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Kind mit Daumen in den Ohren
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Ohrenschmerzen bei Kindern: So helfen Sie Ihrem Kind mit Homöopathie

Ohrenschmerzen bei Kindern homöopathisch behandeln

An Ohrenschmerzen kommt kaum ein Kind vorbei, und jetzt in der Erkältungszeit trifft es die Kleinen besonders oft. Doch muss es nicht immer gleich ein Antibiotikum sein! Helfen Sie Ihrem Kind sanft mit dem richtigen homöopathischen Mittel. 

Expertenrat von 

Dass Kinder in den ersten Lebensjahren so häufig an der sehr schmerzhaften Mittelohrentzündung erkranken, hat einen anatomischen Hintergrund: Das Mittelohr ist ein luftgefüllter Hohlraum, der zwischen Trommelfell und Innenohr liegt. Für die Belüftung sorgt die Ohrtrompete (auch Tube genannt), ein mit Schleimhaut ausgekleideter Verbindungsgang zwischen Rachenraum und Mittelohr. Wie die Nasenschleimhaut bei Schnupfen, so schwillt auch die Schleimhaut in der Ohrtrompete bei einer Erkältung an, und es bildet sich Sekret. Weil die Ohrtrompete bei den Kleinen aber recht eng ist, ist sie durch die Schleimhautschwellung schnell komplett „verstopft“. Das Sekret aus dem Mittelohr kann nicht mehr abfließen und drückt gegen das Trommelfell – das Ohr schmerzt, z. B. beim so genannten Tubenkatarrh. Sind Mittelohr und Trommelfell zusätzlich mit Erregern infiziert und entzündet, handelt es sich um eine Mittelohrentzündung. Die krank machenden Keime haben bei Säuglingen und Kleinkindern besonders leichtes Spiel: Bei den Kleinen ist nämlich die Ohrtrompete noch sehr kurz, daher können Keime aus dem Nasen-Rachen-Raum leichter ins Ohr eindringen.

Ohrenschmerzen: Welche Beschwerden sind typisch für welche Erkrankung?

Ein akuter Tubenkatarrh tritt ausschließlich im Rahmen eines Schnupfens (meist mit stark verstopfter Nase) auf. Ihr Kind klagt über Druck und häufig auch stechende Schmerzen im Ohr. Es hört schlecht und sagt Ihnen vielleicht, dass es knackende Geräusche im Ohr hört. Die Mittelohrentzündung verläuft heftiger, ist deutlich schmerzhafter und meist mit Fieber verbunden. Oft ist das betroffene Ohr gerötet. Ihr Kind fühlt sich schlecht, ist appetitlos und hat meist seit einigen Tagen schon Schnupfen. Es klagt über stechende oder klopfende Ohrenschmerzen. Bei Säuglingen ist die Mittelohrentzündung oft schwerer zu erkennen: Die Kleinen fiebern hoch, sind unruhig, greifen sich häufig ans Ohr, wollen nicht trinken und haben zusätzlich eventuell Erbrechen oder Durchfall. Oft schreien sie nachts im Schlaf auf, weil sie Schmerzen haben.

Wann müssen Sie mit Ihrem Kind bei Ohrenschmerzen zum Arzt?

Mit Säuglingen und länger als einen Tag fiebernden Kindern sollten Sie grundsätzlich zum Kinderarzt gehen. Auch wenn sich die Beschwerden nach zwei Tagen nicht bessern, ist eine ärztliche Kontrolle angezeigt. Außerdem sollten Sie Ihr Kind untersuchen lassen, wenn

  • die Ohrenschmerzen stark sind,
  • das Allgemeinbefinden schlecht ist,
  • Ausfluss aus einem oder beiden Ohren tritt,
  • sich das Befinden verschlechtert,
  • Ihr Kind nicht mehr richtig hört oder
  • die Region hinter dem Ohr gerötet und berührungsempfindlich ist.

Eine Mittelohrentzündung ist in etwa 40 Prozent der Fälle durch Viren bedingt, sodass ein Antibiotikum häufig unnötig ist! Babys unter einem Jahr wird in der Regel grundsätzlich ein Antibiotikum gegeben, da sich bei ihnen der Warzenfortsatz (Knochen hinter dem Ohr) besonders leicht entzündet und es dann zu schweren Komplikationen wie einer Hirnhautentzündung kommen kann.

Ohrenschmerzen homöopathisch behandeln

Geben Sie das passende Mittel (siehe Flussdiagramm und Tabelle im Premiumteil) in der Potenz D12, anfangs bei heftigen Schmerzen 3-mal alle 15 bis 30 Minuten 5 Globuli oder 1 Tablette, dann – nach Bedarf – ein- bis zweistündlich und an den nächsten Tag bei Bedarf noch 3-mal täglich. Ist die Nase verstopft und sehr verschleimt, hilft die zusätzliche Gabe von Luffa-Nasenspray, 2-mal täglich ein Sprühstoß in jedes Nasenloch. Für die Erstbehandlung einer fieberhaften Mittelohrentzündung hat sich folgende Kombination bewährt: Belladonna D12 und Ferrum phosphoricum D12 stündlich im Wechsel (wenn Ihr Kind viel schläft, die Globuli einfach zwischen Unterlippe und Zahnreihe geben) bis zur Besserung der Schmerzen, danach bei Bedarf 3- bis 4-mal täglich, ab dem dritten Tag nur noch Ferrum phosphoricum. Bitte geben Sie Ihrem Kind nicht mehrere Mittel hintereinander, falls das erste Mittel nicht gewirkt hat. Suchen Sie einen Homöopathen auf, wenn zwei Mittel keine Besserung gebracht haben. Bevor Ihr Kind in diesem Fall unter starken Schmerzen leidet, sollten Sie ihm ein für Kinder geeignetes Schmerzmittel geben, etwa ein Paracetamol-Zäpfchen. Wer sich im Zweifelsfall unsicher ist, welches Mittel das richtige ist, kann zu Otovowen®-Tropfen (Alkoholgehalt allerdings 53 Prozent!) greifen. Diese enthalten unter anderem Pflanzenextrakte von Purpursonnenhut, Holunder, Kamille sowie verschiedene homöopathische Mittel, die entzündungshemmend und immunstimulierend wirken. Die Tropfen sind geeignet für Kinder ab einem Jahr, die Dosierung beträgt halbstündlich bis stündlich 4 bis 7 Tropfen in etwas Wasser (maximal 12 Gaben täglich).

Mein Tipp
Wenn Ihr Kind unter häufig wiederkehrenden Mittelohrentzündungen leidet und der HNO-Arzt einen chronischen Paukenerguss (Flüssigkeit im Mittelohr) festgestellt hat, hilft Kalium chloratum D6 3-mal 1 Tablette oder 5 Globuli. Das verflüssigt den festsitzenden Schleim im Ohr und lässt ihn leichter abfließen. Damit können Sie Ihrem Kind nicht selten das Einlegen von Paukenröhrchen ersparen. In hartnäckigen Fällen hilft Mercurius dulcis D12 3-mal täglich.

Verzicht aufs Schnäuzen beugt einer Ohrentzündung vor

Um Mittelohrentzündungen vorzubeugen, sollte Ihr Kind bei Schnupfen nicht schnäuzen, sondern die Nase hochziehen. Schnäuzt es nämlich kräftig durch beide Nasenlöcher, kann das erregerhaltige Nasensekret durch den erzeugten Überdruck über die Ohrtrompete bis ins Mittelohr gelangen. Beim Hochziehen wird das Sekret hingegen geschluckt und die enthaltenen Erreger durch die Magensäure unschädlich gemacht. Babys leiden seltener unter Mittelohrentzündung, wenn sie gestillt werden, auf dem Rücken schlafen und den Schnuller so selten wie möglich im Mund haben.

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