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Gesunde Ernährung für Kinder
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Gesunde Ernährung: So begeistern Sie Ihr Kind für gesunde Ernährung!

Ernährung für Kinder

Pizza, Pommes, Spaghetti – Einigkeit herrscht schon bei Kleinkindern darüber, was sie mögen. Gesunde Lebensmittel wie Gemüse landen dagegen oft auf der „Ich mag das nicht“-Liste. Dabei ist es gar nicht so schwer, dass Sie Ihr Kind auch für gesündere Speisen und eine gesunde Ernährung begeistern können.  

Expertenrat von 
Dr. Martina Hahn-Hübner, Gesundheits-Expertin, Medizinjournalistin

„Mein Kind isst einfach nichts Gesundes“ – die übliche Klage vieler Eltern, wenn es um gesunde Ernährung geht. Und seien Sie ehrlich: Versetzen Sie sich einmal in Ihre Kindheit zurück. Die meisten von uns waren als Kinder ebenfalls Gemüseverachter und haben lieber Süßes und ungesunde Speisen verzehrt.

Dennoch wissen wir als Eltern, wie wichtig es ist, dass unsere Kinder Obst und Gemüse verzehren. Doch was, wenn sie nicht wollen? Häufig liegt es, auch wenn wir Eltern es nur schwer wahrhaben wollen, tatsächlich an uns. Wir wollen zu viel auf einmal – und spätestens bei dem Satz: „Nun iss doch dein Gemüse, das ist doch so gesund“ schalten viele Kinder auf stur. Mit ein paar Kniffen können aber auch Sie Ihrem Kind gesunde Ernährung nahebringen.

So gelingt Ihnen der Umstieg auf gesunde Ernährung spielend!

  • Wechseln Sie langsam zu einer gesunden Ernährung. Den Umstieg zum Beispiel auf Vollkornprodukte sollten Sie schrittweise gestalten. So können Sie beim Mehl nach und nach auf einen immer geringeren Ausmahlungsgrad wechseln – von 405 über 812 und 1050 auf 1600. Achten Sie darauf, dass das Mehl dennoch fein gemahlen ist. Alternativ können Sie auch nach und nach immer mehr Vollkornmehl unter Ihr normales Weißmehl mischen. Diese Vorgehensweise bietet sich auch bei Nudeln an: Sie können nach und nach immer mehr normale Nudeln durch Vollkornnudeln ersetzen. Den in der Übergangsphase entstehenden Mix aus hellen und dunklen Nudeln können Sie Ihrem Kind als „Leopardennudeln“ oder „Tigernudeln“ anbieten. Denken Sie nur daran, dass Sie die Vollkornnudeln zuerst ins Kochwassergeben, da diese länger brauchen, um gar zu werden. Achtung: Babys können Vollkorn nur schwer verdauen, daher sollten Sie diese Lebensmittel erst im Kleinkindalter auf den Speiseplan setzen.

  • Verringern Sie den Zuckerkonsum Ihres Kindes. Auch dies sollten Sie langsam angehen. Ihr Kind wird natürlich rebellieren, wenn es von heute auf morgen zum Beispiel seinen Tee nur noch ungesüßt bekommt. Verringern Sie daher langsam nach und nach den Zucker, den Sie zufügen. Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihr Kind zu viele Süßigkeiten isst, können Sie diese gegen Trockenobst austauschen. Es gibt auch die Möglichkeit, dass Sie selbst Popcorn herstellen. Popcornmais bekommen Sie im Supermarkt oder im Reformhaus. Geben Sie diesen in eine leicht eingeölte Pfanne, verschließen Sie diese mit einem Deckel und erhitzen Sie den Mais. Wenn nichts mehr knallt, nehmen Sie die Pfanne vom Herd und lassen das Popcorn in einer Schüssel abkühlen. Aber ganz ehrlich: Ich finde, dieses ungesüßte Popcorn schmeckt – wie man so schön sagt – nach „eingeschlafenen Füßen“. Es gibt allerdings Kinder, die es mit Begeisterung essen. Unsere Tochter lässt es jedoch nach einmaligem Probieren komplett stehen.
  • Verführen Sie Ihr Kind – und zwar mit Obstnaschereien. Kaufen Sie Birnen, Äpfel, Mandarinen oder Trauben – Obst, das sich gut in handliche, kleine Stücke schneiden oder zerteilen lässt. Diese geben Sie auf einen Teller, den Sie in Reichweite Ihres Kindes stellen. Das verführt zum Zugreifen zwischendurch, ohne dass Ihr Kind merkt, dass es sich gerade gesund ernährt. Achten Sie aber darauf, dass Sie kernlose Mandarinen oder Trauben kaufen. Die kleinen Kerne stören viele Kinder und schrecken sie regelrecht ab.
  • Roh schlägt gekocht. Es ist ein Phänomen: Viele Kinder verweigern gekochtes Gemüse. Die gleichen Kinder aber greifen begierig zu, wenn es das gleiche Gemüse roh in handlich geschnittenen Stücken gibt. Möhren, Tomaten, Paprika, Kohlrabi, Gurken, Blumenkohlröschen oder Streifen vom Rotkohl bieten sich zum Knabbern an. Wenn Sie mögen, können Sie dazu einen Dip aus Naturjogurt mit Kräutern, je nach Geschmack des Kindes auch mit Knoblauch, anbieten.

Was Sie bei einer gesunden Ernährung Ihres Kindes beachten sollten!

Es gibt einige Regeln, die Sie einhalten sollten, um Ihrem Kind nicht den Spaß an den Mahlzeiten zu nehmen. Dazu gehört folgendes:

  • Vergessen Sie die Sprüche á la „das ist doch sooo gesund“. Um Ihr Kind dazu anzuregen, möglichst viele gesunde Lebensmittel zu verzehren, sollten Sie sie selbst essen. Kinder lernen durch Nachahmen. Betonen Sie dagegen immer wieder, wie gesund dieses oder jenes ist, werden Sie Ihrem Kind den Appetit garantiert vermiesen.
  • Verbote bringen das Gegenteil bei einer gesunden Ernährung. Schon lange ist bekannt, dass Dinge, die verboten sind, einen besonderen Reiz auf Kinder – und übrigens auch auf Erwachsene – ausüben. Besser als zum Beispiel Süßigkeiten zu verbieten, ist es daher, diese nur in Maßen zu erlauben. Tauschen Sie einen Teil der Süßigkeitenration gegen Trockenfrüchte aus, die ebenfalls süß sind, oder erlauben Sie ab und an einen süßen Nachtisch. Das kann übrigens auch ein Naturjogurt mit Obst sein.

  • Reste dürfen sein. Schon lange wissen wir, dass es dem Sättigungsgefühl dauerhaft schadet, wenn Kinder gezwungen werden, den Teller leer zu essen. Verzichten Sie auch darauf, mit Ihrem Kind zu schimpfen, wenn es ausgerechnet das Gemüse auf dem Teller liegen lässt. Sonst fördern Sie nur, dass es eine Abneigung gegen diese Speisen entwickelt.
  • Verzichten Sie auf bunte Mischungen. In der Regel sind Kinder Puristen und bestehen darauf, dass sie erkennen, was sie essen. Mischen Sie also nicht Erbsen, Soße und Kartoffelpüree zusammen. Vielmehr wollen die meisten Kinder selbst zusammenmischen und entscheiden, was sie vermischen. (Es kann natürlich auch sein, dass Sie ein Kind wie unsere Tochter zu Hause haben – die will manches nur fertig püriert essen, sonst verweigert sie.)
  • Ihr Kind muss seinen Geschmack trainieren. Kinder essen bestimmte Lebensmittel, nicht weil sie sie so gerne mögen. Vielmehr mögen sie sie, weil sie sie oft genug gegessen haben. Denn Geschmack ist bei Kindern noch eine Frage der Gewöhnung – und erst nach dem zehnten Probieren entscheidet sich, ob ein Kind eine Speise wirklich mag. Daher sollten Sie nicht zu früh aufgeben und Ihrem Kind bestimmte Dinge, die es ablehnt, immer wieder vorsetzen. Wenn Sie noch ein Baby haben, wechseln Sie im Beikostalter die Speisen immer wieder und gewöhnen Sie es so schon früh an möglichst viele unterschiedliche Geschmacksrichtungen.
  • Kinder essen mit den Sinnen. Bei Kleinkindern spielt aber nicht nur der Geschmack eine Rolle. Vielmehr essen alle Sinne mit. Das ist der Grund, warum viele Kinder zum Beispiel den Apfel verweigern, der eine kleine braune Stelle hat. Uns ist schon einmal eine mit Lebensmittelfarbe blau gefärbte Quarkcreme stehen geblieben – unsere Tochter und ihre Freunde fanden das Blau eklig. Logisch, quietschblaue Lebensmittel gibt es normalerweise nicht. Andererseits können Sie Ihr Kind so auch dazu bekommen, dass es Dinge isst, die es normalerweise verweigert – wenn Sie aus dem Gemüse zum Beispiel ein Gesicht auf der Pizza legen.

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