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Spielsucht bei Kindern: Wie Kinder im Internet eine Onlinespielsucht entwickeln und wie Sie als Eltern, am besten dagegen vorgehen können.

Onlinespielsucht: Wie Sie Ihr Kind davor schützen können

Internet und Spielsucht bei Kindern

Sobald Kinder oder Jugendliche längere Zeit im Internet unterwegs sind, stoßen sie früher oder später auf die Welt der Online-Spiele. Das ist nicht ganz ungefährlich, denn leicht verlieren sie den Bezug zur Realität und entwickeln eine Onlinespielsucht. Lesen Sie hier, wie Sie eine solche Spielsucht bei Kindern verhindern können. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Internet für Kinder: Das Kinderzimmer wird zum Jugendzimmer

Wenn Kinder und Jugendliche ab etwa zwölf Jahren immer selbstständiger werden und sich langsam aus dem engen Familienverband lösen, treten andere Kontakte an dessen Stelle. Freundinnen und Freunde aus der Schule oder dem näheren Umfeld gewinnen zusehends an Bedeutung. Der Einfluss der Eltern schwindet langsam, und sie sind nicht mehr minutiös über den Aufenthaltsort Ihres Kindes informiert, auch nicht wenn es um das Internet und die Onlinespielsucht geht.

Auch die Interessen eines Teenagers verändern sich, altes Spielzeug wird aussortiert und das Kinderzimmer verliert nach und nach seinen gewohnten Charakter. In diesem Alter bekommen viele Kinder ihren eigenen PC mit Zugang zum Internet – nicht wenige brauchen diese mediale Unterstützung natürlich auch für ihre schulischen Leistungen. Gleichzeitig geben auch viele Eltern ihren Kindern mehr Freiheiten, denn auf dem Weg zum Erwachsenen muss die eigene Selbstständigkeit Schritt für Schritt erlernt werden, auch im Internet.

Gefühle und unechte Freunde der Onlinespielsucht

In dieser Zeit der Veränderungen sind Kinder und Jugendliche sehr empfindlich und offen für äußere Reize, die auch aus dem Internet kommen können. Aus reinem Interesse, Lust am Spielen oder auch nur, um dazuzugehören, probieren Sie vielerlei aus – auch Onlinespiele. Der Reiz dieser Spiele und die Gefahr der Spielsucht bei Kindern besteht darin, dass Ihr Kind...

  • sich einen eigenen erfundenen Charakter zulegen kann,
  • Kontakt zu vielen anderen Menschen bekommt,
  • seine Figur entwickeln kann,
  • problemlos Gefühle zeigen kann,
  • sich mit anderen verbünden kann,
  • jederzeit Mitspieler findet,
  • viele davon kostenlos spielen kann.

Onlinespielsucht: Einfacher geht’s nicht

Im Gegensatz zu klassischen Brettspielen oder Verabredungen auf der Straße braucht das Online-Spiel keinerlei Vorbereitungszeit. Der Rechner wird hochgefahren, das Internet ist aktiviert und das Spiel kann beginnen. Schon nach ein oder zwei Spielphasen hat sich Ihr Kind an die neue Fantasiewelt gewöhnt und empfindet sich mehr oder weniger als Teil derselben. Nun kann es schalten und walten, wie es möchte, muss sich nicht mit einem Partner absprechen und kann auch jederzeit aus dem Spiel aussteigen. Dennoch birgt diese Art der Spiele eine große Gafahr der Spielsucht bei Kindern.

 

Manche Kids finden kein Ende mehr und entwickeln eine Spielsucht

Für manche Kinder ist die Attraktivität dieser Onlinespiele so hoch, dass sie die virtuelle Welt ihrem realen Alltag vorziehen. Die Spiele können starke Gefühle auslösen, und gewonnene Kämpfe werden zu unverzichtbaren Erfolgserlebnissen. Die Neugier auf den Fortgang eines Spiels oder die Reaktionen anderer Spieler überschattet schließlich alle anderen Interessen und wird zur Onlinespielsucht. Gemeinsam ist allen Formen der Onlinespielsucht, dass sich die Betroffenen immer stärker aus dem realen Leben zurückziehen, um ihre Wünsche und Träume im Internet auszuleben. Laut DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde) leidet 1 Prozent der Internet-Benutzer unter einer Onlinespielsucht oder einer generellen Internetsucht. 10 Prozent seien gefährdet, eine solche Spielsucht zu entwickeln.

Achtung! So erkennen Sie Strukturen der Spielsucht bei Kindern:

  • Ihr Kind sitzt stundenlang am Rechner im Internet und spielt.
  • Wenn es gestört wird, ist es extrem reizbar.
  • Es will beim Spielen essen, nicht mit der Familie.
  • Es vernachlässigt seine Freunde.
  • Es erzählt nur noch von diesem Spiel oder dieser Spielwelt aus dem Internet.
  • Es fängt an, viel Geld für das Spiel auszugeben.
  • Wenn es nicht spielen kann, ist es unruhig und gereizt.
  • Es versucht zu verheimlichen, wie viel Zeit es mit dem Spiel im Internet verbringt.
  • Es vernachlässigt die Schule, lernt nicht und macht auch die Hausaufgaben nicht mehr sorgfältig.

Das können Sie gegen die Onlinespielsucht tun

Auf das Spielverhalten von Kindern im Internet haben Eltern natürlich immer noch einen großen Einfluss. Diesen sollten Sie auch nutzen, um den negativen Folgen auszuweichen. Weiter oben haben wir geschildert, wie man vernünftige Vereinbarungen zur PC-Nutzung treffen und durchsetzen kann, auch wenn es um das Internet und Onlinespiele geht. Haben Sie jedoch die Kontrolle über die Online-Gänge Ihres Kindes verloren, müssen Sie handeln. Bevor Ihr Kind seine Freunde durch die Spielsucht verliert und in der Schule immer schlechter wird, sollten Sie zuerst das gemeinsame Gespräch suchen. Erklären Sie Ihrem Kind, warum sein Spielverhalten bedenklich ist. Versuchen Sie anschließend mit ihm gemeinsam, Abhilfe zu schaffen. Ganz wichtig ist dabei, dass Sie die Computerzeit im Internet konsequent begrenzen sowie Beschäftigungsalternativen vorschlagen und durchsetzen. Zeigt Ihr Kind schon Tendenzen der Onlinespielsucht, kommen Sie um eine konsequente Kontrolle der abgesprochenen Vereinbarungen nicht herum, da sie dann nicht mehr davon ausgehen dürfen, dass Ihr Kind Verabredungen einhalten kann. Wenn sich das Verhalten ihres Kindes nicht ändert, sollten Sie nicht zögern, psychotherapeutische Hilfe bei Onlinespielsucht in Anspruch zu nehmen.

 

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Kommentare zu "Onlinespielsucht: Wie Sie Ihr Kind davor schützen können"
  • AngelikaB schreibt am 15.09.2013

    Wie sehen Sie denn die Möglichkeit dass dies scon bei Kindern ab 10 beginnt, ich habe den Eindruck dass sich um meine Kinder herum dies so lnagsam entwickelt und lustigerweise auch bei Mädchen... trifft dann die gleiche Vorgehensweise zu?
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