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Junges Mädchen mit Boxhandschuhen
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Trendsport Boxen: So stärkt der Kampfsport das Selbstbewusstsein Ihres Kindes

Starke Eltern – starkes Kind

Nicht jedes Kind ist ein geborener Fußball- oder Basketballspieler. Teamsportarten sind beliebt, doch sie entsprechen nicht immer den Bedürfnissen der Jungen und Mädchen. Wer etwas anderes sucht, sollte sich mal bei den Kampfsportarten umsehen. Boxen ist der neue Trend, den viele Eltern gerade für ihren Nachwuchs entdecken. Denn Boxen kann sich sehr positiv auf das Selbstbewusstsein Ihres Kindes auswirken. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Kann sich Ihr Kind nicht durchsetzen? Wird es von anderen oft geärgert? Ist es beim Sport eine Niete? Traut es sich nichts zu? Dann könnte eine Kampfsportart helfen, sein Auftreten zu verbessern. Ob es sich für Taekwondo, Judo oder Karate entscheidet, ist dabei gleichgültig. Wenn Kinder im Sport Erfolgserlebnisse haben, wirkt sich das oft auf ihr Selbstwertgefühl aus. Sie fühlen sich besser, trauen sich mehr zu und reagieren „cooler“ auf Kränkungen oder Spott. Immer beliebter wird zurzeit das Boxen, deshalb stellen wir diese Trendsportart hier mal etwas genauer vor.

Schon Kinder können im Boxverein angemeldet werden

Schon ab sieben oder acht Jahren können Eltern ihre Kinder, je nach Wohnort, in einer Boxschule oder einem Boxverein anmelden. Doch Boxen ist nicht gleichzusetzen mit Wettkämpfen, bei denen gegeneinander gekämpft wird, jedenfalls nicht bei jüngeren Kindern. Beim Boxen für Kids geht es um eine breite, sportliche Grundausbildung, die durch Ball- und Bewegungsspiele ebenso geprägt ist wie durch Fitness-Übungen. Kontaktlose Partnerübungen und das Training an Boxsack oder -matte sind natürlich ebenfalls Übungsinhalt, damit Schlagkombinationen sowie Abwehr- und Meidetechniken (Ausweichen) erlernt werden. Sollte sich herausstellen, dass einzelne Kinder nachhaltig Interesse am Wettkampfboxen haben, können sie später gezielt daraufhin trainieren

Wettkämpfe sind ab 10 Jahren möglich

Richtig zur Sache geht es frühestens ab zehn. Dann darf man nach den Wettkampfbestimmungen des DBV (Deutscher Boxsport-Verband) nach einer mindestens halbjährigen Grundausbildung in einem Amateurboxverein offizielle Kämpfe austragen. Auch ein Gesundheits-Check ist Voraussetzung für den Start in die Wettkampfphase. Ihr Kind darf dann in den Ring, es muss aber nicht! Wenn es Boxen weiterhin als Fitnesstraining ausüben möchte, kann es das tun, solange es will.

Gegeneinander antreten dürfen grundsätzlich nur Gegner der gleichen Alters- und Gewichtsklasse sowie desselben Geschlechts.

Eine gute Schutzkleidung ist wichtig

Bei Kämpfen (Wett- oder Sparringskämpfen) kommt die klassische Schutzkleidung zum Einsatz. Sie besteht aus einem Mundschutz, bei den Jungen unter anderem noch aus dem Tiefschutz, bei den Mädchen aus dem Brustschutz und einem Kopfschutz. Nicht zu vergessen sind die Bandagen und Boxhandschuhe, mit denen sich die kleinen Kämpfer erst wie richtige Boxer fühlen.

Thai- und Kickboxen sind für Kinder ungeeignet

Boxen gilt als eine gefährliche, brutale, etwas dubiose Sportart und hat den Stallgeruch der Unterwelt. Deshalb sollten Eltern sich gut informieren, bevor sie ihr Kind in einem Verein anmelden. Boxen ist nämlich nicht gleich Boxen.

  • Beim klassischen Boxen wird mit Schutzkleidung gekämpft, und es dürfen nur die Fäuste benutzt werden.
  • Beim Thai-Boxen sieht das ganz anders aus. Hier ist der volle Körpereinsatz erlaubt – und das Verletzungsrisiko dementsprechend viel höher. Denn außer den Boxhandschuhen wird kein Körperschutz getragen.
  • Schlagen und Treten, das sind die Hauptmerkmale des Kickboxens. Diese Form des Kampfsports – eine Mischung aus Karate, Taekwondo und Boxen – stammt aus den USA

Thai- und Kickboxen sind für Kinder ungeeignet.

Für und Wider des Boxtrainings für Kinder

Pro Boxtraining

  • Ein Boxtraining fördert allgemein die Bewegung und die Fitness, wie andere Sportarten auch.
  • Wie bei jeder anderen Kampfsportart fördert das Training das Selbstbewusstsein.
  • Das Training kanalisiert die Lust vieler Kinder, besonders von Jungen, an körperlicher Auseinandersetzung. „Kämpfen“ wird bewusst gelenkt.
  • Koordination, Beweglichkeit und Reaktionsvermögen werden aufgebaut.
  • Die Kinder lernen, ihre Kraft gezielt einzusetzen.

Contra Boxtraining

  • Möglicherweise sinkt die Hemmschwelle, sich auf eine „Rauferei“ einzulassen.
  • Außerhalb des Boxrings tragen die Kinder keine Schutzkleidung, wenn sie sich miteinander messen. Dadurch unterschätzen sie unter Umständen die Verletzungsgefahr.
  • Kinder ohne entsprechendes Wissen über den Körperschutz können leicht verletzt werden.

Mein Fazit:

Boxen ist sicherlich nicht für jedes Kind die geeignete Sportart. Geht es jedoch um den Aufbau von Selbstbewusstsein und allgemeiner Fitness, kann es passen. Kinder mit einem gesunden Selbstbewusstsein müssen sich auf der Straße nicht beweisen und treten sicherer auf.

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