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Bild von Teenager Diäten mit Essstörung
© Katarzyna BiaÅ‚asiewicz - 123rf.com

Figurprobleme Teenager: Wenn Ihr Kind mit seinem Aussehen hadert

Teenager und Aussehen

In der Pubertät verändert sich der Körper des Teenagers drastisch. Nicht nur das Gehirn ist im Umbau begriffen: Die Schamhaare sprießen, Jungs schießen in die Höhe und werden plötzlich schlaksig, bei Mädchen entwickeln sich langsam die so genannten weiblichen Rundungen. Das bringt naturgemäß Verunsicherungen mit sich, unter denen die Kinder manchmal leiden. In diesem Beitrag erfahren Sie, welches die häufigsten „Problemzonen“ von Teenagern sind und was man dagegen tun kann 

Expertenrat von 
Felicitas Römer, Paar- und Familientherapeutin

Teenager hat Probleme mit der Figur und tatsächliches Übergewicht („Ich bin zu dick“)

  • Wenn Ihr Kind deutliches Übergewicht hat, sollten Sie seine Essgewohnheiten überprüfen und gegebenenfalls sanft korrigieren. Viel frisches Gemüse ist hier hilfreich, während Chips, Schokolade, Wurst und Fleisch nur in Maßen genossen werden sollten.
  • Auch Kalorienbomben wie gezuckerte Kaltgetränke (z.B. Cola oder Fanta) sollten nur in Ausnahmefällen zur Verfügung stehen. Am besten halten sich alle Familienmitglieder an die neuen Ernährungsregeln.
  • Ziehen Sie gegebenenfalls auch den Kinderarzt zu Rate. Möglicherweise verbirgt sich hinter dem Übergewicht auch eine körperliche Krankheit, etwa eine Stoffwechselstörung.
  • Denken Sie daran, dass Übergewicht auch psychische Ursachen haben kann. Hier könnte ein Kinder- oder Jugendtherapeut helfen.

Teenager hat Probleme mit der Figur ohne Übergewicht („Ich fühle mich zu dick“)

  • Wenn Ihr Teenager sich zu dick fühlt, aber tatsächlich kein Gramm zu viel auf den Rippen hat, hat das oft psychische Ursachen. Möglicherweise ist er gerade allgemein unzufrieden mit sich, hat besonders hohe Leistungsansprüche an sich oder Angst davor, sich zu verändern und erwachsen zu werden. Dann helfen beruhigende und liebevolle Gespräche, sein Selbstbild positiv zu verändern.
  • Die latente „Körperschemastörung“ (= das Kind sieht sich im Spiegel viel dicker, als es wirklich ist) kann das Anzeichen einer beginnenden Magersucht sein. Wenn sich dieses unangemessene Bild von der eigenen Figur verfestigt und Ihr Kind mit dem Essen hadert oder sogar eine Diät beginnt, sollten Sie schnell professionelle Hilfe bei einem auf Essstörungen spezialisierten Psychotherapeuten holen. Je früher man hier interveniert, desto besser sind die Heilungschancen.

Teenager hat ganz allgemein Probleme mit seinem Aussehen („Ich fühle mich hässlich“)

  • Allgemeine Unzufriedenheit mit dem Aussehen korrespondiert oft mit Unsicherheit und mangelndem Selbstwertgefühl. Hinter dem Gedanken „Ich bin hässlich“ steckt dann die Befürchtung, von allen abgelehnt zu werden. Beides kann objektiv betrachtet falsch sein, der Betroffene erlebt es aber dennoch so. Und das ist sehr quälend und sollte daher ernstgenommen werden. In diesem Fall sollten Sie Ihrem Teenager liebevoll-tröstend zur Seite stehen und ihm immer wieder seine Fähigkeiten und Stärken spiegeln
  • Sorgen Sie auch dafür, dass er Erfolgserlebnisse hat – am besten bei einem Hobby.

Mit Achtsamkeit zu einem besseren Körpergefühl

Wenn Teenager mit ihrem Aussehen hadern oder sich einfach unwohl in Ihrer Haut fühlen, kann unter Umständen die Achtsamkeitsmeditation nach Dr. Jon Kabat-Zinn (MBSR, engl.: „Mindfulness based stress reduction“) helfen. Der Jugendliche richtet dabei seine Aufmerksamkeit auf seinen Körper, ohne ihn zu bewerten oder gar zu kritisieren. Dadurch erhöht sich die Wertschätzung sich selbst gegenüber. Der Teenager lernt, sich (und damit seinen Körper) anzunehmen, ernst zu nehmen und sich (ihn) zu mögen. Das ist ein wichtiger Schritt zur Selbstliebe und -akzeptanz. Mehr Infos über diese Methode und passende Kursangebote finden Sie auf www.mbsr-verband.de.

Mein Tipp zu Figurproblemen bei Teenagern

Gehen Sie unbedingt feinfühlig mit dem Thema Dicksein um, besonders wenn Ihre Tochter oder Ihr Sohn ein bisschen zu viel Speck auf den Rippen haben sollte. Abwertende, achtlos hingeworfene oder sarkastische Bemerkungen à la „Kein Wunder, dass du so dick bist, wenn du so viel Schokolade isst!“ oder „Ach, da kommt ja unser kleiner Klops angerollt!“ können viel Schaden anrichten und das kindliche Selbstwertgefühl erheblich schwächen. Nicht selten beginnen „Magersuchtkarrieren“ aufgrund solcher abwertender Bemerkungen. Sie sind zwar dann nicht die Ursache der Erkrankung, können aber durchaus zum Auslöser werden.

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