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Gezielt Rechtschreibfehler vermeiden: 8 hilfreiche Tipps

Wenn ältere Schüler noch häufig Rechtschreibfehler machen, ist das für viele nicht nur peinlich, sondern vor allem auch ärgerlich, weil ein hoher Fehlerquotient bei Klassenarbeiten immer unnötigen Noten- oder Punktabzug bedeutet.  

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Dr. Jan-Uwe Rogge, Familienberater und Bestsellerautor

Unser Rat: Karteikasten für Problemwörter und Rechtschreibregeln anlegen

Wenn Ihr Kind bei der Fehleranalyse entdeckt, dass es z. B. das Wort „wider“ (gegen) oder „Widerstand“ mit „ie“ statt nur mit „i“ geschrieben hat, sollte es dieses Wort – am besten mit einem Beispielsatz – auf eine Karteikarte schreiben. Oft hilft bereits diese kurze, aber intensive Beschäftigung mit dem schwierigen Wort beim Erstellen der Karteikarte, dass sich Ihr Kind bei der nächsten Gelegenheit leichter an die richtige Schreibweise erinnern kann. Auf diese Weise kann Ihr Kind nach und nach alle falsch geschriebenen Wörter in der Kartei sammeln und gezielt lernen. Auch Rechtschreibregeln sollte Ihr Kind (am besten selbst formuliert) auf Karteikarten festhalten und an vielen Beispielen trainieren.

Tipp 2: Ähnlichkeitshemmungen vermeiden

Immer dann, wenn unser Gehirn sehr ähnlichen Lernstoff verarbeiten soll, besteht die Gefahr, dass das Gehirn diesen Lernstoff entweder miteinander verwechselt oder gar nicht behalten kann. Gerade beim Erlernen der Rechtschreibung gibt es immer mal wieder Wörter, deren Schreibweise sich Ihr Kind nur schwer merken kann, wenn es diese Wörter ständig vermischt übt, z. B. Wörter mit und ohne Dehnungs-h (Höhle, Hörgerät), Wortbeginn mit v oder f (Vogel, Fliege) etc. Zeigt Ihr Kind hier Unsicherheiten, sollte es sich zunächst jeweils getrennte Listen mit häufigen Beispielwörtern anlegen und sich diese merken. Gemischt üben ist erst dann sinnvoll, wenn es die einzelnen Listen sicher beherrscht.

Ähnliche Probleme kann Ihr Kind auch beim Lernen von Regelwerk bekommen, etwa bei den verschiedenen Möglichkeiten der Groß- und Kleinschreibung. Auch hier gilt: Erst eine Regel sicher beherrschen (z. B. substantivierte Eigenschaftswörter wie alles Wichtige, nichts Neues werden groß geschrieben) und dann die nächste Regel hinzunehmen. Gemischte Übungen kommen erst ganz am Ende, wenn Ihr Kind die einzelnen Regeln zur Groß- und Kleinschreibung selbstständig erklären und sicher anwenden kann.

Tipp 5: Rechtschreibregeln auf den Schreibtisch und in die Schultasche

Die besten Gelegenheiten zum Rechtschreibtraining bieten sich immer dann, wenn Ihr Kind eine aktuelle Frage zur Rechtschreibung hat. In der Regel ist das zu Hause bei den Hausaufgaben oder natürlich in der Schule (z. B. bei einer Stillarbeit). Informiert sich Ihr Kind dann sofort, beispielsweise ob und warum „(den Angeklagten) freisprechen“ zusammen oder getrennt geschrieben wird, merkt sich das Gedächtnis Ihres Kindes diesen Fall bzw. die zugehörige Regel besser (hier: Verbindungen aus einem Zeitwort und einem Eigenschaftswort werden zusammengeschrieben, wenn durch die Verbindung eine neue Bedeutung entsteht). Ihr Kind sollte daher zu Hause wie in der Schule immer eine übersichtliche und leicht verständliche Rechtschreibhilfe zur Hand haben.

 

Tipp 6: Vom Schüler zum Lehrer – einen inneren Rollenwechsel vornehmen

Viele Rechtschreibfehler werden von Schülern auch deshalb übersehen, weil sie selbst beim Korrekturlesen noch zu sehr mit den Inhalten ihres Textes beschäftigt sind. Zudem entspricht es auch nicht ihrer gewohnten Rolle als Schüler, Aufgaben oder Texte zu korrigieren. Schüler empfinden sich eher als „Produzenten“, deren Ergebnisse dann von den Lehrern korrigiert und beurteilt werden.

Das ist schade, denn um den eigenen Fehlern auf die Schliche kommen zu können, müssten Schüler auch diesen Perspektivwechsel – vom Macher zum Kritiker – vollziehen können.

Dass das gelingen kann, wird deutlich, wenn Schüler im Unterricht z. B. dazu aufgefordert werden, nach Fehlern im Heft des Platznachbarn zu suchen. Dabei finden Schüler dann oft auch Rechtschreibfehler, die sie in ihrem eigenen Heft überlesen würden.

 

Tipp 7: Konzentriert bis zum Schluss und Korrekturzeit fest einplanen!

In Klassenarbeiten machen viele Schüler die meisten Rechtschreibfehler gegen Ende, wenn die Zeit knapp wird. Hier schleichen sich dann Flüchtigkeitsfehler ein, oder die Handschrift wird für den Lehrer so unleserlich, dass er manchmal nur raten kann, ob das Wort richtig oder falsch geschrieben worden ist. Falls es Ihrem Kind ähnlich ergeht und sein Fehlerquotient im letzten Viertel der Arbeiten regelmäßig eine Talfahrt nach unten einlegt, sollte es folgendermaßen strategisch umdenken:

 

  1. Ca. fünf bis zehn Minuten am Schluss, vor Abgabe der Klassenarbeit, nur zum Korrekturlesen einplanen.
  2. Eine Minute Pause vor dem Korrigieren einlegen. Das ist wichtig zum Regenerieren und um gedanklich in die innere Rolle des Lehrers zu schlüpfen.
  3. Die letzten Absätze nach einer erneuten kurzen Pause noch einmal nach den häufigsten Fehlern und auf Lesbarkeit überprüfen.

 

Tipp 8: Den Fokus auf bestimmte Rechtschreibfehler richten

Was Ihrem Kind das Finden von Rechtschreibfehlern ebenfalls erleichtern kann, ist die gezielte Konzentration auf die häufigsten Fehler. Vor allem für das abschließende Durchlesen

einer Klassenarbeit ist es sehr effektiv, wenn Ihr Kind genau weiß, nach welchen Fehlern es suchen muss. Sinnvoll ist es außerdem, wenn Ihr Kind bereits während des Verfassens der

Arbeit alle Wörter markiert (z. B. mit Bleistift umkreist), bei denen es sich nicht sicher ist, wie sie geschrieben werden. Gegen Ende der Arbeitszeit, wenn Ihr Kind seine inhaltliche Arbeit abgeschlossen hat, kann es sich dann vollständig auf die richtige Schreibweise konzentrieren.

 

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