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Mit Ich-Botschaften können Sie besser mit Ihrem Teenager kommunizieren
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Ich-Botschaften in der Pubertät richtig formulieren

So reden Sie richtig mit Ihrem Teenager

Nicht nur Pubertierende, auch Erwachsene können mit pauschalen Vorwürfen schlecht umgehen. Sätze wie „Du räumst nie auf!“ entmutigen Teenager. Stattdessen sollten Sie Ich-Botschaften verwenden, um Ihre Gefühle zu äußern! 

Expertenrat von 
Dr. Jan-Uwe Rogge, Familienberater und Bestsellerautor

Vermeiden Sie Vorwürfe, die mit „nie“, „immer“ oder „nur“ daherkommen. Hierbei handelt es sich um unzulässige Verallgemeinerungen; sie enthalten nicht selten direkte oder indirekte Beschuldigungen. Solche Formulierungen sind ein Ausdruck dafür, dass Kindern bestimmte Verhaltensweisen zugeschrieben werden. Nun brauchen Eltern nicht jede Verhaltensweise des Teenagers in der Pubertät hinzunehmen, vor allem dann nicht, wenn gegen Absprachen verstoßen oder die persönliche Integrität der Eltern verletzt wird. Entscheidend ist, wie Eltern Störungen thematisieren. Vorwürfe wie auch verallgemeinernde Anklagen helfen Heranwachsenden nicht.

Ich-Botschaften formulieren

Die Zauberformel lautet: Formulieren Sie Ich-Botschaften!

Lernen Sie, sich so mit einer Selbstoffenbarung auszudrücken: „Ich finde es nicht in Ordnung, wenn du länger als abgesprochen wegbleibst. Ich mache mir dann wirklich Sorgen.“ Sind vorher Absprachen getroffen worden, dann könnte die Ich-Botschaft so fortgesetzt werden: „Wir hatten abgesprochen, dass du anrufst, wenn etwas dazwischengekommen ist. Und ich hatte gesagt, dass du morgen deine Freundin nicht besuchen kannst, wenn du das nicht machst. Und du warst damit einverstanden.“

Ich-Botschaften haben folgende Eigenschaften:

  • Eine Person artikuliert ihren Standpunkt. Sie beschreibt die Situation, wie sie sie sieht, spricht ihre Gefühle an.
  • Sie beschuldigt die andere Person weder direkt noch indirekt, trennt somit die Sache von der Beziehung.
  • Gestik, Mimik, Stimme und Sinn der Worte stimmen überein.

Doch Vorsicht: Mir fällt auf, dass viele Eltern Ich-Botschaften missbrauchen und darin versteckte Anklagen unterbringen oder dass sie mit ihren Pubertierenden in einen „therapeutischen Dialog“ verfallen.

Wenn Sie Ihrem heranwachsenden Kind mit sanfter Stimme und freundlichem Blick ein „Ich bin wütend, weil du zu spät kommst“ hinsäuseln, dann senden Sie eine doppelte Botschaft. „Ich bin ganz traurig, wenn du das machst“, klagt eine Mutter mit Tremolo in der Stimme ihre Tochter an, die zum wiederholten Mal ihre Freundin besucht und ihre Hausaufgaben nicht macht, obwohl sie schlechte schulische Leistungen abliefert. Hier stimmen Ton, Körperhaltung und Mimik nicht überein. Die Traurigkeit, die Betroffenheit wirkt aufgesetzt, eine versteckte Anklage ist eingebaut, mit Liebensentzug wird gedroht.

Spüren Pubertierende, dass ihre Eltern unklar bleiben, fühlen sie, wie man sie unter Druck setzt, dann revoltieren sie und lassen ihre Eltern auflaufen. Bedenken Sie: Ein gutes Gespräch gelingt nicht immer. Vieles hängt von der Tagesform ab. Manchmal ist man schlecht drauf, ein anderes Mal verpasst man den richtigen Zeitpunkt zum Gespräch, oder man rutscht wieder in altgewohnte Formen der Schuldzuweisung und Besserwisserei. So etwas kann passieren!

Vom Umgang mit Fehlern: Ich-Botschaften sind notwendig!

Deshalb: Legen Sie nicht Ihre ganze persönliche Energie in die Vermeidung von Fehlern durch Ich-Botschaften. Es ist ebenso produktiv wie spannend, sich so zu akzeptieren, wie man ist. Wer sich und seine Fehler akzeptiert, der kann auch Pubertierende mit ihren Fehlern annehmen. Und für Jugendliche ist es ermutigend, mit Menschen aus Fleisch und Blut zusammenzuleben – nicht mit pädagogischen Obergurus, die alles wissen und können und die die Schuld, sollte das Erziehungsprogramm nicht funktionieren, niemals bei sich, sondern grundsätzlich beim Pubertierenden suchen. Nach dem Motto: Wenn du nicht so böse wärst, dann könnte ich auch gut sein!

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Als Leser des "Pubertäts Überlebensbriefes" lesen Sie hier noch 8 weitere Tipps, die für erfolgreiche Streitgespräche mit "Ich-Botschaften" sorgen!

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