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Welche 2. Fremdsprache soll mein Kind wählen? Diese Entscheidung fällt vielen Eltern nicht leicht und im Zuge von G8 muss sie schon recht früh getroffen werden.
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Zweite Fremdsprache: Französisch oder Latein in der Schule wählen?

Sprachentwicklung in der Pubertät

Die Entscheidung für eine zweite Fremdsprache fällt vielen Eltern nicht leicht, und im Zuge von G8 muss sie schon recht früh getroffen werden. Viele Schülerinnen und Schüler in der beginnenden Pubertät sind dabei überfordert und machen oft eher eine Entscheidung davon abhängig, welche Sprache Freunde wählen, ohne die persönlichen Vorlieben und Stärken in den Mittelpunkt zu stellen. 

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Expertenrat von 
Dr. Jan-Uwe Rogge, Familienberater und Bestsellerautor

Die Wahl einer zweiten Fremdsprache fällt Eltern und Kindern oft schwer

Da der Großteil der Schülerinnen und Schüler mit Englisch als erste Fremdsprache beginnt, betrachten wir hier den Vergleich der Sprachen Französisch, Latein und Englisch als Wahl der zweiten Fremdsprache. Da in Zukunft immer mehr Gymnasien auch Spanisch als zweite Fremdsprache anbieten werden, halten wir die Hinzunahme dieser Sprache für sinnvoll. Je nachdem, welche Sprachen bei Ihrem Kind demnächst zur Auswahl stehen, können Sie die entsprechenden Argumente aus der Tabelle in Ihre Entscheidung einbeziehen. Auch für die Wahl der dritten Fremdsprache kann das von Nutzen sein. Die „Tipps zur Entscheidungshilfe für Eltern“ in diesem Artikel sind schließlich ebenfalls unabhängig vom individuellen Sprachenangebot Ihres Kindes.

Französisch oder Spanisch als zweite Fremdsprache für Teenager?

Durchsucht man im Internet Foren, in denen Schüler Erfahrungen zum Sprachenlernen austauschen, ist im Vergleich der beiden lebenden Sprachen ein klarer Vorteil für Spanisch erkennbar – gerade bei jenen Schülern, die eine direkte Vergleichsmöglichkeit haben.

  • „Rotkaeppchen“ schreibt zu diesem Thema beispielsweise:
    „Zum Vergleich Französisch – Spanisch kann ich sagen (ich hatte zwei Jahre Französisch Wahlfach), dass Spanisch eindeutig simpler ist. Die Aussprache ist relativ einfach. Natürlich gibt es Grammatikregeln, die du lernen musst, aber wirklich schwierig sind die nicht (finde ich!), ein paar Ausnahmen gibt es auch. Man kann sich zum Beispiel auch leichter Wörter aus dem Kontext erschließen als in Französisch. Ich persönlich habe einfach irgendwie einen Bezug zu der Sprache gefunden und so hat es mir Spaß gemacht, sie zu lernen.“

Zusammenfassend zeigt sich: Vergleichen Schüler den Schwierigkeitsgrad der Grammatik in Französisch und Spanisch, behaupten die meisten, dass die spanische Grammatik für sie leichter und schlüssiger sei. Auch wählen immer mehr Schüler Französisch ab, wenn sie Spanisch als dritte Fremdsprache kennengelernt haben. Eine weitere Tendenz ist erkennbar: Im Nachhinein bereuen mehr Französisch-Schüler als Latein-Schüler die Wahl ihrer zweiten Fremdsprache.

Tipps zur Entscheidungshilfe für Eltern

Abschließend möchten wir Ihnen Tipps geben, um möglichst rechtzeitig zu der „richtigen“ Entscheidung zu kommen. Bedenken Sie, dass es eigentlich keine falsche Entscheidung gibt, da Ihr Kind im Laufe der Zeit aus einer bestehenden Schwäche auch eine Stärke machen kann. Nicht selten hängt der Lernfortschritt wie bereits erwähnt von der Person, den Fähigkeiten und der Begeisterungsfähigkeit des Lehrers ab.

Sollte Ihr Kind beispielsweise offensichtliche Stärken in puncto Französischlernen besitzen, können diese schnell verpuffen, wenn die Lehrkraft die Fremdsprache schlecht bzw. langweilig unterrichtet oder Ihr Kind nicht begeistern kann. Reden Sie mit dem Fremdsprachenlehrer! Verabreden Sie einen Termin mit dem Lehrer der ersten Fremdsprache. Fragen Sie ihn, wie er die Fähigkeiten Ihres Kindes bezogen auf den Erwerb einer zweiten Fremdsprache einschätzt.

So unterstützen Sie Ihr Kind bei der Entscheidungsfindung

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Chancen und mögliche Schwierigkeiten beim Erlernen der einzelnen Sprachen! Wägen Sie dabei mögliche Argumente ab. Dazu können Sie die Argumente in der folgenden Tabelle nutzen und durch individuelle Gründe, wie z. B. Lehrer, Freunde etc. ergänzen. Nutzen Sie Möglichkeiten, Ihr Kind mit den Sprachen vertraut zu machen! Wecken Sie das Interesse an den Sprachen! Für die Fächer Französisch und Spanisch als lebende Sprachen ist es leichter, Vorlieben bereits im Voraus zu erkennen.

Erste Berührungspunkte mit der Sprache könnten beispielsweise sein:

  • Ihr Kind redet mit Muttersprachlern aus seinem Bekannten- oder Freundeskreis.
  • Ihr Kind hört sich französische und spanische Songs an.
  • Ihr Kind schaut einen schon bekannten Film in der französischen oder spanischen Synchronfassung mit fremdsprachlichen Untertiteln.
  • Ihr Kind hört sich ein Interview auf Französisch oder Spanisch an. Sollte Ihr Kind zum Bespiel fußballbegeistert sein, könnte das ein Interview mit Franck Ribery oder Andrés Iniesta sein.
  • Lassen Sie Ihr Kind auch einmal einfache Wörter und Ausdrucksweisen (Begrüßungs- oder Dankesfloskeln) nachsprechen.

Auch für das Fach Latein können Sie ein erstes Interesse wecken: Suchen Sie mit Ihrem Kind bewusst lateinische Inschriften auf alten Gebäuden, wie zum Beispiel Kirchen oder Museen, und versuchen Sie gemeinsam, diese zu entschlüsseln. Oder Sie kaufen eine Ausgabe von Asterix und Obelix in lateinischer Sprache.

Lassen Sie Ihr Kind entscheiden!

Helfen Sie bei der Entscheidung, aber nehmen Sie sie ihm nicht ab. Sie können sonst verantwortlich gemacht werden, wenn sich herausstellt, dass Ihre persönliche Entscheidung nicht zu schulischem Erfolg führt. Alle diese Tipps sind natürlich kein Garant dafür, dass eine Entscheidung schlussendlich zu 100% getroffen werden kann. Sie liefern jedoch Ihnen und Ihrem Kind Hilfestellungen, das Thema „Wahl der zweiten Fremdsprache“ offen und konstruktiv anzugehen.

 

Neues Fach „SpaLaFra“ in Marburg

Das Landschulheim Steinmühle als Gymnasium in freier Trägerschaft in Marburg geht an diese Problemstellung kreativ heran: Durch den Rückgang zu G9 wird die zweite Fremdsprache hier erst in der Klasse 7 angeboten. In der Klasse 6 gibt es dafür ein neues Fach: „Spa-LaFra“ steht für Spanisch – Latein – Französisch. Die Schüler erhalten in diesem Schuljahr jeweils zu einem Drittel Spanisch-, Latein- und Französischunterricht. Hier werden nicht nur die Grundlagen dieser Sprachen vermittelt, sondern zusätzlich können Schüler und Eltern im Verlauf dieses Schuljahres leichter entscheiden, welche Fremdsprache ab Klasse 7 gewählt werden soll.

Fremdsprachen: Unterschiede und Besonderheiten

FranzösischSpanischLatein
Verbreitungstark (ca. 200 Millionen Menschen)sehr stark (ca. 450 Millionen Menschen)nicht vorhanden
RechtschreibungSchreibweise weitestgehend abweichend von SprechweiseSchreibweise oft abweichend von SprechweiseSchreibweise entspricht weitestgehend der Sprechweise
Besonderheiten
der Aussprache
nasale Laute;
die Aussprache weicht je nach Schreibweise eines Wortes ab – durch Hören kann oft nicht unmittelbar auf die Schreibweise geschlossen werden
dentale Laute;
bis auf wenige Ausnahmen ist auf Grund der Schreibweise eines Wortes seine Aussprache genau festgelegt – umgekehrt kann durch Hören eines Wortes weitgehend auf die Schreibweise geschlossen werden
keine
Grammatikähnlich schwer bzw. leicht wie Spanisch, für Deutsche schwerer als Lateinähnlich schwer bzw. leicht wie Fanzösisch, für Deutsche schwerer als Lateinfür Deutsche leichter als Französisch und Spanisch
Austausch-
möglichkeiten
Auslandsaufenthalt möglichAuslandsaufenthalt möglichnicht vorhanden
Bevorzugter Lerntypauditive Wahrnehmungauditive Wahrnehmungvisuelle Wahrnehmung
vorwiegend angesprochene
Fähigkeit
sprachlich-sozialsprachlich-soziallogisch-abstrakt-mathematisch
schriftliche Bewertung
der Leistung
jajasehr stark
mündliche Bewertung
der Leistung
jajabegrenzt
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