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Keuchhusten bei Kindern: Gefährlicher, als viele Eltern glauben

Keuchhusten bei Kindern

Größere Kinder würgen und erbrechen wochenlang, bei Babys hingegen kommt es zu lebensbedrohlichen Atemaussetzern. Und die Kinder haben gegen diese Krankheit keinen Nestschutz. So schützen Sie Ihr Kind! 

Expertenrat von 

In den ersten ein bis zwei Wochen lässt sich Keuchhusten kaum erkennen, denn es bestehen nur untypische Beschwerden wie leichter Husten, Schnupfen, mäßiges Fieber und Schwächegefühl. Erst dann treten die charakteristischen, oft minutenlangen Hustenstöße auf, die mit einem juchzenden Geräusch beim Einatmen enden. Oft würgen die kleinen Patienten während der Hustenattacken zähen Schleim hervor und müssen anschließend erbrechen. Keuchhusten ist eine sehr belastende Erkrankung, da diese Attacken bis zu 50-mal innerhalb 24 Stunden auftreten können (nachts häufiger als am Tag).

Bei erkrankten Jugendlichen oder Erwachsenen hingegen besteht oft nur ein wochenlang anhaltender, starker Husten, der durchschnittlich erst beim dritten Arztbesuch als Keuchhusten entlarvt wird – wenn überhaupt! Und das kann für Babys lebensbedrohlich sein.

Babys bleibt bei Keuchhusten die Luft weg

Gegen viele Kinderkrankheiten sind Babys in den ersten Lebensmonaten gefeit, da sie in den letzten Wochen der Schwangerschaft mütterliche Antikörper übertragen bekommen. Diese Immunität wird als Nestschutz bezeichnet. Doch gerade bei Keuchhusten versagt der Nestschutz, und die Kinder sind von Anfang an empfänglich.

Dabei ist Keuchhusten in den ersten Lebensmonaten Ihres Babys ganz besonders bedrohlich! Statt Hustenattacken können bei Babys lebensbedrohliche Anfälle von Atemstillstand (Apnoen) auftreten. Dann ist immer eine Intensivtherapie im Krankenhaus erforderlich, denn über 70 Prozent der Todesfälle durch Keuchhusten betreffen Babys bis zum fünften Lebensmonat. Zudem ist das Risiko für schwere Komplikationen wie Lungen-, Mittelohrentzündungen und Krampfanfälle erhöht.

 

Keuchhusten am häufigsten von den Eltern

Babys sind also besonders gefährdet durch Keuchhusten, haben keinen Eigenschutz, und die schützende Impfung dagegen, die ab dem dritten Lebensmonat gegeben werden kann, greift erst nach der dritten Spritze, also frühestens im fünften Lebensmonat. So lange sind die Kleinen völlig schutzlos der Infektionsgefahr ausgesetzt. Eine amerikanische Studie ging der Frage nach, wo sich Babys bevorzugt anstecken. In der Hälfte der Fälle konnte die Infektionsquelle ermittelt werden: Zu 55 Prozent handelte es sich um die Eltern, zu 16 Prozent um Geschwister, zu 10 Prozent um Onkel und Tanten sowie zu 10 Prozent um Freunde, Cousins und Cousinen. In 6 Prozent der Fälle hatten die Großeltern die Säuglinge angesteckt.

 

Ungeimpfte vom Baby fernhalten

Lassen Sie Ihr Baby frühzeitig (ab dem dritten Lebensmonat) gegen Keuchhusten impfen. Um es schon in den ersten Lebensmonaten zu schützen, sollten alle Kontaktpersonen (insbesondere Sie als Eltern, aber auch Geschwister, Großeltern und andere nähere Verwandte sowie eventuell Tagesmutter und Babysitter) gegen Keuchhusten geimpft sein. Mütter sollten sich möglichst schon vor der Schwangerschaft impfen lassen, ansonsten kurz nach der Geburt (Stillen ist kein Hindernis!).Achtung: Keuchhusten ist nur als Kombinationsimpfung mit Diphtherie und Tetanus möglich – es gibt keinen Einzelimpfstoff! Erfolgte vor wenigen Jahren erst eine Tetanusimpfung (etwa aufgrund einer Verletzung), kann wegen der Gefahr ausgeprägter Lokalreaktionen nicht geimpft werden. Es wird ein Mindestabstand von fünf Jahren empfohlen. -Bitten Sie deshalb bei einer nötigen Tetanusimpfung gleich um einen Kombinationsimpfstoff gegen Keuchhusten, -Diphtherie und Tetanus! Das entspricht den aktuellen -Impfempfehlungen für Erwachsene.

 

 

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