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Erstklässler bei der Einschulung
© Natallia Vintsik

Ist Ihr Kind reif für die Einschulung?

Was Erstklässler leisten müssen

Die meisten Vorschulkinder freuen sich auf den ersten Schultag. Doch wird dem Erstklässler einiges abverlangt. Verfügt Ihr Kind schon über die wichtigsten Fähigkeiten, die ihm die Einschulung erleichtern? 

Expertenrat von 

Früher hieß es oft: „Wer mit dem rechten Arm um den Kopf herum bis zum linken Ohr greifen kann, ist reif für die Einschulung.“ War ein Kind sechs Jahre alt und bestand es den Schulreifetest, kam die Einschulung. Heute ist das alles etwas komplizierter.

Reif für die Einschulung?

Die Altersgrenze ist inzwischen viel flexibler geworden. In der Regel werden alle Kinder eingeschult, die bis zu einem bestimmten Stichtag (je nach Bundesland zwischen 30. 6. und 30. 9., Ausnahme in Berlin: 31. 12.) sechs Jahre alt geworden sind. Daneben gibt es die so genannten Kann-Kinder, die von den Eltern eingeschult werden können, wenn sie bis zum 31.12. sechs Jahre alt werden.

Darüber hinaus gibt es die noch jüngeren Darf-Kinder, die auf Antrag der Eltern und mit Einverständnis der Schulleitung eingeschult werden können.

Bei den inzwischen weitgehend abgeschafften Schuleingangstests wurde früher überprüft, ob ein Kind bestimmte Dinge kann. War das der Fall, wurde es als schulreif eingestuft und die Einschulung konnte beginnen.

Heute spricht man nicht mehr von Schulreife, sondern von Schulfähigkeit. Das bedeutet, dass ein Kind bereit und in der Lage ist zu lernen. Dazu sollte Ihr Kind über die nötigen emotionalen, sozialen, geistigen und körperlichen Fähigkeiten verfügen, die es für die Einschulung und als Erstklässler braucht.

Einschulung: Früher – oder doch lieber später?

Der Trend geht dahin, dass die Einschulung der Kinder früher erfolgt. Das kann dann sinnvoll sein, wenn Ihr Kind für sein Alter schon sehr weit, so wie ein Erstklässler, entwickelt ist, es unbedingt in die Schule möchte und sich im Kindergarten nur noch langweilen würde.

Keinesfalls dürfen dabei die geistigen und körperlichen Fähigkeiten isoliert betrachtet werden. Denn selbst wenn Ihr Kind diesen Anforderungen mit Leichtigkeit entspricht, bedeutet das nicht automatisch, dass es schon reif für die Einschulung ist und als Erstklässler keine Probleme hat.

Sie sollten in jedem Fall mit der Erzieherin Ihres Kindes sprechen, die Ihnen anhand ihrer Beobachtungen und Erfahrungen beim Thema Einschulung zu- oder abraten wird. Außerdem sollten Sie sich beim Beratungslehrer der Schule informieren, wie die Einschulung aus Sicht der Lehrkräfte beurteilt wird.

Gleiches gilt auch, wenn eine Zurückstellung der Einschulung angestrebt wird, weil der Entwicklungsstand Ihres Kindes einen erfolgreichen Schulbesuch vermutlich noch nicht zulässt. Ein bloßes Zuwarten vor der Einschulung für ein weiteres Jahr ist allerdings nur selten sinnvoll. Vielmehr sollte Ihr Kind im Jahr bis zur Einschulung gezielt gefördert werden, um Rückstände aufzuholen.

Ob das im Rahmen einer speziellen Therapie (z. B. Ergotherapie oder Logopädie), einem Vorschulkindergarten oder einer Vorklasse geschieht, muss individuell abgewogen werden. Oft ist auch eine Förderschule zur Einschulung, in der Kinder mit Schwierigkeiten in kleinen Klassen individuell gefördert werden können, der richtige Weg.

Wichtig für die Entwicklung Ihres Kindes

Bedenken Sie, dass in den ersten Schuljahren der Grundstock für die spätere Schullaufbahn gelegt wird. Wenn das Fundament wackelt und Ihr Kind im Lesen und Schreiben unsicher ist, muss es z. B. später bei schriftlichen Proben einen Großteil seiner Zeit darauf verwenden und kann sich weniger auf die abgefragten Inhalte konzentrieren.

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Kommentare zu "Ist Ihr Kind reif für die Einschulung?"

  • Marita schreibt am 24.03.2015

    Viele Eltern machen sich einfach viel zu viele Sorgen um das Thema Entwicklung des Kindes und wann es zur Schule gehen sollte.
    Lassen sich von außen verunsichern und unter Druck setzen, m.M.n. unnötig.
    Ob sich ein Kind bereits mit vier schon gut im Zahlenbereich auskennt, oder es erst mit Schuleintritt erlernt macht keinen sehr großen Unterschied, die Schule müssen sie alle besuchen.
    Was die Kinder jedoch ständig bewältigen müssen ist der Druck und der Schulstress, damit kommen die wenigsten Kinder zurecht.
    Von daher sollte man seinem Kind die Zeit geben die es braucht und sich selbst sollte man auch nicht unter Druck setzen, oder unter Druck setzen lassen.
    L.G. Scharf
  • Maria schreibt am 23.03.2015

    Natürlich können unsere frühreifen Kinder das alles schon,
    ist es aber sinnvoll unsere Kinder frühzeitig in die Schule zu schicken?
    Meine Emilia (5J.) konnte bereits mit drei Jahren ihren Namen vollständig schreiben,sogar rückwärts. Kann auf 3 Sprachen mind. bis 25 zählen, sich mehrere Stunden alleine sinnvoll beschäftigen und bringt sogar anderen Kindern was bei. Sie kann sehr viel,dafür reicht dieses Formular nicht...könnte ohne Probleme zwei Jahre überspringen..weil sie im Oktober geboren ist,würde sie eigentlich erst mit 8 J. in die erste Klasse kommen..ich habe mit ihr wertvolle Gespräche geführt und wir haben uns gemeinsam dafür entschieden, sie weiter kindsein zu lassen und gegebenenfalls anders zu förden, wir gehen viel tanzen,schauen uns kindgerechte dokumentationen an und üben nach dem Kindergarten,nach Lust u Laune Mathe oder Fremdsprachen.
    Mein persönliches Fazit: Das Kind persönlich fördern und Zeit lassen - es muss sowieso zur Schule!
  • Yvonne schreibt am 25.06.2013

    Hallo ihr!
    Wir überlegen nun seit Anfang des Jahres ob für unsere Tochter im Februar 2013 5 Jahre alt. Bei der U9 brachte uns der Kinderarzt darauf, da sie so fit ist. Dann folgten Gespräche mit der Schulleitung, Kieler Einschulungstest, Untersuchung bei der Region und ein Gespräch mit den Erziehern. Leider nimmt einem keiner die Entscheidung ab. Sie ist schließlich dann bei der Einschulung so grade 5,5 Jahre alt.
    Die Grundschule bei uns hatt die sogenannte Eingangsstufe, was für so arg junge Kinder wohl ganz gut ist.
    Grüße Yvonne
  • melly schreibt am 03.06.2013

    hallo.unser sohn wird im nov.2013 fünf und ich möchte gerne wissen,ab wann er im kindergarten als vorschulkind eingestuft werden kann.schließlich machen vorschukkinder"anspruchsvollere" und schulvorbereitende "sachen". den oben gemachten test besteht er jetzt schon-mit 4,5 jahren!! wer ist hier der ansprechpartner-schule oder kindergarten? oder ein Schulpsychologe???
  • bianca schreibt am 10.04.2013

    hallo anita, ich habe dein bericht gelesen und bin froh endlich etwas gefunden zu haben dem es genauso geht. unser sohn war zur zeit des einschultest im krankenhaus. da hat die schule schon etwas blöd getan. wir haben ersatz bekommen und da wären angeblich defizite gewesen, was ich, sowie die erzieherinen nicht nachvollziehen können.er hat von allen seiten das ok der schulfähigkeit nur der rektor sagt evtl. zurückstufen. was ich ein unding find, da mein sohn 6,5 jahre ist und demzufolge nächstes jahr dann schon 7,5 oder 8 in der ersten klasse. idiotisch! haben heute noch mal ein sog. screening. ich finde auch dass wir die gleichen chancen haben hätten sollten wie andere eltern beim einschultag, da waren die eltern mit drin und selbst die kinder die keinen bock hatten etwas zu machen wurden für schulreif erklärt. ich find das eine sauerei und denke es geht hier nur um die statistiken und um fördermittel für förderkinder. große sauerei wenn dies auf dem rücken der kinder gemacht wird.
    lg bianca
  • Grit schreibt am 14.03.2013

    Die Liste ist ein Witz oder?
    Demnach könnte mein 4Jähriger auf der Stelle eingeschult werden..
    da brauche ich mir ja für die Einschulung 2014 keine Gedanken machen. Allerdings wüsste ich gerne, zu welchem Zeitpunkt ich meinen Sohn in der Schule anmelden muss. Ich finde nur Termine für letztes Jahr. Wie fällt das dieses Jahr in Berlin?? Ich muss das jetzt schon halbwegs planen, da unser zweites Kind im Oktober zur Welt kommt und meines Erachtens in diesem Zeitraum ca die Schulanmeldungen sind, oder?
    Liebe Grüße
  • Anita schreibt am 13.02.2013

    Von der Schule wurde uns mitgeteilt, dass unser Kind (Mädchen;im März 6 Jahre)nicht im September eingeschult wird; sie hätte bei dem Test eine zu geringe Punktzahl erreicht. Am Tag des Tests hatte unsere Tochter allerdings Bauchschmerzen u. am folgendem Tag Brech-Durchfall. Eine Wiederholung des Tests sei nicht möglich.Bei Ihrer Checkliste: "Was Ihr Kind für die Schule können sollte? " Konnten wir alle Fragen mit ja abhacken. Unser Kind möchte so gerne in die Schule. Was sollen wir machen? Schulen wir unser Kind auf unseren Wunsch ein, haben wir wir Bedenken durch die "ungünstige Vor-Beurteilung könnten unserem Kind von Anfang Nachteile entstehen: nach dem Motto: sie kann es eh´nicht.
    Gruß A.Schelter
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