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Je weiter Ihr Kind in der Schule voranschreitet, umso wahrscheinlicher ist es, dass es in einem Fach aufgefordert wird, ein Unterrichtsprotokoll anzufertigen.
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Unterrichtsprotokolle erstellen: So fällt es Ihrem Kind ganz leicht!

So werden Protokolle geschrieben

Das Schreiben von Protokollen lernt Ihr Kind in der Regel im Deutschunterricht der 8. Klasse. Viele Schüler empfinden das Protokollieren entweder als langweilig oder mühselig und sind froh, wenn sie diese Lerneinheit hinter sich gebracht haben. Es lohnt sich für Ihr Kind, bei diesem Thema aufzupassen und sich die folgenden Regeln für das Verfassen von Unterrichtsprotokollen gut einzuprägen. 

Expertenrat von 

Welche Arten von Protokollen gibt es?

Je weiter Ihr Kind in der Schule voranschreitet, umso wahrscheinlicher ist es, dass es in Geschichte, Politik, Biologie oder Physik etc. aufgefordert wird, ein Unterrichtsprotokoll anzufertigen. Meist im Wechsel ist jeder Schüler der Klasse bzw. des Kurses dann in einer bestimmten Stunde an der Reihe. In dieser Stunde ist die ganze Aufmerksamkeit Ihres Kindes gefordert, denn die Basis seines späteren Stunden- oder Unterrichtsprotokolls sind seine Notizen und Mitschriften.

Ein Protokoll ist eine Form des Berichts, in dem Gesprächsverläufe, wichtige Ergebnisse und Beschlüsse so festgehalten werden, dass sie später als Dokumentation und Erinnerungshilfe bzw. für diejenigen, die nicht an der Besprechung teilgenommen haben, als genaue Informationen dienen können.

Unterscheidung zwischen zwei verschiedene Arten von Protokollen

  1. Das Verlaufsprotokoll:
    Im Verlaufsprotokoll wird der tatsächliche Gesprächsverlauf einer Besprechung festgehalten. Das heißt, die einzelnen Beiträge der Teilnehmer werden in zeitlich richtiger Reihenfolge inklusive aller Wiederholungen, Gedankensprünge, Abschweifungen, Ergebnisse und Beschlüsse wiedergegeben. Das Verlaufsprotokoll ist also nicht unbedingt inhaltlich gegliedert. Verlaufsprotokolle werden bei Gerichtsverhandlungen, Konferenzen oder Sitzungen (z. B. Sitzungen der Schülerverwaltung) angefertigt. Protokolle von Bundestagssitzungen dokumentieren deren Verlauf sogar wörtlich.
  2. Das Ergebnisprotokoll:
    Im Unterschied zum Verlaufsprotokoll muss sich Ihr Kind beim Schreiben eines Ergebnisprotokolls nur auf die wichtigen Ergebnisse oder Beschlüsse der Besprechung konzentrieren. Anhand seiner Mitschriften kann es die Redebeiträge nach Themen ordnen und gleiche Beiträge zusammenfassen. Unwichtiges kann es weglassen, es muss dabei aber aufpassen, dass es die Beiträge dadurch nicht wertet. Auch Ergebnisprotokolle können von Konferenzen und Sitzungen angefertigt werden, wenn man sich zuvor auf diese Art des Protokolls geeinigt hat. Ergebnisprotokolle sind in der Regel weniger zeitaufwändig.

Das Unterrichtsprotokoll – eine Mischform

Das Unterrichtsprotokoll – also die Art des Protokolls, die Ihr Kind vermutlich am häufigsten für die Schule schreiben muss – ist eine Mischform aus Verlaufs- und Ergebnisprotokoll. Einerseits müssen in einem Unterrichtsprotokoll die Ergebnisse der Stunde aufgeführt werden, andererseits soll aber auch gezeigt werden, wie die Klasse zu diesen Ergebnissen gekommen ist. Ihr Kind muss im Protokoll also auch dokumentieren, in welcher Reihenfolge und auf welche Weise etwa Diskussionsbeiträge, das Vortragen von Hausaufgaben, Tafelbilder, Textarbeiten, Versuche etc. zu den jeweiligen Ergebnissen geführt haben. Hinzu kommt, dass je nach Unterrichtsfach und Stundenverlauf die Niederschrift entweder mehr einem Verlaufsprotokoll (z.B. bei Diskussionen in Geschichte, Politik oder Sprachen) oder mehr einem Ergebnisprotokoll (z.B. bei Stunden in den Naturwissenschaften) ähneln kann.

In den Naturwissenschaften gibt es außerdem die besondere Form des Versuchsprotokolls, das ebenfalls eine Mischung aus Verlaufs- und Ergebnisprotokoll ist. Versuchsprotokolle enthalten in nachstehender Reihenfolge:

  • die Aufgabenstellung (z.B.: Verschwinden Farben im Dunklen?),
  • eine eventuelle Vermutung bzw. Hypothese (z.B.: Farben kann man nur im Hellen sehen?),
  • alle verwendeten Geräte und Hilfsmittel (z.B.: vier Schalen, je zehn gleiche Spielfiguren in vier verschiedenen Farben, ein Zimmer mit Verdunklung, Stoppuhr etc.),
  • den Aufbau und genauen Ablauf des Versuchs (z.B.: 1. Mischen und Verteilen der Spielfiguren auf einem Tisch, nun stoppt der Helfer, wie lange es dauert, die Figuren nach Farben sortiert in die Schalen zu legen. 2. Das Zimmer wird (fast) verdunkelt, die Figuren werden erneut gemischt und verteilt, der Helfer stoppt, wie lange es dauert, die Figuren im Dunkeln richtig in die Schalen einzusortieren…),
  • Auswertung und Ergebnis (z.B.: Das Sortieren der Spielfiguren nach Farben fällt im Dunkeln viel schwerer und dauert daher auch länger, außerdem passieren dabei Fehler. Zum Farbensehen brauchen Menschen also viel Licht!).

 

Die Gliederung des Unterrichtsprotokolls

1. Die Formalitäten

Jedes Unterrichtsprotokoll sollte beginnen mit Angaben über:

  • die Zeit (Datum sowie Uhrzeit bzw. Anfang und Ende der Stunde),
  • den Ort (Adresse, Gebäude, Klassenraum etc.),
  • den Anlass bzw. das Unterrichtsfach und Thema der Stunde (z.B. Klassenkonferenz, Thema: Beitrag der Klasse 8b zum Schulfest; oder Fach Geschichte, Thema: „Abschließender Überblick zur Unterrichtseinheit ‚Französische Revolution‘“),
  • die Teilnehmer (z. B. Deutschlehrer Herr Rausch, Klasse 8b: vollständig? Wer fehlt entschuldigt? Wer fehlt unentschuldigt?),
  • den Protokollanten (Name, eventuell Klasse).
  • Unter das fertige Protokoll gehört schließlich noch die Unterschrift des Protokollanten!

2. Die inhaltliche Strukturierung nach TOPs

Um gleichzeitig wichtige Ergebnisse festhalten, aber auch aufzeigen zu können, wie die Klasse zu diesen Ergebnissen gekommen ist, arbeitet Ihr Kind am besten mit sogenannten TOPs. Damit sind die verschiedenen Themenschwerpunkte oder auch Gliederungspunkte der Unterrichtsstunde gemeint. Die TOPs können unterschiedlicher Art sein, beispielsweise:

  • TOP 1: Vorschlag: Tim Jansen macht den Vorschlag, dass die Klasse 8b am Schulfest das Grillen und den Getränkeverkauf übernehmen könnte.
  • TOP 2: Hausaufgabenbesprechung: Die Hausaufgabe, das Verfassen eines Ergebnisprotokolls, wird anhand einer Musterlösung (siehe Anlage 2) besprochen.
  • TOP 3: Wichtige Termine: Die nächste Klassenarbeit in Deutsch wird ein Unterrichtsprotokoll sein. Sie wird am 4. Juli in der 3. und 4. Stunde geschrieben.
  • TOP 4: Unterrichtsinhalte und -abläufe: Die Geschichtslehrerin, Frau Schreiber, schreibt das Thema „Französische Revolution“ an die Tafel und bittet die Schüler, in Partnerarbeit eine Überblicks-Mindmap zu diesem Thema zu entwerfen.
  • Zu den jeweiligen TOPs kann Ihr Kind dann wichtige Arbeitsschritte, Fragestellungen, Teil- und Endergebnisse, Beschlüsse etc. anführen.

3. Nicht vergessen: Zusätzliches Material im Anhang

Außerdem muss Ihr Kind im Unterrichtsprotokoll vermerken, welche Arbeits- und Anschauungsmaterialien in der Unterrichtsstunde verwendet wurden. Diese Materialien müssen dem Protokoll als Anlagen im Anhang hinzugefügt werden, z.B.:

  • Anlage 1: Tafelbild von fertiger Mindmap „Überblick zum Ablauf der Französischen Revolution“
  • Anlage 2: Musterlösung für das Verfassen eines Ergebnisprotokolls
  • Anlage 3: Abbildung 4, Seite 66 im Geschichtsbuch: „Geschichte aktuell …“

Die sprachlich-stilistische Gestaltung des Unterrichtsprotokolls

Da das Protokoll eine Form des Berichts ist, werden Ihrem Kind einige der folgenden sprachlich-stilistischen Vorgaben für Protokolle bereits bekannt vorkommen:

  • Die Zeitform ist das Präsens (z. B.: Frau Schreiber sammelt die wichtigsten Stationen zum Ablauf der Französischen Revolution an der Tafel.).
  • Redebeiträge werden in indirekter Rede verfasst (z. B.: Natalie Krämer ist der Meinung, dass eine andere Klasse den Getränkeverkauf übernehmen sollte).
  • Beschlüsse oder wichtige Anträge können auch in wörtlicher Rede, also als Zitate, wiedergegeben werden (z. B.: Die Klasse 8b beschließt mehrheitlich: „Wir übernehmen beim Schulfest das Grillen und den Getränkeverkauf!“).
  • Die Ausführungen sollen knapp und sachlich-distanziert gehalten werden (das heißt: kurze Sätze, keine eigene Meinung etc.).
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