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Vitamin D, Fluorid

Vitamin D und Fluorid: Wie sinnvoll ist die Anwendung bei Kindern?

Vitamin D und Fluorid – Wichtig für die Gesundheit?

Durch unterschiedliche Empfehlungen von Schul- und Alternativmedizinern sind viele Eltern verunsichert, was denn nun das Beste für ihr Baby ist. Wir haben hier die wichtigsten Fakten zu beiden Stoffen aufgeführt. 

Expertenrat von 

Zur Vorbeugung der Rachitis, einer durch Vitamin-D-Mangel bedingten Knochenerweichung mit Deformierungen des Skelettsystems und teilweise lebensbedrohlichen Stoffwechselstörungen, erhalten Säuglinge ab der zweiten Lebenswoche üblicherweise Vitamin D in Form von Tabletten, eventuell in Kombination mit Fluorid zur Kariesprophylaxe. Letzteres sollte zumindest als Zusatz in Zahnpasta lebenslang beibehalten werden.

Wie wirkt Vitamin D und wie viel braucht Ihr Baby davon?

Vitamin D ist genau genommen kein Vitamin, sondern ein Hormon, das den Kalzium- und Phosphat-Stoffwechsel reguliert und zum Einbau von Kalzium in Knochen und Zähne benötigt wird. Vitamin D kann durch ausreichende Sonnenbestrahlung der Haut vom Körper selbst gebildet werden. Durch den inzwischen viel vorsichtigeren Umgang mit der Sonne ist die Eigenproduktion von Babys und Kleinkindern gerade in den Wintermonaten meist unzureichend. Der tägliche Bedarf eines Säuglings im ersten Lebensjahr wird meist mit 400 I. E. (= internationale Einheiten, entspricht 10 ?g [Mikrogramm]) angegeben. Frühgeborene benötigen wegen verminderter Vitaminreserven im Körper und der anfangs reduzierten Fettresorption bis zu 1.000 I. E. Vitamin-D-Befürworter gehen davon aus, dass der erforderliche Bedarf an Vitamin D nicht bei allen Säuglingen und Kleinkindern durch den Aufenthalt im Freien sowie den Gehalt in der Nahrung (siehe unten) sicher gedeckt wird, zumal aus der Nahrung nur 60 bis 70 Prozent resorbiert werden. Die immer wieder gehörte Aussage von Vitamin-D-Gegnern, es genüge, das Kind täglich einmal im Freien im Kinderwagen (ggf. in Schaffelle eingehüllt) schlafen zu lassen und damit lediglich das freie Gesicht dem Licht auszusetzen, führt speziell im Winterhalbjahr nicht zu einer ausreichenden Vitamin-D-Bildung. Die Haut muss zur Bildung von Vitamin D mit einer bestimmten Energiemenge an UV-Licht (18 mJ/cm2) bestrahlt werden. Diese wird jedoch nur erreicht, wenn der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen auf die Erde steiler als 35 Grad ist. Im Winter fallen die Sonnenstrahlen in unseren Breiten jedoch in einem zu flachen Winkel ein, sodass kein Vitamin D gebildet wird.

Wie viel Vitamin D erhält Ihr Kind mit der Nahrung?

Der Vitamin-D-Gehalt der Muttermilch liegt bei 12 bis 60 I. E. pro Liter, abhängig von Sonnenbestrahlung und Ernährung der Mutter. Nehmen Sie als Mutter ein Vitamin-D-Präparat mit 400 bis 500 I. E. ein, kann der Vitamin-D-Spiegel in der Muttermilch bis auf das Vierfache des Ausgangswertes ansteigen. Vor einigen Jahrzehnten wurde in der Muttermilch zusätzlich ein wasserlösliches Vitamin-D-Sulfat entdeckt, das nach den bisher vorliegenden Untersuchungen biologisch allerdings wenig aktiv ist und somit kaum zur Bedarfsdeckung beiträgt. Säuglingsnahrung ist mit 400 I. E. Vitamin D pro Liter angereichert. Vitamin-D-reiche Nahrungsmittel wie Fettfische (Lachs, Thunfisch) werden von Säuglingen und Kleinkindern kaum verzehrt. Geringe Vitamin-D-Mengen um 1 ?g (= 40 I. E.) pro 100 g finden sich auch in Eiern, Butter und Milchprodukten.

Wie gefährlich ist eine Überdosierung?

Eine Überdosierung von Vitamin D kann zu starkem Durst, häufigem Wasserlassen, Erbrechen, Durchfall, Kopfund Gelenkschmerzen sowie Nierenversagen führen. Es treten Gefäßverkalkungen und Steinbildung z. B. in der Niere auf. Erste Anzeichen einer Überdosierung sind Unruhe, Schwitzen und schlaffe Muskeln. Unter einer regelmäßigen Gabe von 500 I. E. Vitamin D, wie zur Rachitis-Vorbeugung empfohlen, wurden bisher keine negativen Auswirkungen beobachtet. Die Gefahr einer Überdosierung besteht erst ab einer langfristigen Gabe von 2.000 I. E. und mehr. Durch ein „Zuviel“ an Sonnenbestrahlung kann es nicht zu einer übermäßigen Vitamin-D-Bildung kommen.

Vorteile einer vorbeugenden Vitamin-D-Gabe für Ihr Kind

Empfehlenswert ist die regelmäßige Gabe von 500 I. E. ab der zweiten Lebenswoche bis zum Ende des ersten Lebensjahres und im zweiten Lebensjahr in den lichtärmeren Monaten von September bis Anfang Mai. Dadurch wird eine Rachitis sicher verhindert, an der auch heute noch in Deutschland Schätzungen zufolge mehr als 100 Kinder pro Jahr erkranken. Neuere Untersuchungen deuten darauf hin, dass eine regelmäßige Vitamin-D-Gabe auch vor der Entwicklung einer Zuckerkrankheit im Kindesalter schützt (Diabetes mellitus Typ I). In einer finnischen Studie konnte die Verminderung des Diabetes-Risikos um 80 Prozent nachgewiesen werden.

Mein Tipp:

Falls Sie für Ihr Kind eine Vitamin-D-Prophylaxe ablehnen, sind regelmäßige kinderärztliche Untersuchungen (etwa alle 6 Wochen) zur Früherkennung erster Anzeichen einer Rachitis empfehlenswert. 

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