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Junge beim Daumenlutschen

Erziehungstipps zum Abgewöhnen von Schnuller oder Daumen

Daumenlutschen und Schnuller abgewöhnen

Den meisten Kindern fällt es schwer, den geliebten Tröster aufzugeben. Doch den Zähnen zuliebe sollte Ihr Kind ab etwa zwei bis drei Jahren ohne Schnuller oder Daumenlutschen auskommen. Wir verraten Ihnen hier die besten Erziehungstipps und Hilfen dazu. 

Expertenrat von 

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind in der Zeit, in der es lernen muss, sich ohne Nuckelhilfe zurechtzufinden, keinen zusätzlichen Belastungen ausgesetzt

Erziehungstipps: Langsamer Abschied vom Schnuller ist die beste Lösung

  • Nach dem ersten Geburtstag sollte Ihr Kind den Schnuller nur noch zum Einschlafen oder in besonders belastenden Situationen (z. B. wenn es krank ist) bekommen. Doch selbst im ersten Lebensjahr ist diese Haltung bereits nützlich, denn Quengeln oder Schreien sind ja nicht Ausdruck eines „Schnullermangels“, sondern zeigen das Bedürfnis nach Zuwendung und Körperkontakt an!
  • Erinnern Sie Ihr Kind immer wieder daran, dass es ohne Schnuller oder Daumen im Mund sprechen sollte. Hat es beim Sprechen den Mund nicht „frei“, sollten Sie Bitten geflissentlich überhören, da Sie es dann „leider nicht verstehen können“.
  • Geben Sie Ihrem Kind den Schnuller so selten und so kurz wie möglich, denn das Saugbedürfnis ist oft schon nach wenigen Minuten befriedigt. Verzichten Sie aus diesem Grund auch auf eine Schnullerkette, denn der allzeit vorhandene Schnuller verführt schnell zum Dauernuckeln. Auch sollten in der Wohnung nicht mehrere Schnuller griffbereit herumliegen, denn so wird Ihr Kind nur dazu verführt, den Schnuller öfter zu verwenden, als es vielleicht notwendig ist. Ein Schnuller reicht!
  • Probieren Sie aus, ob Sie Ihrem Kind Daumen oder Schnuller nach dem Einschlafen sanft aus dem Mund ziehen können. Viele Kinder spucken den Schnuller auch von selbst nach ca. 20 Minuten Tiefschlaf aus bzw. lassen den Daumen los. Wacht Ihr Kind dadurch allerdings auf, lassen Sie es besser sein.
Erziehungstipps gegen den Schnuller und Daumenlutschen
Mit Bach-Blüten fällt Ihrem Kind der Abschied von Schnuller oder Daumen leichter. Lassen Sie sich in der Apotheke folgende Mischung (ohne Alkohol) herstellen: Honeysuckle, Mimulus, Star of Bethlehem und Walnut (Preis zwischen 5 und 10 €). Davon geben Sie Ihrem Kind 4-mal täglich 4 Tropfen auf einem Plastiklöffel. Ihr Kind sollte die Tropfen für kurze Zeit im Mund behalten.

Abschied vom Daumenlutschen oder Schnuller: Bitte ohne Zwang!

Um mit dem Daumenlutschen aufzuhören, muss Ihr Kind das selbst wollen, sonst hilft alle Unterstützung von Ihnen nichts! Doch auch für den Abschied vom Schnuller gilt, dass Ihr Kind den Schnuller am besten aus eigenem Entschluss abgeben sollte, damit ihm die erste Zeit ohne den gewohnten Tröster leichter fällt. Außerdem ist dann die Gefahr geringer, dass es den Daumen als Ersatz für den Schnuller nimmt. In diesem Fall ist es besser, ihm lieber zunächst seinen Schnuller noch zu lassen. Die folgenden 6 Erziehungstipps zum Abgewöhnen vom Schnuller oder Daumen machen es Ihrem Kind leichter:

  • Erziehungstipp 1: Beobachten Sie genau, wann Ihr Kind Daumen oder Schnuller braucht. Viele Kinder nuckeln aus Langeweile oder Gewohnheit, ohne sich tatsächlich damit beruhigen zu müssen. Beschäftigen Sie Ihr Kind in diesen Fällen und sorgen Sie dafür, dass Daumen oder Schnuller dabei hinderlich sind. Sehen Sie z. B. zusammen ein Buch an und sprechen Sie darüber. Mit „vollem“ Mund können Sie Ihr Kind jedoch leider, leider so schlecht verstehen... Hat es tagsüber den Daumen im Mund, können Sie ihm kleine Aufgaben im Haushalt zuweisen oder etwas (z. B. Schmusetier) geben, das es herumtragen kann. Dann braucht es seine Hände und kann nicht gleichzeitig Daumenlutschen.
  • Erziehungstipp 2: Gehen Sie behutsam vor. Lassen Sie den Schnuller besser nicht von einem Tag auf den anderen ganz verschwinden, wenn Ihr Kind ihn bisher noch häufig benutzt hat. Verzichten Sie auf Strafen oder bittere Tinkturen, die ihm den Daumen oder Schnuller verleiden sollen. Als „Schocktherapie“ speziell für Daumenlutscher kann jedoch ein Foto von einem schwer nuckelgeschädigten Gebiss mit völlig schiefen Zähnen manchmal heilsam sein (z. B. auf www.kfo.uni-wuerzburg.de/kfo/allgemein_kfo.html  oder www.smileclub2.de).
  • Erziehungstipp 3: Bitte niemals strafen, sondern Erfolge belohnen! Durch Strafe gerät Ihr Kind nur unter Druck, sodass es Daumen oder Schnuller wieder verstärkt braucht – keine gute Voraussetzung also, um sich das Nuckeln abzugewöhnen. Loben Sie Ihr Kind für jeden Abend, den es ohne Daumen oder Schnuller im Mund verbringt. Besser noch ist eine kleine Belohnung für die ersten Tage oder Nächte ohne Schnuller oder Daumen, etwa ein glitzernder Sticker oder eine andere kleine Überraschung. Sie können auch einen Punktekalender anlegen, und Ihr Kind bekommt nach jedem nuckelfreien Tag bzw. jeder nuckelfreien Nacht einen Sammelpunkt. Für eine bestimmte Anzahl Punkte darf es dann z. B. einen Ausflug in den Zoo machen.
  • Erziehungstipp 4: Erklären Sie Ihrem Kind, warum es Zeit ist, auf Daumen oder Schnuller zu verzichten. Sagen Sie ihm beispielsweise, dass Sie es besser verstehen, wenn es nichts im Mund hat, oder dass seine Zähne ohne Daumen oder Schnuller schöner wachsen können. Hilfreich sind auch Bilderbücher, die den Abschied vom Schnuller oder Daumen zum Thema haben.
  • Erziehungstipp 5: Schaffen Sie nuckelfreie Zonen. Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, dass es Schnuller oder Daumen nur noch zu bestimmten Zeiten oder an bestimmten Orten benutzen darf. Bei kleinen Dauernucklern könnten Sie Schnuller oder Daumen zunächst nur noch im Haus, später nur noch im Kinderzimmer und zum Schluss nur noch im Bett zulassen.
  • Erziehungstipp 6:  Bieten Sie Ihrem Kind in der Abgewöhnungsphase anderen Trost an. Es braucht jetzt viel Zuwendung und Kuscheleinheiten. Beim Einschlafen helfen z. B. Händchenhalten, Kinn oder Bäuchlein streicheln, mit leiser Stimme eine Geschichte erzählen oder singen.
Mein persönlicher Extra-Tipp gegen Schnuller und Daumenlutschen
Bleiben Sie beim Schnullerentzug am zweiten oder dritten Abend konsequent, wenn Ihr Kind doch wieder nach dem vertrauten Schnuller jammert. Die ersten zwei bis drei Nächte sind die schwierigsten, und danach fällt es ihm ohnehin leichter, auch ohne einzuschlafen. Rücken Sie den Schnuller aber wieder heraus, müssen Sie oft nach wenigen Tagen ganz von vorne beginnen…

Bilderbücher, die beim Abgewöhnen des Schnullers helfen

für Kinder ab 18 Monaten bis zwei Jahren

  • „Jakob und sein Schnuller“ (mit Türen zum Öffnen) von P. Friedl und N. Banser (Carlsen 2004; 12 Seiten; 5,90 €)
  • „Ich brauche keinen Schnuller mehr“ (Pappbilderbuch) von K. Senner und G.Wiencirz (Ravensburger 2005; 16 Seiten; 7,95 €)
  • „Klaras Schnuller“ (Pappbilderbuch) von G. Hansson und Kutsch (Ravensburger 1999; 20 Seiten; 3,50 €)
  • „Nick braucht keinen Schnuller mehr“ (mit Türen zum Öffnen) von A. Flad und I. Einwohlt (Coppenrath 2003; 12 Seiten; 6,95 €)

für Kinder ab zwei bis drei Jahren:

  • „Ein Bär von der Schnullerfee“ (mit Plüschteddy) von B. Spathelf und S. Szesny (Albarello 1997; 32 Seiten; 13,70 €).
  • „Pünktchen und der Schnullertrick“ (mit „Ohne-Schnuller-Kalender“ und Marienkäferstempel) von K. Reider und M. Gotzen-Beek (Coppenrath 2004; 32 Seiten; 12,95 €).
  • „Tschüß, mein kleiner Schnuller“ von U. Keicher und G. Dürr (Pattloch Verlag im Weltbild 2006; 32 Seiten; 9,95 €).
  • „Der kleine Bär; Baby Bär braucht keinen Schnuller mehr“ von J. Langreuter und V. Sorbat (Ars Edition 2003; 32 Seiten; 12,50 €)

Bilderbuch, das beim Abschied vom Daumenlutschen hilft (für Kinder ab zwei bis drei Jahren)

  • „Philip und der Daumenkönig“ (mit Daumenkönig-Fingerpuppe aus Filz) von B. Spathelf und S. Szesny (Albarello 1998; 32 Seiten; 13,70 €)
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Kommentare zu "Erziehungstipps zum Abgewöhnen von Schnuller oder Daumen"

  • Joko schreibt am 26.08.2014

    Ich finde den Artikel sehr aufschlussreich und wir werden auf jeden Fall die Anregungen anwenden und auf einen schnellen Erfolg beim Abgewöhnen von Schnuller und Co. hoffen..

    Im Gegensatz zu Herrn Müller sollte unser Sohn nicht noch mit 30 nuckeln und deshalb lieber ein paar Euro für eine neue gute Nacht Lektüre statt eines teuren Zahnarztbesuches mit anschließender Spange...
  • Müller schreibt am 03.09.2013

    Ich kann Ihnen eins sagen, mein Kind und ich spreche von MEINEM Kind bekommt seinen Schnuller und seinen Daumen so lange wie es das möchte.

    Es gibt 30jährige, die das haben.

    Sie wollen nur Bachblüten verkaufen. Sie sind genau so abhängig von Ihren Bachblüten. Und Sie (ausgerechnet Sie) wollen uns alles wegnehmen.

    Schönen Gruß ich werde Daumenlutschen so lange ich es will.

    Und ich werde Leute wie Sie bekämpfen und schlecht machen und gegen Sie reden.

    So lange, bis wir in Deutschland eine Freiheit haben uns für den Schnuller bis ans Lebensende zu entscheiden.
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