Superfood Hafer: Der Allrounder für die Gesundheit Ihres Kindes

Viele Nahrungsmittel im Supermarkt sind heutzutage denaturiert und voller ungesunder Lebensmittelzusatzstoffe, so dass eine gesunde Ernährung nicht mehr gewährleistet ist. Dabei gibt es viele wertvolle Lebensmittel, die einfach und gesund sind, allerdings über die Jahre in Vergessenheit gerieten: Eines davon ist der Hafer. 

Inhaltsverzeichnis

Hafer in der täglichen Ernährung

Wir leben in Deutschland im Überfluss mit einem großen Angebot an Nahrungsmitteln. Wir können einfach in den Supermarkt gehen und aus einem Riesenangebot wählen. Doch ist alles, was dort angeboten wird, auch für unsere sowie vor allem für die Gesundheit unserer Kinder gut und sinnvoll? Satt werden kann man davon, krank werden jedoch auch.

Hafer – ein Getreide mit Geschichte

Die heilende Kraft des Hafers (lat.: Avena sativa) war schon im Mittelalter bekannt. Auch die traditionelle chinesische Medizin nutzt die Heilkraft des Hafers schon seit Jahrhunderten. Durch „moderne“ Lebensmittel geriet der Hafer leider immer mehr in Vergessenheit und war bestenfalls noch als Futtermittel für Pferde bekannt. Das ändert sich gerade: Hafer ist zur Arzneipflanze des Jahres 2017 gekürt worden. In Zeiten von Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Gluten-, Laktose- und andere Intoleranz lohnt es sich, den Hafer wieder in die tägliche Nahrung einzubeziehen.

Diese positiven Auswirkungen hat Hafer auf die Gesundheit

  • Hafer ist ein sehr robustes Getreide; er gibt seine Widerstandskraft an denjenigen weiter, der ihn isst.
  • Hafer ist von Natur aus glutenarm sowie deutlich reicher an Nähr- und Vitalstoffen als andere Getreidesorten.
  • Hafer enthält viele lösliche Ballaststoffe, vor allem Beta-Glucane. Sie – verbessern den Stoffwechsel, – stärken die Immunabwehr, – senken den Cholesterinspiegel im Blut, – regulieren den Blutzucker (daher sind sie für Diabetiker ein Muss!).
  • Hafer enthält sekundäre Pflanzenstoffe (Saponine), die den erhöhten Blutzuckerspiegel senken und die Insulinproduktion ankurbeln.
  • Hafer versorgt den Körper mit Mineralien (Natrium, Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesium, Eisen, Kieselsäure, Zink, Mangan und Chrom).
  • Hafer enthält große Mengen an Biotin, Silicium und Zink und ist daher hilfreich bei Hautproblemen wie Akne, Neurodermitis und Schuppenflechte. Auch die Haare und das Nervensystem profitieren davon.
  • Hafer enthält die Vitamine B1 und B6 – eine Wohltat für Nerven und Psyche.
  • Hafer hat fast doppelt so viel Eisen wie Fleisch und ist deshalb ein sehr guter Eisenlieferant!
  • Hafer ist eine sehr gute Magnesiumquelle. Täglich eine Portion Haferflocken helfen, den Magnesiumspiegel optimal zu halten.
  • Hafer ist reich an Antioxidantien; ein spezielles Antioxidans (Avenanthramid) verhindert Ablagerungen in den Blutgefäßen und beugt so Herz- und Kreislauferkrankungen vor.
  • Volksheilkundlich soll Hafer auch beim Abgewöhnen von Suchtverhalten (Nikotin, Alkohol und andere Drogen) helfen.

Hafer in der täglichen Ernährung: Porridge – Haferbrei klassisch

Zutaten für 4 Portionen:

  • 250 g Haferflocken (Vollkorn) • 750 ml Wasser • 1 Schuss Milch (Mandel- oder Hafermilch) • 1 Esslöffel Honig • Äpfel oder anderes Obst

So geht’s: Geben Sie die Haferflocken in einen Kochtopf mit dem Wasser. Bei mittlerer Hitze lassen Sie den Haferbrei unter Rühren so lange köcheln, bis er eingedickt ist. Nehmen Sie den Kochtopf dann von der Herdplatte. Nun können Sie einen Schuss Milch unter den Porridge rühren und den Brei in eine Schüssel füllen. Mit Honig wird das Frühstück garniert und gesüßt. Schneiden Sie die Äpfel in kleine Stückchen (oder raspeln), die Sie über das Porridge geben.

Hafer in der täglichen Ernährung: Heidelbeer-Hafer-Smoothie

Zutaten (für 2 Personen):

  • 300 g Blaubeeren • 1 reife Banane • 2 Esslöffel Haferflocken

So geht’s: Blaubeeren waschen. Banane schälen, mit Blaubeeren, 200 ml Wasser und Haferflocken im Mixer fein pürieren. Anschließend in Gläser füllen.

Hafer in der täglichen Ernährung: Haferflocken-Müsli mit Hafermilch

Zutaten:

  • 1 Tasse Haferflocken • 1 Tasse gepoppte Quinoa • 1 Tasse gepoppter Amarant • 2 Esslöffel Chia-Samen • 2 Esslöffel Ahornsirup (Grad C) • 8 Backpflaumen • 10 Walnüsse • nach Belieben: Hafermilch

So geht’s: Die Backpflaumen kleinschneiden, die Nüsse kleinhacken. Zusammen mit den anderen Zutaten in eine Schüssel oder einen tiefen Teller geben und mit Hafermilch (oder Mandelmilch) übergießen. Auf Wunsch mit frischen Früchten verfeinern.

Mein Tipp: Ersetzen Sie in Ihrer Küche die Kuhmilch komplett durch Hafermilch (ungezuckert!). Hafermilch schmeckt neutral und sogar besser als Kuhmilch. So muss Ihr Kind nicht auf die geliebte Milch verzichten und kommt ganz nebenbei in den Genuss der gesundheitlichen Vorteile des Hafers.

So können Sie den Hafer medizinisch nutzen

Neben der Ernährung können Sie den Hafer als Haferstroh und Haferkraut (Tee), als Tinktur und auch als homöopathisches Mittel anwenden.

Homöopathikum Avena sativa

Für die Herstellung des Homöopathikums werden praktisch alle Teile der gereiften Pflanze verwendet: Körner, Spelzen, Stroh und alle oberirdischen Pflanzenteile. Hafer kann als homöopathisches Heilmittel (Avena sativa als Urtinktur oder D3) zur Stärkung bei Nervenschwäche und Erschöpfung sowie zur Rekonvaleszenz nach Erkrankungen eingesetzt werden. Eine Eigenmedikation für Kinder ist jedoch nicht zu empfehlen: Holen Sie sich Rat bei einem erfahrenen Heilpraktiker.

Haferstroh: Eine Wohltat bei entzündeter Haut und Ausschlägen

Haferstroh besteht aus den Laubblättern und Stängeln des Hafers (kurz vor der Vollblüte geerntet). In getrockneter Form ist es in Apotheken erhältlich. Es eignet sich zur Behandlung von Hauterkrankungen wie Akne, Neurodermitis oder Ekzemen. Bei juckender Haut oder bei Hautausschlag mit Schuppenbildung an verschiedenen Körperstellen wird Hafterstroh als Vollbad angewendet.

So geht’s: Übergießen Sie zunächst 100 g Haferstroh mit 4 Litern kochendem Wasser. Lassen Sie den Auszug 30 Minuten lang ruhen, danach kann das Stroh abgesiebt werden. Lassen Sie in der Zwischenzeit Wasser für ein Vollbad (ca. 200 Liter) in die Badewanne ein, und geben Sie den Haferstroh-Sud dem Vollbad hinzu. Lassen Sie Ihr Kind in dem Haferstroh-Vollbad 10 bis 20 Minuten bei einer Badetemperatur zwischen 36 und 38 Grad baden. Nach dem Vollbad bitte zur Schonung des Kreislaufes eine halbe Stunde Ruhezeit einhalten.

Tee aus grünem Haferkraut

Die grünen Pflanzenteile werden vor der Blüte geerntet, danach im Halbschatten getrocknet und gehäckselt. Volksheilkundlich wird der Tee aus Haferkraut bei schwachen Nerven, nervöser Erschöpfung, Schlaflosigkeit sowie akuten Angst- und Spannungsgefühlen als beruhigendes Mittel eingenommen. Haferkraut ist als Tee in der Apotheke erhältlich.

So geht’s: Übergießen Sie 1 Teelöffel grünen Hafer mit 250 ml heißem Wasser, lassen Sie die Mischung 15 Minuten ziehen und geben Sie Ihrem Kind dreimal täglich 1 Tasse davon zu trinken.

Sanfte Hautpflege mit Hafer

Binden Sie eine Handvoll Haferflocken in ein dünnes Leinenläppchen und nehmen Sie das mit in die Badewanne. Drücken Sie es im Wasser immer wieder durch, bis eine cremige, milchig-weiße Masse herauskommt. Benutzen Sie dieses Säckchen im heißen Bad als „Reinigungsschwamm“ besonders für juckende, ekzematische Stellen und raue Haut; pflegen Sie damit aber auch den Teint des Gesichts. Hinterher fühlt sich die Haut gereinigt, genährt und wunderbar zart an.