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Nicht immer ist das Deep Web gefährlich, aber wie sieht es mit dem sogenannten Darknet aus?
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Deep Web & Darknet: Dunkle Seiten des Internets gefährden Ihr Kind

Sicheres Internet für Kinder

Nicht immer ist das Deep Web gefährlich, aber wie sieht es mit dem sogenannten Darknet aus? Wir haben für Sie die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Deepweb und Darknet zusammengetragen. Außerdem finden Sie Tipps, wie Sie Ihr Kind vor den Gefahren des dunklen Internet schützen können. 

Expertenrat von 
Felicitas Römer, Paar- und Familientherapeutin

Welche Inhalte liegen im „Deep Web“ verborgen und warum?

Im Deep Web liegen viele Daten, die von den bekannten Suchmaschinen nicht „verstanden“ werden. Das kann z.B. daran liegen, dass sie nicht frei zugänglich, sondern durch ein Log-In geschützt sind, wie etwa spezielle Webportale, Bibliothekskataloge, Intranetseiten von Regierungen oder Non-Profit-Organisationen, medizinischen Einrichtungen etc.

Was ist das „Darknet“ und wie funktioniert es?

Das Darknet ist ein Teil des Deep Web, dessen Inhalte verschlüsselt sind und der nur über eine spezielle Software erreicht werden kann. Eine sehr häufig genutzte Software ist der Tor-Browser, der eine Anonymisierungstechnik beinhaltet. Man kann also mithilfe dieses Browsers seine Identität im Internet verbergen. Die im Darknet übertragenen Daten werden zudem mehrfach verschlüsselt, sodass die Aktivität eines Nutzers nicht nachvollziehbar ist.

Wer benutzt das Darknet und wofür?

Der Tor-Browser wird von vielen Nutzern zum anonymen Surfen im „normalen“ Internet genutzt. Sie wollen im Netz keine persönlichen Spuren hinterlassen. Auch Oppositionelle und Widerstandskämpfer aus diktatorisch geführten Ländern flüchten oft ins Darknet, um nicht überführt werden zu können. Investigative Reporter nutzen das Darknet, um an heikle Informationen zu kommen und Missstände aufzudecken. Terroristen planen im Darknet ihre Anschläge. Und Kriminelle tummeln sich im Darknet, um ihrer illegalen Tätigkeit nachzugehen.

 

Ist es illegal, sich im Darknet zu bewegen?

Nein. Nur wer sich an illegalen Machenschaften beteiligt, etwa illegale Drogen bestellt oder sich kinderpornografisches Material beschafft, macht sich strafbar. Sich z.B. einen virtuellen Drogenshop anzuschauen, stellt keine strafrechtlich relevante Handlung dar.

Woran erkenne ich Seiten aus dem Darknet?

Webseiten aus dem Darknet tragen keine Klarnamen und haben oft die Endung „.onion“. Sie sehen dann etwa so aus: 3g2upl4pq7s9kjhlkjkufc4m.onion.*

Welche Angebote findet man im Darknet?

Es gibt sowohl legale als auch illegale Angebote. Zu den illegalen gehören etwa gestohlene Kreditkartendaten, kinderpornografisches Material oder Falschgeld. Weiterhin blüht hier der Handel mit Drogen und Waffen.

Kommt mein Jugendlicher problemlos ins Darknet?

Theoretisch ja. Der Jugendliche braucht jedoch ein wenig technisches Verständnis sowie eine gute persönliche Vernetzung im Darknet, denn oft werden Darknet-Internetadressen nur in persönlichen Chats weitergegeben. Zusätzlich benötigt ein Teenager in der Regel Kontakt zu dort aktiven Volljährigen, um zu bestimmten Shops und Seiten zugelassen zu werden oder etwas einkaufen zu können. Zwar findet man bestimmte Websites des Darknets auf Verzeichnissen wie „Hidden Wiki“, jedoch lassen die Betreiber von Darknet-Webseiten oft nur User zu, die sie bereits persönlich kennen.

Kann mein Teenager im Darknet einkaufen?

Minderjährige sind nicht vollumfänglich geschäftsfähig, d.h., sie können zwar etwas im Internet bestellen, jedoch müssen Sie als Eltern diese Internet-Käufe bewilligen. Erteilen Sie keine Genehmigung, ist der Kaufvertrag unwirksam. Ihr Jugendlicher wird also einen volljährigen Helfer benötigen, über den er einen Deal abwickeln kann. Außerdem ist es umständlich, etwas im Darknet zu bestellen. Man muss zunächst „Bitcoins“ erwerben und diese vor der Kaufaktion noch „waschen“. Infos darüber, wie diese Prozedere funktioniert, findet man in den entsprechenden Darknet-Foren.

5 Tipps: So schützen Sie Ihr Kind vor dem Darknet

  1. Auch wenn sich relativ wenige Jugendliche regelmäßig im Darknet bewegen, sollten Sie die Internetaktivitäten Ihres Kindes im Blick behalten. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Chancen und Risiken des Internets und werfen Sie ihm auch mal einen Blick über die Schulter, wenn es surft. Für Kinder unter 12 können Sie ein Jugendschutzprogramm installieren, etwa JusProg (www.giga.de/downloads/jugendschutzprogramm).
  2. Achten Sie stets darauf, wie es Ihrem Kind geht. Zieht es sich immer mehr zurück und wirkt es depressiv, sollten Sie rasch Hilfe holen. Ein psychisch angeschlagener Teenager ist weitaus anfälliger für Drogen (oder Waffen) als ein gesunder!
  3. Erklären Sie Ihrem Jugendlichen, was das Gefährliche am Darknet ist (siehe oben).
  4. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass Straftaten im Internet genauso aufgeklärt werden können wie die im „echten Leben“.
  5. Sollte Ihr Jugendlicher online Päckchen bestellen, sollten Sie unbedingt darüber Bescheid wissen, was diese enthalten!

* Es handelt sich hierbei um einen erfundenen Namen!

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