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Ärztin untersucht Kleinkind
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Bitte zum Arzt! Bei diesen Beschwerden sollten Sie nicht ausschließlich Naturheilmittel anwenden

Natürlich gesund

Erkältung, Bauchschmerzen oder ein Sturz vom Fahrrad: Krankheiten und Verletzungen gehören zum Alltag eines Kindes. Nicht immer ist es für Eltern leicht zu entscheiden, ob jetzt ein Wickel oder ein paar Globuli ausreichen oder ob sie mit ihrem Kind zum Arzt fahren sollten. Erfahren Sie hier, bei welchen Beschwerden Ihr Kind ärztliche Hilfe braucht.  

Expertenrat von 
Silke Lemhöfer, Heilpraktikerin und Dozentin

Ganz allgemein gilt:

Je jünger Ihr Kind ist, desto eher sollten Sie mit ihm zum Arzt fahren. Besonders bei Säuglingen ist Vorsicht angesagt (siehe Tabelle 2 auf Seite 2).

Behalten Sie immer Ihr ganzes Kind im Blick. Kommt z. B. zum Durchfall noch starke Müdigkeit hinzu, mag das Kind nicht essen oder nicht einmal trinken, ist ein Arztbesuch notwendig.

Sie als Eltern kennen Ihr Kind am besten. Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl, und fahren Sie immer dann zum Arzt, wenn Ihnen an Ihrem Kind etwas ungewöhnlich vorkommt und Sie sich Sorgen machen!

Seien Sie bereit, die Grenzen Ihres naturheilkundlichen Wissens und Ihrer Erfahrung anzuerkennen. Fragen Sie im Zweifel lieber einmal mehr um Rat.

Um Ihnen zu helfen, den Zustand Ihres Kindes zu beurteilen, habe ich im Folgenden eine Reihe von Anzeichen und Symptomen zusammengestellt, die auf eine ernsthafte Erkrankung Ihres Kindes hindeuten können. Falls Sie ein oder mehrere dieser Anzeichen bei Ihrem Kind beobachten, sollten Sie unbedingt schnell einen Arzt aufsuchen. Der ärztliche Bereitschaftsdienst (Tel.: 116 117) gibt über den (kinder-)ärztlichen Notdienst Auskunft. In dringenden Fällen (auch nachts) wenden Sie sich bitte an die nächstgelegene Kinderklinik. Eine gut sichtbar angebrachte Liste mit den Notfallnummern hilft Ihnen, bei Bedarf schnell handeln zu können.  

Bei diesen Symptomen sollten Sie so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen 

Fieber

  • Ihr Kind hat über 39°C oder länger als einen Tag (über zwei Jahre alt: drei Tage) Fieber.
  • Das Fieber tritt schubweise oder wiederholt auf.
  • Das Fieber sinkt trotz Fieberzäpfchen und Wadenwickeln nicht.
  • Zum Fieber kommen andere Krankheitsanzeichen wie Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen und Hautausschlag hinzu.
  • Ihr Kind hat Schüttelfrost.
  • Ihr Kind hat einen Fieberkrampf.
  • Ihr Kind hat zum ersten Mal einen Fieberkrampf

Teilnahmslosigkeit

  • Ihr Kind reagiert kaum oder gar nicht auf Ansprache.
  • Ihr Kind lächelt nicht mehr.
  • Ihr Kind ist bewusstlos.

Inaktivität und Schläfrigkeit

  • Ihr Kind lässt sich nicht aufwecken, bleibt nicht wach oder wacht nur nach längeren Aufweckversuchen auf.
  • Ihr Kind ist auffallend inaktiv und bewegungslos. 

 

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Schmerzen

  •  Ihr Kind hat sehr starke Ohren-, Kopf- oder Bauchschmerzen (vor allem, wenn sie von Fieber begleitet sind). 

Blässe und Hautausschlag

  • Ihr Kind ist sehr blass oder seine Haut ist fleckig bzw. bläulich.
  • Ihr Kind hat einen rötlichen Hautauschlag (besonders, wenn er zusätzlich von Fieber begleitet ist).

Trinken

  • Ihr Kind verweigert das Trinken oder erbricht es sofort wieder. Durchfall und Erbrechen
  • Ihr Kind leidet länger als 12 Stunden unter Durchfall und Erbrechen (bei Schulkindern: 18 Stunden)

Kurzatmigkeit und Atemgeräusche

  • Ihr Kind bekommt schlecht Luft und bläht beim Einatmen die Nasenflügel weit auf.
  • Beim Atmen hören Sie ungewöhnliche Geräusche in seiner Brust (Pfeifen, Brummen, Knistern).
  • Ihr Kind stöhnt beim Atmen.
  • Ihr Kind ist sehr kurzatmig (mehr als 40 Atemzüge/Minute).
  • Ihr Kind atmet sehr schnell (mehr als 60 Atemzüge pro Minute).
  • Beim Ausatmen ist ein lautes Pfeifen zu hören.
  • Lippen und Haut verfärben sich bläulich.

Herzrasen und erhöhter Puls

  • Ihr Kind hat einen Puls von über 150 Schlägen pro Minute (1 bis 2 Jahre) bzw. 140 Schläge pro Minute (über 2 Jahre).

Unfälle und Verletzungen

  • Ihr Kind hat eine Wunde, die nicht zu bluten aufhört oder so tief ist, dass sie genäht werden muss (um die Blutung zu stoppen, sauberes Tuch oder Kleidungsstück auf die Wunde drücken und die betroffene Stelle möglichst erhöht halten).
  • Ihr Kind ist gestürzt und hat starke Schmerzen.
  • Es hat einen Schlag auf den Kopf bekommen.
  • Es gelingt Ihnen nicht, die Blutung zu stoppen.
  • Ihr Kind ist bewusstlos.

andere äußerliche Veränderungen oder Auffälligkeiten

  • Ein Arm, Bein oder Gelenk Ihres Kindes ist geschwollen.
  • Ihr Kind lässt deutlich weniger Urin.
  • Bei Ihrem Baby oder Kleinkind ist die Fontanelle vorgewölbt. (die angeborene Knochenlücke im oberen, vorderen Schädel; sie schließt sich bis zum 2. Lebensjahr von alleine). Zusammen mit trockenen Lippen, dunkelgelbem Urin und bei Babys weniger als sechs nassen Windeln pro Tag deutet dies auf Austrocknung hin!
  • Ihr Kind hat einen steifen Nacken und kann den Kopf nicht nach vorne auf die Brust nehmen.
  • Ihr Kind hat nicht die Kraft zu gehen oder zu stehen. 

Besonderheiten bei Säuglingen und Babys unter 1 Jahr 

Fieber

  • Ihr Kind ist weniger als drei Monate alt und hat eine Körpertemperatur von über 38 °C (bei Babys über drei Monaten: über 39°C). 

Trinkverhalten

  • Ihr Baby will seit zwei Mahlzeiten nicht trinken.

Schreien

  • Ihr Baby schreit schwächlich, schrill oder ununterbrochen.

Durchfall und Erbrechen

  • Ihr Baby erbricht wiederholt oder hat länger als 6 Stunden Durchfall.

Puls und Atmung

  • Ihr Baby atmet auffallend schnell (mehr als 50 Atemzüge pro Minute).
  • Ihr Baby hat Herzrasen und einen erhöhten Puls (mehr als 160 Pulsschläge pro Minute).
  • Haut und Lippen verfärben sich bläulich.

andere Auffälligkeiten

  • Ihr Baby verhält sich auffallend anders als sonst, ist besonders ruhig, lethargisch und reagiert kaum. 

 

 

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