Keine Lust zum Gitarreüben

von Anonym

Liebe Frau Reimann-Höhn,

unser Sohn (neun Jahre) lernt seit zwei Monaten Gitarre. Unser Problem ist das lästige Üben. Er übt immer nur nach mehrmaliger Aufforderung und quengelt dann nur rum. Der Unterricht selbst macht ihm Spaß, aber das Üben nicht. Was sollen wir tun? Den Unterricht wieder beenden?

Antwort von: Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn

Liebe Leserin,

wer ein Instrument spielen will, der kommt um das Üben nicht herum. Sie müssen mit Ihrem Kind ganz klare Absprachen treffen und sich auch nicht davon abbringen lassen. Mit neun Jahren ist das eine durchaus leistbare Anstrengung, die sich nach kurzer Zeit schon auszahlen wird. Gerade beim Gitarrespielen braucht Ihr Kind eine motorische Grundfertigkeit, die es nur durch das Üben erlernen kann. Vereinbaren Sie einen bestimmten Zeitrahmen, etwa zwischen vier und sechs Monaten, sowie eine klare, tägliche Übungszeit von 10 bis 15 Minuten. Das Wochenende sollte frei sein.

Danach darf Ihr Kind entscheiden, ob es weiter Gitarrenunterricht haben möchte oder ob es lieber ein anderes Instrument ausprobiert bzw. sich ganz vom Musikmachen abwendet. Ohne regelmäßiges Üben macht Ihr Kind keine Fortschritte, und es wird die Lust früher oder später sowieso verlieren.

Für die Motivation können Sie auch etwas tun. Hören Sie sich gemeinsam Gitarrenmusik an, gehen Sie zusammen in ein Konzert oder machen Sie Hausmusik. Loben Sie Ihr Kind für seine Fortschritte und lassen Sie sich ab und zu etwas vorspielen. Vielleicht können Sie sich auch überwinden, einmal gemeinsam ein großes Musik- oder Gitarrengeschäft zu besuchen – die dort ausgestellten Instrumente und das vielfältige Zubehör können ganz schön beeindruckend und motivierend sein. Aller Anfang ist jedenfalls schwer, und eine positive Aufmerksamkeit der Eltern hilft beim Durchhalten.

Wenn Ihr Kind lernt, den „inneren Schweinehund“ beim Gitarrespielen zu überwinden, hat dies gleich mehrere Vorteile. Zum einen wird es langsam wirklich besser und erkennt, wofür der Aufwand gut ist. Wenn die zugegeben schwierigen Griffe endlich flüssig klappen und dem Instrument die ersehnten Töne endlich entlockt werden, steigt mit großer Wahrscheinlichkeit auch die Lust weiterzumachen.

Zum anderen profitiert Ihr Kind auch grundsätzlich davon, denn sein Durchhaltevermögen wird sich auch auf die Schule und das Lernen positiv auswirken.

Viel Spaß beim Musikhören und Musikmachen wünscht
Ihre Uta Reimann-Höhn

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