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Wundbehandlung bei Verletzung des Kindes
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Tipps zur richtigen Wundbehandlung

So behandeln Sie Verletzungen Ihres Kindes richtig

Kleine Verletzungen und Blessuren gehören zum Kinderalltag dazu. Sei es das aufgeschlagene Knie durch den Sturz von Laufrad oder Bobbycar oder die Schramme an der Stirn, weil das Krabbelkind die Schrankecke erwischt hat. Doch mit der richtigen Wundbehandlung ist so eine Wunde schnell vergessen. 

Expertenrat von 
Dr. Martina Hahn-Hübner, Gesundheits-Expertin, Medizinjournalistin

Wenn Ihr Kind sich verletzt hat, dann ist es häufig der Schreck, der es zum Weinen bringt, weniger die Wunde an sich. Doch was, wenn es blutet? Dann sollten Sie die die richtigen Erste-Hilfe-Maßnahmen treffen, damit der Schmerz nachlässt und sich möglichst keine bleibenden Narben bilden.

7 Tipps zur richtigen Wundbehandlung von Verletzungen

  1. Berühren Sie die Wunde nicht. Auch auswaschen sollten Sie sie nicht – mit Ausnahme von Schürfwunden, die nicht vom Arzt versorgt werden müssen. Wenn hier Erde, Kies oder Sand hineingelangt sind, können Sie sie unter fließendem Wasser reinigen. Unterwegs können Sie dafür auch Mineralwasser verwenden. Größere Steinchen können Sie mit der Pinzette entfernen. Für Ausflüge mit Kindern oder auch Zuhause ist eine Notfallapotheke immer ratsam.
  2. Desinfizieren Sie kleine Wunden, die Sie selbst versorgen, zum Beispiel mit Octenisept. Müssen die Wunden vom Arzt versorgt werden, verzichten Sie auf das Desinfizieren. Auch dürfen Sie niemals so genannte Hausmittel wie Mehl, Honig oder Öl nutzen!
  3. Bedecken Sie die Wunde keimfrei mit einem Pflaster. Für größere Verletzungen nutzen Sie eine sterile Kompresse oder ein Verbandspäckchen, stark blutende Wunden decken Sie mit einem Druckverband ab.

  1. Wenn sich ein größerer Fremdkörper in der Wunde befindet, ziehen Sie diesen auf keinen Fall heraus. Es könnte sonst zu einer starken Blutung kommen. Lassen sie ihn stecken und polstern Sie ihn rundum mit Mullbinden ab. Überlassen Sie das Entfernen dem Arzt. Das gilt natürlich nicht für kleine Splitter oder Steinchen.
  2. Hat sich Ihr Kind verletzt, ist ein ausreichender Tetanus-Schutz wichtig. Wenn Ihr Kind dagegen nicht ausreichen geimpft ist, gehen Sie zum Arzt – die Impfung muss im Falle einer Verletzung nachgeholt werden. Sonst kann es durch eingedrungene Erreger, die überall vorkommen, zu einer oft tödlich verlaufenden Erkrankung kommen.
  3. Wunden können Sie auch homöopathisch behandeln. Das Mittel Arnica eignet sich im Grunde immer. Geben Sie es in der Potenz D12, anfangs dreimal eine Tablette oder fünf Globuli im Abstand von 10 Minuten, danach alle ein bis zwei Stunden.
  4. Wenn Ihr Kind vor Schreck panisch oder apathisch ist bzw. Angst hat, können Sie zu den Notfalltropfen der Bachblüten greifen. Geben Sie ein bis zwei Tropfen auf die Lippen oder in den Mund – bei Bedarf wiederholen.

Bei welchen Verletzungen Sie dringend zum Arzt gehen sollten

Auch wenn Sie selbst Ihr Kind mit Homöopathie behandeln wollen oder es sich scheinbar nur um eine kleine Verletzung handelt, gibt es Situationen, in denen Sie einen Arzt aufsuchen müssen. Dies ist der Fall bei

  • Wunden, die stark bluten verschmutzten Wunden, Bisswunden oder Wunden, in denen ein großer Fremdkörper sitzt
  • Bei fehlender Tetanus-Impfung
  • Wunden, die größer als 1 Zentimeter sind
  • Wunden im Gesicht
  • infizierten Wunden, die stark eitern, stark gerötetem Wundrand oder rotem Strich als Zeichen einer Blutvergiftung.

    Erste Hilfe bei Verletzungen: Wann muss eine Wunde genäht oder geklebt werden?

    Grundsätzlich müssen tiefe, klaffende und stark blutende Wunden genäht bzw. geklebt werden. Gerade bei letzteren kommt es nicht auf die Größe an. Auch bei Verletzungen, die nur einen halben Zentimeter groß sind, kann die Blutung so stark sein, dass der Arzt die Wunde behandeln muss.

    Kleine Verletzung? Pflaster auf die Wunde!

    Sicher kennen Sie den Spruch: „Da muss Luft dran, da kommt kein Pflaster drauf!“ Doch dieser ist so falsch wie alt. Denn Wunden heilen eben nicht besser, wenn sie an der Luft trocknen, sondern wenn sie immer leicht feucht sind. Der Grund dafür: die Enzyme und Wachstumsfaktoren, die dafür sorgen, dass die Wunde sich verschließt, sind aktiver, wenn die Wunde an sich feucht ist. Zudem verringern sich die Entzündungszellen deutlich schneller.

    Daher sollten Sie kleine Wunden folgendermaßen behandeln: Desinfizieren Sie die Verletzung und cremen Sie sie mit einer Heilsalbe ein, zum Beispiel Bepanthen oder Calendula Wundsalbe. Kleben Sie ein Pflaster darauf. Gerne werden hier die bunten Kinderpflaster empfohlen. Doch diese Kleben meist bombenfest und sind schwierig abzulösen. Verwenden Sie lieber ein Pflaster, das sich leicht lösen lässt. Halten die Ränder der Klebefläche nicht wirklich, ist dies ein gutes Zeichen, dann lässt sich auch der Rest des Pflasters leicht entfernen. Wechseln Sie es mindestens einmal täglich und tragen Sie dabei etwas Wundsalbe auf. Der tägliche Wechsel ist nötig, damit es nicht zu einer Infektion der Wunde kommt.

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