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Mietkosten zahlen
© Gina Sanders

Miete und Mieterhöhung: Was ist wirklich rechtens?

Sie wohnen zur Miete und Ihr Vermieter will nach kurzer Zeit die Mietkosten erneut erhöhen? Das müssen Sie nicht einfach so hinnehmen! Lesen Sie hier, welche Rechte Sie als Mieter genießen und wie Sie unrechtmäßige Mieterhöhungen erkennen. 

Dr. Dietmar Kowertz: Verbraucherschutz-Experte
Expertenrat von 
Dr. Dietmar Kowertz, Verbraucherschutz-Experte

Sonderfall Modernisierung

Eine Mieterhöhung ist auch dann zulässig, wenn der Vermieter Geld in seine Wohnung steckt und das Objekt modernisiert. Dazu zählen bspw. der Einbau neuer Fenster, eines neuen Bades oder einer neuen Küche. Die dabei entstehenden Kosten kann er sich langfristig vom Mieter wiederholen. Laut Gesetz dürfen 11 % der Ausgaben auf die Jahresmiete umgelegt werden – und zwar für immer.

Beispiel: Betragen die Kosten für ein neues Bad 6.000 Euro, darf der Vermieter die Jahresmiete um 660 Euro erhöhen. Das sind 55 Euro im Monat – für Mieter oft ein schmerzhafter Betrag.

Aus diesem Grund ist die Modernisierung im Mietrecht streng reglementiert. Als Modernisierung gelten nur jene Baumaßnahmen, die den Wohnwert verbessern oder die Energiekosten nachhaltig senken.

Übrigens: Auch der nachträgliche Einbau eines Fahrstuhls in einem mehrstöckigen Wohnhaus kann gegebenenfalls eine erhebliche Mieterhöhung nach sich ziehen. Die berühmten goldenen Wasserhähne sind hingegen nicht umlagefähig! Auch teure Reparatur- und Instandhaltungsmaßnahmen, z.B. an der Heizung, dürfen nicht auf die Miete draufgeschlagen werden.

Wichtig: Der Vermieter muss die Arbeiten mindestens drei Monate vorher ankündigen. Das Ankündigungsschreiben muss detaillierte Angaben über die Art und den Umfang der Maßnahme sowie zur Bauzeit enthalten. Betroffene Mieter können dann entscheiden, ob sie die Wohnung kündigen wollen. In besonderen Härtefällen kann der Mieter die Modernisierungsmaßnahme verhindern, etwa wenn er die erhöhte Miete nicht mehr bezahlen könnte.

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