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Gezielt Rechtschreibfehler vermeiden: 8 hilfreiche Tipps

Wenn ältere Schüler noch häufig Rechtschreibfehler machen, ist das für viele nicht nur peinlich, sondern vor allem auch ärgerlich, weil ein hoher Fehlerquotient bei Klassenarbeiten immer unnötigen Noten- oder Punktabzug bedeutet.  

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Expertenrat von 
Dr. Jan-Uwe Rogge, Familienberater und Bestsellerautor

Tipp 3: Lesbare Schrift und kurze Sätze

Der Hinweis, lesbare und kurze Sätze zu schreiben, klingt vielleicht banal, ist aus mehreren Gründen in Klassenarbeiten aber äußerst effektiv, um Fehler zu reduzieren. Hat Ihr Kind eine sehr unordentliche, kaum lesbare Handschrift, kann es passieren, dass der korrigierende Lehrer vielleicht auch mal zu Unrecht einen Fehler anstreicht, weil er das Wort einfach nicht richtig lesen kann. Ihn später davon zu überzeugen, dass es doch richtig ist, dürfte schwer sein. Hinzu kommt, dass Ihr Kind die richtige Schreibweise eines Wortes selbst besser überprüfen bzw. sich einprägen kann, wenn es das Wort bewusst Buchstabe für Buchstabe gut lesbar schreibt. Kurze Sätze können bei Klassenarbeiten außerdem helfen, Grammatik-, Satzbau- oder Zeichensetzungsfehler zu vermeiden. Je länger Ihr Kind seine Sätze formuliert und je mehr es sie dabei verschachtelt, umso unübersichtlicher wird der Satz, und umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich hier Fehler einschleichen. Ein kurzer Satz liest sich nicht nur besser, sondern erleichtert ihm auch das Nachdenken über die Schreibweise einzelner Wörter. Im Zweifelsfall kann Ihr Kind durch eine Umformulierung einem Rechtschreibproblem aus dem Weg gehen.

 

Tipp 4: Das automatische Korrektursystem ausschalten

Können Sie den folgenden Text lesen?

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Obwohl in fast jedem Wort Buchstabendreher sind, ist es Ihnen vermutlich doch recht leicht gefallen, den Text zu lesen und zu verstehen. Das ist so zu erklären, dass das menschliche Gehirn – vermutlich um Zeit zu sparen – eben nicht jeden Buchstaben einzeln liest, sondern das Wort als Ganzes wahrnimmt. Leider hilft diese „Zeitspartechnik“ Ihrem Kind z. B. beim Korrekturlesen einer Klassenarbeit gerade nicht, da sein Gehirn, statt Rechtschreibfehler zu finden, diese beim Nachlesen automatisch korrigiert.

Unser Rat: In Silben lesen

Um dieses automatische Korrektursystem auszuschalten, sollte Ihr Kind versuchen, in Silben statt in ganzen Wörtern zu lesen, z. B.: Recht-schrei-bung, Zei-chen-set-zung. Das dauert zwar länger, ist aber sehr effektiv. Ihr Kind sollte so allerdings keine ganzen Aufsätze Korrektur lesen, wohl aber z. B. Handouts für die Klasse, wichtige Briefe oder die letzten Absätze einer Klassenarbeit, in die sich häufig die meisten Rechtschreibfehler einschleichen.

Tipp 5: Rechtschreibregeln auf den Schreibtisch und in die Schultasche

Die besten Gelegenheiten zum Rechtschreibtraining bieten sich immer dann, wenn Ihr Kind eine aktuelle Frage zur Rechtschreibung hat. In der Regel ist das zu Hause bei den Hausaufgaben oder natürlich in der Schule (z. B. bei einer Stillarbeit). Informiert sich Ihr Kind dann sofort, beispielsweise ob und warum „(den Angeklagten) freisprechen“ zusammen oder getrennt geschrieben wird, merkt sich das Gedächtnis Ihres Kindes diesen Fall bzw. die zugehörige Regel besser (hier: Verbindungen aus einem Zeitwort und einem Eigenschaftswort werden zusammengeschrieben, wenn durch die Verbindung eine neue Bedeutung entsteht). Ihr Kind sollte daher zu Hause wie in der Schule immer eine übersichtliche und leicht verständliche Rechtschreibhilfe zur Hand haben.

 

Tipp 6: Vom Schüler zum Lehrer – einen inneren Rollenwechsel vornehmen

Viele Rechtschreibfehler werden von Schülern auch deshalb übersehen, weil sie selbst beim Korrekturlesen noch zu sehr mit den Inhalten ihres Textes beschäftigt sind. Zudem entspricht es auch nicht ihrer gewohnten Rolle als Schüler, Aufgaben oder Texte zu korrigieren. Schüler empfinden sich eher als „Produzenten“, deren Ergebnisse dann von den Lehrern korrigiert und beurteilt werden.

Das ist schade, denn um den eigenen Fehlern auf die Schliche kommen zu können, müssten Schüler auch diesen Perspektivwechsel – vom Macher zum Kritiker – vollziehen können.

Dass das gelingen kann, wird deutlich, wenn Schüler im Unterricht z. B. dazu aufgefordert werden, nach Fehlern im Heft des Platznachbarn zu suchen. Dabei finden Schüler dann oft auch Rechtschreibfehler, die sie in ihrem eigenen Heft überlesen würden.

 

Tipp 7: Konzentriert bis zum Schluss und Korrekturzeit fest einplanen!

In Klassenarbeiten machen viele Schüler die meisten Rechtschreibfehler gegen Ende, wenn die Zeit knapp wird. Hier schleichen sich dann Flüchtigkeitsfehler ein, oder die Handschrift wird für den Lehrer so unleserlich, dass er manchmal nur raten kann, ob das Wort richtig oder falsch geschrieben worden ist. Falls es Ihrem Kind ähnlich ergeht und sein Fehlerquotient im letzten Viertel der Arbeiten regelmäßig eine Talfahrt nach unten einlegt, sollte es folgendermaßen strategisch umdenken:

 

  1. Ca. fünf bis zehn Minuten am Schluss, vor Abgabe der Klassenarbeit, nur zum Korrekturlesen einplanen.
  2. Eine Minute Pause vor dem Korrigieren einlegen. Das ist wichtig zum Regenerieren und um gedanklich in die innere Rolle des Lehrers zu schlüpfen.
  3. Die letzten Absätze nach einer erneuten kurzen Pause noch einmal nach den häufigsten Fehlern und auf Lesbarkeit überprüfen.

 

Tipp 8: Den Fokus auf bestimmte Rechtschreibfehler richten

Was Ihrem Kind das Finden von Rechtschreibfehlern ebenfalls erleichtern kann, ist die gezielte Konzentration auf die häufigsten Fehler. Vor allem für das abschließende Durchlesen

einer Klassenarbeit ist es sehr effektiv, wenn Ihr Kind genau weiß, nach welchen Fehlern es suchen muss. Sinnvoll ist es außerdem, wenn Ihr Kind bereits während des Verfassens der

Arbeit alle Wörter markiert (z. B. mit Bleistift umkreist), bei denen es sich nicht sicher ist, wie sie geschrieben werden. Gegen Ende der Arbeitszeit, wenn Ihr Kind seine inhaltliche Arbeit abgeschlossen hat, kann es sich dann vollständig auf die richtige Schreibweise konzentrieren.

 

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