Viele Eltern hätten gerne mehr Zeit für ihre Kinder zum Spielen, doch leider klappt das nicht immer. Dabei schadet es Kindern keineswegs, wenn sie lernen, dass Mama oder Papa nicht ständig als „Unterhalter“ zur Verfügung stehen.
Eltern können nicht zur jeder Tageszeit mit dem Kind spielen und das sollte das Kind auch wissen
Behalten Sie im Hinterkopf, dass es bei der Zeit, die Sie mit Ihrem Kind verbringen, mehr auf die Qualität als auf die Quantität ankommt. Eine halbe Stunde intensives Spiel ist wertvoller für Ihr Kind als mehrere Stunden, die es quasi „nebenbei“ bei der Hausarbeit mitläuft, ohne dass Sie wirklich richtig Zeit haben. Das hilft Ihnen, nicht so schnell in die „Schuldfalle“ zu tappen, wenn sich Ihr Kind alleine beschäftigen muss. Haben Sie einmal überhaupt keine Zeit, wenn Ihr Kind mit Ihnen spielen will, sollten Sie das auch ehrlich sagen. Geben Sie nämlich widerwillig nach, wird es bemerken, dass Sie mit den Gedanken woanders sind oder innerlich auf dem Sprung sind. Das ist weder für Sie noch für Ihr Kind ein angenehmer Zustand. Auch Eltern brauchen manchmal dringend eine Pause, etwa wenn sie geschafft von der Arbeit kommen. Ein drei bis sechsjähriges Kind kann schon verstehen, dass Sie sich erst einmal ausruhen und nicht sofort mit ihm spielen wollen. Sie sollten es aber zumindest herzlich begrüßen, damit es sich nicht abgeschoben vorkommt. Erklären Sie ihm geduldig, dass Sie sich erst einmal hinsetzen wollen, dafür dann aber umso lieber mit ihm spielen werden.
Eltern sollten Zeit richtig einteilen und zum Spielen mit dem Kind intensiv nutzen
Auch wenn Ihre Zeit knapp bemessen sein sollte, weil Sie berufstätig sind, gibt es einige Regeln, die Sie als Eltern einhalten sollten:
Halten Sie Ihre Versprechen! Haben Sie Ihrem Kind versprochen, dass Sie zu einer bestimmten Zeit mit ihm spielen oder am Wochenende gemeinsam etwas unternehmen, muss es sich darauf auch verlassen können, dass es der Wahrheit entspricht, was die Eltern sagen.
Reservieren Sie jeden Tag eine bestimmte Zeit nur für Ihr Kind. Haben Sie mehrere Kinder, sollte es zumindest ein bis zwei Tage in der Woche geben, an denen jedes Kind Sie ganz für sich alleine hat. Idealerweise findet das immer um dieselbe Uhrzeit statt, sodass sich Ihr Kind schon auf diesen festen Zeitpunkt im Tagesablauf freuen kann. Kann es sich fest auf die gemeinsame Zeit verlassen, quengelt es oft die übrige Zeit des Tages weniger.
Führen Sie einen „Kindertag“ pro Woche ein. An diesem Tag darf sich Ihr Kind wünschen, was es mit den Eltern unternehmen möchte. Jedes Spiel wird so lange gespielt, bis es auch tatsächlich zu Ende ist. Durch diese ungeteilte Aufmerksamkeit zeigen Sie Ihrem Kind Ihre Liebe, und es kann Phasen, in denen Sie mal weniger Zeit haben, leichter wegstecken.
Wenn Sie Ihr Kind auf später vertrösten müssen, können Sie ihm z. B. vorschlagen, schon einmal im Kinderzimmer etwas vorzubereiten, was es nachher mit Ihnen machen möchte. Vielleicht will es schon einmal die Legosteine herausholen, Bilderbücher aussuchen oder unter dem Tisch eine Höhle bauen? So steigt die Vorfreude, und weil Ihr Kind beschäftigt ist, fällt ihm auch das Warten auf die Eltern nicht so schwer. Wichtig ist, dass Sie Ihrem Kind freie Wahl lassen, was es machen möchte, und es nicht mit einer bestimmten „Spielaufgabe“ wegschicken.
Laden Sie Ihr Kind ein mitzuhelfen. Wenn Sie Hausarbeit machen müssen, können Sie Ihr Kind spielerisch einbinden. Sagen Sie statt „Ich muss jetzt die Betten machen“ doch lieber „Möchtest du mir helfen, die Kissen aufzuschütteln?“ Hängen Sie Wäsche auf, kann Ihr Kind z. B. die Klammern anreichen und dabei nach Farben sortieren oder eine bestimmte Anzahl abzählen.









