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Wie Sie Zeugnisberichte besser verstehen

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Wie Sie Zeugnisberichte besser verstehen

» Zeugnis Grundschule: Mehr Durchblick

In einem Zeugnisbericht in der Grundschule werden die Leistungen und Verhaltensweisen Ihres Kindes beschrieben. Bestimmt überlegen Sie bei der einen oder anderen Formulierung im Schulzeugnis, was sie bedeutet. Der folgende Artikel soll Ihnen helfen, sich im Wirrwarr der Zeugnisformulierungen besser zurechtzufinden, um das Schulzeugnis und den Zeugnisbericht Ihres Kindes richtig zu verstehen.

Inhalte von Zeugnisberichten: Was wollen die Eltern?

Einer Untersuchung des Bayerischen Elternverbandes zufolge wünschen Grundschuleltern sich Zeugnisse, die den Leistungsstand der Kinder, ihre Sozialkompetenz und ihr Arbeitsverhalten verständlich beschreiben. Sie freuen sich außerdem über konkrete Tipps, wie sie ihrem Kind zu Hause helfen können. Allerdings entsprechen viele Zeugnisse mit ihren schwer verständlichen Formulierungen nicht diesen Erwartungen. Damit Sie in Zukunft nicht mehr rätseln müssen, was eigentlich als Benotung gemeint ist, erhalten Sie im Abonnenten-Teil wertvolle Übersetzungshilfen für die Zeugnisse Ihres Kindes.

Schulzeugnis schreiben: Wie machen Lehrer das?

Als Grundschullehrerin verbringe ich in den letzten Schulwochen pro Schüler mehrere Stunden damit, einen zutreffenden persönlichen Schulbericht zu schreiben, der exakte Aussagen über die Leistung des Kindes macht. Hier nehme ich meine Schülerbeobachtungen zu Hilfe. Das sind zum einen Gelegenheitsbeobachtungen, die ich regelmäßig nach oder während des Unterrichts aufschreibe. Zum anderen sind es geplante Beobachtungen. Hierzu verwende ich Beobachtungsraster, in denen gezielt einzelne Kompetenzen überprüft werden. Außerdem lese ich die Protokolle von Elterngesprächen und Elternsprechtagen durch.

Diese enthalten wichtige Informationen über Stärken oder Schwächen der Kinder, die ich während des Schuljahres mit deren Eltern besprochen habe. Nicht zu vergessen sind natürlich sämtliche Arbeitsproben der Kinder, ihre Tests, abgelieferte Wochenpläne, erstellte Referate, freiwillig gemachte Zusatzaufgaben, aber auch die Schulhefte und Ordner. Aus diesen gesammelten Beobachtungen wird nun ein zusammenhängender Text für das Schulzeugnis. Dieser wird an vielen Schulen mit Hilfe eines Zeugnisprogramms erstellt. Darin finden Lehrer Formulierungshilfen zu den jeweiligen Lernbereichen in den einzelnen Klassenstufen ausgehend vom gültigen Lehrplan.

An meiner Schule arbeiten wir für das Schulzeugnis mit dem Programm  „1PLUS“ vom Süddeutschen Pädagogischen Verlag. Außerdem stellt zum Beispiel das Staatsinstitut für Schulqualität und  Bildungsforschung München Bausteine für Zeugnisformulierungen zur Verfügung. In Niedersachsen gibt es sogar fest vorgeschriebene Zeugnisformulierungen für den Zeugnisbericht. Viele Kollegien setzen  für ihre Schulen geltende Standards für Stil (z. B. Du- oder Er-Form), Länge und Inhalt der Zeugnisse in der Grundschule  fest. An einigen Schulen gibt es sogar Listen mit gängigen Zeugnisformulierungen, damit die Zeugnisse unabhängig vom jeweiligen Lehrer vergleichbarer werden. Aber natürlich steckt trotz alledem in jedem Zeugnis auch der persönliche Schreibstil des jeweiligen Lehrers. 

Zeugnissprache: Wie kann ich das Schulzeugnis übersetzen? 

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Es ist der letzte Schultag, und Sie haben gespannt die Heimkehr Ihres Kindes erwartet. Nun sitzen Sie zusammen im Wohnzimmer und lesen den Zeugnisbericht. Bestimmt bereitet ihnen dieser aufgrund der verwendeten Fachsprache an einigen Stellen Verständnisprobleme. Nutzen Sie deshalb meine Tipps und die Checklisten im Abonnenten-Teil als „Übersetzungshilfe“ für den Zeugnisbericht Ihres Kindes. Ich gebe Ihnen dabei auch eine ungefähre Tendenz für eine Benotung an. 

Ein Zeugnisbericht ist kein Arbeitgeberzeugnis 

In mancherlei Hinsicht ähneln sich die Sprache der Schule im Zeugnisbericht und die Arbeitgeberzeugnisse. In beiden Fällen wird mit vorgegebenen Formulierungen gearbeitet, die dem Eingeweihten Aufschluss über die dahinter liegende Bewertung geben. Einen großen Unterschied gibt es aber: In Arbeitgeberzeugnissen darf nichts Negatives stehen, da es dem beruflichen Werdegang des Arbeitnehmers im Wege stehen könnte. Sie richten sich an zukünftige Vorgesetzte. Schulzeugnisse dagegen sollen die Leistungen und Verhaltensweisen Ihres Kindes beurteilen, Sie als Eltern darüber informieren und Ihnen beratende Tipps zum Weiterlernen geben. Sie müssen rechtlich gesehen der Wahrheit entsprechen und auf Tatsachen  beruhen. Das heißt, der Lehrer teilt Ihnen im Unterricht  beobachtete Verhaltensweisen Ihres Kindes mit und stellt im Schulzeugnis seinen Lernstand dar. 

Zeugnisberichte orientieren sich an den  Lehrplanvorgaben und behandelten Methoden 

Lehrer arbeiten nach Lehrplänen, die für jede Klassenstufe Lernziele bzw. Bildungsstandards für die einzelnen Leistungsbereiche vorgeben. Ausgehend von diesen Vorgaben, erstellen sie die Zeugnisse. Auf dem ersten Elternabend werden  das Lernpensum des Schuljahres (z. B. der zu beherrschende  Zahlenraum) sowie die Lernmethoden vorgestellt (z. B. Rechenplättchen als Hilfsmittel, Diktatformen). Achten Sie hierbei genau auf die angesprochenen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Falls Ihnen etwas unklar ist, sprechen Sie den Lehrer Ihres Kindes ausdrücklich auf den Lehrplan an und bitten  Sie ihn um eine Lernzielliste. Wenn Sie gut über die Lerninhalte und die gängigen Methoden informiert sind, können Sie die beschriebenen Leistungen im Schulzeugnis Ihres Kindes besser einordnen. Im Abonnenten-Teil zeige ich Ihnen an einigen Beispielen, wie Sie – ausgehend von den Lehrplanvorgaben – bestimmte Formulierungen im Zeugnisbericht richtig verstehen, und gebe Ihnen eine Benotung als ungefähren Richtwert an. 

Der Inhalt von Zeugnisberichten steckt im Detail: Schlüsselwörter und Vergleiche

Wenn Sie den Zeugnisbericht Ihres Kindes lesen, sollten Sie auf bestimmte Schlüsselwörter achten, um die Leistungen Ihres Kindes realistisch einschätzen zu können. Ich habe hierzu aus meiner Erfahrung als Grundschullehrerin im Abonnenten-Teil für Sie gängige Zeugnisformulierungen aufgelistet. Meine Erfahrung zeigt, dass sie für Eltern oft nicht eindeutig zu verstehen sind. Außerdem erkläre ich Ihnen an einigen Beispielen, wie Sie einzelne Sätze im Schulzeugnis Ihres Kindes durch einen Vergleichmit ähnlich klingenden Sätzen besser einordnen und so erkennen können, welche Benotung Ihr Kind für seine Leistung bekommen würde.

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Die neuesten Kommentare zum Artikel "Wie Sie Zeugnisberichte besser verstehen":

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matigo schreibt am Dienstag, 12.08.08 08:40:

Der Ansatz des Artikels geht m.E. in die falsche Richtung. Richtig wäre die Forderung nach klaren und eineindeutigen Zeugnissformulierungen.

Man sollte von Eltern unbedingt eine gewisses Maß an "Zeugnisformulierungen", die in der - Arbeitswelt - gebträuchlich sind, erwarten. Alleine schon, weil Eltern in der Lage sein sollten, so etwas an ihre Kinder weitergeben zu können.

Aber die liebe Lehrerschaft wird von uns nicht dafür (sehr gut) bezahlt, dass sie Zeit damit verbringen, sich kryptische Formulierungen auszudenken.

 
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