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krankes Mädchen trinkt Tee
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So arbeitet unser Immunsystem: Hand in Hand gegen den Feind

Immunsystem stärken

Ununterbrochen versuchen Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten in unseren Körper einzudringen. Sie sind in der Atemluft, in der Nahrung, auf unserer Haut und sogar in unserem Körper. Nicht alle machen uns krank. Dennoch ist ein funktionierendes und vielschichtiges Abwehrsystem notwendig, um unsere Gesundheit zu schützen. Lesen Sie hier, wie unsere Körperabwehr funktioniert und was Sie über unser Immunsystem wissen sollten. 

Expertenrat von 
Silke Lemhöfer, Heilpraktikerin und Dozentin

Unser Immunsystem durchzieht den gesamten Körper wie ein Netz. Es soll uns möglichst effektiv gegen sämtliche Angriffe von außen beschützen. Dabei kommen die weitaus meisten Störenfriede, die den Organismus attackieren, aus dem Umfeld. Dazu zählen:

  • Krankheitserreger (Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten)
  • physikalische Einflüsse (z. B. Kälte, Hitze, Wind, Röntgen- oder UV-Strahlung)
  • chemische Einflüsse (z. B. Nahrungsmittel, Arzneimittel, Umweltgifte, Allergene oder überalterte bzw. krankhaft veränderte Zellen des Körpers)

Die 2 Waffen des Immunsystems

Um sich möglichst effektiv gegen Eindringlinge von außen wehren zu können, ist unser Körper mit einem komplexen Abwehrsystem ausgestattet. Um sicherzugehen, setzt es dabei auf zwei verschiedene Strategien: Die erste Strategie, die „unspezifische Abwehr“, hat die Aufgabe, die Angreifer von vornherein abzuwehren und möglichst erst gar nicht bis zu ihrem Ziel vordringen zu lassen. Die zweite Strategie, die „spezifische Abwehr“, setzt dagegen auf das gezielte Ausschalten einzelner Eindringlinge durch speziell geschulte „Abwehrkämpfer“.

1. Die unspezifische Abwehr

ist der erste Schutzschild unseres Körpers. Sie soll das Eindringen von Krankheitserregern und anderen schädigenden Faktoren in den Körper verhindern. Zur unspezifischen Abwehr zählen z. B.

  • der Säureschutzmantel der Haut,
  • die Magensäure,
  • der Niesreflex sowie
  • spezielle Enzyme und Sekrete auf den Schleimhäuten.

2. Die spezifische Abwehr

wird aktiv, wenn es den Eindringlingen dennoch gelingt, die Barrieren der unspezifischen Abwehr zu überwinden. Sie besteht aus verschiedenen Abwehrzellen, die gezielt gegen den Erreger vorgehen. Zu ihnen gehören …

  • die B-Zellen (sie bilden Antikörper, die sich an die Erreger heften)
  • die T-Zellen (sie töten kranke Zellen ab und unterstützen die B-Zellen bei ihrer Arbeit)
  • die Fresszellen (sie fressen die Eindringlinge auf und machen sie dadurch unschädlich)

Die Abwehr findet im gesamten Körper statt. Einige Organe erfüllen aber wichtige Spezialaufgaben. Die Spezialisten hierfür sind

  • das Knochenmark (hier entstehen die weißen Blutkörperchen, aus denen sich die B- und die T-Zellen entwickeln)
  • die Thymusdrüse (hier reifen die T-Zellen heran)
  • die Milz (hier werden Fremdkörper abgefangen, die in das Blut gelangt sind)
  • die Lymphknoten (hier reinigen Fresszellen die Gewebeflüssigkeit)
  • der Darm mit den Bakterien der Darmschleimhaut (Darmflora)
  • die Haut und die Schleimhäute

So wehrt sich das Immunsystem

Um Angreifer von außen abzuwehren, müssen sie von den Immunzellen abgefangen und unschädlich gemacht werden. Das geschieht durch einen ausgeklügelten Mechanismus: Die von den Bund T-Zellen gebildeten Antikörper sind in der Lage, ganz bestimmte Strukturen auf der Ober fläche der Erreger zu erkennen. Sie passen zu den Angreifern – den sogenannten „Antigenen“ – wie ein Schlüssel zu einem Schloss und verbinden sich mit ihnen zu festen Klumpen, die anschließend von den Fresszellen zerstört werden.

Wichtiger Hinweis

Durch die Bildung von sogenannten „Gedächtniszellen“ erinnert sich der Körper an einmal bekannte Erreger und kann beim nächsten Kontakt in kurzer Zeit große Mengen der passenden Antikörper „rekrutieren“. Gegen eine einmal durchgemachte Krankheit ist Ihr Kind von da an immun.

Aller Anfang ist schwer: Das Immunsystem bei Kindern

Kinder müssen noch viel lernen. Auch ihr Immunsystem ist noch unfertig, wenn sie auf die Welt kommen. Lediglich das unspezifische Abwehrsystem ist bei der Geburt bereits ausgebildet; es reift mit der Entwicklung des Embryos im Mutterleib heran. Die spezifische Immunität jedoch entwickelt sich erst nach und nach. Die Antikörper, die das Kind selbst bildet, reichen noch nicht aus, um es vor Krankheiten zu schützen. Daher erhält das Baby über die Nabelschnur und beim Stillen Antikörper der Mutter, die es vor dem ersten Ansturm von Erregern schützen.

Wichtiger Hinweis

Die Antikörper, die Ihr Kind in den ersten Monaten von Ihnen als Mutter bekommt, werden als „Nestschutz“ bezeichnet. Sie schützen es im Mutterleib und in den ersten zweieinhalb bis drei Lebensmonaten vor vielen Krankheiten.

Jeder Schnupfen trainiert die Abwehr

Unter dem Schutz der mütterlichen Antikörper reift das kindliche Immunsystem schrittweise heran. Erst gegen Ende des ersten Lebensjahres ist es zumindest teilweise ausgereift. Den Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit erreicht es mit 10 Jahren. Mit jeder Krankheit, die Ihr Kind als Baby oder Kleinkind durchmacht, wächst das so genannte immunologische Gedächtnis, das dem Körper vermittelt, wie bestimmte Erreger abgewehrt werden können.

 

 

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