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In jeder Schulklasse sitzt durchschnittlich ein Kind, das eine Rechenschwäche, auch Dyskalkulie genannt.
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Rechenschwäche: So unterstützen Sie Ihr Kind bei Dyskalkulie

Hilfe bei Dyskalkulie

In jeder Schulklasse sitzt durchschnittlich ein Kind, das ähnliche Probleme hat. Für sie ist Mathe meist das Horrorfach schlechthin. Lesen Sie hier, woran Sie eine Rechenschwäche bei Ihrem Kind erkennen und wie Sie es sinnvoll unterstützen können. 

Silke Lemhöfer, Heilpraktikerin und Dozentin
Expertenrat von 
Silke Lemhöfer, Heilpraktikerin und Dozentin

„Mathe raff ich einfach nicht!“

Der achtjährige Malte kann noch so viel üben vor einer Mathe-Arbeit – es hilft nichts. Dabei ist Malte sonst ein guter Schüler. In Mathe jedoch hat er große Schwierigkeiten. Er verwechselt die Rechenarten und zählt noch heimlich mit den Fingern. Seit dem Besuch bei einem Lerntherapeuten wissen seine Eltern: Malte hat eine Rechenschwäche (Dyskalkulie). 

Damit ist er nicht allein:
"Wie breit sind 10 Zentimeter? Wie viel Geld brauche ich, wenn ich 2 Liter Milch kaufen möchte? Was bedeutet 2 + 3 = 5" Für viele Kinder sind diese Fragen leicht zu beantworten. Noch vor Schulbeginn, spätestens aber in der zweiten Klasse, lernen sie das grundlegende Prinzip, nach dem Mengen in Zahlen ausgedrückt werden. Kindern, die unter einer Rechenschwäche leiden, fehlt dieses Verständnis für Mengen und Zahlen. „Für mich sind Zahlen wie chinesische Schriftzeichen. Ich verstehe sie einfach nicht“, sagt Malte. Die Angabe „2 Meter“ könnte für ihn die Entfernung bis zum Küchentisch sein – oder bis zur nächsten Stadt.

Über 10 wird’s schwierig!

Dass Malte so große Probleme mit dem Rechnen hat, haben seine Eltern und Lehrer lange nicht bemerkt. Zwar wunderte sich seine Mutter, dass Malte nur dann etwas kaufen wollte, wenn sie ihm das Geld abgezählt in die Hand gegeben hat. Doch erst in der dritten Klasse fiel auf, dass Malte mit Zahlen umging, ohne ihre Bedeutung begriffen zu haben. Im Zahlenraum unter zehn kam er noch einigermaßen zurecht. Danach fing er an zu tricksen. Er lernte die Rechenregeln auswendig und zählte heimlich mit den Fingern. Doch allmählich wurden die Aufgaben komplexer und seine Noten in Mathe zusehends schlechter. „Er ist eben faul“, sagte seine Lehrerin. Doch Maltes Problem lag ganz woanders: Er übte und übte, doch seine Strategie funktionierte auf einmal nicht mehr. Er verstand einfach nicht, was die Zahlen bedeuten.



So erkennen Sie eine Rechenschwäche bei Ihrem Kind

Es gibt verschiedene Arten von Rechenstörungen: Kinder wie Malte können sich unter Zahlen nichts vorstellen. Andere verstehen zwar Aufgaben wie 3 + 4 = 7, können sich aber den Rechenweg nicht merken. Wie Maltes Beispiel zeigt, werden diese Probleme oft lange nicht erkannt. Dabei könnte den betroffenen Kindern bei richtiger Förderung frühzeitig geholfen werden. Im Folgenden finden Sie einige typische Anzeichen bei denen Sie (natürlich je nach Alter und Klasse) hellhörig werden sollten:

  • Löst Ihr Kind nahezu alle Aufgaben durch Zählen?
    (Ab der zweiten Klasse verheimlichen die meisten Kinder das.)
  • Zählt es auch dann, wo sich Zählen eigentlich erübrigt (z. B. bei 13 – 12)?
  • Fallen Ihrem Kind Minus-Aufgaben besonders schwer?
  • Kann es Rechenregeln, die sich aus dem Verständnis von Zahlen und dem Zusammenhang
    von Operationen herleiten, nicht nutzen (2+4=6, 6–4 wird neu abgezählt)?
  • Hat es Schwierigkeiten, ein Ergebnis auf eine ähnliche Aufgabe zu übertragen
    (2 + 4 = 6, 22 + 4 = 26 wird neu abgezählt)?
  • Vertauscht Ihr Kind häufig Einer und Zehner, verdreht es oft Zahlen (32 statt 23)?
  • Hat es das, was es mühsam eingeübt hat, meist schon nach kurzer Zeit wieder vergessen?
  • Sagt es Einmaleins-Reihen ohne Verständnis wie ein Gedicht auf?
  • Erkennt es falsche Ergebnisse nicht als falsch und korrigiert sie?
  • Grübelt es lange über den Mathe-Hausaufgaben?
    Muss es auch für einfache Aufgaben ungewöhnlich lange rechnen?
  • Sucht Ihr Kind ständig nach einem Schema?
  • Verwechselt es häufig die Rechenarten?
  • Hat es im Alltag Probleme mit Größen (Geld, Uhrzeit, Längenmaße, Gewichte)?
  • Scheitert es regelmäßig an Textaufgaben? (Es fragt nach den gegebenen Inhalten,
    rechnet fasch, seine Antworten passen nicht zur Frage.)
  • Erledigt es seine Mathematik-Hausaufgaben nur äußerst ungern?
  • Hat Ihr Kind Angst vor Mathe-Arbeiten?
    Leidet es vorher unter Kopfschmerzen, Übelkeit und/oder Bauchschmerzen?

Mögliche Ursachen der Dyskalkulie

Die Rechenschwäche ist eine Teilleistungsschwäche. Das heißt, sie betrifft lediglich den Umgang mit Zahlen. Ansonsten sind die betroffenen Kinder normal begabt. Bei der Suche nach den möglichen Ursachen macht die Forschung in jüngster Zeit rasante Fortschritte. Eine besondere Rolle spielt dabei die moderne Hirnforschung. Inzwischen weiß man, dass es bestimmte Hirnareale gibt, die für die Zahlenverarbeitung zuständig sind. Es wird vermutet, dass diese bei Kindern mit Dyskalkulie weniger gut ausgebildet und vernetzt sind.

Was Sie als Eltern tun können

Wenn Sie einige oder viele Fragen mit „ja“ beantwortet haben, kann das ein Hinweis auf eine Rechenschwäche sein. Vielleicht sind Sie ja auch im Vorfeld schon so manches Mal verzweifelt, wenn Sie Ihrem Kind bei den Rechenaufgaben helfen wollten. „Was können wir tun?“ fragen Sie sich nun ratlos.

So finden Sie die richtige Therapie

Ganz gleich welche Probleme Sie mit Ihrem Kind haben, der erste Schritt ist immer: Holen Sie sich Hilfe! Bei der klassischen Dyskalkulie-Therapie wird ein gezieltes Lerntraining mit psychotherapeutischer Begleitung kombiniert. Dort übt Ihr Kind nicht nur gezielte Lernstrategien, sondern es wird auch die seelische Stabilität Ihres Kindes gefördert. In fast allen größeren Städten gibt es inzwischen lerntherapeutische Zentren, die sich auf Dyskalkulie spezialisiert haben. Versierte Lerntherapeuten erkennen Sie an dem Zertifikat des Bundesverbandes Legasthenie (BVL-Zertifikat). Auf dessen Website können Sie auch nach geeigneten Therapeuten suchen (www.bvl-legasthenie.de). 

5 Tipps bei Dyskalkulie, die wirklich helfen

Kinder mit einer Rechenschwäche sind oft frustriert. Durch die vielen Misserfolge leidet ihr Selbstwertgefühl. Ihre wichtigste Aufgabe als Eltern ist daher, Ihrem Kind den Rücken zu stärken.

Diese Tipps helfen Ihnen dabei:

  1. Erklären Sie Ihrem Kind, was es mit der Rechenschwäche auf sich hat
    Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie Verständnis für seine Probleme haben, und suchen Sie gemeinsam nach Lösungen.
  2. Machen Sie Ihrem Kind immer wieder seine Stärken bewusst
    Was kann Ihr Kind besonders gut? Zeigen Sie Ihrem Kind das immer wieder. So rückt die Rechenschwäche in den Hintergrund, und Ihr Kind bekommt wieder mehr Selbstvertrauen in seine Fähigkeiten.
  3. Loben Sie Ihr Kind auch für kleine Erfolge
    Ihr Kind sollte nicht das Gefühl haben, dass die Situation ausweglos ist oder dass es dümmer ist als andere. Betonen Sie daher immer wieder, dass das Üben Zeit braucht, und machen Sie es auch auf kleine Fortschritte aufmerksam.
  4. Seien Sie geduldig
    Zugegeben: Die nötige Geduld beim Rechnen mit Ihrem Kind aufzubringen, ist nicht immer leicht. Bleiben Sie trotzdem geduldig, auch wenn alles Erklären und Üben nicht hilft. Für Ihr Kind ist es schon frustrierend genug, dass es diese Probleme hat.
  5. Fördern Sie Ihr Kind spielerisch
    Grundsätzlich gilt: Ihr Kind braucht Sie als Mutter oder Vater, nicht als Lehrer. Überlassen Sie das gezielte Lerntraining daher den Fachleuten.

Trotzdem können Sie im Alltag viel tun:

  • Rechnen Sie mit Ihrem Kind, indem Sie beispielsweise die Treppenstufen laut zählen oder die Zutaten beim Backen genau abwiegen und vergleichen.
  • Trommeln, springen oder klatschen Sie mal richtig ausgelassen und zählen Sie dabei.
  • Nutzen Sie spezielle Computerprogramme, die zur Förderung von Dyskalkulie entwickelt wurden.

Mein Tipp: Computertraining gegen Rechenschwäche

Das Computerprogramm „Calcularis“ hilft Ihrem Kind, das Rechnen zu trainieren und Defizite aufzuholen. Das Besondere hierbei ist, dass sich der Computer Ihrem Kind anpasst. Er erkennt, wo Ihr Kind noch Schwierigkeiten hat, und passt das Training entsprechend an. Ein Test mit 40 Kindern in der Schweiz zeigte, dass bei nur 20 Minuten üben täglich, sich die Schüler nach sechs Wochen in allen Rechenbereichen schon erheblich verbessern konnten.

Tabelle: Diese Bachblüten helfen bei Rechenschwäche

Mittel  Beschreibung
Nr. 7
Chestnut Bud
Kinder mit Dyskalkulie machen häufig immer wieder die gleichen Fehler. Hier hilft diese Blüte, die auch als die „Lernblüte“ bezeichnet wird. Sie stärkt sowohl die Wahrnehmung als auch die Aufmerksamkeit Ihres Kindes und fördert seine Fähigkeit, Gelerntes im Gedächtnis zu verankern.    
Nr. 8
Gentian
Durch die Rechenstörung muss Ihr Kind viele Misserfolge hinnehmen. Das frustriert auf Dauer und verleitet Ihr Kind dazu, schnell aufzugeben, wenn es wieder einmal nicht klappt. „Ich schreibe sowieso wieder eine Fünf“, ist seine Einstellung vor einer Mathe-Arbeit. Gentian (Enzian) hilft ihm, seine negative Grundeinstellung abzubauen und wieder Vertrauen?in seine Fähigkeiten zu entwickeln.    
Nr. 16
Honeysuckle
Auch diese Blüte hilft Ihrem Kind, negative Erfahrungen loszulassen und mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken.
Nr. 19
Larch    
Die Schwierigkeiten mit dem Rechnen sind immer wieder ein Schlag gegen das Selbstbewusstsein Ihres Kindes. Die Lärchenblüte hilft Ihrem Kind, mehr Selbstvertrauen aufzubauen und die eigenen Stärken zu sehen. 
Nr. 20
Mimulus    
Diese Blüte hilft gegen die Angst zu versagen und stärkt Ihr Kind für die nächste Mathe-Arbeit.
Dosierung und Anwendung:
Diese Mischung sollte über einen längeren Zeitraum (etwa drei bis vier Monate) angewendet werden. Lassen Sie sich die Blüten in der Apotheke mischen und geben Sie Ihrem Kind drei- bis viermal täglich vier Tropfen in etwas Wasser oder Saft. Wenn Sie eine Besserung bemerkt haben, können Sie später die Mischung immer dann einsetzen, wenn Ihr Kind wieder Unterstützung braucht, z. B. vor der nächsten Mathe-Arbeit. 

 

 

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