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Eine Pilzinfektion ist bei Kindern gar nicht so selten: Etwa jedes dritte Kind ist irgendwann einmal davon betroffen. Erfahren Sie hier, wie Sie Pilzerkrankungen bei Kindern auf natürliche Weise behandeln können.
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Pilzerkrankungen bei Kindern auf natürliche Weise behandeln

Natürlich gesund

Wenn Ihr Kind plötzlich Ausschlag zwischen den Zehen hat oder der wunde Po nicht heilen will, können Pilze die Ursache sein. Eine Pilzinfektion ist bei Kindern gar nicht so selten: Etwa jedes dritte Kind ist irgendwann einmal davon betroffen. Lesen Sie hier, welche natürlichen Mittel gegen Pilze wirken und was Sie bei der Anwendung beachten müssen. 

Expertenrat von 
Silke Lemhöfer, Heilpraktikerin und Dozentin

Warum kommt eine Pilzinfektion immer wieder vor?

  • Pilze gehören wie Bakterien zu den normalen Bewohnern unserer Haut und Schleimhaut. Krank machen sie erst, wenn sie in die Haut oder die Blutbahn eindringen und sich vermehren können.
  • Pilze haben bei Kindern besonders leichtes Spiel. Ihr Immunsystem ist noch nicht so stabil, um die Angreifer erfolgreich abwehren zu können. Zudem finden Pilze bei ihnen häufig einen idealen Nährboden vor: im feuchtwarmen Klima in einer Windel oder auf verschwitzten Kinderfüßen.
  • Auch häufige Antibiotika- oder Kortisongaben können zu Pilzinfektionen führen.
  • Pilzinfektionen bei Kindern werden hauptsächlich durch Hefepilze (Mund- oder Windelsoor, Scheidenpilz) oder durch bestimmte Fadenpilze (Haut-, Haar- oder Nagelpilz) hervorgerufen.

Diese Naturheilmittel helfen gegen Pilze

Die Natur hält gegen Pilze einige wirksame Mittel bereit. Im Gegensatz zu herkömmlichen Anti-Pilz-Arzneimitteln bilden sie keine Resistenzen gegen die Pilzerreger und übertreffen diese daher zum Teil sogar in ihrer Wirksamkeit.

Grapefruitkernextrakt: Der Alleskönner

Diese in der Apotheke erhältliche Lösung ist ein wahrer Alleskönner gegen Pilze. Grapefruitkernextrakt kann innerlich und äußerlich angewendet werden. Vorsicht: Nur in ausreichender Verdünnung anwenden! (Ausnahme: Bei Nagelpilz unverdünnt anwenden.)

Anwendung (äußerlich):
5 Tropfen in 50 ml Wasser auflösen, befallene Stellen mit der Lösung einpinseln.

Innerliche Anwendung (z. B. bei Darmpilz):
1 Tropfen pro kg Körpergewicht, auf 3 Einnahmen am Tag verteilt.
Beispiel: Ein 15 kg schweres Kind erhält 3 x 5 Tropfen, verdünnt in einem Glas Wasser oder Fruchtsaft.

Teebaumöl: Nur mit Vorsicht anwenden

Auch das stark riechende ätherische Öl des Teebaums wirkt hervorragend gegen Pilze. Allerdings dürfen Sie es bei Kindern nur mit viel Vorsicht (es darf nicht in die Atemwege gelangen!) und verdünnt anwenden.

Anwendung (äußerlich):
5 Tropfen in 100 ml Wasser, Kamillen- oder Ringelblumentee auflösen. 1/2 Teelöffel Sahne hinzugeben. Vor der Anwendung die Lösung kräftig schütteln. Vorsicht: Nicht bei offenen Wunden (nässende Ekzeme) anwenden!

Lavendelöl, fein

Schon seit Jahrhunderten wird dem Lavendelöl eine Wirkung gegen Pilze und Bakterien nachgesagt. Vor wenigen Jahren konnten portugiesische Forscher der Universität Coimbra nun die Wirksamkeit des Öls gegen Pilzerkrankungen der Haut nachweisen.

Anwendung (äußerlich):
Bei Kindern von 0 bis 1 Jahr: 5 Tropfen Lavendelöl in 100 ml Wasser, Kamillen- oder Ringelblumentee auflösen. (1 bis 3 Jahre: 10 Tropfen, ab 3 Jahren: 20 Tropfen). 1/2 Teelöffel Sahne hinzugeben. Vor der Anwendung die Lösung kräftig schütteln.

Eichenrindenextrakt

Die im Eichenrindenextrakt enthaltenen Gerbstoffe stärken die Haut, lindern den Juckreiz und heilen die Entzündung. Das Extrakt eignet sich damit gut zur begleitenden Behandlung bei einer Anti-Pilz-Behandlung (erhältlich z. B. als „Tannolact“-Badezusatz oder Creme in der Apotheke).

Schüßler-Salz

Das Schüßler-Salz Nr. 4 Kalium chloratum D6 stärkt bei Soor die befallene Schleimhaut und bindet toxische Stoffe in der Zelle.

Homöopathie

Bei Windel- und Mundsoor hilft Borax C30. Zwei bis drei Tage lang jeweils einmal täglich drei Globuli helfen.

Pusteln, Belag und Schuppen: Häufige Pilzerkrankungen bei Kindern
und wie Sie Ihrem Kind helfen können

1. Mundsoor:

Mundsoor ist eine durch den Hefepilz Candida albicans verursachte Infektion der Mundschleimhaut. Besonders häufig betroffen sind Babys, da ihre Schleimhaut noch nicht ausreichend mit gesunden Keimen besiedelt ist. Ältere Kinder sind in der Regel nur dann betroffen, wenn ihre natürliche Abwehr geschwächt ist oder wenn sie über einen längeren Zeitraum Antibiotika bzw. Kortison eingenommen haben.

Typische Anzeichen sind:

  • grauweiße, krümelige Flecken auf der Wangenschleimhaut und auf der Zunge
  • schmerzende, eventuell blutige Stellen unter dem weißlichen Belag
  • Brennen in Mund und Rachen
  • Probleme beim Stillen bzw. ungewöhnliches Trinkverhalten bei Säuglingen

Was Sie tun können:

  • Pinseln Sie nach jeder Mahlzeit die Mundschleimhaut Ihres Kindes mit einem Wattestäbchen ein. Verwenden Sie hierfür Grapefruitkernextrakt im Wechsel mit Teebaumöl in der oben angegebenen Verdünnung.
  • Innerlich hilft Borax D6: weißliche Flecken (Schwämmchen) mit rotem Hof; brennende, weiße Geschwüre, die nicht tief sind, aber leicht bluten, oft wund machender Durchfall (3 x täglich 2 bis 3 Globuli bis zur Besserung, maximal 1 Woche)
  • Innerlich hilft auch Schüßler-Salz Nr. 4 Kalium chloratum D6: bei Soor mit dicken weißen Belägen, wenn Borax nicht hilft, 3 x täglich 1 Tablette über 2 Wochen

Beachten Sie außerdem: Wenn Sie Ihr Baby stillen, sollten Sie Ihre Brustwarzen mit dem Grapefruitkernextrakt und dem Teebaumöl mitbehandeln (nicht direkt vor dem Stillen anwenden!). Schnuller, Sauger und Beißringe etc. nach jedem Gebrauch auskochen und keinesfalls selbst ablecken.

2. Windelsoor

Im feuchtwarmen Klima der Windel fühlen sich Pilze so richtig wohl, und schnell befallen sie die gereizte Haut

Typische Anzeichen:

  • Es bilden sich rote Pusteln und Pickel im Windelbereich.
  • Das Baby empfindet starkes Brennen beim Urinieren.
  • Mit der Zeit können sich offene und schuppige Hautstellen bilden.
  • Die Windel riecht nach Ammoniak.

Was Sie tun können:

  • Pinseln Sie den Po Ihres Kindes nach jedem Wickeln mit der Grapefruitkernextrakt-Lösung ein. Verwenden Sie diese abwechselnd mit Lavendelöl.
  • Wechseln Sie die Windel so oft wie möglich, mindestens sechsmal am Tag.
  • Lassen Sie möglichst viel Luft und Licht an den Babypo. Einfach an einem warmen Ort auf einer Einmal-Wickelunterlage die Windel ausziehen – die meisten Babys lieben das!
  • Auch Sitzbäder aus Eichenrinde-Extrakt fördern die Heilung: Tannolact-Badezusatz 1 x täglich 1/2 Portionsbeutel auf ca. 25 Liter Wasser, Dauer: 10 bis 15 Minuten
  • innerlich: Borax D6 bzw. Schüßler-Salz Nr. 4 Kalium chloratum D6 
    (Beschreibung siehe Mundsoor)

3. Fuß- und Nagelpilz

Hätten Sie das gedacht? Fast jeder dritte Erwachsene leidet an Fußpilz. Bis vor wenigen Jahren sind Kinder weitgehend von dieser Hautinfektion verschont geblieben. Das hat sich geändert. Inzwischen leiden schon Kindergartenkinder unter Fuß- oder Nagelpilz.

Typische Anzeichen …

  • Nagelpilz: meist gelbliche Verfärbung eines oder mehrerer Nägel; sie beginnt meist am freien Nagelende. Auf Dauer werden die Nägel durch den Pilz brüchig und verdickt.
  • Fußpilz: weißliche oder gerötete Haut in den Zehenzwischenräumen. Die Haut wirkt aufgequollen, es bilden sich kleine Risse, starker Juckreiz.

Was Sie tun können …

  • Nagelpilz: Ausnahmsweise dürfen Sie hier Teebaum- und Lavendelöl unverdünnt anwenden: Pinseln Sie die betroffenen Nägel 2- bis 3-mal täglich mit dem Öl ein.
  • Fußpilz: Betroffene Stellen 2- bis 3-mal täglich mit den oben beschriebenen Lösungen (Grapefruitkernextrakt, Teebaumöl- und Lavendelöl-Mischung) einpinseln. Auch hier helfen Fußbäder mit Eichenrindenextrakt.

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