Kommentare:
Trennungsangst
© contrastwerkstatt - Fotolia.com

Eingewöhnung in der Kita: Die besten Rezepte gegen Trennungsangst

Wenn Sie Ihr Kind gut vorbereiten, wird es an den ersten Tagen weniger Probleme haben. Auch in der Eingewöhnungsphase sollten Sie ein paar wichtige Dinge beachten, damit Ihr Kind sich leichter in dieser neuen Situation zurechtfindet. 

Expertenrat von 
Dr. Martina Hahn-Hübner, Gesundheits-Expertin, Medizinjournalistin

Gegen Trennungsschmerz an den ersten Tagen

  • Stehen Sie früh genug auf, damit Sie und Ihr Kind nicht in Zeitdruck kommen. Sie beide müssen erst ausprobieren, wie es morgens möglichst reibungslos klappt und wie lange Sie dazu brauchen.
  • Räumen Sie Ihrem Kind ein Mitspracherecht beim Pausenbrot ein. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Kind es auch wirklich mit Appetit verspeist.
  • Kommen Sie am Anfang der Bringzeit, dann sind noch nicht so viele Kinder da. Es ist noch nicht so laut und unübersichtlich für Ihr Kind, und die Wahrscheinlichkeit, von einem anderen Kind zum Spielen aufgefordert zu werden, ist höher.
  • Begrenzen Sie anfangs die Zeit, die Ihr Kind im Kindergarten verbringt, auf ein bis zwei Stunden, bevor Sie es – wie vereinbart – wieder abholen.
  • Bleiben Sie in den ersten Tagen bei Ihrem Kind im Kindergarten, sofern das in Ihrer Einrichtung möglich ist. Ansonsten sollten Sie wenigstens morgens noch eine Weile bei ihm bleiben. Wenn Sie die ersten Tage mit Ihrem Kind im Kindergarten verbringen, sollten Sie sich möglichst im Hintergrund halten. Verlassen Sie dann immer wieder für kurze Zeit den Raum und steigern Sie Ihre Abwesenheit. Leiten Sie Ihr Kind an, eine Erzieherin zu fragen, wenn es etwas möchte oder Hilfe braucht.
Bringen Sie Job und Kind in Einklang
Sofern Sie berufstätig sind und dies an Ihrem Arbeitsplatz möglich ist, sollten Sie Ihren Arbeitgeber um „Gleitzeit“ bitten, falls es anfangs mit der Zeiteinteilung noch nicht so gut klappt. Ideal wäre es, wenn Sie in der ersten Kindergartenwoche Urlaub nehmen können.
  • Der Abschied von Ihnen fällt Ihrem Kind leichter, wenn es sein Kuscheltier oder seine Lieblingspuppe in den Kindergarten mitnehmen darf. Besonders wichtig ist es auch, dass Sie ihm den Abschied von Ihnen und die Integration im Kindergarten wirklich zutrauen. Andernfalls würde es Ihre Unsicherheit spüren und dadurch selbst verunsichert.
  • Kleine Erinnerungen an Mama oder Papa können gegen Trennunsschmerz helfen, etwa ein Nicki-Tuch mit Mamas Parfüm, das dann wenigstens nach Mama riecht, wenn sie schon nicht selbst da ist. Oder ein lächelndes Gesicht, das Sie Ihrem Kind auf den Unterarm gemalt haben. Wenn es sich einsam fühlt, kann es den Ärmel hochschieben und weiß, dass Sie an es denken.
  • Halten Sie intensiven Kontakt zu den Erzieherinnen. Informieren Sie sie über wichtige Ereignisse, die im vergangenen Jahr stattgefunden haben (z. B. Trennung der Eltern, Geburt eines Geschwisterchens, neuer Lebenspartner der Mutter/des Vaters). Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall, wie lange Ihr Kind tatsächlich noch weint, wenn Sie den Kindergarten verlassen haben. Wollen Sie wissen, ob Ihr Kind im Kindergarten Probleme hat, fragen Sie immer auch bei der Erzieherin nach. Ihr Kind kann Ihnen zwar zu verstehen geben, dass etwas nicht stimmt, ist aber oft noch nicht in der Lage, über seine Gefühle oder die Gründe dafür zu sprechen.
  • Seien Sie konsequent. Diskutieren Sie nicht jeden Morgen, warum und ob Ihr Kind wirklich in den Kindergarten muss. Wenn Sie ihm im Kindergarten angekündigt haben, dass Sie nun gehen werden, dann tun Sie das auch. Vermeiden Sie dramatische Abschiede und lassen Sie sich nicht darauf ein, sich immer noch ein paar Minuten länger festhalten zu lassen. Verwirren Sie Ihr Kind nicht mit doppeldeutigen Botschaften, etwa indem Sie sich verabschieden, dann aber an der Türe stehen bleiben, weil Sie sich selbst nicht trennen können.
  • Führen Sie ein Abschiedsritual ein. Verabschieden Sie sich „kurz und schmerzlos“ mit einem Kuss und ein paar aufmunternden Worten („Tschüss, ich gehe jetzt und hole dich mittags wieder ab. Viel Spaß bis dahin!“) oder spielen Sie noch einige Minuten mit ihm, je nachdem, was bei Ihrem Kind am besten ankommt. Bleiben Sie dann aber konsequent dabei. Bitte nie heimlich davonschleichen!
Selber loslassen können
Wenn Sie beim Abschied selbst Tränen in den Augen haben, sollten Sie diese vor Ihrem Kind verbergen. Es könnte sonst das Gefühl bekommen, dass der Kindergarten doch etwas Entsetzliches sein muss, wenn sogar Mama weinen muss. Fällt der Abschied von Ihnen jeden Morgen problematisch aus, weil Sie vielleicht selbst Schwierigkeiten haben loszulassen, hilft es oft, wenn der Papa oder eine Oma das Kind in den Kindergarten bringt. Der Abschied von Mama zu Hause fällt Ihrem Kind meist weniger schwer.
  • Erleichtern Sie Ihrem Kind selbstständiges An- und Ausziehen z. B. auf der Toilette und beim Turnen durch geeignete Kleidung: Pullis ohne viele Knöpfe, Schuhe mit Klettverschluss, Hosen mit Gummibund (keine Latzhosen oder Jeans mit Knöpfen).
  • In den ersten Wochen ist Ihr Kind nach dem Kindergartenbesuch oft müde, weinerlich oder überreizt. Bitte sorgen Sie nachmittags für Ruhe. Versuchen Sie nicht, gleich mittags die Frage „Na, wie war es denn im Kindergarten?“ zu stellen. Warten Sie lieber, bis es von sich aus erzählen will, etwa wenn Sie abends noch eine Weile an der Bettkante sitzen und über den vergangenen Tag sprechen.
Mehr zum Thema von unseren Elternwissen-Experten
Kommentare zu "Eingewöhnung in der Kita: Die besten Rezepte gegen Trennungsangst"
  • Paul schreibt am 21.01.2017

    Der Artikel steht im Widerspruch zu den Forschungsergebnissen, welche im vorherigen Artikel von Silke Lemhörer genannt werden.
    Wird hier etwa die Kindergrippe vom Kindergarten getrennt betrachtet?
    MfG
Sagen Sie Ihre Meinung und schreiben Sie einen Kommentar!




Warum stellen wir so dumme Fragen?
Hinweis: aus rechtlichen Gründen erscheint Ihr Kommentar nicht sofort, sondern muss zuerst durch einen Moderator freigeschaltet werden. Datenschutz-Hinweis
Spamschutz

Der Grund, weshalb wir Sie nach der Geburt fragen, ist die Vermeidung von Spam durch automatisierte Spam-Bots.

Solche Spam-Bots versuchen durch massenhafte Einträge von Links in Kommentarfeldern und Gästebüchern Traffic für ihre Angebote zu erzeugen. Daher stellen wir einfache Fragen, die ein echter Nutzer ohne Probleme beantworten kann, während automatisierte Spam-Bots daran meist scheitern (Captcha-Test).

Eine Alternative zu solchen individuellen Fragen sind Bild-Captchas, bei denen verzerrt dargestellte Buchstaben oder Zahlen abgetippt werden müssen. Aufgrund des erhöhten "Nerv-Faktors" dieser Bild-Captchas haben wir uns für aber für erstere Variante entschieden.

Kostenlose Tipps zum Thema "Kleinkind-Entwicklung" per E-Mail

Sollen wir Sie mit neuen Tipps und Artikeln zum Thema "Kleinkind-Entwicklung" kostenlos per E-Mail auf dem Laufenden halten?