Mundhygiene bei Kindern – So geht es richtig
Zahngesundheit fängt bereits im Babyalter anÂ
Die Zahlen sind alarmierend: Der Barmer-Zahnreport hat 2020 offenbart, dass häufig Karies bei Kindern vorliegt. Bereits ein Drittel der Zwölfjährigen wurde bereits wegen Karies behandelt. Bislang war man davon ausgegangen, dass dies nur jeden FĂĽnften betrifft – also 140.000 anstatt 240.000 Kinder. Woran liegt das? In den meisten Fällen haben Eltern bei ihrem Nachwuchs zu spät mit dem Zähneputzen begonnen. Sobald der erste Milchzahn durchbricht, sollte vorsichtig mit dem Zähneputzen begonnen werden. Die Kleinen lernen dadurch frĂĽh und jetzt schon fĂĽr das Alter, wie wichtig es ist, regelmäßig die Zähne zu putzen. Â
Ebenso wichtig ist der regelmäßige Kontrollbesuch beim Zahnarzt. Mit der richtigen Vorbereitung lernt das Kind die Zahnarztpraxis spielerisch kennen und entwickelt keine Ă„ngste. AuĂźerdem kann in der Zahnarztpraxis das richtige Zähneputzen geĂĽbt werden.Â
Was brauchen Kinder fĂĽr die Zahnpflege?Â
Eine zahnfreundliche Ernährung ist bei der Kariesprophylaxe wichtig. Dazu gehört auch, das Kind rechtzeitig von der Nuckelflasche zu entwöhnen, denn durch die ständige UmspĂĽlung der Zähne kann es zu schwerer Karies kommen.Â
Zahnputzbecher, Kinderzahncreme und Lern-ZahnbĂĽrste – mehr braucht man am Anfang fĂĽr die Mundhygiene bei Kindern nicht. Zu Beginn benutzt man am besten eine sehr weiche, angefeuchtete ZahnbĂĽrste fĂĽr Babys oder aber eine ZahnbĂĽrste, die extra weiche, abgerundete Borsten besitzt. Das beugt Verletzungen am empfindlichen Zahnfleisch vor. Spezielle KinderzahnbĂĽrsten sind am BĂĽrstenkopf mit einer Gummi-Ummantelung versehen. Später kann man von einer HandzahnbĂĽrste zu einer elektrischen ZahnbĂĽrste wechseln. Eltern sollten anfangs beim Zähneputzen dabei sein und immer nachputzen – bis das Kind seine Zähne selbständig putzen kann.Â
Zahnärzte raten zu einer Kinder-Zahncreme mit einem Fluoridgehalt von 500 ppm. Von farbigen, sĂĽĂźen Zahncremes besser die Finger lassen, da diese gerne heruntergeschluckt werden. Fluorid spielt in der Kariesprophylaxe eine groĂźe Rolle, denn es macht den Zahnschmelz widerstandsfähiger und schĂĽtzt diesen vor Karies. Bei der Fluoridprophylaxe kann eine Zahnpasta mit Fluorid benutzt oder Fluoridpräparate eingenommen werden. Â
Die richtige ZahnputztechnikÂ
Richtig Zähneputzen will geĂĽbt sein. Der Zahnarzt ist hier die richtige Anlaufstelle. Eltern können ihren Sprössling schon im ersten Lebensjahr mit zum Zahnarzt nehmen. So verliert das Kind die Angst vor dem Zahnarzt und eventuelle Zahnprobleme oder Karies können rechtzeitig erkannt werden. AuĂźerdem lässt sich die richtige Putztechnik in der Zahnputzschule lernen. Dabei gilt: Mit der KAI-Technik werden zunächst die Kauflächen geputzt, danach die AuĂźenflächen und zum Schluss die Innenflächen der Zähne. Und auch der richtige Umgang mit Zahnseide zur Reinigung der Zahnzwischenräume kann beim Zahnarzt geĂĽbt werden.Â
So macht das Zähneputzen den Kleinen SpaĂźÂ
Der SpaĂź sollte beim Zähneputzen nicht zu kurz kommen. Besonders schön ist, wenn das zweimal tägliche Zähneputzen zu einem gemeinsamen Ritual bei Eltern und Kind wird. Zum Beispiel kann man zum Zähneputzen Musik laufen lassen oder im Bad eine Sanduhr aufstellen. Eltern können auch immer vorher oder nachher eine Geschichte vorlesen, beispielsweise ĂĽber das Zähneputzen. Auch ein Zahnputzlied oder ein Zahnputzreim ist eine gute Idee.Â