Stillen: Alles, was du wissen musst – von Milchbildung bis Beikost

Stillen: Alles, was du wissen musst – von Milchbildung bis Beikost © Flux 2 Pro
Inhaltsverzeichnis

Stillen ist so viel mehr als Nahrungsaufnahme. Für viele Familien ist diese besondere Zeit geprägt von körperlichen Veränderungen, neuen Routinen, ganz viel Nähe und nicht selten auch von Unsicherheiten.  Umso wichtiger ist es, gut informiert zu sein – über die physiologischen Grundlagen, mögliche Herausforderungen, Alternativen zum Stillen und darüber, welche Wege es gibt, wenn sich das Stillen verändert und irgendwann sogar endet.

Mit diesem kompakten Wissensschatz möchten wir dich und dein Baby durch eine ganz besondere Zeit begleiten und dich dabei unterstützen, mit Kompetenz und Liebe die beste Entscheidung für dich und dein Baby zu treffen.

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Warum Muttermilch einzigartig ist

Muttermilch ist aus ernährungswissenschaftlicher Sicht einzigartig, da sie sich dynamisch an die Bedürfnisse deines Kindes anpasst. Neben vielfältigen Nährstoffen enthält sie bioaktive Bestandteile, darunter Human Milk Oligosaccharides (HMOs). Nach Angaben des Europäischen Instituts für Stillen und Laktation enthält Muttermilch über 200 verschiedene HMOs, die unter anderem das Immunsystem unterstützen und die Entwicklung einer gesunden Darmflora fördern.

Diese Erkenntnisse stärken nicht nur das Vertrauen in diese natürlichste Form der Ernährung für dein Baby, sie bilden auch seit Jahren die Grundlage moderner Säuglingsernährungsforschung. Hersteller kombinieren dabei Forschung mit ernährungsphysiologischem Wissen, um Ernährungskonzepte zu entwickeln, die sich am natürlichen Vorbild der Muttermilch orientieren.

Warum Stillen so gesund ist und welche Vorteile es für Mutter und Kind bringt

Aus medizinischer und ernährungswissenschaftlicher Sicht bietet Stillen viele gesundheitliche Vorteile – sowohl für das Kind als auch für die Mutter. Muttermilch enthält eine komplexe Kombination aus Nährstoffen, Immunfaktoren und bioaktiven Substanzen, die sich im Verlauf der Stillzeit immer wieder neu an die Bedürfnisse des Kindes in seinem Wachstum und seiner Entwicklung anpassen.

Ergebnisse aus der Muttermilchforschung legen zahlreiche Vorteile für die Gesundheit und die Entwicklung des Babys nahe:

Unterstützung des Immunsystems

Antikörper, Immunzellen und bioaktive Bestandteile tragen dazu bei, Säuglinge vor Infektionen der Atemwege und des Magen-Darm-Trakts zu schützen. 

Förderung der Darmgesundheit

Bestimmte Bestandteile der Muttermilch begünstigen die Entwicklung einer  vielfältigen Darmflora, die eine zentrale Rolle für das Immunsystem spielt.

Angepasste Nährstoffversorgung

Zusammensetzung und Menge der Nährstoffe in der Muttermilch verändern sich je nach Entwicklungsphase des Kindes.

Langzeitstudien deuten zudem darauf hin, dass gestillte Kinder im Durchschnitt ein geringeres Risiko für bestimmte chronische Erkrankungen wie Adipositas oder Typ-2-Diabetes im späteren Leben aufweisen, wobei hier immer auch genetische und soziale Faktoren eine Rolle spielen.

Auch für Mütter kann das Stillen positive Effekte für die Gesundheit haben. Stillhormone wie Oxytocin fördern die Rückbildung der Gebärmutter nach der Geburt und können den Blutverlust im Wochenbett reduzieren.

Darüber hinaus zeigen wissenschaftliche Auswertungen:

  • ein geringeres Risiko für Brust- und Eierstockkrebs bei längerer Stilldauer (mindestens 12 Monate) und
  • positive Effekte auf den Stoffwechsel.

Subjektiv berichten auch viele Frauen von einem gesteigerten Körpergefühl und einer bewussteren Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse während der Stillzeit – auch wenn diese ganz besondere Phase körperlich und emotional ganz schön fordernd sein kann.

Wie Milchbildung funktioniert und was sie beeinflusst

Die Milchbildung wird vor allem durch hormonelle Prozesse gesteuert. Du kannst gemeinsam mit deinem Baby jeden Tag einen kleinen Beitrag dafür leisten, dass es bei euch läuft.

Begünstigend für einen guten Milchfluss sind:

  • Häufiges Anlegen in den ersten Wochen
  • effektives Saugen des Kindes
  • ausreichend Ruhe und Flüssigkeitszufuhr

Stress, Unsicherheit oder Schmerzen können den Milchfluss dagegen hemmen. Studien zeigen, dass emotionale Entlastung und Unterstützung im Alltag eine zentrale Rolle für eine stabile Stillbeziehung spielen. Sorge also immer gut für dich, gönne dir Ruhe und vor allem das entspannte Gefühl, dass du deinem Baby mit dem Stillen einen guten Start ins Leben ermöglichst.

Ernährung in der Stillzeit: Was Mütter jetzt wissen sollten

Während der Stillzeit steigt dein Energie- und Nährstoffbedarf leicht an. Stillende Mütter benötigen im Durchschnitt rund 400 bis 500 zusätzliche Kilokalorien pro Tag, abhängig von der Stillhäufigkeit und individueller Konstitution. Entscheidend ist dabei weniger die Kalorienmenge als die Nährstoffdichte der Ernährung. Achte deshalb darauf, dass du dich ausreichend und ausgewogen ernährst, auch wenn das im Alltag mit Baby nicht immer ganz leicht ist.

Ernährungswissenschaftlich empfohlen wird eine abwechslungsreiche Kost mit Fokus auf:

  • Komplexe Kohlenhydrate z. B. Vollkornprodukte, Hafer, Kartoffeln
  • Gesunde Fette, insbesondere Omega-3-Fettsäuren, die zur normalen Entwicklung des Nervensystems beitragen
  • Hochwertige Eiweißquellen wie Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Fisch, Eier
  • Mikronährstoffe wie Jod, Eisen, Calcium und Vitamine

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist ebenfalls wichtig, da sie den allgemeinen Stoffwechsel unterstützt und die Milchbildung fördern kann. Ein direkter Zusammenhang zwischen Trinkmenge und Milchmenge ist wissenschaftlich nicht belegt, trotzdem gilt eine gute Versorgung der Mutter als wesentliche Grundlage in der Stillzeit.

Häufige Stillprobleme und bewährte Lösungen

Vor allem in den ersten Wochen kann es sein, dass sich das Stillen noch ein bisschen schwierig gestaltet. Dein Baby und du müsst euch vielleicht noch aufeinander einspielen, bis alles reibungslos klappt. Stillprobleme sind deshalb keine Seltenheit. In den meisten Fällen sind sie gut erklärbar und lassen sich mit einfachen Maßnahmen lindern oder beheben.

Wunde oder schmerzende Brustwarzen

entstehen häufig durch eine ungünstige Anlegetechnik oder wenn dein Baby die Brust zu flach erfasst.  Eine Anpassung der Stillposition, wechselnde Stillhaltungen und sanftes Nachjustieren, wenn dein Baby beim Ansaugen ein unangenehmes Vakuum erzeugt, können die Beschwerden deutlich reduzieren.

Milchstau

zeigt sich oft durch  Spannungsgefühle, Verhärtungen oder Druckschmerz in der Brust.  Ursachen können unregelmäßiges Stillen, enge Kleidung oder eine unvollständige Entleerung der Brust sein. Wärme vor dem Stillen, sanfte Massage und häufiges Anlegen helfen, den Milchfluss zu verbessern und Entzündungen vorzubeugen.

Krankheit oder Erschöpfung

können selbst einen eingespielten Stillalltag auf den Kopf stellen. Stillen ist in den meisten Fällen auch 

bei leichten Erkrankungen weiterhin möglich und kann sogar zur Versorgung des Kindes mit schützenden Antikörpern beitragen. Wichtig ist dabei eine gute Selbstfürsorge für dich, ausreichend Ruhe und gegebenenfalls Rücksprache mit medizinischem Fachpersonal bei Unsicherheiten oder wenn eine Medikamenteneinnahme erforderlich ist.

Grundsätzlich gilt bei Stillproblemen: Hilfe suchen

Eine frühzeitige Beratung durch Hebammen oder qualifizierte Stillberater:innen kann helfen, deine Fragen und Unsicherheiten zu klären und dir so dabei helfen, Stillprobleme besser zu verstehen und Lösungen zu finden, die dir und deinem Baby guttun.

Unsere besten Tipps: Das hilft bei Stillproblemen

Solltet ihr auch nach eingehender Beratung feststellen, dass das Stillen für euch nicht möglich ist, gibt es mit hochwertiger Milchnahrung eine gute Alternative für Babys Ernährung.

Stillen im Winter: Besondere Herausforderungen

Die Wintermonate können in der Stillzeit eine besondere Herausforderung sein. Kälte, weniger Tageslicht und eine erhöhte Infektanfälligkeit setzen nicht nur das Immunsystem unter Druck, sondern können sich auch auf den Stillalltag auswirken.

Ein Thema, das viele stillende Mütter jetzt beschäftigt, ist die Kleidung: Dicke Stofflagen zusätzlich zu engen BHs können den Milchfluss ungünstig beeinflussen und das Risiko für einen Milchstau erhöhen. Auch können zusätzliche Kleidungsschichten bei Mama und Baby das Anlegen erschweren, vor allem unterwegs. Bewährt hat sich hier der Zwiebellook, der es ermöglicht, dein Baby auch unterwegs schnell und ohne Auskühlung anzulegen. Spezielle Stillkleidung für kalte Temperaturen oder weite, flexible Materialien erleichtern den Alltag zusätzlich.

Auch Kälte kann eine Rolle spielen. Niedrige Temperaturen führen bei manchen Frauen zu einer reflektorischen Gefäßverengung, was den Milchfluss kurzfristig hemmen kann. Wärme – zum Beispiel durch warme Getränke, ein Wärmekissen oder eine entspannte und gut temperierte Stillumgebung – kann hier unterstützend wirken. Damit ihr es beim Stillen immer kuschelig warm habt und gut entspannen könnt, kannst du zusätzlich eine Decke um euch wickeln. Das schafft Behaglichkeit und hilft euch, auch im Winter entspannt zu stillen.

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Wenn die Milch nicht reicht: Was Familien jetzt hilft

Viele stillende Mütter machen sich zumindest zeitweise Sorgen, ob ihre Milch reicht. Wenn du selbst das Gefühl hast, dass du zwischenzeitlich zu wenig Milch produzierst, muss das aber nicht automatisch heißen, dass dein Baby nicht satt wird.

Um den Milchfluss wieder stärker anzuregen, können diese Dinge helfen:

Häufiges Anlegen

Die Milchbildung folgt dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Regelmäßiges Stillen oder Abpumpen kann die Produktion ganz natürlich anregen.

Ruhe und Entlastung

Stress kann den Milchfluss hemmen. Entspannung, Schlaf und Unterstützung im Alltag sind wichtige Faktoren.

Stillbegleitende Produkte 

Du kannst den Milchfluss unterstützen, indem du dich selbst immer gut versorgst. Stillende haben einen erhöhten Energie- und Nährstoffbedarf. Eine nährstoffreiche Ernährung unterstützt den gesamten Stoffwechsel.

Wenn du das Gefühl hast, dass eine ausgewogene Ernährung nicht ausreicht oder du im stressigen Alltag nicht ausreichend auf deine Ernährung achten kannst, können stillbegleitende Lebensmittel eine Unterstützung sein. Deine Hebamme kann dich zum Beispiel zu Produkten wie Humana piùlatte informieren. Das Nahrungsergänzungsmittel für stillende Mütter wurde speziell entwickelt, um dich in der Stillphase zu begleiten. Es enthält u.a.  Bockshornkleesamen-Extrakt und kann die Milchbildung unterstützen.

Stilltechnik überprüfen

Eine korrekte Anlegetechnik verbessert die Milchübertragung und kann dem Baby dabei helfen, die Brust effektiver zu entleeren.

Fachliche Unterstützung

Hebammen, Stillberaterinnen oder Kinderärzt:innen können helfen, Ursachen einzuordnen und individuell zu beraten.

Abstillen: Ein natürlicher Übergang zu Beikost oder Folgemilchlösungen

Mit dem Ende der Stillzeit beginnt ein neuer Abschnitt. Wann es Zeit ist, vom reinen Stillen auf andere Ernährungsformen überzugehen, entscheidet jede Familie für sich selbst. Auch wie dieser Übergang gestaltet werden soll, ist sehr individuell.

Während manche Babys schon früh Interesse am Essen von Mama und Papa zeigen, fühlen sich andere mit ihrer Milchmahlzeit noch sehr wohl. Von einem langsamen Übergang zur Beikost bis zum Umstieg auf hochwertige Folgemilchprodukte für eine sanfte Ablösung von der Brust gibt es vielfältige Ansätze.

Wichtig ist

Der Zeitpunkt und die Art und Weise des Abstillens darf behutsam und schrittweise gestaltet werden und sollte sich immer an den Bedürfnissen von Mutter und Kind orientieren.

Richtig ist, was Baby und Mama guttut.

Beikost wird in der Regel eingeführt, wenn das Baby sich dafür bereit zeigt, häufig zwischen dem  fünften und siebten Lebensmonat. Anzeichen dafür sind unter anderem stabiles Sitzen mit Unterstützung, Interesse am Essen und das Verschwinden des Zungenstoßreflexes. Beikost ergänzt in dieser Phase die Milchmahlzeiten, ersetzt sie jedoch nicht sofort vollständig. So gelingt die Einführung der Beikost.

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Folgemilch als Alternative 

Wenn das Stillen langsam zu Ende geht, informieren sich manche Eltern alternativ auch über Folgenahrungen, die speziell für Babys nach dem 6. Monat bestimmt sind.

Die umfangreiche Forschung zu den wichtigen HMOs fließt dabei in die Entwicklung ausgewogener Folgemilchprodukte ein. Renommierte Hersteller setzen dabei auf Expertise, Natürlichkeit und langjährige Erfahrung, die auf der Basis neuer Forschungsergebnisse stetig weiterentwickelt wird.

Weiterführende Informationen zu unterstützenden Produkten während der Stillzeit und wissenschaftlich gestützten Folgemilchlösungen für jede Altersstufe hat Humana für Eltern zusammengestellt.

Informiert entscheiden, bedürfnisorientiert begleiten

Stillen verläuft selten nach einem festen Plan. Umso wichtiger ist es, Eltern mit Wissen, Orientierung und realistischen Erwartungen zu begleiten. Ob Stillbeginn, Stillprobleme, Abstillen oder Übergangsphasen – fundierte Informationen helfen, den eigenen Weg zu finden.