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Schlafendes Kind mit Kuscheltier
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Zähneknirschen: Wie Sie als Eltern auf sanfte Weise helfen können

Alternative Heilmethoden

Wenn Kinder mit den Zähnen mahlen und knirschen, kann das ganz schön nerven. Ob es sich dabei nur um eine lästige Angewohnheit oder sogar um einen behandlungsbedürftigen krankhaften Zustand handelt, ist für Eltern nicht leicht festzustellen. Das Zähneknirschen (medizinische Fachsprache: Bruxismus) ist nicht nur unter gestressten Erwachsenen weit verbreitet, auch immer mehr Kinder beißen nachts beim Schlafen ihre Kiefer so fest aufeinander, dass laute Knirschgeräusche entstehen. Ich verrate Ihnen, wie Sie Ihrem Kind auf natürliche Weise helfen können. 

Expertenrat von 
Dana Kümmeler, Heilpraktikerin

Kleine Kinder unter drei Jahren knirschen häufig mit den Zähnchen. Das ist im Rahmen der Wachstumsprozesse des Kopfes und der Zahnbildung völlig normal. Spätestens wenn die ersten bleibenden Zähne mit etwa sechs Jahren da sind, sollte das Knirschen aber aufhören. Ist das nicht der Fall, gilt es, die Ursachen zu klären, denn dann drohen folgende Schäden:

  • Durch das Aufeinanderreiben des Ober- und Unterkiefers kann der Zahnschmelz geschädigt werden.
  • Die Zähne können sich lockern.
  • Die Zahnhälse werden empfindlich.
  • Die Zahnnerven werden auf Dauer angegriffen.
  • Durch das nächtliche Zähneknirschen fehlt Ihrem Kind die Erholung des Schlafes, was zu Tagesmüdigkeit und Konzentrationsstörungen führen kann.
  • Es kann zur Verkrampfung der Kiefer- und Gesichtsmuskeln, Nacken- und Rückenschmerzen sowie zu
  • späteren Haltungsproblemen kommen

Knirschen mit den Zähnen: Mögliche Ursachen

  • Fehlstellungen des Kiefers: Lassen Sie durch einen Zahnarzt oder Kieferorthopäden klären, ob als Ursache für das Zähneknirschen eine Fehlstellung des Kiefers verantwortlich ist.
  • Aufmerksamkeit einfordern: Manche Kinder erreichen durch permanentes Zähneknirschen, dass ihre Eltern sich ihnen zuwenden. Dinge zu tun, die den Eltern nicht gefallen, bringt Aufmerksamkeit – wenn auch negative. Hier ist sorgfältiges Beobachten gefragt, damit dieses Verhalten durch promptes Reagieren nicht noch verstärkt und zu einer schlechten Angewohnheit wird.
  • Stressabbau: Immer mehr (auch jüngere) Kinder leiden unter innerer Anspannung, Stress und Leistungsdruck. Das macht sich häufig bemerkbar als Nägelkauen, Nagelhaut abbeißen, Bettnässen, durch nervöse Ticks, aber eben auch durch festes Aufeinanderpressen der Kiefer und Zähneknirschen.

Zähneknirschen aus ganzheitlicher Sicht

Können Wut und Aggressionen im Tagesverlauf nicht angemessen zum Ausdruck gebracht werden, kompensieren viele Menschen das nachts durch starkes Aufeinanderbeißen der Zähne. Dadurch wird die angestaute innere Anspannung abgebaut. Darin liegt auch die Lösung des Problems: Wahrnehmung und Umgang mit der eigenen Wut sowie konstruktives Abreagieren der Aggressionen etwa durch Bewegung, Entspannung und Stressabbau. Verbieten Sie Ihrem Kind nicht, seine Wut zu zeigen, sondern geben Sie ihm die Möglichkeit, seinen Frust und seine Wut herauszulassen.

Mein Tipp:

Beobachten Sie Ihr Kind, wenn Sie feststellen, dass es nachts wiederholt mit den Zähnen knirscht. Überlegen Sie, ob Ihr Kind durch Schule, „Freizeitstress“ und/oder eventuell familiäre Konflikte überfordert ist, und machen Sie sich Gedanken darüber, wie Sie Ihr Kind entlasten können. Unterstützen Sie es, indem Sie ihm zeigen, dass Leistung nicht alles ist. Nehmen Sie Druck aus seinem Leben und lassen Sie es einfach nur Kind sein.

Wie behandelt die Schulmedizin nächtliches Zähneknirschen?

Ein Bruxismus wird normalerweise durch Anpassen einer sogenannten „Beißerschiene“ behandelt. Üblich ist eine metallverstärkte Kunststoffschiene, die individuell angefertigt wird und über Nacht wie eine Schutzkappe über die Zähne gestülpt wird. Diese Schiene soll verhindern, dass sich das Gebiss durch das Knirschen abnutzt. Jedoch nicht jedes Kind akzeptiert diese Schiene. Eine solche Behandlung stellt außerdem keine wirkliche Lösung des Problems dar, denn an der Ursache der inneren Anspannung wird mit dieser Schiene nichts geändert.

Schulstress und Leistungsdruck: Kaum ein Kind kann sich dem heutzutage noch entziehen. Jetzt mehr erfahren...

So können Sie Ihrem Kind auf natürliche Weise helfen:

Mineralstoff Magnesium hilft bei erhöhter innerer Anspannung

Mineralstoffmangel ist heutzutage ein weit verbreitetes Problem, da wegen der ausgelaugten Böden und der Verwendung von Kunstdünger unsere Lebensmittel nicht mehr alle Vitalstoffe enthalten. Insbesondere Magnesium ist ein wichtiger Mineralstoff, der für die Muskeltätigkeit und das Nervensystem wichtig ist. So steigt der Magesium-Bedarf enorm an, wenn ein Mensch unter Stress steht. Ein Magnesium mangel kann sich in vielen Symptomen äußern und ist nicht so einfach nachweisbar. Bei erhöhtem Stress sowie gesteigerter innerer Anspannung und Nervosität ist es jedoch sehr einfach, für eine ausreichende Magnesiumzufuhr zu sorgen.

  • Über die Ernährung: Magnesiumreiche Lebensmittel sind beispielsweise Quinoa, Amaranth, Kürbis- und Sonnenblumenkerne sowie Blattgemüse und Mandeln.
  • Über Magnesiumöl zum Einreiben auf die Haut: Reiben Sie Arme, Beine und Rücken Ihres Kindes vor dem Schlafengehen mit Magnesiumöl ein. Der Entspannungseffekt ist sofort spürbar (z. B. Magnesiumöl aus Magnesiumchlorid von Zechstein, 1 Liter ca. 27 €
  • Durch ein Magnesium-Bad: Ein entspannendes Magnesium-Bad vor dem Schlafengehen ist eine Wohltat. Geben Sie hierzu Magnesium-Flakes von Zechstein (1 kg Magnesium-Flakes auf 50 Liter Wasser) in die Badewanne, und lassen Sie Ihr Kind möglichst lange im gut warmen Wasser baden.

Schüßler-Salze für gute Nerven

  • Schüßler-Salz Nr. 2 Calcium phosphoricum: Dieses Salz stärkt nicht nur die Zähne, es hat auch eine entspannende Wirkung auf die Kau- und Kiefermuskulatur (morgens 2 bis 3 Tabletten im Mund zergehen lassen).
  • Schüßler-Salz Nr. 5 Kalium phosphoricum: „Nervensalz“, regeneriert die Nerven und stärkt den Organismus bei seelischer Erschöpfung ebenso wie bei starker Nervenanspannung (in den frühen Nachmittagsstunden 2 bis 3 Tabletten im Mund zergehen lassen).
  • Schüßler-Salz Nr. 7 Magnesium phosphoricum: Das Salz für Nerven und Muskeln (Eine Stunde vor dem Schlafengehen 10 Tabletten als „heiße 7“ in einer Tasse heißem Wasser auflö- sen und langsam davon schluckweise trinken lassen).

Homöopathie bei Zähneknirschen

Da eine Bestimmung des passenden homöopathischen Mittels nicht einfach ist, ziehen Sie bitte einen Experten (Heilpraktiker/Homöopathen) zu Rate. Das gilt auch für die Wahl von BachBlüten.

Auspowern gegen aufgestaute Anspannung

Langes Sitzen in der Schule, vor den Hausaufgaben, dann vor dem Fernseher und/oder Computer kann dazu führen, dass sich die innere Anspannung Ihres Kindes ins Unermessliche steigert. Damit sich dieser Zustand nicht explosionsartig in aggressiven Ausbrüchen einen Weg nach außen sucht, achten Sie auf einen angemessenen Ausgleich, um den inneren Druck abzubauen, in dem sich Ihr Kind regelmäßig befindet.

Entspannungsübungen bei Zähneknirschen

Schenken Sie Ihrem Kind Aufmerksamkeit und Zeit: Lesen Sie ihm abends vor dem Schlafengehen Märchen oder schöne Fantasiegeschichten vor. Für ältere Kinder (ab sechs Jahren) sind progressive Muskelentspannung nach Jacobsen und autogenes Training gut geeignet. Diese Methoden sollten in Kursen erlernt werden; viele Volkshochschulen bieten entsprechende Kurse auch für Kinder an.

Bach-Blüten für das seelische Gleichgewicht

Bach-Blüten können Ihr Kind dabei unterstützen, wieder ins seelische Gleichgewicht zu kommen. Sie sollten für Kinder verdünnt werden: Geben Sie 1 Tropfen aus dem Originalfläschchen in ein Glas stilles Wasser, und lassen Sie Ihr Kind dreimal täglich einen kleinen Schluck davon nehmen. Vor allem folgende Essenzen können Ihrem Kind bei innerer Anspannung helfen:

  • Agrimony brauchen Kinder, die seelisch belastet sind, Probleme verdrängen und nicht darüber sprechen. Diese Kinder gehen Konflikten gerne aus dem Weg.
  • Holly brauchen Kinder mit aggressiven Gefühlen, Wut, Reizbarkeit, Ärger, Rachsucht, Missgunst und Eifersucht.
  • Impatiens brauchen Kinder, die ungeduldig, nervös, überreizt und innerlich hektisch sind.
  • White Chestnut brauchen Kinder mit qualvollen schmerzhaften Gedanken, die sich innerlich zwanghaft immer mit den gleichen Themen auseinandersetzen.

Aroma-Therapie beruhigt das Nervensystem

Ätherische Pflanzenöle haben eine entspannende, wohltuende Wirkung auf das Nervensystem, auf Stimmung und Emotionen. Bei innerer Anspannung sind insbesondere Lavendel- und Melissenöl geeignet. Tragen Sie vor dem Schlafengehen einige Tropfen des Öls auf beide Seiten des Oberkiefers (kurz vor dem Ohransatz) auf, und massieren Sie das Öl leicht in die Kiefermuskeln ein. Sie können die Öle auch in einer Duftlampe im Raum vernebeln oder als Duftsäckchen ins Kinderbett legen. Achten Sie darauf, dass Sie 100 % reine naturbelassene Öle verwenden. Die ätherischen Öle von Primavera sind aus biologischem Anbau und zu 100 % naturrein. Sie sind in Bioläden erhältlich. Ätherische Öle sollten geschützt vor Kindern aufbewahrt werden, sie sind nicht dazu geeignet, sie oral einzunehmen!

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