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Rechnen und der Umgang mit Zahlen und Ziffern machen längst nicht jedem Kind Spaß.
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Kein Mathe-Genie? So helfen Sie Ihrem Kind dabei, Mathe zu mögen

Umgang mit Zahlen

Rechnen und der Umgang mit Zahlen und Ziffern machen längst nicht jedem Kind Spaß. Zum einen hat das mit persönlichen Vorlieben zu tun, zum anderen aber auch mit der Prägung durch die Umwelt. Eltern können viel dazu beitragen, ihr Kind für Mathematik zu begeistern, Pädagogen wissen das. Ich habe ein paar Anregungen zusammengestellt, wie es Ihnen schnell gelingt, Ihrem Kind den Umgang mit Zahlen zu erleichtern. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Im Alltag wird kaum noch gerechnet

Mal ganz ehrlich, nutzen Sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit technische Hilfsmittel, um Rechenaufgaben zu lösen? Ich persönlich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich für einfache Rechnungen schnell den Taschenrechner auf meinem Smartphone aktiviere. Beim Kochen nutze ich für das Umrechnen der Rezeptmengen gerne den angebotenen Kalkulator und beim Einkaufen habe ich schon lange nicht mehr die Summen kontrolliert. Für mich sind diese technischen Hilfsmittel eine Erleichterung, denn sie helfen mir, Zeit zu sparen. Glaube ich zumindest, doch die Medaille hat eine Kehrseite. Ich merke, dass ich im Kopfrechnen langsamer geworden bin. Als Vorbild für Schülerinnen und Schüler im Fach Mathe tauge ich nicht – wie viele Eltern, vermute ich. Kein Wunder also, wenn Kinder das Rechnen nicht mögen, weil sie es in ihrem Alltag kaum noch erleben.

1. Zeigen Sie Ihrem Kind, wenn Sie rechnen

Um zu verstehen, welch großen Raum das Rechnen im Alltag einnimmt, muss Ihr Kind dies immer wieder erleben können. Machen Sie sich bewusst, wann Sie die Mathematik für Ihren Familienalltag anwenden.

  • Vielleicht hat Ihr Kind um 17 Uhr einen Arzttermin, und Sie müssen ausrechnen, zu welcher Uhrzeit Sie am besten von zu Hause losfahren.
  • Die neuen Turnschuhe kosten 79 €, wie viel Geld fehlt noch, wenn Ihr Kind 58 € zum Geburtstag bekommen hat?
  • Der Auftritt der Tanzgruppe ist am 3. Juli. Wie viele Wochen Zeit hat Ihre Tochter noch, um dafür zu üben?
  • Die Tankanzeige des Autos steht auf ein Viertel, wie viel Benzin ist noch im Tank und wie weit kann das Auto damit noch fahren?

2. Brechen Sie abstrakte Aufgaben herunter

Helfen Sie Ihrem Kind beim Rechnen, indem Sie abstrakte Aufgaben in konkrete Beispiele umwandeln. Falls möglich, machen Sie einen praktischen Versuch.

  • Wenn es um Hohlmaße geht, muss Ihr Kind Mengenangaben umwandeln.
    Die Aufgabe „Ergänze zu einem Liter: 375 ml | 591 ml | 1/4 l | oder 0,5 l“ ist leichter zu lösen,
    wenn Ihr Kind mit Wasser und einem Messbecher herumexperimentieren kann.

3. Lassen Sie Textaufgaben „spielen“

Text- oder Sachaufgaben sind stets kleine Geschichten. Lassen Sie Ihr Kind, immer wenn es sich anbietet, solch eine Geschichte mit Spielfiguren nachbilden. Dazu eignen sich Lego und Playmobil gut. Lautet die Textaufgabe beispielsweise:

„Auf einem Flohmarkt stehen in einer Reihe sieben Tische.
Zwischen den Tischen ist jeweils ein Abstand von 0,3 m. Jeder Tisch ist 3 m lang.
Wie lang ist die ganze Reihe?“ Dieses „Bild“ kann Ihr Kind wunderbar malen.
Wenn es die Aufgabe „abgezählt“ hat, darf es überlegen,
welche anderen Lösungswege es noch findet.

Textaufgaben lassen sich wunderbar mit Lego, Playmobil und Spielfiguren nachbilden

Lösung: 7 x 3 m = 21 m + 6 x 0,3 m = 1,8 m, 21 m + 1,8 m = 22,8 m

4. Lassen Sie Ihr Kind verschiedene Lösungswege finden

Oft ist es möglich, die Lösung auf verschiedenen Wegen herauszubekommen. Einem Ergebnis kann sich Ihr Kind unterschiedlich annähern. Es kann die Aufgabe visualisieren (also aufzeichnen), es kann nach ähnlichen Aufgaben suchen oder ein Rechenbuch zurate ziehen. Ermutigen Sie Ihr Kind, verschiedene Lösungswege auszuprobieren. Vielleicht machen Sie ein kleines Spiel daraus und verteilen Bonuspunkte für jeden neuen Lösungsweg. Damit legen Sie den Schwerpunkt nicht auf das Ergebnis, also auf die richtige Lösung, sondern auf den Weg.

5. Diskutieren Sie den jeweiligen Lösungsweg

Verschiedene Lösungswege können Sie diskutieren. Stellen Sie Ihrem Kind bewusst Fragen mit dem Ziel, seinen Lösungsweg selbst kritisch zu betrachten. Natürlich muss Ihr Kind wissen, dass es sich dabei um eine Lernstrategie handelt. Dabei soll es lernen, einen Lösungsweg zu begründen. ò Malt es beispielsweise eine Geografie-Aufgabe auf, könnten Sie einwenden, dass die Zeichnung ungenau sein könnte. Dies könnte Ihr Kind dann damit widerlegen, dass es mit einem Lineal ganz genau arbeitet.

6. Lassen Sie Ihr Kind Mathe entdecken

Halten Sie sich mit eigenen Lösungen unbedingt zurück, und achten Sie darauf, dass Ihr Kind über eine Rechenaufgabe wirklich nachdenkt. Geben Sie kleine Hilfestellungen, wenn Ihr Kind nicht weiterweiß. Loben Sie es ehrlich, wenn es sich um einen Lösungsweg bemüht. Das richtige Ergebnis ist dabei nicht ausschlaggebend.

Mein Tipp!

Verzichten Sie möglichst oft auf technische Hilfsmittel, wenn Sie etwas ausrechnen müssen: damit Ihr Kind sieht, wie hilfreich es ist, gut im Kopfrechnen zu sein.

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