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Junge putzt sich die Nase
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Immunsystem stärken: Meine besten Tipps aus der Naturmedizin

Immunsystem

Haben Sie im Winter auch manchmal „die Nase voll“? Gerade erst bringen Sie Ihr Kind nach dem letzten Infekt erleichtert wieder in den Kindergarten oder in die Schule, da fängt schon der nächste Schnupfen an? Viele Eltern haben das Gefühl, dass ihr Nachwuchs im Winter von einer Erkältung in die nächste gerät. Und tatsächlich: Kinder sind wesentlich öfter krank als Erwachsene. Ihr Immunsystem ist noch nicht stabil und muss erst lernen, sich gegen die Angreifer von außen zu wehren. Wie Sie die Gesundheit Ihres Kindes stärken und sein Immunsystem mit sanften Heilmitteln unterstützen können, erfahren Sie in diesem Sonderheft. 

Expertenrat von 
Silke Lemhöfer, Heilpraktikerin und Dozentin

Häufige Atemwegsinfekte sind bei Klein- und Vorschulkindern normal. Besonders bei den Neulingen in Krabbelgruppe oder Kindergarten läuft die Nase manchmal ständig. Kinderärzte sprechen in diesem Alter von acht bis zwölf Erkältungen pro Jahr, die noch als „normal“ anzusehen sind. Bei Schulkindern sind es jährlich noch sechs bis acht Infekte. Für Sie als Eltern und auch für Ihr Kind sind die häufigen Infekte anstrengend und unangenehm, doch Sie sind kein Grund zur Besorgnis. Sie sind eine notwendige Auseinandersetzung des Immunsystems mit immer neuen „Trainingseinheiten“. Doch ganz tatenlos müssen Sie nicht zusehen, wie Ihr Kind immer wieder krank wird. Schon einfache Maßnahmen helfen, das Immunsystem Ihres Kindes fit zu halten.

Die 5 Säulen eines starken Immunsystems

„Bist Du auch warm genug angezogen? Du erkältest Dich!“ Diesen Satz kennen viele von Ihnen wahrscheinlich noch von Ihrer Mutter oder Großmutter. Heute weiß man, dass die Kinder, die sehr behütet aufwachsen und kaum mit Krankheitserregern in Berührung kommen, besonders anfällig für Krankheiten sind. Ein gesundes Maß an Abhärtung sowie eine gesunde Ernährung mobilisieren die körpereigenen Abwehrkräfte und lassen Ihr Kind deutlich seltener krank werden. Im Detail bedeutet das:

1. Achten Sie auf eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung

Das Immunsystem ist auf ausreichend Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente angewiesen. Auch eine gesunde Darmflora kann sich nur bei guter Nahrung entwickeln. Setzen Sie deshalb auf selbst gekochtes, abwechslungsreiches Essen mit viel frischem Obst und Gemüse – achten Sie schon beim Einkauf auf Qualität und Frische.

2. Sorgen Sie für ausreichend Bewegung

Kinder brauchen viel Bewegung. Beim Rennen, Klettern und Toben können sie Stress und überschüssige Energie abbauen und dabei noch jede Menge Spaß haben. Bewegung aktiviert die Stresszentren im Gehirn und bringt dadurch auch das Immunsystem Ihres Kindes auf Trab.

3. Gehen Sie mit Ihrem Kind viel an die frische Luft

Kälte und die frische Luft sorgen für sanfte Abhärtung und regen die Durchblutung der Lunge an. Gehen Sie mit Ihrem Kind bei jedem Wetter nach draußen. Ihr Kind sollte dabei nicht so dick eingepackt sein, dass es schwitzt. Das kann vor allem beim Toben und Rennen schnell passieren. Lüften Sie auch in der Wohnung regelmäßig, und rauchen Sie dort und im Auto nicht.

4. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind genug schläft

Ausreichend Schlaf ist für die Abwehrkräfte sehr wichtig. Die Hormone, die in der Nacht ausgeschüttet werden, sorgen für die Regeneration des Gewebes und stärken das Immunsystem. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind abends früh genug ins Bett geht. Kleinkinder sollten etwa 10 bis 12 Stunden schlafen, und auch Schulkinder sollten noch auf 8 bis 10 Stunden Schlaf kommen.

5. Sorgen Sie für ausreichend Ruhe im Alltag

Manche Kinder stehen heute unter regelrechtem Dauerstress. Stress in der Schule, Stress bei den Hausaufgaben, jetzt noch schnell zum Klavierunterricht und danach noch zum Fußballtraining – so sieht der Alltag vieler Kinder aus. Die vom Körper gebildeten Stresshormone schwächen das Immunsystem und lassen Ihr Kind schneller krank werden. Durchforsten Sie den Terminkalender Ihres Kindes nach dem Prinzip „Weniger ist mehr“ und lassen Sie auch mal eine Verpflichtung ausfallen, wenn Sie merken, dass Ihr Kind angespannt und müde wirkt. Vielleicht braucht es einfach mal eine Auszeit zum Ausruhen oder einen Spielnachmittag mit der Freundin oder dem Freund.

Abwehrschwäche: Wenn das Immunsystem schlapp macht

Immer mehr Kinder leiden mehrmals im Jahr unter schweren Infektionen wie Bronchitis, Mittelohrentzündung oder gar Lungenentzündung und müssen mit Antibiotika behandelt oder vielleicht sogar ins Krankenhaus eingewiesen werden. Die Ärzte sprechen in diesem Fall von „Abwehrschwäche“ oder „Immundefekt“. In sehr seltenen Fällen kann eine Abwehr- oder Immunschwäche bereits angeboren sein. In der Regel wird sie jedoch im Laufe des Lebens erworben.

Ursachen für eine Abwehr- schwäche können sein:

  • sehr frühe oder häufige Antibiotikagaben
  • Stress, seelische Belastung, Depressionen
  • ungesunde Ernährung, Vitamin oder Eisenmangel
  • Bewegungsmangel
  • Infektionen, Verletzungen, Operationen
  • Drogen- oder Alkoholmissbrauch (bei Jugendlichen)
  • Rauchen oder Passivrauchen
  • Schlafmangel
  • chronische Erkrankungen wie Diabetes, Leukämie oder Aids
  • Kortison-Therapie

Eine Abwehrschwäche ist eine ernstzunehmende Angelegenheit. Mit nachfolgendem Test können Sie feststellen, ob bei Ihrem Kind Anzeichen für eine Immunschwäche vorliegen.

Test: Besteht bei meinem Kind Verdacht auf eine Abwehrschwäche?

  • Ist Ihr Kind auffallend häufig krank (mehr als 10 bis 12 Mal pro Jahr, Schulkinder 5 bis 6 Mal pro Jahr)?
  • Braucht es häufig länger als 4 bis 5 Tage, um sich von einer Erkältung zu erholen?
  • Leidet Ihr Kind unter ständigen Mittelohrentzündungen (mehr als 7 pro Jahr)?
  • Hat Ihr Kind öfter eine Nasennebenhöhlenentzündung/Angina/Lungenentzündung (mehr als 2 pro Jahr)?
  • Muss Ihr Kind häufig Antibiotika einnehmen (mehr als 2 Mal pro Jahr)?
  • Nimmt Ihr Säugling schlecht zu und ist dabei häufig krank?
  • Leidet Ihr Kind häufiger unter Pilzinfektionen (z. B. Mundsoor, Soor im Windelbereich)?
  • Neigt Ihr Kind zu Aphten (schmerzhafte Bläschen im Mund) oder Lippenherpes?

Auswertung:

Wenn einer oder mehrere Punkte auf Ihr Kind zutreffen, könnte es sein, dass es an einer Abwehrschwäche leidet. Lassen Sie es dann vom Kinderarzt oder von einem Heilpraktiker untersuchen. Manchmal können auch unerkannte Krankheiten eine Immunschwäche auslösen. Zusätzlich empfehle ich Ihnen eine Konstitutionsbehandlung bei einem erfahrenen Heilpraktiker oder Homöopathen. Nur so können die Selbstheilungskräfte Ihres Kindes nachhaltig wieder aktiviert werden. Die Tipps und Rezepte aus diesem Heft können Sie in Absprache mit dem Therapeuten zusätzlich anwenden.

 

 

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