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(Tauf-)Patenschaft: Welche Bedeutung und Aufgaben stecken dahinter?

Die Aufgaben des Taufpaten

Viele Eltern wählen nach der Geburt Ihres Kindes einen Taufpaten aus. Doch was bedeutet eine Taufpatenschaft eigentlich? Und welche Aufgaben kommen auf die betreffende Person zu?  

Expertenrat von 

Wenn ein Kind zur Welt kommt, wählen die Eltern häufig eine Taufpatin oder einen Taufpaten aus, der in der Regel aus dem Familien- oder Freundeskreis stammt. Diese Tradition hat in diversen Kulturen, vor allem aber in verschiedenen Konfessionen des Christentums seine Ursprünge und gilt zunächst einer religiösen Aufgabe: Mit diesem Amt übernehmen sie in erster Linie die Verantwortung, gemeinsam mit den Eltern im Kindesalter das religiöse Fundament für ein christliches Leben und die damit verbundenen Werte zu legen.

Darüber hinaus haben die Taufpaten für die materielle Absicherung des Kindes zu sorgen, für den Fall, dass einem oder gar beiden Elternteilen etwas zustößt. Damit nicht nur eine Familie die damit verbundenen finanziellen Aufwendungen tragen muss, werden in der Regel mehrere, meist zwei, Taufpaten gewählt.

In den meisten Fällen steckt hinter der Taufpatenschaft eines Kinder aber noch vieles mehr: Sie sind außerdem Förderer, Vertraute und Ratgeber für ein Kind oder sogar eine neutrale Instanz bei Konflikten mit den Eltern – und das oft bis weit ins Erwachsenenalter hinein.

Welche Aufgaben die Taufpaten haben

Eine Taufpatenschaft für ein Kind ist ein Ehrenamt, das im Christentum seit vielen Jahrhunderten als freiwillige Übernahme der Fürsorgepflicht für Kinder Tradition hat. Die Übernahme einer Taufpatenschaft ist eine moralische Aufgabe.

Wenn Sie Ihrem Kind einen Taufpaten an die Seite stellen möchten, gibt es zwei Möglichkeiten: Die kirchliche Taufpatenschaft oder eine ideelle - ohne einen offiziellen Eintrag. Beide Modelle haben keinen rechtlichen Stellenwert. Das bedeutet auch, dass der ausgewählte Taufpate im Gegensatz zu früher nicht automatisch die Vormundschaft für Ihr Kind erhält, sollten Sie vorzeitig sterben. Letztendlich bestimmt das Vormundschaftsgericht gemeinsam mit dem Jugendamt, wer in diesem Fall das Sorgerecht erhält. Wenn Sie den Taufpaten Ihres Kindes als Sorgeberechtigten einsetzen möchten, sollten Sie dies in einem Testament festhalten.

Bei der kirchlichen Taufpatenschaft können Sie sich sowohl für einen als auch für mehrere Taufpaten entscheiden.  Die mögliche Zahl der Taufpaten ist im Grunde unbegrenzt. Die meisten Kinder haben jedoch zwei bis drei.

Bei einer evangelischen Taufe endet die Patenschaft mit der Konfirmation, bei der katholischen besteht diese Verbindung ein Leben lang, wenn sie bei der Firmung bestätigt wird.

Aufgaben von Taufpaten:

  • Sind Förderer, Stütze und Ratgeber für Eltern und Kind
  • Fungieren als Zeuge bei der Taufe
  • Beschenken das Patenkind zu besonderen Festen (Konfirmation, Geburtstag, Schuleintritt..)
  • Pflegen eine enge Beziehung zum Kind
  • Vermitteln religiöse Werte

Voraussetzungen für eine kirchliche Patenschaft

Voraussetzung für ein kirchliches Patenamt ist, dass die ausgewählten Taufpaten Mitglied einer Kirche sind. Bei der katholischen Kirche müssen sie katholischen Glaubens sein, bei der evangelischen Kirche ist es ausreichend, wenn er und/oder sie Mitglied einer christlichen Kirche ist.

Taufpaten müssen ihrer Aufgabe zustimmen und auch selbst getauft und konfirmiert beziehungsweise gefirmt sein. Das alles wird in einer Bescheinigung festgehalten, die vor der Taufe im Kirchenbüro vorgelegt werden muss. Taufpaten der evangelischen Kirche müssen außerdem mindestens 14 Jahre alt sein. In der katholischen Kirche liegt die Altersgrenze bei 16 Jahren. Nach der Taufe wird die Patenschaft in das Kirchenbuch eingetragen.

Bei nicht-kirchlichen Patenschaften können Sie im Grunde einen oder mehrere Paten benennen. Dafür gibt es jedoch kein Dokument.  

Aufgaben der Paten während der Taufe

Wenn Sie Ihr Kind taufen lassen möchten, der ausgewählte Taufpate jedoch nicht (mehr) Mitglied einer Kirche ist, können Sie auch einen weiteren konfessionell gebundenen Taufpaten bestimmen. Den nicht-christlichen oder –katholischen Paten können Sie mit verschiedenen Aufgaben (zum Beispiel Hilfe bei der Wahl des Taufkleides) am Taufsakrament beteiligen.

Handelt es sich um kirchliche Patenschaft, bestehen dessen Aufgaben am Tag der Taufe darin, die Taufkerze anzuzünden und das Kind über das Taufbecken zu halten. Falls das nicht möglich ist, kann der Pate auch das Taufwasser für die Zeremonie bereitstellen. Nachdem der Taufpate den Taufspruch aufgesagt hat, wird häufig auch eine Fürbitte gehalten.

Wer soll Taufpate sein?

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Meistens sind es die Geschwister der Eltern, die gebeten werden, eine Patenschaft zu übernehmen, denn oft gibt es Sicherheit, das eigene Kind in den Händen seiner Familie zu wissen. Im Grunde jedoch können Eltern jede Person als Bezugsperson für den Nachwuchs dazu bestimmen.

Zum Beispiel einen guten Freund oder eine gute Freundin, bei denen Sie davon überzeugt sind, dass diese in Ihrem und im Sinne des Kindes handeln, wenn Sie unerwartet sterben oder nicht mehr für Ihr Kind sorgen können. Dennoch sollte diese Freundschaft schon länger bestehen, um den künftigen Taufpaten richtig einschätzen und vertrauen zu können. Freundschaften, die erst kurz bestehen, zerbrechen oft häufiger als solche, die auf einem langjährigen, soliden Fundament stehen.

Beide Seiten müssen sich die Patenschaft gut vorstellen können

Wenn Sie mehrere Geschwister haben und nicht möchten, dass es bei der Wahl des Taufpaten zu Unstimmigkeiten in der Familie kommt, gehen Sie nach Alter vor: Erwarten Sie Ihr erstes Kind, fragen Sie Ihr ältestes Geschwister, ob es dessen Taufpate werden möchte. Bei Kind Nummer Zwei kommt dann der Zweitälteste an die Reihe. Generell sollte die Frage der Patenschaft nicht leichtfertig getroffen werden, denn dieses Amt ist – ob konfessionell oder ideell – mit viel Verantwortung verbunden. Ein offenes Gespräch ist deshalb sinnvoll. Beide Seiten müssen sich eine solche Patenschaft gut vorstellen und den damit einhergehenden Aufgaben gerecht werden können.

Gleichzeitig sollten Sie bei der Wahl stets das Wohl Ihres Kindes im Auge haben. Verwandtschaft, die im Ausland lebt und nur selten zu Besuch in die Heimat kommt, eignet sich möglicherweise nicht, weil in diesem Fall kaum oder keine Bindung zu dem Patenkind aufgebaut werden kann. Weitere Fragen, die bei der Wahl eines geeigneten Taufpaten relevant sind:

  • Wie gut ist der Umgang generell mit Kindern?
  • Wie verantwortungsbewusst ist die gewählte Person?
  • Wird die Patenschaft aus freien Stücken und mit eigenem Willen übernommen?

Erwartungen an die Taufpaten

Welche Aufgaben die Taufpaten künftig übernehmen sollen, sollte vorab gemeinsam geklärt werden. Wichtig ist natürliche eine gute Bindung zu dem Kind.

Diese kann zum Beispiel schon früh, durch Betreuung oder regelmäßige gemeinsame Unternehmungen gefördert werden. Eine gute Bindung sollte Ihnen als Eltern wichtig sein. Neben der Bereitschaft, sich auf das Kind einzulassen, können Sie außerdem erwarten, dass die Paten an den wichtigen Terminen im Leben des Kindes teilnehmen.

Werden die Taufpaten an der Erziehung beteiligt?

Auch wenn sich die Aufgaben von Taufpaten im Lauf der Jahre teilweise verändert haben und es immer weniger um die finanzielle Absicherung von Kindern und die Vermittlung des christlichen Glaubens geht, legen viele Paten für ihre Schutzbefohlenen mit der Aufnahme des Amtes ein Sparbuch, ein Sparkonto oder andere Anlagemöglichkeiten an. Das ist eine schöne Geste, die weit verbreitet ist und dem ursprünglichen Gedanken der finanziellen Absicherung nahekommt.

Wichtiger ist jedoch, generelle moralische Erwartungen an künftige Taufpaten eindeutig zu formulieren. Wenn Ihnen christliche Werte wichtig sind, müssen die Taufpaten diese auch vermitteln können und wollen.

Eine andere wichtige Frage ist jene, ob eine Beteiligung bei der Erziehung des Kindes erwünscht ist. Auch hier sollten von vorneherein Wünsche mit allen Beteiligten besprochen und die Vorgaben der Eltern akzeptiert werden.

Welches ist das richtige Taufgeschenk?

Bei der Wahl des Taufgeschenks gibt es viele Möglichkeiten. Symbolische Gaben werden besonders gern geschenkt. Steht der religiöse Gedanke im Vordergrund, eignen sich natürlich die Klassiker wie eine Taufkerze, eine Kinderbibel oder eine Taufkette mit Gravur. Auch eine Halskette mit einem Kreuz als Anhänger ist ein beliebtes Geschenk.

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Für die Aufnahme der Patenschaft ohne religiösen Bezug, gibt es neben finanziellen etliche symbolträchtige Geschenke und Traditionen, zum Beispiel das Pflanzen eines Baums oder einen Schutzengel.

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