Kommentare:
Neurodermitis
© didesign - Fotolia.com

Die richtige Pflege bei Problemhaut und Ekzemen

Allergien, Neurodermitis und Co.

Wenn Ihr Kind eine erhöhte Allergieneigung hat oder sich erste Ekzeme auf der Haut zeigen, sollten Sie einige wichtige Grundsätze beim Waschen, Baden und Cremen beachten. Oft lässt sich damit das Schlimmste – eine Neurodermitis bei Kindern – verhindern. 

Expertenrat von 

Immer mehr Kinder leiden unter quälendem Juckreiz und geröteter oder nässender Haut – sie haben Neurodermitis. Wenn auch Ihr Kind betroffen ist, sollten Sie keinesfalls in Eigenregie herumprobieren, was als Auslöser (z. B. Nahrungsmittelallergie) in Frage kommt und welche Creme am besten hilft.

Gehen Sie bitte bei Ekzemen und dem Verdacht auf Neurodermitis unbedingt mit Ihrem Kind zum Kinder- oder Hautarzt, vorzugsweise zu einem, der auch auf Allergien spezialisiert ist (erkennbar an der Zusatzbezeichnung Allergologie). Besteht jedoch lediglich eine Allergieneigung oder ausgeprägt trockene Haut, eventuell mit wenigen kleinflächigen Rötungen oder mal ein paar Pickelchen, dann können Ihnen die Hautpflege-Tipps in diesem Beitrag helfen. Das gilt auch für den Fall, dass Ihr Kind zwar Neurodermitis hat, die Haut derzeit aber erscheinungsfrei ist.

Hautpflege: Die richtige Pflege ist die beste Vorbeugung gegen Neurodermitis

Ganz gleich, ob bisher nur ein Verdacht besteht oder Ihr Kind bereits an einer Neurodermitis leidet: Sie können mit der richtigen Hautpflege Krankheitsschübe verhindern und Ihrem Kind Medikamente ersparen. Nehmen Sie es mit der Hautpflege deshalb lieber ganz genau. Cremen Sie Ihr Kind auch dann regelmäßig – falls nötig mehrmals täglich – und am gesamten Körper ein, wenn die Haut gut aussieht!

Produktempfehlung


Pflegeprodukte von Lavera für Ihr Baby

Die Achtung der zarten Babyhaut und der behutsame Umgang damit, bei gleichzeitiger sanfter Pflege, ist es, der einige Eltern zu einer der bekanntesten Marken im Bereich Naturkosmetik greifen lässt, zu Lavera Naturkosmetik...

Bei erhöhter Allergieneigung mit sehr trockener Haut und bei Neurodermitis ist nämlich das Wasserbindungsvermögen der Haut gestört. Dadurch wird die Haut rau und anfällig. Bakterien und Allergene können leichter eindringen und den Hautzustand durch die entstehende Entzündung weiter verschlechtern. Der Juckreiz nimmt zu, und wenn Ihr Kind dann vermehrt kratzt, wird die Haut weiter geschädigt – ein richtiger Teufelskreis. Mit dem täglichen Eincremen führen Sie der Haut Fett und Feuchtigkeit zu und machen sie damit widerstandsfähiger. Doch Achtung: Die Haut jedes Kindes reagiert anders! Deshalb müssen Sie die Pflege unbedingt individuell an den Hautzustand Ihres Kindes anpassen, am besten in Absprache mit dem Arzt.

Hautpflege: Diese Bäder machen die Haut bei Neurodermitis weich

Bevor wir Ihnen heilende und pflegende Bäder vorstellen, noch ein ganz wichtiger Hinweis: Die beschriebenen Bäder werden von den meisten Kindern vertragen. Dennoch kann es möglicherweise vorkommen, dass gerade Ihr Kind darauf reagiert. Bei einer schweren Weizenallergie ist ein Kleiebad nicht zu empfehlen, wie auch ein Molkebad bei ausgeprägter Milchallergie zu Reaktionen führen kann. Nehmen Sie Ihr Kind sofort aus der Wanne, wenn

  • es sich zu kratzen beginnt,
  • Hautrötungen auftreten oder
  • es sich im Badewasser sichtlich unwohl fühlt.
Produktempfehlung


Töpfer Babycare Ölbad

Wertvolles Olivenöl umhüllt die Haut beim Baden mit einem natürlichen Schutzmantel. Im Badewasser wird das Olivenöl erwärmt und verstärkt dadurch seine pflegende Wirkung...

Rückfettende Badezusätze (z. B. Balneum Hermal®-Ölbad, 200 ml 7,66 €, oder Linola-Fett® N Ölbad, 200 ml 8,94 €) führen der Haut schon beim Baden Fett zu.

Ein Molkebad ist nicht nur bei trockener oder schuppiger Haut geeignet, sondern lindert auch die Beschwerden bei juckenden Hautausschlägen. Nehmen Sie für ein Bad in der großen Wanne zwei Liter Trinkmolke (gibt es in gut sortierten Supermärkten oder im Reformhaus) oder acht gehäufte Esslöffel Molkepulver (z. B. von Heirler). Für ein Babybad genügt jeweils ein Viertel der Menge, also ein halber Liter oder zwei Esslöffel. Ein sehr angenehmer fertiger Badezusatz aus Molke mit Sonnenblumenöl, Ringelblume und Kamille ist das Mokobella Baby-Molkebad.

Kleiebäder reinigen die Haut sanft und schonend. Sie sind wegen ihrer hautberuhigenden Wirkung besonders für Kinder mit Ekzemen geeignet. Leider sind sie etwas aufwändiger in der Selbstherstellung. Verrühren Sie ein Kilogramm Weizenkleie in drei Litern kaltem Wasser und lassen Sie die Mixtur über Nacht stehen. Am nächsten Tag kochen Sie den Brei auf und lassen ihn 15 Minuten abgedeckt ziehen. Dann seihen Sie die Flüssigkeit ab und geben sie zum Badewasser.

Für ein Babybad in der kleinen Wanne genügen 500 Gramm Kleie. Wenn Ihnen die Zubereitung zu mühsam ist, können Sie auf bewährte Fertigprodukte wie das Töpfer Kleie Kinderbad zurückgreifen, das durch den Zusatz ätherischer Öle allerdings nicht ganz so allergenarm ist!

Die beste Pflege für trockene, empfindliche Kinderhaut

Bei sehr trockener Haut sollten Sie Ihr Kind regelmäßig morgens und abends eincremen. Achten Sie darauf, dass die verwendeten Produkte möglichst dermatologisch getestet sind. Sie sollten als reine Basispflege keine arzneilich wirksamen Inhaltstoffe wie Harnstoff, juckreizstillende Substanzen oder Vitamine enthalten. Zudem sollten sie frei von synthetischen Duft-, Farb- und  Konservierungsstoffen sein.

Für die Pflege trockener und empfindlicher Haut können beispielsweise Auszüge aus Heilpflanzen wie Kamille und Ringelblume verwendet werden. Sie wirken hautberuhigend und  Entzündungshemmend. Aber Achtung: Kinder mit Allergieneigung können auch auf natürliche Pflegeprodukte reagieren! Kamille und Ringelblume z. B. gehören zur Familie der Korbblüter und dürfen deshalb nicht bei entsprechenden Allergien eingesetzt werden. Die ständige oder wiederholte großflächige Anwendung solcher Produkte auf offenen nässenden Hautstellen fördert die Entstehung einer Allergie!

Pflanzliche Fette wie Jojoba-, Mandel- und Sonnenblumenöl dringen besser in die Haut ein als beispielsweise Paraffin-Öl und sind deshalb zu bevorzugen. Doch auch hier gibt es eine Einschränkung: Das ebenfalls pflanzliche Erdnussöl scheint einer Studie aus dem Jahr 2003 zufolge die Entstehung von Erdnussallergien zu fördern. Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass die Anwendung erdnussölhaltiger Pflegeprodukte auf nässenden Ekzemstellen in den ersten sechs Lebensmonaten den Hauptrisikofaktor für die Entwicklung einer Erdnussallergie darstellt.

Verträglich sind als Basispflege in vielen Fällen Bübchen- Produkte aus der Calendula-Serie (mit natürlichen Inhaltsstoffen, ohne künstliche Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe sowie Paraffin) und Pflegeprodukte aus der Serie „lavera Baby & Kinder neutral“.

Mein Tipp zur Hautpflege bei Kindern:
Wenn Sie ein neues Pflegeprodukt anwenden wollen, sollten Sie dieses zunächst austesten und zwei Tage lang morgens und abends in einer Ellenbeuge oder Kniekehle auftragen. Zeigt sich keine Reaktion, können Sie den ganzen Körper damit eincremen.

Um zu ermitteln, welche von zwei Cremes oder Salben Ihrem Kind besser bekommt oder bei Ekzemen besser hilft, können Sie einen Halbseitenversuch starten. Suchen Sie dazu zwei in etwa gleich stark betroffene Hautareale aus (z. B. beide Arme, beide Ellenbeugen oder beide Fußgelenke). Tragen Sie auf der einen Seite das bisherige Produkt und auf der anderen das Alternativprodukt auf. Nach etwa einer Woche können Sie beurteilen, welche Seite besser aussieht, das heißt, welches Produkt das geeignetere für Ihr Kind ist.

Diesen Artikel weiterlesen?
mehr erfahren...

Die 5 wichtigsten Hautpflege-Tipps für Problemhaut sowie eine große Tabelle mit Cremes und ihren wichtigsten Wirkstoffen und ihrer Wirkung, sehen Sie exklusiv an dieser Stelle als Abonnent von „Gesundheit und Erziehung für mein Kind“

Diesen Artikel freischalten

Dies ist ein Premium-Inhalt auf Elternwissen.com, der nur Abonnenten unserer monatlichen Eltern-Ratgeber angezeigt wird.

Wenn Sie diesen Artikel weiterlesen möchten, können Sie hier ein 30-tägiges Test-Abonnement abschließen.

Bitte wählen Sie Ihr Wunsch-Produkt aus:

Sie sind bereits Premium-Mitglied?

Geben Sie hier Ihren Benutzernamen und Passwort ein:

Mehr zum Thema von unseren Elternwissen-Experten

Kommentare zu "Die richtige Pflege bei Problemhaut und Ekzemen"

  • Martin schreibt am 18.08.2016

    Ich habe gute Erfahrungen mit Aleppo-Seife gemacht.
  • Lydia schreibt am 18.12.2012

    Sehr geehrte Frau Dr.Schmelz,
    bei meinem Sohn (8 Monate) ist vor 4 Wochen die Diagnose allergisches Ekzem festgestellt worden (er hatte dieses aber wohl schon, als er ausschließlich gestillt wurde). Wir haben am Anfang täglich 2mal und jetzt bei Bedarf die betroffenen Hautstellen mit einer Teer-Schüttellösung (Ichthyol 5%, Lotio alba acl 100,0) bestrichen und cremen den ganzen Körper 1mal täglich mit Hans Karrer Lipolotion Microsilber ein. Außerdem sollten wir den Abendbrei wieder mit HA-Milch anrühren, nicht mit normaler Babymilch (Kuhmilch haben wir noch nie verwendet). Auch keinen Apfel. Und bis zum Ende des ersten Lj. keine neuen Lebensmittel oder Obstsorten und nicht so viel Abwechslung, da das angeblich die Allergiebereitschaft erhöht. - Andererseits habe ich jetzt aber auch gehört, dass man gerade im ersten Lj. soviel Neues wie möglich geben soll an Lebensmitteln, damit der Körper sich dran gewöhnt und eben nicht so viele Allergien entstehen. Soll ich mich an die Anweisungen meines Hautarztes halten oder sind diese eher etwas veraltet? Können Sie mir einen Rat geben?
    Liebe Grüße
    Lydia
Sagen Sie Ihre Meinung und schreiben Sie einen Kommentar!




Warum stellen wir so dumme Fragen?
Hinweis: aus rechtlichen Gründen erscheint Ihr Kommentar nicht sofort, sondern muss zuerst durch einen Moderator freigeschaltet werden.
Spamschutz

Der Grund, weshalb wir Sie nach der Geburt fragen, ist die Vermeidung von Spam durch automatisierte Spam-Bots.

Solche Spam-Bots versuchen durch massenhafte Einträge von Links in Kommentarfeldern und Gästebüchern Traffic für ihre Angebote zu erzeugen. Daher stellen wir einfache Fragen, die ein echter Nutzer ohne Probleme beantworten kann, während automatisierte Spam-Bots daran meist scheitern (Captcha-Test).

Eine Alternative zu solchen individuellen Fragen sind Bild-Captchas, bei denen verzerrt dargestellte Buchstaben oder Zahlen abgetippt werden müssen. Aufgrund des erhöhten "Nerv-Faktors" dieser Bild-Captchas haben wir uns für aber für erstere Variante entschieden.

Kostenlose Tipps zum Thema "Allergien bei Kindern" per E-Mail

Sollen wir Sie mit neuen Tipps und Artikeln zum Thema "Allergien bei Kindern" kostenlos per E-Mail auf dem Laufenden halten?