicht im Haus wohnen. Als Eltern müssen Sie auch dafür sorgen, dass Ihre Kinder nicht absichtlich Möbel (etwa Stühle) umwerfen, von Möbeln springen oder absichtlich Krach machen.

Hier finden Sie weiter Urteile, was deutsche Richter Kindern und ihren Eltern in Mietwohnungen alles zugestehen: www.kinderinfo.de/rechte/mieter.htm

Kinder - und besonders Jungs - haben ein hohes Bewegungsbedürfnis, deswegen wird es auch mit den tollsten Spielen nicht möglich sein, Ihre Jungs längere Zeit "ruhigzustellen". Mir fallen folgende Dinge ein: vorlesen, Puzzle machen, etwas bauen (Lego, Baukästen), malen (okay, machen viele Jungen nicht so gerne), Gesellschaftsspiele machen.

Prima sind auch immer Pappkartons jeder Größe. Damit kann man toll bauen und spielen, die mache keinen Krach und wenn man wild drauf herumspringt, gehen sie ohnehin kaputt...

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

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