Das beste Mittel, als Eltern einigermaßen gelassen durch die Trotzphase zu kommen, ist das Wissen darum, dass es sich dabei um einen äußerst bedeutsamen Schritt in der Persönlichkeitsentwicklung Ihres Kindes handelt. Der eigene Wille Ihres Kindes erwacht – er zeigt sich in Form von Trotzreaktionen und Gehorsamsverweigerung. Dabei wendet sich Ihr Kind aber nicht in erster Linie gegen Sie. Es leidet vielmehr unter seiner eigenen Unzulänglichkeit, weil es ständig an seine Grenzen stößt. Knirpse im Trotzalter wollen vieles, was sie noch nicht können – denken Sie z. B. nur an die „widerspenstige“ Strumpfhose, die sich partout nicht alleine anziehen lassen will ... Da ist Frustration vorprogrammiert, mit der Ihr Kind erst einmal fertig werden muss. Gleichzeitig „funktionieren“ auch die geliebten Eltern plötzlich nicht mehr so, wie es sich das vorstellt. Sie verbieten ihm etwas oder wenden sich gar ab – kurz, sie setzen Grenzen. Und das führt bei Ihrem Kind zu einer Art „Panikreaktion“, dem Trotzanfall. Es ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in der Lage, die Situation zu überblicken, fühlt sich verzweifelt und kann dem Chaos seiner Gefühle nicht mehr Herr werden.
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Mein Tipp: |
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Stellen Sie sich vor, wie Sie sich fühlen, wenn Sie wütend und/oder verzweifelt sind, weil gar nichts so funktioniert, wie Sie es sich wünschen. Denken Sie daran, was Sie selbst brauchen, wenn Sie das Gefühl haben, dass die ganze Welt gegen Sie ist. So können Sie sich besser in IhrKind einfühlen und liebevoller in dieser schwierigen Situation reagieren. |
Trotzphase: Wie viel Konsequenz muss sein?
Da Sie jetzt um das Gefühlschaos und die Verzweiflung Ihres Kindes im Trotzanfall wissen, wird es Ihnen leichter fallen, ihm gerade in dieser Phase besonders viel Aufmerksamkeit und Zuwendung zu schenken. In einer Entwicklungsphase, in der es ohnehin Probleme mit der Anpassung an die Welt hat, sind zusätzliche Einschränkungen und Strafen das letzte, was Ihr Kind jetzt brauchen kann.
Das heißt allerdings nicht, dass Sie Ihrem Kind alles durchgehen lassen sollten. Wägen Sie ab, was in der aktuellen Situation erforderlich ist und was gegen Ihre Prinzipien spricht. Bekommt Ihr Kind kurz vor dem Mittagessen einen Wutanfall, weil Sie ihm einen Keks verweigern, sollten Sie standhaft bleiben und allenfalls kurz begründen, warum es jetzt nichts bekommt.
Trotz allen Protestgeheuls sollten Sie also bei den geltenden Grenzen und Regeln fest bleiben. Oft muss ein klares „Nein“ einfach sein, auch wenn es auf noch so heftige Gegenwehr stößt. Lassen Sie sich nicht auf längere Diskussionen ein und sparen Sie sich ausführliche Erklärungen: Trotz ist etwas sehr Emotionales. In diesem Moment dringen Sie mit vernünftigen Erklärungen gar nicht zu Ihrem Kind durch. Erklärungen machen erst dann wieder Sinn, wenn der Trotzanfall vorüber ist und Ihr Kind Ihnen wieder zuhören kann. Wenn sich Ihr Kind sehr in seinen Ärger hineinsteigert, sollten Sie versuchen, es zu beruhigen und aus der Situation herauszuholen. Ist es derart wütend, dass es sprichwörtlich mit dem Kopf durch die Wand will, können Sie es sanft, aber konsequent auf dem Schoß festhalten, um zu vermeiden, dass es sich verletzt.
Sie tun sich und Ihrem Kind keinen Gefallen, wenn Sie seinen Trotzanfällen zu häufig nachgeben. Die Kleinen sind äußerst lernfähig! Wenn Ihr Kind merkt, dass es mit seinen Protesten Erfolg hat, wird es immer wieder Wutanfälle einsetzen, um etwas zu erreichen – auch nach der eigentlichen Trotzphase!










Ihr Beitrag ist so gut, dass man damit gut und sicher durch die Trotzphase kommen kann. Ich möchte gern einfach Ihren letzten Satz noch einmal wiederholen: "Wenn Ihr Kind merkt, dass es mit seinen Protesten Erfolg hat, wird es immer wieder Wutanfälle einsetzen, um etwas zu erreichen - auch nach der eigentlichen Trotzphase!"