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Vater redet mit seiner Tochter
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Immer dieselben Familien Konflikte? Wie Sie eingeschliffene Verhaltensmuster Durchbrechen

Erziehungstipps

In der Pubertät verändert sich die Familiendynamik. Oft verheddern sich Eltern mit ihren Teenagern in unproduktiven Diskussionen und Konflikten. Wenn diese sich in regelmäßigen Abständen wiederholen, kann man von einem familiären Muster sprechen. Sobald ein Familienmitglied unter diesem Muster leidet, sollte man sich Gedanken machen, wie man es verändern oder sogar ganz auflösen kann. In diesem Beitrag lesen Sie, wie sich eingeschliffene Verhaltensweisen verselbstständigen und warum sie häufig Problemlösungen verhindern. Außerdem bekommen Sie Tipps, wie Sie solche zum Teil destruktiven Verhaltensmuster durchbrechen können und so zu einem konstruktiveren Umgang miteinander finden.  

Expertenrat von 
Felicitas Römer, Paar- und Familientherapeutin

„Bei uns ist das meistens so: Jannick (13) macht irgendwas, was mich stört, und ich sage ihm das dann. Am Anfang schaffe ich es meistens noch, freundlich zu sein. Dann reagiert er aggressiv und wird beleidigend, und ich werde wütend. Jetzt fange ich an zu schimpfen, er schreit zurück, und dann verschwindet er in seinem Zimmer und knallt die Tür zu. Wir kriegen fast kein Gespräch ordentlich zuende. Und das nächste Mal ist es wieder genauso. Es ist zum Haareraufen!“ Jannicks Mutter Martina (44) ist sichtlich genervt. Was sie beschreibt, läuft in vielen Familien mit Jugendlichen ab: Es hat sich ein Verhaltensmuster eingeschlichen, das nicht sehr hilfreich bei der Lösung von Problemen zu sein scheint. Keiner der Personen scheint einen Ausweg aus diesem Kreislauf zu finden. In der folgenden Tabelle finden Sie hilfreiche Tipps, wie Sie eingeschliffene Muster durchbrechen können.

Die 7 typischsten familiären Verhaltensmuster, warum sie Sie nicht weiterbringen und wie Sie sie durchbrechen können

Muster

1. Ihr Teenager macht Ihnen Vorwürfe, Sie rechtfertigen sich. Und das geht dann immer so weiter …

Vorwürfe werden in der Regel als Angriff verstanden und daher regelmäßig abgewehrt. Folge: Man redet aneinander vorbei und löst den dahinterstehenden Konflikt nicht. Ihr Kind fühlt sich nicht „gehört“ und wiederholt die Angriffe deshalb nach kurzer Zeit wieder.

2. Sie schimpfen mit Ihrem Teenager, z. B. weil er seine Pflichten nicht erfüllt hat, er hört nicht zu bzw. er ändert sein Verhalten nicht …

Hier gilt dasselbe wie oben: Wer ausgeschimpft wird, fühlt sich angegriffen und gerät unter Druck. Nicht hinzuhören bzw. sein Verhalten danach nicht zu ändern, kann dann Ausdruck von Wut oder Trotz sein. Und alles geht wieder von vorne los …

3. Sie ermahnen Ihr Kind regelmäßig, es hört aber nicht auf Sie …

Wer dieselben Dinge immer wieder hört, hört irgendwann nicht mehr richtig zu. Vor allem wenn das Gesagte nervt oder gerade für den Teenager unwichtig ist.

4. Sie machen Ihrem Kind Vorwürfe, es wird nur wütend …

Siehe oben: Ihr Kind fühlt sich angegriffen und macht dicht.

5. Sie geben Ihrem Kind Ratschläge, aber es nimmt sie nie an, macht erneut etwas „falsch“, Sie geben wieder Ratschläge usw. …

Ratschläge können hilfreich sein, wenn man Sie eingefordert hat. Unerbetene Ratschläge hingegen können insbesondere von Teenagern als nervig empfunden werden, denn schließlich wollen sie ihre eigenen Fehler und Erfahrungen machen. Insofern werden Ratschläge – auch wenn Sie noch so gut gemeint sind – oft überhört oder gar bewusst ignoriert.

6. Streit mit dem Teenager eskaliert nach kurzer Zeit immer wieder, und später weiß keiner mehr genau, warum …

Wenn bestimmte Konflikte nicht gelöst werden, schwelen sie weiter vor sich hin, bis die nächste Stresssituation kommt. Dann brechen mit dem aktuellen Thema die alten Verletzungen/der alte Ärger hervor. Dadurch werden die Diskussionen und Streits oft heftig, sehr emotional und irrational. Und führen erneut nicht zu einer konstruktiven Lösung.

7. Ihr Teenager verhält sich wiederholt provokativ, sie reagieren empört, er unterlässt dieses Verhalten aber nicht …

  • Oft dient provokatives Verhalten von Teenagern dazu, die eigenen Rechte zu behaupten oder die Eltern auf Distanz zu halten. Eltern ziehen sich nämlich oft erst dann zurück, wenn Sie sich von ihrem Kind gelegentlich abgewiesen fühlen. Dann hat der Jugendliche den emotionalen Freiraumgewonnen, den er für seine Reifung braucht.
  • Manchmal dienen Provokationen aber auch dazu, auf Missstände aufmerksam zu machen, etwa wenn der Jugendliche sich nicht angemessen gewürdigt und wertgeschätzt fühlt oder wenn es in der Familie unausgesprochene Spannungen gibt, die der Teenager schlecht ertragen kann.

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