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Jugendliche vor der Alkoholgefahr in der Pubertät schützen
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Pubertärer Leichtsinn: Wie schütze ich mein Kind vor Alkohol?

Spätestens wenn Ihr Kind in die Pubertät kommt, wird es mit dem Thema „Alkohol“ konfrontiert. Doch wie Ihr Kind nun mit der neuen „Verlockung“ umgeht, ob es Nein sagen kann oder zum „Komasäufer“ wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab.  

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Dr. Jan-Uwe Rogge, Familienberater und Bestsellerautor

Alkoholprävention bei Teenagern: Warum betrinken sich immer mehr Jugendliche maßlos?

Die Ursachen für diese Zunahme sind eher komplex und nicht einfach zu erklären:

  • Sicher hat eine höhere öffentliche Sensibilität zu genauerer Beobachtung geführt und damit auch die Dringlichkeit von Klinikbehandlungen nahegelegt. Man schaut eben nicht mehr weg, wenn man volltrunkene Heranwachsende sieht.
  • Alkoholkonsum und dessen Folgen werden nicht mehr verharmlost. Denn unbestritten ist, dass Kinder und Jugendlich lebenszeitlich früher anfangen zu trinken und sich zu betrinken. Im Unterschied zu früher haben viele Heranwachsende das Gefühl dafür verloren, wann sie mit dem Trinken aufhören sollten, und überfordern bzw. schädigen so ihren Körper.
  • Eine herausragende Rolle spielen Freunde und der Gruppendruck beim Kampftrinken. Man will in Stimmung kommen, stachelt sich an. Der Alkoholkonsum eint, man fühlt sich toll, scheint unbesiegbar, vergisst im Konsens der Gruppe das Gefühl von Gefahr. Das im Umbau befindliche Gehirn des Heranwachsenden will Spaß und unmittelbare Bedürfnisbefriedigung. Verweise auf spätere Schädigungen verhallen häufig ungehört und werden gern als Belästigung oder Belehrung abgetan.

Alkoholsucht bei Kindern in der Pubertät: Verdrängung und Ahnungslosigkeit

Auffällig ist, dass der Alkoholkonsum insgesamt abnimmt. Hier zeigen sich positive Folgen von Präventionsmaßnahmen – und zugleich ihre blinden Flecken. Insgesamt trinken immer weniger Heranwachsende Alkohol, diese wenigen aber immer mehr! Auf diese Gruppe der Kampftrinker und Suchtgefährdeten müssen die präventiven Maßnahmen in Zukunft gezielt ausgerichtet werden. Denn unterhält man sich mit Heranwachsenden über das Rauschtrinken und dessen mögliche Folgen, wird eine erschreckende Ahnungslosigkeit sichtbar.

Heranwachsende wissen wenig über die Auswirkungen des „Filmrisses“, z.B. häufig unterkühlt zu werden, im Erbrochenen zu liegen und daran zu ersticken, sich komplett zu entleeren und in seinen Exkrementen zu liegen. Zudem werden gesundheitliche Schädigungen geringgeschätzt oder ganz verdrängt. Die Leber wächst eben nicht mit ihren Aufgaben, schon gar nicht in jüngeren Jahren. Dennoch: Es wäre zu simpel, Präventionsmaßnahmen nur auf staatliche Institutionen zu beschränken. Das Elternhaus kann entscheidend mithelfen, den übermäßigen Alkoholkonsum der eigenen Kinder wenn schon nicht zu verhindern, so doch einzugrenzen.

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Kommentare zu "Pubertärer Leichtsinn: Wie schütze ich mein Kind vor Alkohol?"
  • Sascha schreibt am 26.07.2013

    Die oben erwähnte Seite ist gut (http://www.kenn-dein-limit.de/alkohol/kinder-jugendliche-und-alkohol-die-rolle-der-eltern/) da wird unterschieden nach Alter der Kinder. Rauschtrinken ist ja Gott sei Dank nicht mehr so "in". Problematisch ist, (tut mir leid, wenn ich das so sagen muss)dass durch die Öffnung der Grenzen in Europa ziemlich viele schlechte Beispiele und falsche Vorbilder in den Stadtparks, Innenstädten, auf Kinderspielplätzen, etc.herumsitzen (nein nein NATÜRLICH gibt es auch jede Menge betrunkene Deutsche die nicht als Vorbild taugen! Ich meine lediglich, dass es unter anderem aus diesem besagten Grund einfach immer schlimmer wird).
  • Jammy schreibt am 27.06.2013

    oh mann.... jetzt sehe ich gerade dass die seite schon vorgeschlagen wurde :-( bestimmt gibt es noch wirklich wirklich gute weitere seiten. ich bin nur gerade zu faul weitere hier zu posten. im kopf hab ich die adressen nämlich leider nicht. wie dem auch sei - DANKE für den artikel hier!!

    J
  • Svenja schreibt am 12.03.2013

    die bzga hat diesbezüglich noch zwei gute seiten im netz, die noch einiges an tipps haben. schlussendlich gl... nein bin ich mir sicher, dass es nicht DIE lösung gibt (leider):

    www.null-alkohol-voll-power.de &
    www.kenn-dein-limit.de
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