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Schulangst

Schulangst: Wie Sie Ihrem Kind helfen können

Schulangst und Schulprobleme

Neue Untersuchungen zeigen, dass Schulangst bei Kindern zunimmt. Die Gründe dafür sind vielfältig und die Symptome nicht immer eindeutig. Oft sind Schulkinder betroffen, die unter Schulproblemen oder Mobbing leiden. Lesen Sie, wie Sie Schulangst bei Ihrem Kind frühzeitig erkennen und wirkungsvoll dagegen angehen können. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Nicht immer haben die Kinder den Mut, über ihre Schulangst und Schulprobleme mit Vertrauenspersonen zu sprechen. Doch je mehr sie sich mit ihren Schulproblemen allein gelassen fühlen, desto schlimmer wird es. Das kann letztlich zu Schulverweigerung und massiven Lernblockaden aus Schulangst führen. Vor etwas Angst zu haben, ist vollkommen normal, denn es schützt vor gefährlichen Situationen und unüberlegtem Handeln. Ein gewisses Angstlevel vor unbekannten Begegnungen, vor Prüfungen oder neuen Aufgaben ist auch bei Ihrem Kind sinnvoll, um die Aufmerksamkeit zu steigern und Energien freizusetzen. Wenn die Schulangst allerdings so stark wird, dass Ihr Kind nahezu handlungsunfähig wird, kehrt sich der positive Effekt um. Ihr Kind muss lernen, sich der Schulangst zu stellen und sie zu überwinden.

Die folgende Checkliste hilft Ihnen zu erkennen, ob Ihr Kind unter Schulangst leidet.

Checkliste Schulangst: Wie reagiert Ihr Kind auf die Schule? (ja / nein)

Körperliche Reaktionen bei Schulangst

  • Ihr Kind bekommt weiche Knie.
  • Ihr Kind muss oft auf die Toilette.
  • Ihrem Kind wird übel, es fühlt sich schlecht.
  • Ihr Kind hat Herzklopfen.
  • Die Muskeln Ihres Kindes verspannen sich.
  • Ihr Kind hat Schweißausbrüche.
  • Ihrem Kind wird schwindlig.
  • Ihr Kind nässt ein.
  • Ihr Kind ist ständig müde und erschöpft.
  • Ihr Kind hat Schlafstörungen und Albträume.

Psychische Reaktionen bei Schulangst

  • Die Gedanken Ihres Kindes kreisen ständig um das Problem.
  • Ihr Kind denkt immer, ich schaffe es nicht.
  • Angst blockiert das Denken Ihres Kindes.
  • Ihr Kind kann sich nicht konzentrieren.

Reaktionen im Verhalten bei Schulangst

  • Ihr Kind reagiert aggressiv.
  • Ihr Kind zieht sich von allem zurück.
  • Ihr Kind vermeidet die angstbesetzten Situationen.
  • In Kind ist lustlos und demotiviert.

Wenn mehr als die Hälfte der Reaktionen bei Ihrem Kind regelmäßig vorkommen, könnte Schulangst die Ursache dafür sein. Gerade bei körperlichen Beschwerden ist es jedoch absolut notwendig, den Grund vom Kinderarzt abklären zu lassen. Findet er keine medizinischen Ursachen, wäre dies ein Hinweis auf Schulangst.

Es ist davon auszugehen, dass die Schulangst eines Kindes durch eine oder mehrere negative Erfahrungen verursacht wird. Da Kinder sehr unterschiedlich sind (manche sind durch nichts aus der Ruhe zu bringen und andere wiederum hochsensibel), kann der Auslöser der Schulangst durchaus nur eine Kleinigkeit gewesen sein. Der erste Schritt, Ihrem Kind bei Schulproblemen und Schulangst zu helfen, ist daher das gemeinsame Gespräch über die Angst. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie seine Sorgen und Ängste ernst nehmen und ihm helfen möchten, die Schulangst zu überwinden. Bedenken Sie bitte, dass die Angst Ihres Kindes real ist, egal wie groß oder klein Ihnen selbst die Bedrohung vorkommt. Versuchen Sie herauszufinden, ob Ihr Kind vor realen Situationen Angst hat (Mobbing, Gewalt, schlechte Noten) oder eher vor vermuteter Zurückweisung.

Fragen Sie Ihr Kind, wovor es Angst hat

  • im Unterricht aufgerufen zu werden
  • Fehler zu machen
  • von Mitschülern zurückgewiesen zu werden
  • von Mitschülern nicht akzeptiert zu werden
  • vor verbaler oder körperlicher Gewalt
  • vor dem Wettbewerb mit anderen Kindern
  • vor der Autorität des Lehrers
  • vor Klassenarbeiten und Tests
  • vor Kritik
  • vor der Gruppe zu sprechen
  • in einem bestimmten Fach zu versagen
  • den Leistungsansprüchen des Elternhauses nicht zu genügen
  • nicht versetzt zu werden
  • die Schule verlassen zu müssen

Ein offenes, ehrliches Gespräch über die Schulprobleme ist der erste Schritt für Ihr Kind, sich seiner Angst zu stellen. Nehmen Sie Ihr Kind liebevoll in den Arm, und zeigen Sie ihm damit, dass Sie es gern haben und zu ihm stehen. Haben Sie Verständnis für die Schulangst, aber dramatisieren Sie das Problem nicht. Geben Sie Ihrem Kind nun die Gelegenheit, selbst Lösungen für das Problem zu entwickeln. Bremsen Sie Ihr Kind nicht dabei, sondern halten Sie es dazu an, so viele Handlungsmöglichkeiten wie nur möglich zu finden.

Spielen Sie die brenzligen Situationen bei Schulangst gedanklich durch. Was kann schlimmstenfalls passieren, wie kann etwas Schlimmes verhindert werden, welche Alternativen gibt es?

Es geht in diesem Gespräch über Schulprobleme und Schulangst noch nicht um die Umsetzung, sondern nur um die Fantasie, wie eine Situation positiv verlaufen kann. Je nachdem, welche Ursachen die Schulangst Ihres Kindes hat, können Sie mit einfachen praktischen Lösungen für Schulprobleme und Schulangst schon eine Menge erreichen.  

So helfen Sie Ihrem Kind bei Schulangst

  • Seien Sie liebevoll, damit Ihr Kind sich nicht einsam und allein gefüllt.
  • Hören Sie geduldig zu, damit Ihr Kind sich alles von der Seele reden kann.
  • Zeigen Sie Verständnis, damit Ihr Kind sich ernst genommen fühlt.
  • Ermutigen Sie Ihr Kind, die Lösung der Schulprobleme anzugehen.
  • Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie ihm zutrauen, eine Lösung für die Schulangst zu finden.
  • Helfen Sie Ihrem Kind dabei, die Situation auch von einer anderen Seite zu betrachten.
  • Entwickeln Sie gemeinsam Lösungsmodelle für die Schulangst
  • Geben Sie Ihrem Kind die Hilfe, die es bei Schulproblemen braucht (Gespräch mit dem Lehrer).
  • Haben Sie Geduld und erwarten Sie keine sofortige Veränderung.

Schulangst: Das sollten Sie auf keinen Fall tun

  • Ihr Kind auslachen
  • die Situation durch Dramatisierung noch mehr zuspitzen
  • Ihr Kind beschwichtigen und das Problem bagatellisieren
  • das Problem und seine Lösung an sich reißen
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Kommentare zu "Schulangst: Wie Sie Ihrem Kind helfen können"

  • Rocan schreibt am 26.01.2016

    Geiles Bild By the way :D
  • isana schreibt am 26.01.2016

    sehr gut
  • Franz Josef schreibt am 31.05.2013

    A-Engste sind der Superlativ von eng.

    Was die A-Engste macht, ist nur der Indikator = Wegweiser.
    Wegweiser weisen von sich selbst weg; es geht nicht um sie.
    Das Kind wird durch A-Engste auffällig, damit uns was auffällt.
    Es geht um die Kräfte & Talente, die das Kind zur Bewältigung seiner Lebensaufgaben hat.

    Wenn die wachsen, dann wird das Kind dem Leben gewachsen.
    In der neuen Ich-kann-Schule geht es darum nicht um A-Engste sondern um den bestmöglichen Umgang Umgang mit den Kräften & Talenten.

    Mit einer Pädagogik, die DRUCK macht, ist das nicht zu machen.
    DRUCK komprimiert Mensch & Problem - da wird es am A-engsten.
    Von Druck werden Talente nicht satt sondern matt und platt.

    Darum gilt in der Ich-kann-Schule das SOG-Prinzip.
    Sog löst.
    Sog richtet auf.
    Sog macht wachsen.
    Mit Sog lassen sich die Kräfte mühlos punktgenau lenken.

    Wenn wir einen ehrlichen Weg aus den A-Engsten heraus gehen wollen, dann muss auf den Tisch, dass eine Unterrichtsvollugsanstalt mit Druck eine A-Engstigungsanstalt ist. Wir nehmen diese Miss-Handlungen alle viel zu selbstverständlich hin.

    Es macht einfach keinen Sinn, zu Hause A-Engste abzubauen, wenn die Schule sie sofort wieder aufbaut. Das muss grundlegend anders werden.

    Die Lösung des Problems ist einfach und sie klappt bisher aus einem sehr primitiven Grund nicht: Unsere "Schule" kennt nur das Gegensatzpaar "Druck" und "kein Druck" und schwankt zwischen Unterdrückung und Freigabe des Chaos hin und her.

    Die neue Ich-kann-Schule zeigt aber sehr deutlich, dass es ein entscheidend anderes Gegensatzpaar gibt: Druck und SOG-Wirkung. In der Ich-kann-Schule gilt das SOG-Prinzip. Für SOG achtet man auf alles, was SOG-Wirkung hat, und lässt sich was einfallen, was ZIEHT.

    Die SOG-Wirkung vom HUNGER DER TALENTE zeigt uns, welchen Kräften Stärkung fehlt. Wir geben es ihnen, sie wachsen und wir werden mit ihnen unseren Aufgaben gewachsen. LEHRER ist man erst, wenn man das verstanden hat und vorleben kann. Wir haben alle viel zu lernen.
    Guten Erfolg!

    Franz Josef Neffe
  • Anonym schreibt am 21.09.2010

    Ein Tipp von mir ist ein Artikel auf http://www.pohlw.de/lernen/kurs/lern-10.htm hier geht es um Vorbereitung auf Prüfungen. Eine wirklich hilfreiche Website ist auch: http://www.allesgelingt.de/lernen/lernen.php. Hier kann man über Merktechniken, Lernmethoden, Konzentrationstraining, usw. nachlesen. Einen kostenlosen selbsttest zum herunterladen, ob ein Kind eventuell an Lernblockaden leidet, gibt es auf der Website: http://www.schule-sorglos.de/kostenloses/selbsttest/.
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