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Schulangst: Wie Sie Ihrem Kind helfen können

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Schulangst: Wie Sie Ihrem Kind helfen können

» Schulangst und Schulprobleme

Schulangst

Neue Untersuchungen zeigen, dass Schulangst bei Kindern zunimmt. Die Gründe dafür sind vielfältig und die Symptome nicht immer eindeutig. Oft sind Schulkinder betroffen, die unter Schulproblemen oder Mobbing leiden. Lesen Sie, wie Sie Schulangst bei Ihrem Kind frühzeitig erkennen und wirkungsvoll dagegen angehen können.

Nicht immer haben die Kinder den Mut, über ihre Schulangst und Schulprobleme mit Vertrauenspersonen zu sprechen. Doch je mehr sie sich mit ihren Schulproblemen allein gelassen fühlen, desto schlimmer wird es. Das kann letztlich zu Schulverweigerung und massiven Lernblockaden aus Schulangst führen. Vor etwas Angst zu haben, ist vollkommen normal, denn es schützt vor gefährlichen Situationen und unüberlegtem Handeln. Ein gewisses Angstlevel vor unbekannten Begegnungen, vor Prüfungen oder neuen Aufgaben ist auch bei Ihrem Kind sinnvoll, um die Aufmerksamkeit zu steigern und Energien freizusetzen. Wenn die Schulangst allerdings so stark wird, dass Ihr Kind nahezu handlungsunfähig wird, kehrt sich der positive Effekt um. Ihr Kind muss lernen, sich der Schulangst zu stellen und sie zu überwinden.

Die folgende Checkliste hilft Ihnen zu erkennen, ob Ihr Kind unter Schulangst leidet.

Checkliste Schulangst: Wie reagiert Ihr Kind auf die Schule? (ja / nein)

Körperliche Reaktionen bei Schulangst

  • Ihr Kind bekommt weiche Knie.
  • Ihr Kind muss oft auf die Toilette.
  • Ihrem Kind wird übel, es fühlt sich schlecht.
  • Ihr Kind hat Herzklopfen.
  • Die Muskeln Ihres Kindes verspannen sich.
  • Ihr Kind hat Schweißausbrüche.
  • Ihrem Kind wird schwindlig.
  • Ihr Kind nässt ein.
  • Ihr Kind ist ständig müde und erschöpft.
  • Ihr Kind hat Schlafstörungen und Albträume.

Psychische Reaktionen bei Schulangst

  • Die Gedanken Ihres Kindes kreisen ständig um das Problem.
  • Ihr Kind denkt immer, ich schaffe es nicht.
  • Angst blockiert das Denken Ihres Kindes.
  • Ihr Kind kann sich nicht konzentrieren.

Reaktionen im Verhalten bei Schulangst

  • Ihr Kind reagiert aggressiv.
  • Ihr Kind zieht sich von allem zurück.
  • Ihr Kind vermeidet die angstbesetzten Situationen.
  • In Kind ist lustlos und demotiviert.

Wenn mehr als die Hälfte der Reaktionen bei Ihrem Kind regelmäßig vorkommen, könnte Schulangst die Ursache dafür sein. Gerade bei körperlichen Beschwerden ist es jedoch absolut notwendig, den Grund vom Kinderarzt abklären zu lassen. Findet er keine medizinischen Ursachen, wäre dies ein Hinweis auf Schulangst.

Es ist davon auszugehen, dass die Schulangst eines Kindes durch eine oder mehrere negative Erfahrungen verursacht wird. Da Kinder sehr unterschiedlich sind (manche sind durch nichts aus der Ruhe zu bringen und andere wiederum hochsensibel), kann der Auslöser der Schulangst durchaus nur eine Kleinigkeit gewesen sein. Der erste Schritt, Ihrem Kind bei Schulproblemen und Schulangst zu helfen, ist daher das gemeinsame Gespräch über die Angst. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie seine Sorgen und Ängste ernst nehmen und ihm helfen möchten, die Schulangst zu überwinden. Bedenken Sie bitte, dass die Angst Ihres Kindes real ist, egal wie groß oder klein Ihnen selbst die Bedrohung vorkommt. Versuchen Sie herauszufinden, ob Ihr Kind vor realen Situationen Angst hat (Mobbing, Gewalt, schlechte Noten) oder eher vor vermuteter Zurückweisung.

Fragen Sie Ihr Kind, wovor es Angst hat

  • im Unterricht aufgerufen zu werden
  • Fehler zu machen
  • von Mitschülern zurückgewiesen zu werden
  • von Mitschülern nicht akzeptiert zu werden
  • vor verbaler oder körperlicher Gewalt
  • vor dem Wettbewerb mit anderen Kindern
  • vor der Autorität des Lehrers
  • vor Klassenarbeiten und Tests
  • vor Kritik
  • vor der Gruppe zu sprechen
  • in einem bestimmten Fach zu versagen
  • den Leistungsansprüchen des Elternhauses nicht zu genügen
  • nicht versetzt zu werden
  • die Schule verlassen zu müssen

Ein offenes, ehrliches Gespräch über die Schulprobleme ist der erste Schritt für Ihr Kind, sich seiner Angst zu stellen. Nehmen Sie Ihr Kind liebevoll in den Arm, und zeigen Sie ihm damit, dass Sie es gern haben und zu ihm stehen. Haben Sie Verständnis für die Schulangst, aber dramatisieren Sie das Problem nicht. Geben Sie Ihrem Kind nun die Gelegenheit, selbst Lösungen für das Problem zu entwickeln. Bremsen Sie Ihr Kind nicht dabei, sondern halten Sie es dazu an, so viele Handlungsmöglichkeiten wie nur möglich zu finden.

Spielen Sie die brenzligen Situationen bei Schulangst gedanklich durch. Was kann schlimmstenfalls passieren, wie kann etwas Schlimmes verhindert werden, welche Alternativen gibt es?

Es geht in diesem Gespräch über Schulprobleme und Schulangst noch nicht um die Umsetzung, sondern nur um die Fantasie, wie eine Situation positiv verlaufen kann. Je nachdem, welche Ursachen die Schulangst Ihres Kindes hat, können Sie mit einfachen praktischen Lösungen für Schulprobleme und Schulangst schon eine Menge erreichen.  

So helfen Sie Ihrem Kind bei Schulangst

  • Seien Sie liebevoll, damit Ihr Kind sich nicht einsam und allein gefüllt.
  • Hören Sie geduldig zu, damit Ihr Kind sich alles von der Seele reden kann.
  • Zeigen Sie Verständnis, damit Ihr Kind sich ernst genommen fühlt.
  • Ermutigen Sie Ihr Kind, die Lösung der Schulprobleme anzugehen.
  • Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie ihm zutrauen, eine Lösung für die Schulangst zu finden.
  • Helfen Sie Ihrem Kind dabei, die Situation auch von einer anderen Seite zu betrachten.
  • Entwickeln Sie gemeinsam Lösungsmodelle für die Schulangst
  • Geben Sie Ihrem Kind die Hilfe, die es bei Schulproblemen braucht (Gespräch mit dem Lehrer).
  • Haben Sie Geduld und erwarten Sie keine sofortige Veränderung.

Schulangst: Das sollten Sie auf keinen Fall tun

  • Ihr Kind auslachen
  • die Situation durch Dramatisierung noch mehr zuspitzen
  • Ihr Kind beschwichtigen und das Problem bagatellisieren
  • das Problem und seine Lösung an sich reißen

Manchmal ist ein Kind durch Schulprobleme überfordert

Wenn sich die Schulangst Ihres Kindes durch eine reale Überforderung manifestiert hat, braucht es Erfolgserlebnisse und Optimismus, um die Schule wieder ohne Angst besuchen zu können. Vielleicht hat es nur den Anschluss an den Schulstoff verpasst und kann diesen mit ein wenig zusätzlichem Aufwand wieder aufholen. Möglicherweise liegt die Ursache für die Überforderung durch Schulprobleme aber auch tiefer. Besprechen Sie mit dem Klassenlehrer, ob Ihr Kind unter einer Lernstörung leidet, auf der richtigen Schule ist oder eine Klasse wiederholen sollte. Ein dauerhaft überfordertes Kind leidet Tag für Tag unter Schulangst und dem Gefühl, die geforderten Leistungen nicht erbringen zu können.Es fühlt sich hinter die Klassenkameraden zurückgesetzt. Das beeinträchtigt auf Dauer das so wichtige Selbstbewusstsein und kann weit reichende Folgen haben.

Hilfe bei Schulangst vor Mitschülern und Mobbing

Bei diesem sensiblen Thema sollten Sie sich bei der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer erkundigen, wie die Situation in der Schule aussieht. Ist Ihr Kind ein Außenseiter, wird es in der Pause gequält oder auf dem Schulweg geärgert? Bei Grundschulkindern kann das Gespräch mit den Eltern des Mitschülers, der Klassenleitung oder dem Klassenkamerad selbst schnell eine Veränderung der Schulangst bringen. Gegenseitige Einladungen und ein toller Ausflug machen aus Feinden rasch Freunde. Bei älteren Schülern ist das schwieriger. Ist die Situation sehr verfahren, kann und sollte bei starker Schulangst der shulpsychologische Dienst als Unterstützung hinzugezogen werden.

Hilfe bei der Schulangst, vor anderen zu sprechen

Sehr schüchterne Kinder leiden unter der Schulangst, im Unterricht aufgerufen zu werden und vor der ganzen Gruppe sprechen zu müssen. Sie haben Angst, sich zu blamieren, etwas Falsches zu sagen und ausgelacht zu werden. Auch in diesem Fall sollten Sie unbedingt mit den Lehrern sprechen. Die müssen äußerst sensibel mit der Problematik umgehen und dürfen Ihr Kind auf keinen Fall vor der Klasse beschämen. Nur mit viel Ermutigung und Anerkennung seiner Leistungen wird Ihr Kind den Mut schöpfen, sich zu melden und vor der Gruppe zu sprechen. Das kann man übrigens auch sehr gut zu Hause üben, indem man Schule spielt und die schwierigen Situationen einfach schon mal vor einem Teil der eigenen Familie „durchspielt“.

Hilfe bei Schulangst vor dem Lehrer

Schwieriger ist es, wenn Ihr Kind Angst vor dem Lehrer hat. Ein falsches Wort, eine unbewusste Zurückweisung, eine schlechte Note oder ein vermeintlich böser Blick kann schon ausreichen, um bei sehr sensiblen Kindern Angst vor der Autoritätsperson Lehrer/Lehrerin auszulösen. Auch hier bringt Sie nur das gemeinsame Gespräch weiter. Finden Sie heraus, ob Ihr Kind zu Recht Angst vor dem Lehrer hat, oder ob es sich diese Ablehnung nur einbildet. Häufig ist der Lehrkraft nicht bewusst, welche Wirkung sie auf das jeweilige Kind hat. Lob und Anerkennung seiner Leistungen helfen hier meist rasch, die Ursache der Angst zu bewältigen und schon bald ins Gegenteil umzukehren.

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Schulwechsel bei akuten Problemen an der Schule

Schulverweigerung oder Schulangst können auch etwas mit dem Erziehungsverhalten zu tun haben. Wenn der Schulbesuch im Elternhaus nicht für wichtig erachtet wird, werden auch Kinder ihn nicht ernst nehmen. Und wenn ein Kind zu sehr vernachlässigt oder auch zu stark verwöhnt worden ist, kommt es möglicherweise mit den Anforderungen der Schule nicht zurecht, es hat eine niedrige Frustrationsschwelle und ist grundsätzlich schwer zu motivieren. So kommt es zu Schulproblemen und Schulangst. In diesen Fällen ist eine Beratung der Familie notwendig, um hier Einstellungs- und Verhaltensänderungen zu bewirken. Bei der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (www.bke.de) finden Sie auch Beratungsstellen in Ihrer Nähe.

Mein Tipp

Nicht immer können Kinder mit ihren Eltern über ihre Sorgen frei und ungezwungen sprechen. Dafür gibt es viele Gründe, zum Beispiel Scham oder Angst vor Strafe. Da hilft es manchmal, wenn ein vertrauenswürdiger Erwachsener aus dem Freundeskreis das gemeinsame Gespräch sucht und als Vermittler zwischen Eltern und Kind agiert.

 

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Die neuesten Kommentare zum Artikel "Schulangst: Wie Sie Ihrem Kind helfen können":

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Carin schreibt am Dienstag, 21.09.10 20:30:

Ein Tipp von mir ist ein Artikel auf http://www.pohlw.de/lernen/kurs/lern-10.htm hier geht es um Vorbereitung auf Prüfungen. Eine wirklich hilfreiche Website ist auch: http://www.allesgelingt.de/lernen/lernen.php. Hier kann man über Merktechniken, Lernmethoden, Konzentrationstraining, usw. nachlesen. Einen kostenlosen selbsttest zum herunterladen, ob ein Kind eventuell an Lernblockaden leidet, gibt es auf der Website: http://www.schule-sorglos.de/kostenloses/selbsttest/.

 
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