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Kindererziehung mit der 1-2-3 Methode

Kindererziehung: So hilft die 1-2-3 Methode

Erziehungs-Tipps der 1-2-3 Methode

Wünschen Sie sich für die Kindererziehung nicht auch manchmal ein Wundermittel für Ihr Kind? Besonders wenn Sie selbst einen anstrengenden Tag hatten, wird die Auseinandersetzung mit dem Kind bei der Kindererziehung manchmal zur Tortur. Ich zeige Ihnen mit meinen Erziehungs-Tipps, mit welcher Methode die Kindererziehung klappt. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Kinder zu haben ist wunderschön, aber Kindererziehung ist ein hartes Geschäft. Das lernen alle Eltern früher oder später, denn kein Familienalltag bleibt konfliktfrei und benötigt oft Erziehungs-Tipps für die Kindererziehung. Da ist es gut, wenn Sie sich schon in harmonischen Phasen genau überlegen, wie Sie mit dem anstrengenden Verhalten Ihres Nachwuchses in der Kindererziehung umgehen. Die 1-2-3-Methode hilft bei der Kindererziehung, das störende Verhalten Ihres Kindes zu unterbinden, sein positives Verhalten durch Erziehungs-Tipps zu stärken und generell die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern durch gute Kindererziehung zu festigen. Wenn Ihnen die folgenden Verhaltensweisen in der Kindererziehung nicht fremd sind, können Sie mit der 1-2-3-Methode das Familienleben harmonisieren und mit den Erziehungs-Tipps sogar die Lern- und Hausaufgabensituation verbessern.

Die 1-2-3-Methode hilft bei Problemen in der Kindererziehung:

  • Streit unter Geschwistern
  • Wutausbrüchen
  • Schmollen
  • Nörgeln
  • Störverhalten
  • Null-Bock-Verhalten

Sie kann schon im Kindergartenalter bei Problemen in der Kindererziehung (ab circa zwei Jahren) angewendet werden und hat sich bis zum Beginn der Pubertät für Erziehungs-Tipps (bis etwa zwölf Jahre) bewährt.

Kindererziehung: Starten oder stoppen

Um die Methode wirkungsvoll in der Kindererziehung bei Ihrem Kind anwenden zu können, müssen Sie erst lernen, zwischen zwei unterschiedlichen Strategien dieser Methode für die Kindererziehung zu unterscheiden. Auf der einen Seite gibt es für Erziehungs-Tipps das so genannte Stopp-Verhalten. Damit sind Verhaltensweisen Ihres Kindes gemeint, die so schnell wie möglich in der Kindererziehung durch Erziehungs-Tipps gestoppt werden sollen. Störendes Verhalten wie Schreien, Streiten, Maulen oder Wutausbrüche sind für die Kindererziehung nicht konstruktiv und sollten daher rasch beendet werden. Ihr Kind tut in diesem Moment etwas, das es lieber lassen sollte. Auf der anderen Seite gibt es das Start-Verhalten in der Kindererziehung. Dabei geht es darum, Ihr Kind zu einer konstruktiven Tätigkeit hinzuführen. Hierzu zählen beispielsweise das Aufräumen des Kinderzimmers, die Erledigung der Hausaufgaben, die Vorbereitung einer Klassenarbeit oder Respekt im Umgang mit anderen.

Erziehungs-Tipps: 1. Zählen Sie bis 3

Ihren Namen hat diese Methode von der Reaktion auf unerwünschtes Stopp-Verhalten in der Kindererziehung, denn das wird durch Erziehungs-Tipps einfach, freundlich und direkt ausgezählt. Erklären Sie Ihrem Kind in einem ruhigen Gespräch, dass sie künftig bestimmte Verhaltensweisen in der Kindererziehung nicht mehr tolerieren werden, sondern einfach bis drei zählen und dann erwarten, dass Ihr Kind mit dem Störverhalten aufhört. Sagen Sie auch, dass Sie nicht zu Diskussionen in der Kindererziehung bereit sind. Sie geben durch diese Erziehungs-Tipps Ihrem Kind die Gelegenheit, sein Verhalten mit zwei Ermahnungen einzustellen. Tut es das in der Kindererziehung nicht, muss es mit Konsequenzen rechnen. Tritt Ihr Kind beispielsweise aus Wut gegen seine Zimmertür, bitten Sie es ruhig und deutlich aufzuhören. Dann beginnen Sie in der Kindererziehung langsam zu zählen: eins ... (erste Chance für Ihr Kind aufzuhören), zwei ... (zweite Chance aufzuhören) und drei. Hat Ihr Kind trotz dieser Erziehungs-Tipps bis drei nicht aufgehört, müssen Sie konsequent sein und eine vorher angekündigte Strafe in der Kindererziehung einlösen.

Erziehungs-Tipps: 2. Richtige Konsequenzen bei der Kindererziehung wählen

Wenn Ihr Kind trotz der Erziehungs-Tipps nicht eingelenkt hat und mit seinem Verhalten auch bei drei nicht aufhört, können Sie unterschiedliche Konsequenzen in der Kindererziehung ziehen. Eine Möglichkeit ist, das Kind für eine kurze Zeit in einen bestimmten, vorher vereinbarten Raum zu schicken. Bei dieser so genannten Auszeit bleibt Ihr Kind bei der Kindererziehung pro Lebensjahr eine Minute (also ein 7-jähriger circa sieben Minuten) dort, wo es über sein Verhalten nachdenken kann. Danach kommt das Kind zurück und nimmt wieder am Familienleben teil, ohne dass es weitere Folgen in der Kindererziehung fürchten muss. Diese Strafe kommt auch bei anderen Erziehungs-Tipps vor und ist nicht unumstritten, daher bietet die 1-2-3-Methode Alternativen dazu für die Kindererziehung an. Als Konsequenzen gibt es unter anderem folgende Möglichkeiten für Erziehungs-Tipps, die natürlich am Alltag Ihres Kindes ausgerichtet sein müssen:

  • Einschränkung des Fernsehkonsums
  • Telefonverbot
  • Computerverbot
  • bestimmte Aufgaben im Haushalt erledigen
  • kein Nachtisch

Erziehungs-Tipps: 3. Bitte nicht zu viel reden

Eine immer wiederkehrende Falle in der Kindererziehung ist die Diskussion am falschen Platz. Natürlich müssen im Alltag viele Dinge erklärt und ausdiskutiert werden, aber eben nicht, wenn es darum geht, Stopp-Verhalten in der Kindererziehung durch Erziehungs-Tipps zu beenden. Wenn Sie in der Kindererziehung möchten, dass Ihr Kind umgehend damit aufhört, aus Wut die Seiten in seinem Schreibheft durchzustreichen, ist eine Diskussion für die Kindererziehung nicht förderlich. Wenn Sie damit beginnen, Ihrem Kind in der Kindererziehung Gründe dafür zu nennen, warum es sein Heft nicht verschmieren soll, eröffnen Sie ihm unter Umständen nur die Möglichkeit eines ausufernden Streitgesprächs. Die Situation verschlimmert sich dadurch für die Kindererziehung nur. Bleiben Sie jedoch bei der Kindererziehung durch Erziehungs-Tipps konsequent und erwarten, dass Ihr Kind ohne weitere Erklärung spätestens bei drei sein Verhalten eingestellt hat, ist die unglückselige Episode in der Kindererziehung bald vorüber. Über Ihre Autorität sollten Sie bei den Erziehungs-Tipps für die Kindererziehung nicht verhandeln, sonst nimmt Ihr Kind Sie bald nicht mehr ernst.

Erziehungs-Tipps: 4. Bleiben Sie überlegen und ruhig bei der Kindererziehung 

Wenn Sie sich über das störende Verhalten Ihres Kindes in der Kindererziehung zu sehr aufregen, eskaliert die Situation meistens. Reden, Streiten, Schreien und Brüllen sind wenig hilfreich in solchen Krisensituationen der Kindererziehung. Gerade jüngere Kinder werden durch zu viele Informationen und Erklärungen nur irritiert, eine klare Aufforderung ist für sie viel leichter umzusetzen. Außerdem gibt es Ihrem Kind ein Gefühl von Macht, wenn es ihm gelingt, Sie mit seinem Verhalten bei der Kindererziehung aus der Fassung zu bringen. Da Kinder sich den Erwachsenen gegenüber sowieso oft unterlegen fühlen (und das natürlich auch sind), versuchen sie auf diese Weise, Oberwasser zu gewinnen. Wenn Sie also in der Kindererziehung in Konfliktsituationen mit Ihrem Kind zu viel reden und sich auf lange Diskussionen einlassen, zeigen Sie damit nur Ihre Unsicherheit und verlieren an Autorität bei den Erziehungs-Tipps.

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Kommentare zu "Kindererziehung: So hilft die 1-2-3 Methode"

  • Julia schreibt am 10.08.2016

    Hallo ihr lieben!

    Vielen Dank für diesen tollen Beitrag!

    Liebe Grüße
  • Maria schreibt am 27.06.2016

    Würde es Ihnen gefallen, wenn ihr Partner bis 3 zählt und dann Konsequenzen folgen, wenn Sie sich aus seiner Sicht falsch verhalten? Ist das nicht eine völlig falsche Art, mit den Menschen, die man über alles in der Welt liebt umzugehen?

    Wieso fällt es so schwer, versuchen zu erkennen, welches Bedürfnis hinter einem sogenannten "Fehlverhalten" steckt und dieses dann zu befriedigen statt Konsequenzen für das Fehlverhalten anzudrohen? BEziehung statt Erziehung ist das Stichwort.

    Was hier beschrieben wird ist ein klares Ausnutzen von körperlicher Überlegenheit und das Demonstrieren von Macht. Lieb- und respektlos.
  • Dorothea schreibt am 06.08.2015

    Ich habe 2 Söhne großgezogen, war Tagesmutter , habe Nichten, Neffen und Cousinen betreut.Wo sollen den die 1-2-3 Drohungen enden. Mit welchen Strafen wollen Sie denn einem 12 Jährigen kommen, der anfängt sich aufzulehnen mit der ganzen Nervenkraft eines Heranwachsenden ? Drohungen und Strafen schaffen kein Vertrauen und genau dieses wird in der Pubertät gebraucht. Wenn sie Fehler machen, Ängste haben, mit ihrer Sexuälität noch nicht klakommen, zu wem sollen sie gehen? Zu ihrem 1-2-3-Bestrafer?? Sie bekommen vielleicht ein angepasstes braves Kind, aber zu welchem Preis? Kann es sich durchsetzen, kann es einer Gruppenmeinung standhalten, kann es sich gegen Mobbing wehren,wird es den Stammtischparolen etwas entgegensetzen können? Interssant vielleicht für Sie : Der methodische Ansatz des Erziehungskonzeptes.
  • Kerstin schreibt am 28.07.2015

    Ich habe einige Probleme mit meiner 6 Jahre alten Tochter. Sie hört absolut nicht nur sehr selten , streitet mit ihrem 2 Jahre alten Bruder , schubst und haut ihn auch.Was kann man tun damit das Verhalten meiner Tochter endlich besser wird und sie einsieht , dass das so nicht geht.
  • sarah schreibt am 21.05.2015

    Die 1-2-3 Methode ist bei meinem 6 jährigen Sohn sehr hilfreich es reicht schon wenn ich einen Finger hoch halte dann unterlässt er sein nicht gewünschtes verhalten und kann mir dann auch sofort sagen warum das nicht in Ordnung war.

    Mit einem Kind ab 4 Jahren (wenn es eine gewisse reife besitzt) kann ich über bestimmte Sachen diskutieren z.b. wenn es um Kleidung und essen geht.

    Aber bei einem Kind von 2 Jahren brauch ich abends nicht anfangen zu diskutieren warum es jetzt ins Bett soll es gibt Sachen über die man nicht diskutieren brauch (Zähneputzen, Süßigkeiten, schlafen) manche Sachen werden gemacht weil die Mutter/Vater es für richtig hält wenn ich anfange mich auf Diskussionen einzulassen wird mein Kind mich nicht mehr als Respektperson ansehen und wenn das der Fall ist hat man wenig Chancen es wieder rückgängig zu machen...man hat das Kind verzogen was für die Mutter/Vater-Kind-Beziehung und die Entwicklung des Kindes auf gar keinen fall vorteilhaft ist.
  • loglog schreibt am 04.12.2013

    Jetzt hat das sogar schon einen Namen, dass mit dem 1-2... . Diese 1-2-3 Taktik funktioniert nur deswegen, weil das Kind eine unangenehme Situation damit verbindet. Bsp. Für meine Tochter ist der Ernst von 1-2-3 erst seid dem Zeitpunkt richtig bewusst, als sie wieder einen fürchterlichen Wutanfall auf der Straße bekam und ich sie einfach unter dem Arm, bis nach Hause getragen habe. Seid dem will sie nicht mehr getragen werden. Und wenn sie 1-2-3 hört, dann weiß sie jetzt gleich bescheid und unterlässt meistens ihren Huzebuz. Dieses 1-2-3 sollte allerdings nicht zu oft angewendet werden. Es darf meiner Erfahrung nach nur kommen, wenn sich ein Wutanfall seltener Art, im Vorfeld anbahnt..... eben nicht zu früh und nicht zu spät...... Das ist die Kunst auf dem schmalen Grad zu wandern....
  • Natascha schreibt am 30.11.2013

    Hi,

    deine Erziehungs-Tipps haben mir sehr gut gefallen. Einschränkung des Fernsehkonsums finde ich extrem wichtig. Ich habe es bei meinen Kindern ausprobiert und es ist viel leichter mit denen. Am Anfang war es extrem schwer aber ich habe es geschafft und es wird nicht mehr gefragt ob sie fernsehen dürfen, weil sie schon wissen, dass es nicht mehr vorkommt.

    Aber die goldene Regeln sind:
    - immer ruhig bleiebn
    - klare Regeln setzen
    - sie auch x-Mal wiederholen (und trotzdem ruhig bleiben)
    - und klar aussprechen, was man verlangt (z.B. aufräumen, im Haushalt helfen...)

    Mehr Info findet man auf www.erziehung-ist-beziehung.com

    Lg, Natascha
  • Leonie schreibt am 17.11.2013

    Ehrlich gesagt halte ich gar nichts von der 1-2-3-Methode. Da finde ich Tipp 3 und 4 schon am wertvollsten aus diesem Artikel. Tatsächlich sehe ich es auch so, dass man über bestimmte Entscheidungen der Eltern nicht diskutieren sollte. Es gibt Verbote (nicht über die Straße laufen, nicht den Herd anfassen), die kann ein Kind erstmal nicht verstehen und muss sie dennoch befolgen, weil wir Erwachsenen aus unserer Lebenserfahrung heraus so entschieden haben. Wenn für das Kind klar ist, dass nur solche Sachen explizit verboten sind, die eine ernsthafte Gefahr darstellen, wird es das auch akzeptieren. Kinder sind nämlich gar nicht so doof und sie sind vor allem auch einsichtig. Alles eine Frage des Umgangs miteinander. Was ich besonders an der 1-2-3-Methode bemängele, ist, dass es ein völlig unsinniges Muster einübt. Wenn ich als Mutter ein Verhalten meines Kindes nicht möchte, dann reagiere ich SOFORT! Da gibt es kein "Erste Ermahnung, danach nehme ich dir den Stock weg." Wenn ich etwas nicht will, dann muss das Kind das sofort merken. Ich verhandle doch nicht mit meinem Kind, ob es mit einem Stock das Fenster zerstören darf. Auch Tipp 2 finde ich schrecklich. Wenn ich mit meinem Kind in Beziehung bin, brauche ich überhaupt keine Bestrafungen! Vor allem deshalb nicht, weil ich als Mutter keine sinnlosen Forderungen an mein Kind stelle. Daher lassen sich meine Forderungen normalerweise verständlich erklären, so dass mein Kind merkt, dass ich nicht grundlos etwas möchte oder nicht möchte. Entsprechend kommt dann auch früher oder später die Einsicht.
  • Helene schreibt am 03.09.2013

    Mein Enkel mit vier Jahren sagte zu mir, Oma du sagst nicht 1 2 3 sonst werde ich böse. Das sagt doch wohl schon vieles, man kann diese Art von Erziehung mit 1 2 3 auch übertreiben und dazu sind die Eltern geneigt.Es werden Kinder offt dadurch sehr verstockt, was ich im unmittelbarer Nachbarschaft erfahren musste. Ruhig bleiben und klare Worte mit kleiner Diskussion finde ich da schon besser.
  • Julia schreibt am 30.04.2013

    Guten Abend Frau Reimann-Höhn,

    mir scheint diese Methode eher wenig effektiv. Mit einer solchen "ich diskutiere nicht"-Haltung stößt man am ehesten auf Widerstand. Oder was genau soll das "über das Verhalten nachdenken" bezwecken? Ist es nicht sinnvoler das Kind mit einer logischen Konsequenz zu konfrontieren? Was hat Fernsehverbot mit dem Treten gegen die Tür zu tun? Das ist doch unlogisch für das Kind und steht in keinem Zusammenhang, logischer wäre es die Tür auszuhängen, mit der Begründung, dass man Sorge hat, dass die Tür kaputt gehen könnte. Bis drei zählen... hm okay, empfinde ich persönlich eher als Drohung?!
    Naja, jedem sein Konzept, meins ist es auf gar keinen Fall. Ich habe den Text gelesen und habe immer wieder schöne Ansätze gefunden, die direkt im nächsten Satz durch unlogische Verhaltensvorschläge zu nichte gemacht wurden.
    Grüße, Julia
  • Werner schreibt am 10.01.2013

    Hallo liebes elternwissen.com-Team,

    hier meine Empfehlung zu Radikaler Erziehung (von Radix = die Wurzel):

    Kindererziehung 2013

    Gesunde Erziehung nur bedingt möglich:
    Für sehr wichtig halte ich es, dass dem Kind folgendes erzählt werden muss: Dass das eigene Leben der Eltern geprägt wurde (am besten die ganze eigene Lebensgeschichte erzählen) und dass dabei evtl. Narben / Fehlentwicklungen entstanden sind, die nur schwer in den Griff zu bekommen sind. Dadurch ist es manchmal schwierig die Lebendigkeit des Kindes zu ertragen, weswegen es unüberlegt zu Strafen o.ä. kommen kann. Darum zu bitten in dieser Hinsicht Rücksicht auf die Eltern zu haben.
    Dass Kind soll auf sein eigenes Gefühlsleben hören und merken, wenn es sich verletzt, eingeengt, o.ä. fühlt und das dann den Eltern sagen.
    Natürlich soll überhaupt viel ein bemühen stattfinden, über Gefühle zu sprechen (etwa mit Inhalten über Verletzlichkeit und Lebendigkeit).

    Dem Kind die Möglichkeit geben, eigene Erfahrungen zu machen und eigenes Verständnis zu entwickeln. Das lernen geschieht dann durch eigenes Erleben über das Umfeld. Wenn das Kind etwas nicht erlaubtes will, muss bei mehr oder weniger größeren Gefahren natürlich widersprochen werden, am günstigsten mit von stärke getragener, liebevoller Aufklärung, dann wird der Rat auch gerne angenommen. Bei eher belanglosem ist es für eine echte Entwicklung einer eigenen, freien Persönlichkeit und eigenem, freien Bewusstsein nicht der richtige Weg, wenn die Möglichkeit eigene Erfahrungen zu erleben und daraus zu lernen geraubt wird und zu unterdrücken. Wenn also auch bei mehr oder weniger belanglosen Geschehnissen, Regeln vorgegeben werden, die letztendlich immer eingehalten werden müssen, wird der eigene Wille des Kindes gebrochen, auch wenn das noch so sanft geschieht. Vorgaben, wie ein gesundes Leben zu leben ist, liefern die Rahmenbedingungen, die die Natur vorgibt (Fundamental vor allem in Landbau und Psychologie). Dabei geschieht i.d.R. weniger eine Einengung, sondern vielmehr eine Erweiterung des Bewusstseins, wegen der vielfältigen Möglichkeiten die man in seinem Umfeld finden kann, wo die Eltern Aufgrund ihrer Lebenserfahrung liebevoll Aufklären und Beraten können. Das Gefühlsleben spielt dabei meiner Meinung nach die wichtigste Rolle, weil es darüber entscheidet, ob man glücklich ist (bei Mensch und Tier). Die Persönlichkeitsentwicklung hat ihr Fundament in der Kindheit.

    Über das Strafen (Schwierigkeit des Ressentiments und die naturgegebene Vermeidungshaltung von Schmerz. Leider führt aber genau diese Vermeidungshaltung, mit eventuellem einhergehen der Verdrängung, zum Ausleben auf anderen Ebenen [Stichwort „Laterales Denken“], im extremen z.B. Menschen, Tiere töten, Genozid, u.a.)

    Wie hilfreich kann es doch sein, wenn sich das Beschützen nicht auf das Materielle, sondern auf das Menschliche bezieht. Alle Menschen haben Fehler, wäre das nicht so, wären sie gottgleich. Wenn jemand einen Fehler macht, hält er Gesetze nicht ein, i.d.R. aus Unkenntnis, bzw. wegen mangelhaftem Bewusstsein oder Verstand. Was nützen dann Strafen wie z.B. schon in der Erziehung, wenn das Skateboard nicht weggeräumt wird, es für einige Tage entzogen wird, oder schlimmer, wenn vom Kind ein unanständiges Wort gesagt wird, es Schläge auf die Finger gibt, wo nicht einmal ein Zusammenhang von Strafe und Sanktion besteht? Soll das der richtige Weg sein? Was nützt also einfach nur wegsperren, Geldstrafe, Gefängnis o.ä. und Vorhalten der Fehlerhaften tat? Ist es nicht viel hilfreicher, mit liebevoller Aufklärung, Rat und Tat beiseite zu stehen, aufgrund der Erfahrungen welche zur Verfügung stehen von den Eltern, um dabei zu helfen Forderungen zu erfüllen? In der Strafgesetzgebung kann bei Verbrechen (oder auch Vergehen), zum Schutz durchaus ein Freiheitsentzug zum Schutz anderer erforderlich sein, wobei auch hier Aufklärung und Ursachenerkennung eine Notwendigkeit bilden, natürlich besonders in entwicklungspsychologischer Hinsicht, die vor allem auf die Kindheit und / oder Traumatisierungen eingeht. (Bei schweren Verbrechen finde ich es jedoch absolut erforderlich, Täter nie mehr auf freien Fuß zu lassen, da meiner Ansicht nach die Psychologie bei weitem noch nicht so weit ist, Abzusehen ob oder durch was ein Rückfall ausgelöst werden könnte).
    Letztendlich spiegelt der Mensch nur das, was er im laufe seines Lebens erfahren musste / durfte. Die Hauptursache von Fehlentwicklungen ist, mangelndes Beiseitestehen mit Rat und Aufklärung auf dem Fundament der von Stärke getragenen, liebevollen Vermittlung. Das Strafen von Menschen, an Menschen, geschieht i.d.R. aus einem Ressentiment heraus, weil psychische Kausalitäten außer Acht gelassen werden. Um näher auf das Ressentiment einzugehen (Wikipedia): Ressentiment = heimlicher innerer Groll, das aus dem Gefühl dauernder Ohnmacht, gegenüber erlittener Ungerechtigkeit und Niederlage, oder persönlichen zurückgesetzt seins entsteht. Das führt zu fieberhaften Rachegedanken, die nach ausführen vorübergehen. Würden sie nicht ausgeführt, weil heldenhafte Kraft und Mut fehlen, entstünden Vergiftungen an Leib und Seele. Wird das Ressentiment nicht aufgearbeitet, werden die Rachegedanken bei einer sich bietender Gelegenheit auf das neue zum Tragen kommen. Heilung des Ressentiments geschieht über 1.) Erkenntnis, 2.) Stärkung der Lebenssituation, 3.) Wiedererinnern mit allen Sinnen und Gefühlen um sie ein Teil der eigenen Vergangenheit werden zu lassen, was sehr schwierig und schmerzvoll sein kann und deshalb meist zum Verdrängen wollen führt, wegen der angeborenen Vermeidungshaltung von Schmerz, mit Ausleben an anderen (i.d.R. über das Unterbewusstsein). 4.) Die notwendigste und am meisten gefürchtetste Aufgabe ist das zulassen der tiefen Trauer, wegen erlittener Schmerzen aufgrund von Demütigung. Nur mit Trauer über die verlorene seelische Unversehrtheit kann das unzerstörbare Innenleben wiederentdeckt werden.
    (Aus:lebensgeschichten.org/trauma/trauma05.php).

    Viele liebe Grüße von
    Werner Schulz
  • Anonym schreibt am 08.08.2011

    Hallo Frau Reimann-Höhn! Haben Sie noch Tipps, ein Kind zum Hausaufgaben machen zu bewegen. Erfolglos versucht: Verstärkerplan (bis ... anfangen); Smilies sammeln (je 1 für: Ranzen ausräumen, pünktlich anfangen, je Fach für das die Aufg. konzentriert erledigt wurden - bei 3 Smilies am Tag kleine Süßigkeit); Spielen, Sport erst wenn Hausaufgaben fertig (dann wird sogar der geliebte Sport ausfallen gelassen); wenn nicht angefangen wird (gar nicht oder nach stressigen Stunden), wird Spielzeug einkassiert. Ohne Aufgaben in die Schule schicken klappt auch nur bedingt, da dann wir Eltern den Ball wieder zugespielt bekommen. wohlgemerkt: 1. Klasse gerade absolviert - noch nicht mal pubertierend. Wie kommen wir aus diesem lustgesteuerten Umfeld (ich mach nur was Spaß macht)wieder raus? Danke Mare
  • Anonym schreibt am 24.02.2009

    Liebe Frau Reimann-Höhn,
    diese Ihre Ausführungen habe ich mir, wie auch viele andere von Ihnen, ausgedruckt und kann sie damit also gut einüben! Besonders Punkt 3 und 4 scheint mir außerordentlich hilfreich zu sein: Klare Worte! ohne Diskussion! und selber ruhig und sicher bleiben, ganz sicher sein, dass dieses Verbot jetzt eine Hilfe für einen guten Weg ist für das Kind!
    Vielen Dank!!
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