Wenn ein Baby Schnupfen hat, ist das nicht nur unangenehm für das Kleine, sondern führt auch dazu, dass es Schwierigkeiten beim Trinken hat, weil es durch die verstopfte Nase nicht atmen kann. Bevor Sie Ihrem Kleinen als letzte Möglichkeit ein abschwellendes Nasenspray (z. B. Nasivin® sanft 0,01 % für Babys) geben, sollten Sie erst alle natürlichen Möglichkeiten ausschöpfen.
Wichtig, wenn Ihr Baby Schnupfen hat: Bitte gehen Sie mit Ihrem Baby zum Arzt und lassen Sie es untersuchen, wenn es Fieber hat, Beschwerden wie Ohrenschmerzen oder Husten auftreten Oder die Erkältung nach zehn Tagen nicht abgeklungen ist.
So bekommt Ihr Baby bei Schnupfen wieder eine freie Nase
Die einfachste Möglichkeit: Wenn Sie stillen, können Sie Ihrem Baby ein bis zwei Tropfen Muttermilch in jedes Nasenloch geben, um vor dem Stillen die Nase frei zu machen. Wenn Sie nicht stillen, können Sie Ihrem Baby physiologische Kochsalzlösung (gibt es fertig in jeder Apotheke) in die Nase träufeln oder nach den folgenden Rezepten Nasentropfen selbst herstellen:
Für Salz-Nasentropfen brauchen Sie 500 Milliliter (ml) Leitungswasser sowie einen Teelöffel Kochsalz oder Meersalz. Kochen Sie das Wasser ab und lösen Sie das Salz darin auf. Füllen Sie die Nasentropfen in ein sauberes Fläschchen mit Pipette oder Zerstäuber (aus der Apotheke oder das saubere Gläschen eines früheren Nasensprays nehmen). Sie halten sich im Kühlschrank etwa zwei Tage und sollten dann neu angesetzt werden.
Für Kamillen-Nasentropfen brauchen Sie 50 ml frisch gekochten Kamillentee (1 Teelöffel Kamillenblüten auf 200 ml kochendes Wasser, Ziehzeit 10 Minuten) sowie zwei leicht gehäufte Teelöffel Traubenzucker. Lösen Sie den Traubenzucker im noch warmen Tee auf und füllen Sie die Nasentropfen wie oben in ein sauberes Fläschchen. Im Kühlschrank ebenfalls zwei Tage haltbar.
Die Dosierung ist für beide Sorten Nasentropfen gleich: Geben Sie mehrmals täglich in jedes Nasenloch zwei bis drei Topfen bzw. Hübe, insbesondere vor den Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen.
Mein Tipp: Weil Babys noch nicht schnäuzen können, werden sie den Schleim, der ihre Nase verstopft, ohne Ihre Hilfe nicht los. Besorgen Sie sich in der Apotheke einen Mucex- Schleimabsauger für Neugeborene (kostet etwa 2 bis 3 ?). Dieser funktioniert wesentlich besser als die herkömmlichen Baby-Nasensauger, bei denen man mit einer Art „Klistier“ einen Unterdruck erzeugt, um die Nase freizusaugen.
Ein Fingerdruck lässt Ihr Baby bei Schnupfen wieder durchatmen
Direkt neben dem Außenrand des Nasenflügels, seitlich neben dem Nasenloch, befindet sich in einem Grübchen der Akupressurpunkt Dickdarm 20 (Di 20, siehe Abbildung 1), der Ihr Baby wieder freier durchatmen lässt. Der zweite Punkt Dickdarm 4 (Di 4, siehe Abbildung 2) befindet sich an der Hand. So finden Sie ihn am leichtesten: Legen Sie die Hand Ihres Kindes auf eine ebene Unterlage (z. B. Tisch), fassen Sie seinen Daumen und legen Sie ihn an den Zeigefinger an. Der Punkt befindet sich genau auf dem Hautwulst, der sich zwischen Daumen und Zeigefinger bildet. Zur Behandlung wird der Daumen dann wieder leicht abgespreizt.
Massieren Sie diese Punkte sanft (speziell Di 4 ist recht empfindlich!) mit der Spitze des kleinen Fingers in einer kreisenden Bewegung im Uhrzeigersinn. Stimulieren Sie beide Punkte sowohl auf der rechten als auch auf der linken Seite jeweils etwa 30 Sekunden lang (bei größeren Kindern bis zu 60 Sekunden).
Mein Tipp: Bei den Kleinsten in den ersten Lebensmonaten wirkt außerdem Sambucus D12 (oder D6) oft wie ein Zaubermittel. Geben Sie 2- bis 3-mal täglich 5 Globuli (rezeptfrei in der Apotheke; 10 Gramm kosten 6,97 ?; Firma: DHU, Karlsruhe).
Auch die Zwiebel hilft Babys bei Schnupfen und Erkältung
Die Zwiebel ist ein altes, hoch geschätztes Heilmittel bei Erkältungen und wohl in jedem Haushalt zu finden. Richtig angewendet, ist sie schon für Babys verträglich. Die nachfolgend beschriebenen Zwiebelsocken sind für Kinder ab sechs Monaten geeignet; sie helfen auch bei Fieber und Ohrenschmerzen. Mit dem Zwiebelsäckchen können Sie Ihrem Baby bereits in den ersten Lebenswochen helfen.
Zwiebelsocken sollten schon bei den ersten Anzeichen einer Erkältung eingesetzt werden und können den vollen Ausbruch des Infektes eventuell noch verhindern. Wichtig ist, dass Ihr Kind vor und während dieser Anwendung immer warme Füße hat!
Sie brauchen:
- eine kleinere Zwiebel
- ein Stück Mullbinde, am besten elastisch
- Heilwolle oder Baumwollwatte
- Wollsocken
- Wärmflasche
So geht’s:
1. Zwiebel schälen und in Scheiben von gut 5 mm Dicke schneiden. Zwiebelscheiben im Wasserdampf auf einem Dämpfeinsatz (erhältlich in Haushaltswarengeschäften) oder im umgedrehten Topfdeckel in einem Topf mit kochendem Wasser erwärmen.
2. Überprüfen Sie die Temperatur der Zwiebelscheiben (Ihr Kind darf sich nicht daran verbrennen!) und legen Sie sie auf die Fußsohlen Ihres Babys. Meist genügt eine Zwiebelscheibe, bei einem größeren Kind brauchen Sie natürlich mehrere Scheiben, um die Fußsohlen ganz zu bedecken. Dann Heilwolle oder Watte auflegen und alles mit der Mullbinde festwickeln, jedoch nicht zu eng, damit die Durchblutung der Füße nicht abgeschnürt wird. Wollsocken darüber ziehen.
3. Legen Sie die mit warmem Wasser gefüllte Wärmflasche (Wasser nicht heißer als 40 bis 45 Grad!) zu den Füßen Ihres Babys, um die Zwiebelsocken warmzuhalten.
4. Die Zwiebelsocken dürfen ein bis drei Stunden liegen bleiben. Meist genügt eine einmalige Anwendung. Wenn es ganz schnell gehen soll, können Sie die Zwiebel auch hacken und roh auflegen.
Ein Zwiebelsäckchen wirkt schleimlösend und desinfizierend. Um Ihrem Baby bei Schnupfen die Atmung zu erleichtern, hängen Sie es im Abstand von gut einem Meter zum Bettchen auf.
Sie brauchen:
- eine Zwiebel
- Taschentuch, Schnur
So geht’s:
Zwiebel schälen und fein hacken. Zwiebelstückchen in das Tuch geben und mit der Schnur zusammenbinden. Das Säckchen muss ausgetauscht werden, wenn es nicht mehr riecht. In der schnellen Variante legen Sie einfach eine halbierte Zwiebel in die Nähe des Bettchens.






