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Zwei Kleinkinder beim essen
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Gutes Benehmen leicht gemacht: Manieren für Kids

Benehmen lernen

Gutes Benehmen ist wieder „in“. Und schon kleine Leute ab dem Kindergartenalter können einige wichtige Grundregeln in puncto Höflichkeit und Manieren lernen. Ständige Ermahnungen bringen allerdings wenig. Wir verraten Ihnen, wie Sie es richtig machen. 

Expertenrat von 
Dr. Martina Hahn-Hübner, Gesundheits-Expertin, Medizinjournalistin

Sagen Sie auch öfter Sätze wie „Sei doch nicht so muffelig – grüß freundlich!“ oder „Hast du dich schon bei Tante Inge für das Buch bedankt?“ Solche Standardermahnungen bewirken meist nicht viel. Erziehung zur Höflichkeit funktioniert am besten, wenn wir nicht nur untereinander, sondern auch zu unseren Kindern höflich sind.

Für gutes Benehmen ist es nie zu früh

Eltern sollten ihren Kindern von Anfang an gutes Benehmen vorleben und schon die Kleinsten höflich behandeln:

  • Haben Sie Ihr Kind versehentlich gestoßen, sollten Sie sich sofort entschuldigen.
  • Reißen Sie Ihr Kind nicht unvermittelt aus dem Spiel, sondern kündigen Sie schon fünf Minuten vorher an, wenn Sie gleich weg müssen und es sich deshalb anziehen soll.
  • Tadeln Sie nicht nur seine Fehler, sondern loben Sie – am besten doppelt so oft – wenn es etwas gut gemacht hat (z. B. die Milch nicht verschüttet oder sofort gehorcht hat).

Das können schon Kindergartenkinder lernen

Auch wenn Ihr Kind erst drei Jahre alt ist, kann es schon lernen, auf andere Rücksicht zu nehmen. Dabei gilt die Faustregel, dass andere so behandelt werden sollten, wie man es auch selbst gerne haben möchte.

  • Freundliche Begrüßung: Um einem anderen zu zeigen, dass er willkommen ist, sollte Ihr Kind ihn ansehen und freundlich grüßen, z. B. „Guten Tag!“ Besonders persönlich wird die Begrüßung, wenn es dazu auch die Hand gibt (bitte nicht dazu zwingen, wenn es das nicht möchte!). Gleiches gilt natürlich auch für die Verabschiedung.
  • Die Zauberwörter „bitte“ und „danke“: Ihr Kind lernt schon sehr bald, dass es mit einem „bitte“ viel eher (wenn auch nicht jedes Mal) die Erfüllung seiner Wünsche erreicht. Und sein „danke“ zeigt dem anderen, dass es sich über das, was es bekommen hat, freut.
  • Entschuldigung: Wenn Ihr Kind einem anderen wehgetan hat oder ihm Unrecht getan hat, kann es durch ein „Entschuldige bitte!“ zeigen, dass es ihm Leid tut. Dann fühlt sich der andere gleich besser.
  • Ausreden lassen: Ihr Kind sollte lernen zuzuhören und einem anderen, wenn er redet, nicht ins Wort zu fallen. Das ist natürlich für ungeduldige Kinder besonders schwierig. Erklären Sie Ihrem Kind, dass es selbst ja auch möchte, dass die anderen zuhören, wenn es etwas zu erzählen hat.
  • Schimpfwörter sind tabu: Sie verletzen den anderen und sind deshalb selbst dann, wenn Ihr Kind sehr wütend ist, nicht okay. Notfalls kann es sich in seinem Zimmer so richtig ausschimpfen, wenn es keiner hört.
  • Tischmanieren: Wenn sich alle bei Tisch an einige ein - fache Regeln halten, verlaufen die Mahlzeiten entspannter. Hierzu gehören: Hände waschen vor dem Essen, Besteck benutzen (Löffel, Gabel und je nach Fingerfertigkeit auch Messer), nicht mit dem Stuhl kippeln, nicht mit vollem Mund sprechen. Ab fünf Jahren können Sie von Ihrem Kind auch verlangen, dass es sitzen bleibt, bis alle aufgegessen haben.
So klappt das Benehmen
Unterhaltsame „Benimm“-Lektion für Kinder ab drei bis vier Jahren „Bitte sehr & Danke schön“ von Detlev Jöcker und Ingrid van Bebber (Menschenkinder-Verlag 2004; Taschenbuch; 8,90 €


Sturer Drill schadet eher

Gute Umgangsformen sind wichtig, doch muss Ihr Kind deswegen noch lange nicht zum „dressierten Äffchen“ werden. Beschränken Sie sich auf das Wesentliche! Kein Kind muss Küsschen und Umarmungen erdulden oder gar verteilen, wenn es das nicht möchte.

Verkneifen Sie sich, Ihr Kind in Leierkastenmanier mit der Frage „Wie sagt man?“ jedes Mal zu den Zauberwörtchen „bitte“ und „danke“ aufzufordern. Auch die korrekte Anrede fremder Erwachsener mit Nachnamen und „Sie“ ist Kindergartenkindern noch nicht geläufig.

Fahren Sie Ihrem Kind bei kleinen Benimm-Fehlern nicht zu oft über den Mund. Möglicherweise beginnt es dann, sich absichtlich schlecht zu benehmen, nur um Sie zu provozieren.

Viel wirksamer ist es, wenn Sie Ihrem Kind korrektes Benehmen konsequent vorleben. Mit der Zeit gewöhnt sich Ihr Kind so sehr an gute Manieren, dass es diese allmählich übernehmen wird.

Will es mit dem „bitte“ und „danke“ so gar nicht funktionieren, können Sie zu einem Trick greifen. Bekommt Ihr Kind etwa den Mund nicht auf, um ein Glas Tee zu erbitten, können Sie sein „Gib mir sofort den Tee!“ so lange überhören, bis es sich an das „Zauberwort“ erinnert.

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Kommentare zu "Gutes Benehmen leicht gemacht: Manieren für Kids"

  • Lissi schreibt am 31.07.2017

    Was denn jetzt - es dazu bringen sich an das Zauberwort zu erinnern und gleichzeitig nicht durch 'Leierkastenmanier' dazu ermahnen? Kein Wunder, dass man als Elternteil irgendwann gar nicht mehr weiß, wie Erziehung geht und am Ende nur noch mit dem Bauch entscheidet.
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