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Eltern im Gespräch mit Lehrerin
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14 Tipps für erfolgreiche Eltern-Lehrer-Gespräche Teil 2

Eltern-Lehrer-Kommunikation

War in der Grundschule noch alles im „grünen Bereich“ und der Elternsprechtag eine nette Plauderei, müssen Eltern während der Pubertät ihrer Kinder leider manchmal eher unangenehme Gespräche mit deren Lehrern führen. Erhalten Sie aus unserem Teil 2 weitere nützliche Tipps 

Expertenrat von 
Dr. Jan-Uwe Rogge, Familienberater und Bestsellerautor

Tipp 10: Informieren Sie den Lehrer und seien Sie ehrlich!

Um verändertes Verhalten oder einen Leistungsabfall Ihres Kindes richtig deuten zu können, sind Lehrer manchmal auch auf Informationen von Ihnen angewiesen. Ist zum Beispiel in Ihrer Familie jemand länger erkrankt, die Eltern getrennt oder ein Geschwisterkind geboren: Solche und andere Veränderungen können sich auf die Leistung und das Verhalten Ihres Kindes auswirken. Seien Sie ehrlich, und verheimlichen Sie solche wichtigen Informationen nicht, denn nur so können die Lehrer Ihr Kind auch richtig unterstützen.

Tipp 11: Suchen Sie gemeinsam nach Lösungen und Maßnahmen!

Möchte Ihr Kind seine schulischen Leistungen nun wieder verbessern, dann suchen Sie gemeinsam mit dem Lehrer nach umsetzbaren Lösungen und Maßnahmen. Vor allem an der Ausarbeitung solcher Lösungsvorschläge sollte Ihr Kind beteiligt sein. Nur wenn es die Ideen, zum Beispiel einen Sitzplatzwechsel, zusätzliche Nachhilfe oder Förderstunden, ein „freiwilliges“ Referat etc., mitträgt, kann es auch erfolgreich sein

Tipp 12:Vereinbaren Sie realistische Ziele!

Achten Sie darauf, dass die gesetzten Ziele auch erreicht werden können. Ist Ihr Kind zum Beispiel Opfer ständiger Hänseleien gewesen, wäre es unrealistisch, es in einem halben Jahr als Klassensprecher zu sehen. Ein realistisches Ziel wäre hier, dass Ihr Kind künftig nicht mehr geärgert wird. Auch bei der Formulierung von Notenzielen sollten Sie, der Lehrer und Ihr Kind vorsichtig sein. Ziele setzen ist wichtig, damit der „Motor“ in die richtige Richtung läuft, die Vorgabe muss für Ihr Kind aber auch erreichbar sein. Superman oder Superwoman werden nicht über Nacht geboren. Bevor sich Leistungsverbesserungen direkt in der Note niederschlagen, müssen oft erst große inhaltliche Lücken geschlossen werden, und das Zutrauen in das eigene Können muss wieder wachsen. Das braucht Zeit. Ist dann das gesetzte Notenziel zu hoch, ist Ihr Kind schnell frustriert und gibt auf, obwohl es sich eigentlich auf dem richtigen Weg befindet.

Tipp 13:Verabreden Sie einen neuen Gesprächstermin!

Sind sich alle – der Lehrer, der Schüler und die Eltern – über eine Lösungsstrategie oder bestimmte Maßnahmen einig geworden, dann verabreden Sie gegebenenfalls einen neuen Termin, an dem die Wirksamkeit der Vereinbarung überprüft werden soll. So haben alle Parteien ein zeitliches Ziel, auf das hingearbeitet werden kann. Planen Sie diesen Termin jedoch zeitlich nicht zu eng, sondern geben Sie allen Beteiligten ausreichend Gelegenheit, die getroffenen Maßnahmen erst einmal eine Weile umzusetzen. Erfahrungsgemäß ist ein Zeitraum von vier bis sechs Wochen realistisch.

Tipp 14: So verhalten Sie sich richtig, wenn das Gespräch „den Bach runtergeht“!

Obwohl Sie alles richtig gemacht haben, also dem Lehrer Ihres Kindes unvoreingenommen, freundlich, sachlich etc. gegenübergetreten sind, spüren Sie, dass Sie inhaltlich nicht weiterkommen. Vielleicht verhält sich der Lehrer selbst nicht besonders nett, greift Sie oder Ihr Kind verbal an, agiert mit Schuldzuweisungen, vielleicht gibt er sich aber auch nur keine Mühe, Ihr Anliegen bzw. das Anliegen Ihres Kindes zu verstehen und zeigt keine Bereitschaft, an der Lösung des Problems mitzuwirken. Wenn das Gespräch mit einem Lehrer so oder ähnlich unbefriedigend verläuft, haben Sie zwei Möglichkeiten zu reagieren.

Möglichkeit 1: Geben Sie ein Feedback auf der Metaebene

Teilen Sie Ihrem Gesprächspartner zunächst ohne Vorwurf und in Form einer Ich-Botschaft mit, wie Sie den Verlauf des Gesprächs empfinden. Zeigen Sie dabei Ihre Bereitschaft zu einem erneuten Gespräch und signalisieren Sie auch, dass verschiedene Sichtweisen möglich sind (z.B.: „Ich habe das Gefühl, dass dieses Gespräch im Moment nicht mehr auf der sachlichen Ebene geführt wird. Ich würde mich aber ehrlich darüber freuen, wenn wir das etwa in zehn Minuten oder zu einem anderen Zeitpunkt noch einmal probieren würden.“)

Möglichkeit 2: Sprechen Sie mit der Schulleitung

Wenn der Lehrer auch dann noch blockt bzw. Sie es mit einem völlig unzugänglichen Vertreter der Lehrerschaft zu tun haben, all Ihre freundlichen Gesprächsversuche auf Gegenwehr stoßen oder tatenlos versanden, sollten Sie einen Brief an die Schulleitung schreiben. Bleiben Sie auch hierbei freundlich und sachlich, und begründen Sie Ihre Ausführungen wohlüberlegt. Bitte bedenken Sie: Das Ziel ist nicht, sich zu streiten, sondern für Ihr Kind eine geeignete Problemlösung herbeizuführen!

Übrigens: Das wünschen sich Lehrer von Eltern!

Neben gegenseitigem Respekt wünschen sich Lehrer Offenheit und Ehrlichkeit von den Eltern. Die Lehrer erleben Ihr Kind nur im schulischen Umfeld. Daher ist es wichtig für sie zu erfahren, ob und wie viel Sie beim Lernen unterstützen, ob Ihr Kind zu Hause entspannt ist und wenig Fehler macht, wenn es z.B. im Mathe-Unterricht aktuell größere Probleme hat etc. Solche Hinweise helfen dem Lehrer, das Verhalten und die Leistungen Ihres Kindes besser einzuschätzen. Lehrer wünschen sich außerdem, dass Eltern bei der Lösung von Problemen mithelfen und die vereinbarten Maßnahmen dann auch konsequent umsetzen. Schludert Ihr Kind z.B. mit seinen Hausaufgaben und Sie haben als Maßnahme vereinbart, dass sich der Lehrer allein dieses Problems annimmt und Ihrem Kind ab sofort eine engmaschige Rückmeldung erteilt, sollten Sie sich als Eltern auch ganz aus der Erledigung der Hausaufgaben raushalten, also Ihr Kind nicht mehr an seine Aufgaben, wichtige Termine, ein Referat etc. erinnern. Nur die konsequente Umsetzung einer Maßnahme kann zu positiven Verhaltensänderungen führen.

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