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Schmerzende Wange beim Kind

Homöopathie bei Mumps

Homöopathische Mittel gegen Mumps

Die Backe wird dick und tut weh. Beim Kauen und Schlucken werden die Schmerzen gar noch heftiger. Wenn zusätzlich Fieber auftritt, ist der Fall schnell klar: Mumps, auch Ziegenpeter genannt. Lesen Sie hier, was Ihrem Kind jetzt hilft – Homöopathie und weitere Maßnahmen. 

Expertenrat von 

Der Mumps ist eine typische Kinderkrankheit und wird durch ein Virus hervorgerufen. Folgende Beschwerden sind typisch für Mumps:

  • Zunächst einseitige Entzündung und Schwellung einer Ohrspeicheldrüse, die im weiteren Krankheitsverlauf auf die andere Ohrspeicheldrüse übergreift. Die Schwellung kann so ausgeprägt sein, dass sogar das Ohr absteht.
  • Schmerzen in der Backe, die in die Umgebung ausstrahlen, z. B. ins Ohr oder in den Hals, und sich beim Öffnen des Mundes, beim Kauen und Schlucken verstärken
  • allgemeines Krankheitsgefühl und meist nur mäßiges Fieber

Die Inkubationszeit von Mumps, also die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung, beträgt 14 bis 21 Tage. Besonders tückisch am Mumps: Infizierte Kinder sind bereits sieben Tage vor dem Auftreten der Schwellung ansteckend, wenn sie noch keinerlei Krankheitszeichen zeigen! Ansteckungsgefahr besteht bis 14 Tage nach Beginn der Schwellung. Diese klingt nach etwa einer Woche langsam ab und die Krankheit ist nach zwei Wochen überstanden. Mumps hinterlässt in der Regel eine lebenslange Immunität. Etwa ein Drittel aller infizierten Kinder setzt sich unbemerkt mit dem Erreger auseinander, ohne sichtbar zu erkranken.

Wann müssen Sie mit Ihrem an Mumps erkrankten Kind zum Arzt?

Mumps verläuft in der Regel harmlos. Allerdings beschränkt sich die Erkrankung keineswegs auf die Ohrspeicheldrüsen! Auch andere Drüsen wie die Unterkieferspeicheldrüsen oder die Unterzungenspeicheldrüsen können betroffen sein, was sich durch eine Schwellung des Halses unterhalb des Kinns äußert. Seltener tritt eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse auf, die sich durch Bauchschmerzen und Übelkeit bemerkbar macht. Erkrankt ein Junge nach der Pubertät an Mumps, entwickelt sich in etwa 30 Prozent der Fälle eine schmerzhafte Hodenentzündung, nicht selten beidseitig. Diese war vor Einführung der Masern-Mumps-Röteln-Impfung die häufigste Ursache für eine erworbene Unfruchtbarkeit bei Männern. Sehr selten sind bei Mumps auch andere Drüsen wie die Brustdrüse oder der Eierstöcke betroffen. Gefährlich kann es werden, wenn eine Gehirnhaut- oder Hirnentzündung hinzukommt. Erstere verläuft meist mild, während letztere deutlich ernster ist. Als bleibender Schaden kann daraus eine Schwerhörigkeit resultieren.
Zeigt Ihr Kind Anzeichen von Mumps, sollten Sie es in jedem Fall vom Arzt untersuchen lassen, um die Erkrankung eindeutig feststellen zu lassen. In folgenden Fällen müssen Sie sofort zum Arzt bzw. den Arzt rufen:

  • wenn Bauchschmerzen, Übelkeit und eventuell Erbrechen auftreten (Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenentzündung)
  • bei starken Kopf- oder Nackenschmerzen, einem steifen Nacken, hohem Fieber, starker Licht- und Geräuschempfindlichkeit sowie bei zunehmender Teilnahmslosigkeit(Verdacht auf Hirnhautentzündung)
  • wenn Ihr Kind plötzlich schlecht hört (Verdacht auf Schädigung des Hörnervs)

Lassen Sie Ihr Kind bitte auch ärztlich untersuchen, wenn starke Ohrenschmerzen im Vordergrund stehen oder Flüssigkeit aus einem Ohr herausläuft.

Mumps mit Homöopathie behandeln

Da Mumps eine Viruserkrankung ist, gibt es keine ursächliche Behandlung. Es lassen sich lediglich das Fieber oder die Schmerzen lindern. Hier leistet die Homöopathie gute Dienste.
Geben Sie das passende Mittel in der Potenz D12, anfangs 3-mal alle 30 Minuten 5 Globuli oder 1 Tablette, dann – nach Bedarf – ein- bis zweistündlich und an den nächsten Tag bei Bedarf noch 3-mal täglich.
Bitte geben Sie Ihrem Kind nicht mehrere homöopathische Mittel hintereinander, falls das erste Mittel nicht gewirkt hat. Suchen Sie einen Homöopathen auf, wenn zwei Mittel keine Besserung gebracht haben.

Homöopathisches Mitteltypische Symptome
Barium carbonicumwichtige Mittel für Kleinkinder sowie bei allgemeiner Erkältungsneigung und vergrößerten Lymphknoten; starke Mundtrockenheit; Schluckbeschwerden; neben der schmerzhaften Schwellung der Ohrspeicheldrüse(n) häufig auch Unterkieferdrüsen betroffen
Belladonnawichtigstes Mittel zu Beginn der Erkrankung; plötzlicher Beginn mit hohem Fieber, Speicheldrüsen schwellen schnell an, vor allem die rechte Seite, und sind sehr berührungsempfindlich,; heftige Schmerzen, sogar das Schlucken von Flüssigkeit fällt dem Kind schwer; gerötete, entzündete Augen, hochrotes, heißes Gesicht, aber kalte Hände und Füße; trockener Mund, aber wenig Durst; Kind wirkt benommen oder aber aufgeregt
Jaborandi (auch als Pilocarpus bezeichnet)ständiger reichlicher Speichelfluss; starke Schweißausbrüche; wichtiges Mittel, das angebracht ist, wenn keine deutlichen Anzeichen für die anderen aufgelisteten Mittel zu erkennen sind; kann die Krankheitsdauer abkürzen
Lachesisvor allem linke Ohrspeicheldrüse stark geschwollen, hier starkes Spannungsgefühl, kann kaum schlucken, schon Speichel schlucken schmerzt; kleinste Berührung schmerzt, Kind möchte nicht angefasst werden, kann am Hals nichts Enges vertragen (will keinen Umschlag); Wärme und warme Getränke verschlimmern
Lycopodiumzunächst Schwellung der rechten Ohrspeicheldrüse, dann Befall der linken Seite; Schwellung der Halslymphknoten; Verlangen nach warmen Getränken; eigenwilliges schwieriges Kind bei Erkrankungen, das oft auch über Bauchschmerzen klagt
Mercurius solubilisstarker Speichelfluss; rechte Ohrspeicheldrüse meist stärker geschwollen, außerdem deutlich geschwollene Halslymphknoten; Zunge gelblich bis weißlich belegt, fauliger, übler Mundgeruch, schlechter Geschmack im Mund; Kind schwitzt besonders nachts sehr stark, auch Schweiß riecht unangenehm; hat großen Durst auf kalte Getränke; unruhiges Kind
PhytolaccaOhrspeicheldrüsen steinhart geschwollen, besonders rechts; Kind kann selbst Flüssiges kaum schlucken, da sofort heftige Schmerzen bis in die Ohren ziehen; Hals dunkelrot und trocken, fühlt sich innen rau und heiß an; Kind fühlt sich schwach und zerschlagen
Pulsatillaweinerliches Kind, das immer in der Nähe der Mutter sein will und ständig Zuwendung braucht; starker Mundgeruch, Zunge gelblich belegt; kaum Durst; Kind friert schnell, will aber frische Luft haben und deckt sich häufig ab; Schmerzen in den Speicheldrüsen abends und beim Hinlegen schlimmer; eventuell Schmerzen und/oder Schwellung in Hoden oder Brust
Rhus toxicodendronstarke Schwellung der Ohrspeicheldrüsen, vor allem links; Kind kann kaum den Mund öffnen, oft knackt es dabei im Kiefergelenk; Kälte verschlimmert; Zunge mit Ausnahme der Zungenspitze (dort rotes Dreieck) weiß belegt; typisch: Fieberbläschen an den Lippen; Kind wälzt sich im Bett hin und her, ist sehr unruhig; hohes Fieber, oft auch Schüttelfrost, Gliederschmerzen

Normalerweise klingt bei Mumps die Schwellung der Ohrspeicheldrüse nach acht bis zehn Tagen ab. Bleibt sie jedoch bestehen und die Drüsen sind verhärtet, hilft eine weitere Behandlung durch Homöopathie. Geben Sie Barium carbonicum D6 3-mal täglich 5 Globuli für maximal drei Wochen.

Auch zur Vorbeugung von Folgeschäden wie etwa Entzündungen anderer Drüsen oder einer Hirnhautentzündung können Sie Homöopathie anwenden. Geben Sie 5 Globuli Parotitis D30 einmal täglich für drei Tage, zur Behandlung bereits aufgetretener Komplikationen geben Sie Parotitis D30 unterstützend (bitte immer in Absprache mit dem Arzt!) 3-mal wöchentlich für drei Wochen. Auch Pulsatilla wird zur Behandlung von Komplikationen eingesetzt, wenn weitere Drüsen wie Brust oder Hoden betroffen sind.

Bezugsquellen: Alle angegebenen homöopathischen Medikamente sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich.

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Kommentare zu "Homöopathie bei Mumps"

  • Elke schreibt am 18.03.2013

    Statt Mumps mit homöopathischen Globuli zu behandeln, für die es auch nach über 200 Jahren Homöopathie einen halbwegs soliden Beleg für eine Wirksamkeit (vom Placeboeffekt mal abgesehen) gibt und zwar weder bei Mumps noch bei sonst irgendeiner Erkrankung wäre es wohl sinnvoller darauf hinzuweisen, wie man Mumps (und nebenbei noch Masern und Röteln) mit einer zweimaligen Impfung sehr sicher ein Leben lang vermeiden kann - und damit dann auch die eine oder andere Unfruchtbarkeit bei Männern, das eine oder andere behinderte Kind bei Frauen und den ein oder anderen Todesfall durch Masern oder SSPE.

    Auch wenn heutige Homöopathen meist nicht viel von Impfungen halten (ganz im Gegensatz zum Erfinder der Homöopathie der sich recht wohlwollend zur einzig damals verfügbaren Impfung nämlich der Pockenimpfung äußerte) sollte man doch eigentlich von einer Ärztin zumindest einen Hinweis auf die Möglichkeit einer Impfung bei einem Artikel über Mumps erwarten dürfen.
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